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Fussball-WM

07. April 2010 13:03; Akt: 07.04.2010 14:28 Print

So schön können Fussballgötter seinSo schön können Fussballgötter sein

von Lukas Mäder - Alex Frei als religiöse Lichtgestalt: Die Ästheten unter den Fussballfans kommen mit den aufwendig gestalteten Sammelbildchen des «Tschuttiheftli» auf ihre Kosten.

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Das «Tschuttiheftli» will die künstlerische Alternative zu Panini-Bildchen sein: 37 Künstler gestalteten die 445 Bilder zum Sammeln. Eine Fussballlegende neben dem Spielfeldrand: Der Trainer Argentiniens, Diego Maradona, mit Lionel Messi, Weltfussballer 2009. Altstar der französischen Nationalmannschaft: Thierry Henry. Das Prinzip Hoffnung bei der Schweizer Nationalmannschaft mit Trainer Ottmar Hitzfeld. Die Schweizer Hoffnungen als göttliche Figuren: Alex Frei und Hakan Yakin. Die Gastgeber: Steven Pienaar von der südafrikanischen Nationalmannschaft. Hat als Europameister 2008 gute Chancen auf den Weltmeistertitel: Spanien. Die Fussballmannschaft als Kasperlitheater: Serbiens Nationalmannschaft in aufwendiger künstlerischen Gestaltung. Die Elfenbeinküste ist an der ersten WM auf dem afrikanischen Kontinent dabei: Captain Didier Drogba, der bei Chelsea spielt. Die brasilianische Seleção gewann bereits fünfmal den Weltmeistertitel, letztmals 2002. Im Bild der Mittelfeldspieler Kaká. Die deutschen Fussballer in Lederhosen: Captain Michael Ballack spielt seit über zehn Jahren in der Nationalmannschaft. Der Japaner Yasuhito Endō wurde 2009 Asiens Fussballspieler des Jahres. Er wird im defensiven Mittelfeld eingesetzt. Die slowakische Nationalmannschaft als Ostereier: Marek Hamšík spielt mit SSC Neapel in der italienischen Serie A. Italien fährt als Titelverteidiger an die WM in Südafrika. Der argentinisch-italienische Doppelbürger Mauro Camoranesi spielte bereits am Final vor vier Jahren. Die neuseeländische Nationalmannschaft nahm erst einmal an einer WM teil: 1982 in Spanien. Chris Killen spielt in der englischen Liga. Beide Staaten der geteilten koreanischen Halbinsel sind vertreten: Nordkorea (links) und Südkorea. Star der niederländischen Nationalmannschaft: Arjen Robben spielt bei Bayern München. Fussballspieler als Stickerei: Die mexikanische Nachwuchshoffnung Carlos Vela. 1950 das letzte Mal Weltmeister: Urugay. Diego Forlán spielt bei Atlético Madrid und wurde in der Saison 2008/09 spanischer Torschützenkönig. Der wahre Fussballfan gedenkt auch den Legenden: Paul Breitner half 1974 beim deutschen Weltmeistertitel mit. Zinédine Zidane beendete seine Karriere im WM-Final 2006 mit dem Kopfstoss gegen Materazzi.

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Eine Erfolgsgeschichte geht in die zweite Runde: Mitte April lanciert das Luzerner Fussballmagazin «Tschuttiheftli» sein Sammelheft für die Fussball-Weltmeisterschaft im Sommer. Das Konzept ist das gleiche wie bei der EM vor zwei Jahren: Je ein Künstler hat die Sammelbildchen einer Nationalmannschaft gestaltet. Das «Tschuttiheftli» macht damit den klassischen Panini-Bildchen Konkurrenz — auf ästhetisch hohem Niveau. Viele der Spielerporträts sind gemalt, gezeichnet oder sogar noch aufwendiger gestaltet: Eine Künstlerin hat die serbischen Spieler als Kasperlitheater-Figuren modelliert, eine andere die Gesichter der mexikanischen Nationalspieler gestickt. Insgesamt 37 Künstler haben in stundenlanger Arbeit die Bilder entworfen.

