Bosniens Dzeko tobt

22. Juni 2014 12:11; Akt: 22.06.2014 12:23 Print

«Dieser Schiri ist eine Schande für die WM!»

«Wir fahren nach Hause. Aber der Schiedsrichter sollte auch nach Hause fahren.» Bosniens Stürmer Edin Dzeko war nach dem zu Unrecht aberkannten Treffer gegen Nigeria ausser sich.

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Argentinien sichert sich im dritten WM-Spiel den Sieg in der Gruppe F. Mann des Spiels ist einmal mehr Lionel Messi. Er bringt die Gauchos bereits in der dritten Minute in Führung. Nigeria reagiert aber blitzschnell und gleicht nur eine Minute später durch Ahmed Musa wieder aus. Kurz vor der Pause erfolgt der nächste grosse Auftritt von Messi: Per Freistoss bringt er sein Team wieder in Front. Der Torschütze lässt sich von Ezequiel Lavezzi feiern. Nach der Pause reagiert Musa prompt: Dieses Mal braucht der Nigerianer zwei Minuten für den Ausgleich. Wiederum drei Minuten später jubelt aber wieder Argentinien: Marcos Rojo sorgt für das 3:2 für die Argentinier. Nigeria steht aber trotz der Niederlage im Denn Bosnien-Herzegowina verabschiedet sich mit einem 3:1-Sieg aus dem Turnier und katapuliert damit auch den Iran ins Elend. Edin Dzeko bringt die Bosnier in der 23. Minute in Führung. Pjanic erhöhrt nach der Pause auf 2:0. Dann setzt sich aber Reza Ghoochannejhad gekonnt in Szene und verkürzt auf 1:2. Doch Avdija Vrsajevic stellt nur eine Minute später den alten Abstand wieder her und trifft zum 3:1-Schlussstand. Nigeria schlägt WM-Neuling Bosnien-Herzegowina 1:0 und holt sich den ersten Sieg an einer Endrunde seit 1998. Das goldene Tor für die Super Eagles schiesst Peter Odemwingie in der 29. Minute. Acht Minuten zuvor wurde Bosnien ein regulärer Treffer von Edin Dzeko wegen einer angeblichen Abseitsstellung zu Unrecht aberkannt. Nach zwei punktelosen Partien müssen sie nun frühzeitig die Heimireise antreten, im letzten Spiel gegen den Iran geht es für sie um nicht mehr. Messi & Co. holen sich in einer zähen Partie drei Punkte gegen den Iran. Die Iraner kämpfen aufopferungsvoll und sind den Argentiniern auf weiten Strecken ebenbürtig. Sie kommen sogar zu einigen Torchancen. Hier scheitert Reza Ghoochannejhad mit seinem Flugkopfball am argentinischen Schlussmann Sergio Romero. In der Nachspielzeit erlöst Kapitän Lionel Messi die Südamerikaner mit einem Schlenzer in den weiten Winkel. Nigeria kann sich gegen den Iran nicht durchsetzen. Wo immer ein Angreifer Nigerias, da auch immer ein Bein eines Iraners. Die Iraner konzentrieren sich während der Partie lediglich auf die Defensive. Offensiv zeigen sie wenig. Dennoch haben sie die beste Möglichkeit der Partie. Nigerias Keeper Vincent Eneyama kann in höchster Not klären. Es kommt zum ersten torlosen Remis dieser Weltmeisterschaft. Argentinien ist mit einem Sieg ins WM-Turnier gestartet. Der zweifache Weltmeister schlägt Bosnien-Herzegowina etwas glücklich 2:1. Bosnien gerät nach einem Eigentor von Sead Kolasinac in der 3. Minute in Rücklage. In der 65. Minute erhöht Lionel Messi auf 2:0. Es ist erst sein zweites WM-Tor in seiner Karriere. Der Anschlusstreffer durch Vedad Ibisevic in der 85. Minute kommt zu spät. Ex-Hopper Izet Hajrovic zeigt eine gute Partie und wird in der 71. Minute ausgewechselt.

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Fehler gesehen?

Die erste WM von Bosnien-Herzegowina wird von kurzer Dauer. Nach der 0:1-Niederlage gegen Nigeria ist die Mannschaft aus dem Balkan bereits vor dem letzten Gruppenspiel raus aus dem Turnier. Ganz bitter war für sie, dass ihnen der reguläre Führungstreffer durch Edin Dzeko wegen angeblichen Offsides aberkannt wurde. Ein klarer Fehlentscheid. Zudem reklamierten die Bosnier, dass dem Siegestor Nigerias durch Peter Odemwingie ein Foul voran ging. Doch da kann man geteilter Meinung sein – anhand der TV-Bilder lieferten sich Emmanel Emenike und Emir Spahic zwar einen harten, aber korrekten Zweikampf.

