Vor Gesprächen

08. April 2012 22:41; Akt: 09.04.2012 08:58 Print

Iran soll Atomanlage schliessen

Am kommenden Samstag beginnt die dritte Runde der Atomgespräche zwischen dem Iran und den UNO-Vetomächten. Der Westen fordert den Iran auf, die unterirdische Atomanlage in Fordo zu schliessen.

storybild

Irans Präsident Ahmadinedschad besichtigt die unterirdische Atomanlage in Fordo. (Archivbild) (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Westen will dem Iran schon zu Beginn der neuen Atomverhandlungen eine Reihe von harten Forderungen stellen. Demnach soll die Führung in Teheran sofort die unterirdische und lange geheim gehaltene Atomanlage in Fordo schliessen und die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent stoppen.

Das berichtete die «New York Times» am Samstag (Ortszeit) unter Berufung auf europäische und amerikanische Diplomaten in ihrer Online-Ausgabe.

Die dritte Runde der Atomgespräche zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Grossbritannien sowie Deutschland soll am kommenden Samstag in Istanbul stattfinden. Das bestätigte ein Sprecher der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton am Sonntagabend in Brüssel.

«Wir hoffen, dass diese erste Runde ein hilfreiches Umfeld für konkreten Fortschritt schafft», sagte er. «Wir zielen natürlich auf einen nachhaltigen Prozess ab.» Der Iran stimmte nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders PressTV zu, dass in Istanbul verhandelt wird.

Der Westen reagierte besorgt auf die Fähigkeit des Iran, Uran auf bis zu 20 Prozent anzureichern. Das erhöht die Möglichkeit, waffenfähiges Uran herzustellen. Für den Bau einer Atombombe müsste Uran auf deutlich mehr als 80 Prozent angereichert werden.

Die Führung in Teheran wird vom Westen verdächtigt, unter dem Deckmantel der zivilen Atomforschung Kernwaffen zu entwickeln. Der Iran bestreitet das.

Israel fordert Auslagerung

Auch Israels Verteidigungsminister Ehud Barak verlangte nach Angaben seines Büros, dass der Iran auf 20 Prozent angereichertes Material ausser Landes schafft. Gleiche Positionen vertreten Israel und der Westen bei der Atomanlage Fordo.

Erst 2009 hatte Teheran die Existenz dieser lange geheim gehaltenen Anreicherungsanlage südlich von Teheran zugegeben. Damals war sie noch nicht in Betrieb. Die Fabrik in einem Tunnelsystem auf einem früheren Militärgelände nahe Ghom hat Platz für 3000 Zentrifugen zur Urananreicherung. Sie soll besonders gut gegen mögliche Militärschläge abgesichert sein.

Nach Vorstellung der USA solle der Iran diese Anlage in einem ersten Schritt schliessen und später ganz demontieren, berichtete die «New York Times». Auch Barak forderte, dass der Iran die Anlage in Fordo schliesst.

Die iranische Führung wies die Forderungen zurück. Solche Vorgaben seien nicht sinnvoll, sagte der Direktor der iranischen Atomenergiebehörde, Ferejdun Abbasi, am Sonntag nach Angaben der Agentur Isna. Präsident Mahmud Ahmadinedschad bekräftigte seine Position, wonach der Iran sich unter keinen Umständen von seinem zivilen Atomprogramm abbringen lasse.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jonas am 09.04.2012 01:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ......

    Israel hat sich erst zu melden, wenn sie alle Internationalen Rechte beachten - Siedlungsbau stoppen, Atomwaffen zerstören, AKWs von internationalen Kotroleuren kontrollieren lassen usw.

  • Hänsel am 09.04.2012 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Einseitig?

    Fordor ist seit 2011 als Anreicherungsanlage in Betrieb, also wiedereinmal kein Verstoss gegen die Regeln, aber man kann tun als ob!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hänsel am 09.04.2012 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Einseitig?

    Fordor ist seit 2011 als Anreicherungsanlage in Betrieb, also wiedereinmal kein Verstoss gegen die Regeln, aber man kann tun als ob!

  • Jonas am 09.04.2012 01:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ......

    Israel hat sich erst zu melden, wenn sie alle Internationalen Rechte beachten - Siedlungsbau stoppen, Atomwaffen zerstören, AKWs von internationalen Kotroleuren kontrollieren lassen usw.