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Fussball-WM
07. April 2010 13:03; Akt: 07.04.2010 14:28 Print
So schön können Fussballgötter sein
von Lukas Mäder - Alex Frei als religiöse Lichtgestalt: Die Ästheten unter den Fussballfans kommen mit den aufwendig gestalteten Sammelbildchen des «Tschuttiheftli» auf ihre Kosten.
Eine Erfolgsgeschichte geht in die zweite Runde: Mitte April lanciert das Luzerner Fussballmagazin «Tschuttiheftli» sein Sammelheft für die Fussball-Weltmeisterschaft im Sommer. Das Konzept ist das gleiche wie bei der EM vor zwei Jahren: Je ein Künstler hat die Sammelbildchen einer Nationalmannschaft gestaltet. Das «Tschuttiheftli» macht damit den klassischen Panini-Bildchen Konkurrenz — auf ästhetisch hohem Niveau. Viele der Spielerporträts sind gemalt, gezeichnet oder sogar noch aufwendiger gestaltet: Eine Künstlerin hat die serbischen Spieler als Kasperlitheater-Figuren modelliert, eine andere die Gesichter der mexikanischen Nationalspieler gestickt. Insgesamt 37 Künstler haben in stundenlanger Arbeit die Bilder entworfen.
Die Sammelbilder des Tschuttiheftli sind ab demAnlässlich einer Vernissage stellen die Herausgeber das neue Sammelheft am Freitag, 16. April in Luzern vor. Angekündigt sind Gäste aus Sport und Musik, und Johnny Burn präsentiert den Tschuttiheftli-WM-Song 2010. Ab 20 Uhr im Café Parterre in Luzern.
Die Erfolgsgeschichte der «Tschuttiheftli»-Sammelbilder begann im EM-Jahr 2008. «Wir wollten der kommerziellen Seite der Euro etwas Liebevolles entgegenstellen», sagt Silvan Glanzmann vom «Tschuttiheftli». Dabei sei die Idee der gezeichneten Sammelbildchen nicht neu gewesen. Schon früher gab es solche in Zigarettenpackungen. Die Künstler fanden sich über das persönliche Beziehungsnetz. Bekannte mussten auch als Sponsoren dienen. Die Herausgeber wollten einen finanziellen Verlust vorbeugen. «Wir haben uns noch überlegt, ob die Auflage von 1000 Stück pro Bild nicht zu hoch ist», sagt Glanzmann. Sie war es nicht.
Eingeschränktes Sozialleben
Im Nachgang eines Artikels in der «Luzerner Zeitung» interessierten sich immer mehr Journalisten für das künstlerische Projekt. Selbst die ARD berichtete in den «Tagesthemen» über die Panini-Alternative. Zwischenzeitlich kam es zu Lieferengpässen. Schliesslich mussten die «Tschuttiheftli»-Herausgeber insgesamt 3000 Stück von jedem Bild drucken — und von Hand verpacken. «Bei mir in der Stube war eine eigentliche Bildli-Fabrik, wo jeden Abend rund zehn Personen sassen und Bilder verpackten», sagt Glanzmann. Das sei zwar lustig gewesen, aber mit der Zeit auch anstrengend. «Zum Glück wohnte ich damals noch nicht mit meiner Freundin zusammen.»
Dieses Jahr muss Glanzmanns Privatsphäre nicht unter den WM-Bildchen leiden: Die Druckerei der Tschuttibildli verpackt diese auch. Die Päckchen sind dieses Jahr grösser: Neu bekommt der Freund der Fussballkunst 20 statt nur 10 Bilder in einer zweifränkigen Packung. «Wir wollen nicht, dass die Leute für's Sammeln mehr bezahlen müssen», sagt Glanzmann. Denn weil an der WM mehr Mannschaften als an der EM teilnehmen, braucht der Sammler dieses Jahr für ein volles Album 445 Bilder, gut doppelt soviele wie 2008. Trotz der grösseren Anzahl Bilder und des entfernten Austragungsorts in Südafrika glauben die Herausgeber des «Tschuttiheftli» an die Sammelwut der Fussballfans. Sie geben das Sammelheftchen von Anfang an in der Auflage von 3000 Stück heraus. Und haben neue Absatzkanäle erschlossen. Die Tschuttibildli sind anlässlich der WM in weiteren Städten wie Winterthur, Goldau oder Brig erhältlich. Ausländische Sammler können die Bildchen bei einem deutschen Online-Shop bestellen.
Unterstützung für Hilfsprojekt
Glanzmann hofft nun auf einen erneuten Erfolg — nicht im eigenen Interesse. Denn 10 Rappen pro Sammelpackung gehen an die Hilfsorganisation Viva con Aqua für ein Projekt in Mosambik. Auch hier darf der Bezug zum Fussball nicht fehlen: Der Mittelfeldspieler Benjamin Adrion vom FC St. Pauli hat Viva con Aqua gegründet, nachdem er während eines Trainingslagers auf Kuba von den dortigen prekären Trinkwasserverhältnissen erfuhr. Profitieren von einem kleinen finanziellen Erfolg könnten auch die Künstler, die ohne jegliche Bezahlung gearbeitet haben. «Wir könnten ihnen wenigstens einen Teil der Spesen bezahlen», sagt Glanzmann. Denn ihr Lohn ist bisher nur Ruhm und Ehre.
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Alle 16 Kommentare























Südafrika WM
ja ja ich habe gehört, dass der schweizer trainer mit der neuen fußballer-analyse software von @krib DAT gearbeitet haben??
grandios
super sache..macht gleich doppelt so vil spass
naja
frei als fussballgott zu betiteln, ist dann doch eher übertrieben!!!
Genau
Du sagst es
Frei
Auch im Götterhimmel gibt es niedere Sphären... Chappi und Türkylmaz bewegen sich aber vermutlich einen Stock über Alex.
Hier geht es um Kunst
Es geht bei diesen Bildern doch nicht um die Spieler selbst sonder viel mehr um die Darstellung, und deren Machart