Slapstick

31. Mai 2014 19:06; Akt: 31.05.2014 19:06 Print

Drmic kann über sich selber lachen

von Eva Tedesco - Unfassbar, welche Chance Josip Drmic beim Sieg gegen Jamaika ausgelassen hat. Am Tag danach kann der Siegtorschütze herzhaft über sich selber lachen.

Erst vergibt Josip Drmic eine riesige Chance, dann trifft er zum Sieg im Test gegen Jamaika. Der künftige Leverkusen-Stürmer kann am Tag danach über sich selber lachen. (Video: 20 Minuten)
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Es war eine kurze Nacht für die WM-Fahrer von Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld. Kurz nach Mitternacht verliess der Mannschaftscar nach dem 1:0-Sieg gegen Jamaika die Swissporarena in Luzern, um die Kicker zurück ins Park Hotel nach Weggis zu bringen. Am Samstagmorgen um 11 Uhr stehen die Profis schon wieder im Einsatz. Hitzfeld lässt die Nati ausserplanmässig 45 Minuten gegen Tuggen (1. Liga Promotion) üben, ehe er seinen Jungs nach einer Woche Zusammenzug Auslauf gewährt. Nach der Trainingseinheit in der Thermoplan Arena haben die Spieler bis 23 Uhr frei. Dann müssen sie zurück im Park Hotel sein.

Bevor es für Josip Drmic ein paar Stunden zur Familie geht, stellt sich der Stürmer den Fragen der Medienschaffenden. Natürlich kommt dabei noch einmal die kuriose Szene im Jamaika-Spiel zur Sprache. In der 67. Minute flankt Valentin Stocker von rechts. Drmic kommt zwei Meter vor dem Tor zum Schuss – und haut den Ball unbedrängt übers Tor. Unfassbar.

Josip Drmic, haben Sie sich die Szene inzwischen noch einmal am TV angeschaut?
Josip Drmic: Klar, ich habe sie gleich nach dem Spiel angeschaut, als sie im Stadion noch einmal gezeigt wurde, und danach auch noch einmal im Hotel. So etwas beschäftigt mich natürlich. Ich will so Sachen analysieren, besser machen, und deshalb habe ich es mir natürlich noch einmal angesehen.

Sind Sie selber erschrocken?
(lacht) Ich habe nach dem Spiel schon gesagt, dass die einfachen Tore meistens die schwierigeren sind. Ich war selber überrascht, dass der Ball in so einem Winkel über das Tor geht. Das ist schon noch... (muss herzhaft lachen) krass. Im Fussball ist eben alles möglich. Ich weiss, dass das beim nächsten Mal nicht wieder passiert und ich bereit sein werde.

Ihre 17 Tore in der abgelaufenen Bundesliga-Saison waren wohl allesamt schwieriger zu erzielen, nicht?
(Schmunzelt nur) Wir hatten es nicht einfach in dieser Saison bei Nürnberg. Wir waren immer am Kämpfen, und dann musst du noch deine Tore vorne schiessen. Aber ich hatte eine super Mannschaft, die mich eingesetzt hat, damit ich meine Tore machen konnte.

Hat dieser Kampf gegen den Abstieg mental resistenter gemacht, und Sie sind deshalb noch zu einem Tor gekommen?
Ja, klar. Ich nehme jedes Tor und jede Erfahrung aus der Liga in die Nati mit und will das auch in der Nati umsetzen und meine Chancen verwerten.

Die Chancenauswertung war generell das Manko gegen Jamaika und auch beim 2:0-Testsieg gegen Tuggen. Richtig?
Wir hatten viele Chancen und haben zwei verwertet. Gegen so eine Mannschaft müssten wir mehr Tore schiessen, wichtig ist aber, dass wir zu Chancen kommen. In den nächsten Tagen werden wir daran arbeiten.

Wie ändert man das?
Indem man den Abschluss trainiert, konzentrierter ist vor dem Tor und eiskalt. Die Müdigkeit aus der harten Trainingswoche war sicher mit ein Grund, dass wir vor dem Tor ein wenig wacklig gestanden sind. Ich kann nur sagen: Ich arbeite daran, wir arbeiten als Mannschaft daran und werden alles daran setzen, dass der Ball am Schluss im Netz ist.

Am Dienstag steht das zweite und letzte Testspiel vor der WM auf dem Programm. Was nimmt sich die Nati gegen Peru vor?
Dass wir die positiven Sachen aus dem Jamaika-Spiel mitnehmen und topkonzentriert ins Spiel gehen. Es ist der letzte Test, und wir sollten so auftreten, als wäre schon WM. Wenn wir dann die Chancen noch verwerten, denke ich, sind wir top vorbereitet.