WM-Achtelfinal gegen Schweden

03. Juli 2018 17:56; Akt: 03.07.2018 20:49 Print

Der WM-Traum ist ausgeträumt

von Florian Raz - Die Schweiz scheidet zum dritten Mal in Folge an einem grossen Turnier in der ersten K.o.-Runde aus. An der WM scheitert sie durch das 0:1 an Schweden.

Stich ins Schweizer Herz: Forsberg schiesst und Akanji lenkt den Ball unhaltbar ins eigene Tor. (Video: Tamedia/SRF)
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Sie versuchten es. Einer nach dem anderen nahm Manuel Akanji in den Arm, klopfte ihm aufmunternd auf die Schultern, sprach ihm gut zu. Aber der 22-Jährige war nicht zu trösten. Nicht nach diesem Nachmittag der zerplatzten Träume. Nicht, nachdem er es gewesen war, der mit seinem Ablenker Emil Forsbergs Versuch erst zum unhaltbaren Schuss hatte werden lassen.

Aber das 0:1 gegen bemerkenswert talentfreie Schweden muss nicht nur Akanji schwer auf dem Magen liegen. Jeder Schweizer, der an diesem Nachmittag spielte, wird noch lange an diese verpasste Chance denken müssen.

Die Schweiz scheitert an Schweden

Die Nati hätte es in den Füssen gehabt, ihr erstes K.o.-Spiel der Geschichte zu gewinnen. Aber sie war nicht bereit. Sie war von Anfang an mehr von der Angst gelähmt, das Spiel zu verlieren, als dass sie von der Aussicht auf den Viertelfinal beflügelt gewesen wäre.



«Das Goal muss man selber schiessen»


Die Schweizer Fans in St. Petersburg sind nach der Niederlage selbstkritisch, anerkennen aber den schwedischen Sieg. Video: SDA


Schweizer ohne Mut

So spielten die Schweizer und die Schweden eine Halbzeit, als sei es ihr grosses Ziel, den Achtelfinal von 2006 zwischen der Schweiz und der Ukraine an Qualität noch unterbieten zu wollen. Hier Schweden, die wohl nicht anders können. Dort Schweizer, die sich nicht anders trauten.

Irgendwann fragte man sich auf der Tribüne, wo denn all der Mut hingegangen sein mag, wohin all der Stolz, der die Nati durch die Qualifikation und bis in den Achtelfinal getragen hatte? All das war erst zu sehen, nachdem das schwedische Tor nichts anderes mehr zuliess als verzweifelte Angriffe.

Sie kamen zu spät. Als Robin Olsen in der 92. Minute ­Haris Seferovics Kopfball sicher in den Händen hatte, war klar, dass alles verspielt war, was sich die Schweizer in zwei Jahren erarbeitet hatten.

Schweden - Schweiz 1:0 (0:0)
St. Petersburg. 64'042 Zuschauer. SR Skomina (SLO).
Tor: 66. Forsberg 1:0.
Schweden: Olsen; Lustig (82. Krafth), Lindelöf, Granqvist, Augustinsson; Claesson, Svensson, Ekdal, Forsberg (82. Olsson); Berg (90 Thelin), Toivonen.
Schweiz: Sommer; Lang, Djourou, Akanji, Rodriguez; Behrami, Xhaka; Shaqiri, Dzemaili (73. Seferovic), Zuber (73. Embolo); Drmic.
Bemerkungen: Schweden ohne Larsson, Schweiz ohne Lichtsteiner und Schär (alle gesperrt). 94. Rote Karte gegen Lang wegen einer Notbremse. Verwarnungen: 31. Lustig (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 61. Behrami (Foul). 68. Xhaka (Foul).

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom von Bonn am 03.07.2018 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Angsthasenfussball

    Himmeltraurig die Vorstellung der Schweizer. Wieder mal Angsthasenfussball.

    einklappen einklappen
  • Dömu am 03.07.2018 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Verdiente Niederlage

    Sehr schwache Leistung der Nati

  • Ch-Greg am 03.07.2018 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    So ist es

    Gegen Serbien hat man besser gespielt, aber da gings ja nicht um die Schweiz, sondern ums Heimatland.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tschütteler am 03.07.2018 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade.

    Xhaka & Shaqiri sollten aus der Schweizer Nati gekickt werden und in vier Jahren für Albanien antreten. Wetten die würden jeden Match mit soviel Power, Stolz und Siegeswillen spielen wie sie es gegen Serbien getan haben. Und der Lichtsteiner, der eh nicht ganz der Hellste zu scheinen seit, sollte sich gleich den zwei Doppeladler anschliessen. Eingebürgert wäre der dort sicher schnell, sofern er brav auf Brotherhood macht ;-) ...Und nochwas; wer Eier hat, der sollte auch bei einer Niederlage fähig sein ein Interview zu geben. Ade zäme!

  • roli meier am 03.07.2018 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück ausgeschieden, sonst wären sie komplett

    Es ist so einfach. Will man weiterkommen, sollte man mindestens ein Tor mehr schießen als der Gegner. Ganz nüchtern: 4 Spiele,5 Punkte, Torverhältnis 5:5. Wo soll es denn hingehen? Nach Hause, aber sicher nicht in den Viertelfinale. Zur Belohnung für außerordentliche Engagement sollte der SFV allen Spielern eine außerordentliche Leistungsprämie ausrichten und dem Petkovic das vollle Vertrauen aussprechen für die nächsten Jahre. Halleluja,unglaublich was da abgeliefert wurde. Es gibt eine Ausnahme: Yann Sommer

  • Schweizer Doppel Adler am 03.07.2018 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brandstifter

    Danke Xhaka Danke Shaqiri! Wenn man von der Schweizer Presse nach einem super spiel (serbien) auf ein Handzeichen reduziert wird und die fifa vier tage über eine Sperre nachdenkt verwundert es nicht das diese herrlichen Jungs nicht ihre wahre Leistung erbringen können. Der Serbische Brandstifter Ruefer gehört abgesetzt!.

  • zubadibuu am 03.07.2018 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ballbesitz=besser gespielt?

    Man müsste mal neu definieren, was es heisst, die bessere Mannschaft gewesen zu sein. Die Schweiz hatte zwar mehr Ballbesitz, die Schweden machten aber deutlich mehr daraus, wenn sie ihn mal hatten. Von daher haben sie besser gespielt. Und wieso nicht bei einem 1:0 Vorsprung verteidigen, wenn man weiss, dass die Verteidigung die grosse Stärke der Mannschaft ist? Allemals viel schlauer als die Räume so zu öffnen wie Japan gestern am Schluss. Und jedes Spiel beginnt mit 0:0. Ein Tor kommt nicht von nichts.

  • Jogi am 03.07.2018 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit liegt auf dem Platz

    Die unnötigen Lobhudeleien über Behrami waren völlig übertrieben. Mit Xhaka und Behrami im Mittelfeld ist die CH spielerisch zu limitiert. Shaqiri ist eine Diva. Und Petkovic hat kein Gespür für Spieler die in Form sind. Aber diese Wahrheit wollte und will niemand hören. So ist nicht mehr möglich - leider.