Atomstreit mit Iran

21. Mai 2012 20:13; Akt: 21.05.2012 20:16 Print

IAEA-Chef Amano zufrieden mit Gesprächen

In einer «guten Atmosphäre» haben der Chef der internationalen Atomenergiebehörde, Yukio Amano, und der iranische Atom-Chefunterhändler über das umstrittene Atomprogramm des Iran diskutiert.

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Der IAEA-Chef Yukio Amano und der iranische Atom-Chefunterhändler Said Dschalili in Teheran. (Bild: AFP/FARS News/Hamed Jafarnejad)

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Der Chef der internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukio Amano, hat in Teheran Gespräche über das umstrittene iranische Atomprogramm geführt. Er traf am Montag unter anderem den Direktor des iranischen Atomprogramms, Ferejdun Abbasi, wie die staatliche Nachrichtenagentur Isna berichtete.

Im Verlauf seines kurzfristig angesetzten eintägigen Aufenthalts kam Amano ausserdem mit dem iranischen Aussenminister Ali Akbar Salehi und dem iranischen Atom-Chefunterhändler Said Dschalili zusammen.

Nach den Treffen zeigte sich Amano zufrieden über seine Gespräche mit den hohen Vertretern der iranischen Führung. Die Gespräche seien «sehr nützlich und intensiv» gewesen und hätten in einer «guten Atmosphäre» stattgefunden, sagte er laut einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens.

Amano erwartet einen «positiven Effekt»

Die Gespräche könnten einen «positiven Effekt» auf die bevorstehenden internationalen Verhandlungen haben, wurde Amano weiter zitiert. Auch der iranische Unterhändler Dschalili äusserte sich zufrieden über die «sehr guten Gespräche» mit Amano und dessen Delegation.

Bei seiner Ankunft war Amano auf dem Flughafen vom iranischen IAEA-Botschafter Ali Asghar Soltanieh begrüsst worden. Es war der erste Besuch Amanos in Teheran seit seinem Amtsantritt als IAEA- Chef. Begleitet wurde er von IAEA-Chefunterhändler Herman Nackaerts und seinem Stellvertreter Rafael Mariano Grossi.

Spekulationen über Durchbruch

Die überraschende Bekanntgabe der Reise hatte in der vergangenen Woche Spekulationen über einen eventuell bevorstehenden Durchbruch aufkommen lassen. Diplomaten sagten, eine Einigung auf weitere Kontrollen der Atomanlagen durch UNO-Inspektoren scheine nahe. Dies würde möglicherweise dazu führen, dass der Druck aus dem Westen mit Sanktionen oder Drohungen mit einem Militärschlag nachlassen.

«Wir müssen den Schwung aufrecht erhalten», hatte Amano vor seiner Abreise in Wien gesagt. «Wir haben in den jüngsten Gesprächsrunden zwischen dem Iran und der IAEA gute Fortschritte erzielt.»

Internationale Gespräche in Bagdad

Das Treffen in Teheran ging internationalen Gesprächen über das iranische Atomprogramm am Mittwoch in Bagdad voraus. Die Gespräche gelten als letzte Chance, mögliche Militärschläge Israels gegen iranische Atomanlagen abzuwenden.

Mehrere westliche Regierungen verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich an der Entwicklung einer Atombombe zu arbeiten. Der Iran, der den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat, beharrt auf seinem Recht auf der zivilen Nutzung der Atomtechnik.

(sda)