Salihovic: «Keine Ahnung was der Linienrichter gesehen hat»

Trotzdem war man beim einzige Neuling im Feld der 32 WM-Mannschaften nach der Partie stocksauer über WM-Schiedsichter-Neuling Peter O’Leary, einem Biologie-Lehrer aus Neuseeland. Allen voran Stürmerstar Dzeko. «Wir fahren nach Hause und sind darüber sehr traurig. Aber der Schiedsrichter müsste auch nach Hause fahren, denn er hat das Resultat und das Spiel verändert und deshalb haben wir verloren. Sicher, Nigeria war gut, aber dieser Schiedsrichter ist eine Schande für dieses Turnier», tobte der Spieler von Manchester City.

Auch sein Teamkollege Sejad Salihovic aus Hoffenheim verstand die Welt nicht mehr: «Was sollen wir denn machen? Edin war mindestens um einen Meter nicht im Offside. Ich habe keine Ahnung was der Linienrichter da gesehen hat. Wenn wir mit 1:0 in Führung gehen, verändert dies das ganze Spiel, denn dann ist es Nigeria, das uns jagen muss.» So aber habe man zwar bis zu Ende gekämpft, «aber uns hat das Glück gefehlt», so Dzeko weiter.

Wenigstens mit erstem WM-Sieg aus Turnier verabschieden

Weniger emotional, sondern ein wenig differenzierter äusserte sich Bosniens-Trainer Safet Susic in seiner Reaktion, indem er festhielt: «Sicher war dies kein Offside von Dzeko, aber es war nicht der erste und es wird auch nicht der letzte Schiedsrichter-Fehlentscheid an dieser WM sein.» Für sein Team geht es nun im letzten Gruppenspiel gegen den Iran sportlich um nichts mehr, der Traum von den Achtelfinals ist vorzeitig ausgeträumt. Trotzdem will sich Bosnien-Herzegowina am Mittwoch zumindest mit dem ersten Sieg an einer WM aus dem Turnier verabschieden. «Wir werden unser Bestes geben», verspricht Dzeko.

(mal)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • topagent am 22.06.2014 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    einse sache der statistik!

    als bosnienfan muss ich sagen: 90% fehlpässe der bosnier und 3 aktionen im ganzen spiel! da sag ich schiri hin oder her, diese statistik lässt keine manschaft gewinnen!

  • BP am 22.06.2014 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich heutzutage

    Es sollte doch zu heutiger Zeit und mit heutiger Technik möglich sein einen solchen Fehlentscheid innert Sekunden zu korrigieren. Das war wieder mal ein Beweis das ein Schiedsrichter deutlich Einfluss haben kann auf das Resultat. Kein Wunder gibt es so viel Misstrauen, dass es da nicht mit rechten Dingen zu geht.

  • Sarajlija am 22.06.2014 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Nicht nur der Schiri ist daran schuld das sie rausgeflogen sind. Einen grossen Anteil hat auch der Trainer warum spielt er nicht wie die ganze quali mit zwei Stürmer? Und dann kommt noch sein näffe zum Einsatz was soll das auf der Bank hat Bosnien genügend bessere Spieler. Für Bosnien ist es am besten das neuer Trainer neuer Wind rein kommt der was vom Fach versteht und nicht nur auf sein Profit schaut wie das susic macht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sepperl am 22.06.2014 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    Geld ist nun mal wichtiger

    Schaut euch einfach nur die Szene aus dem Artikel "Edin Dzekos Tor war kein Offside" an und achtet dann mal genau auf den Linienrichter, bzw. auf seine Flagge und WANN sie genau hoch geht... Das lässt halt einfach Raum für wilde Spekulationen bezüglich geschobene Spiele.

  • Johnny O. am 22.06.2014 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Time to change...

    Es ist Zeit zu handeln! Die Schiedsrichter verfälschen mit ihren Fehlentscheiden die ganze WM. Sie machen es bestimmt nicht absichtlich, aber man sollte doch endlich einsehen, dass das Spiel fürs menschliche Auge zu schnell geworden ist. Wie wärs mit Coach's Challenge wie im American Football? Bitte FIFA: agieren, statt immer nur reagieren!

  • Phil am 22.06.2014 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wettmafia lässt grüssen

    Würde mich nicht wundern, wenn da die Wettmafia wieder zugeschlagen hat

  • Schiedsrichter 5te Liga am 22.06.2014 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schiris

    Ich kann Dzeko 100% verstehen. Die Schiedsrichter dieser WM sind eine Schande! Zu viele Reguläre Tore wurden annuliert. Allgemeine Fehlentscheide. Foulspiele/Elfmeter nicht gepfiffen obwohl der Schiri/Linienrichter gleich neben an steht. Echt Himmeltraurig!

  • mazedoner am 22.06.2014 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pffff... 

    nigeria fliegt sicher auch gleich wieder nach hause!