Die Erfolgsgeschichte der «Tschuttiheftli»-Sammelbilder begann im EM-Jahr 2008. «Wir wollten der kommerziellen Seite der Euro etwas Liebevolles entgegenstellen», sagt Silvan Glanzmann vom «Tschuttiheftli». Dabei sei die Idee der gezeichneten Sammelbildchen nicht neu gewesen. Schon früher gab es solche in Zigarettenpackungen. Die Künstler fanden sich über das persönliche Beziehungsnetz. Bekannte mussten auch als Sponsoren dienen. Die Herausgeber wollten einen finanziellen Verlust vorbeugen. «Wir haben uns noch überlegt, ob die Auflage von 1000 Stück pro Bild nicht zu hoch ist», sagt Glanzmann. Sie war es nicht.

Eingeschränktes Sozialleben

Im Nachgang eines Artikels in der «Luzerner Zeitung» interessierten sich immer mehr Journalisten für das künstlerische Projekt. Selbst die ARD berichtete in den «Tagesthemen» über die Panini-Alternative. Zwischenzeitlich kam es zu Lieferengpässen. Schliesslich mussten die «Tschuttiheftli»-Herausgeber insgesamt 3000 Stück von jedem Bild drucken — und von Hand verpacken. «Bei mir in der Stube war eine eigentliche Bildli-Fabrik, wo jeden Abend rund zehn Personen sassen und Bilder verpackten», sagt Glanzmann. Das sei zwar lustig gewesen, aber mit der Zeit auch anstrengend. «Zum Glück wohnte ich damals noch nicht mit meiner Freundin zusammen.»

Dieses Jahr muss Glanzmanns Privatsphäre nicht unter den WM-Bildchen leiden: Die Druckerei der Tschuttibildli verpackt diese auch. Die Päckchen sind dieses Jahr grösser: Neu bekommt der Freund der Fussballkunst 20 statt nur 10 Bilder in einer zweifränkigen Packung. «Wir wollen nicht, dass die Leute für's Sammeln mehr bezahlen müssen», sagt Glanzmann. Denn weil an der WM mehr Mannschaften als an der EM teilnehmen, braucht der Sammler dieses Jahr für ein volles Album 445 Bilder, gut doppelt soviele wie 2008. Trotz der grösseren Anzahl Bilder und des entfernten Austragungsorts in Südafrika glauben die Herausgeber des «Tschuttiheftli» an die Sammelwut der Fussballfans. Sie geben das Sammelheftchen von Anfang an in der Auflage von 3000 Stück heraus. Und haben neue Absatzkanäle erschlossen. Die Tschuttibildli sind anlässlich der WM in weiteren Städten wie Winterthur, Goldau oder Brig erhältlich. Ausländische Sammler können die Bildchen bei einem deutschen Online-Shop bestellen.

Unterstützung für Hilfsprojekt

Glanzmann hofft nun auf einen erneuten Erfolg — nicht im eigenen Interesse. Denn 10 Rappen pro Sammelpackung gehen an die Hilfsorganisation Viva con Aqua für ein Projekt in Mosambik. Auch hier darf der Bezug zum Fussball nicht fehlen: Der Mittelfeldspieler Benjamin Adrion vom FC St. Pauli hat Viva con Aqua gegründet, nachdem er während eines Trainingslagers auf Kuba von den dortigen prekären Trinkwasserverhältnissen erfuhr. Profitieren von einem kleinen finanziellen Erfolg könnten auch die Künstler, die ohne jegliche Bezahlung gearbeitet haben. «Wir könnten ihnen wenigstens einen Teil der Spesen bezahlen», sagt Glanzmann. Denn ihr Lohn ist bisher nur Ruhm und Ehre.

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  • Jens Mocki am 17.06.2010 00:24 Report Diesen Beitrag melden

    Südafrika WM

    ja ja ich habe gehört, dass der schweizer trainer mit der neuen fußballer-analyse software von @krib DAT gearbeitet haben??

  • ole bald wm am 25.05.2010 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    grandios

    super sache..macht gleich doppelt so vil spass

  • anatol weibel am 07.04.2010 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    naja

    frei als fussballgott zu betiteln, ist dann doch eher übertrieben!!!

    • oli am 09.04.2010 14:19 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Du sagst es

    • Hugo Sanchez am 09.04.2010 20:03 Report Diesen Beitrag melden

      Frei

      Auch im Götterhimmel gibt es niedere Sphären... Chappi und Türkylmaz bewegen sich aber vermutlich einen Stock über Alex.

    • legi am 21.04.2010 22:39 Report Diesen Beitrag melden

      Hier geht es um Kunst

      Es geht bei diesen Bildern doch nicht um die Spieler selbst sonder viel mehr um die Darstellung, und deren Machart

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