Afghanistan

10. März 2011 19:00; Akt: 10.03.2011 19:00 Print

US-Truppen töten Cousin des Präsidenten

Dass die US-Truppen in Afghanistan nicht immer den Feind töten, ist bekannt. Nun haben die Amerikaner aber einen prominenten Fehlschlag zu verzeichnen.

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US-Sondereinheiten haben in der südafghanischen Provinz Kandahar nach offiziellen afghanischen Angaben versehentlich einen Cousin von Präsident Hamid Karsai getötet. Hadschi Yar Mohammad Khan wurde getötet, als Soldaten ein Haus im Distrikt Dand stürmten.

Der Fall werde untersucht, sagte Distrikt-Gouverneur Hamdullah Nasek am Donnerstag. US-Sondereinsatzkräfte seien in der Nacht zu Donnerstag mit Helikoptern in den Distrikt eingedrungen.

Der jüngere Bruder des Präsidenten und Chef des Provinzrats von Kandahar, Ahmad Wali Karsai, bestätigte den Vorfall. Er sagte, der Verwandte sei «irrtümlicherweise» getötet worden. Zivile Opfer bei Militäroperationen sorgen bei der afghanischen Regierung und der Bevölkerung für grossen Unmut.

Zuletzt führte der Tod von neun Kindern bei einem US-Luftangriff zu schweren Verstimmungen zwischen Kabul und Washington. US- Verteidigungsminister Robert Gates entschuldigte sich am Montag in Kabul im Beisein von Präsident Karsai persönlich für den Tod der Kinder. Karsai forderte erneut: «Die zivilen Opfer müssen aufhören.»

Ab Juli dieses Jahres soll die Verantwortung für die Sicherheit im Land schrittweise bis 2014 an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben werden. Aufständische greifen immer häufiger nicht nur die internationalen Streitkräfte in Afghanistan sondern auch die einheimischen Sicherheitskräfte an.

Bei einem Selbstmordanschlag in der nordafghanischen Stadt Kundus kam am Donnerstag der Polizeichef der gleichnamigen Provinz ums Leben. Neben dem Polizeichef seien mindestens zwei weitere Menschen getötet worden, sagte der örtliche Polizeikommandeur. Acht Menschen, darunter mehrere Polizisten, seien verletzt worden.

(sda)