Atomanlage Fordo

28. Januar 2013 08:07; Akt: 28.01.2013 12:12 Print

Iran im «James-Bond-Stil» getroffen?

In einer iranischen Atomanlage soll es zu einer schweren Explosion gekommen sein. Die iranischen Behörden schweigen, Israel provoziert mit einer vieldeutigen Aussage.

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Die lange geheim gehaltene Atomanlage im iranischen Fordo liegt tief in einem Fels, sicher geschützt vor Luftangriffen. Trotzdem soll es jetzt zu einer schweren Explosion in der Anlage gekommen sein, bei der offenbar bis zu 240 Arbeiter unter der Erde eingeschlossen wurden.

Sollten sich diese Berichte bewahrheiten, würde dies einen schweren Schlag für Irans Atomprogramm bedeuten. Die Informationen zur angeblichen Explosion stammen vom Iran-Experten Reza Khalili, der auf einer konservativen US-Website darüber berichtete. Gemäss der «Welt am Sonntag» bestätigt zudem ein weiterer Iran-Experte mit Geheimdienstkontakten den Vorfall.

In Khalilis Bericht heisst es, die beiden Fahrstühle sowie das Not-Treppenhaus in der Anlage seien nach der Explosion unbenutzbar. Deshalb müssten nun 240 Personen im Fels ausharren. Die iranische Behörden gehen ihm zufolge von einem Sabotageakt aus. Nach Aussagen des anderen, nicht namentlich genannten Experten sind 190 Arbeiter von der Aussenwelt abgeschlossen.

Rätselhafte Aussagen aus Israel

In Fordo wird Uran in mehr als 2000 Zentrifugen auf 20 Prozent angereichert. Verschiedene Seiten hatten in der Vergangenheit vor der vermeintlichen Gefahr, die von der Anlage ausgehe, gewarnt – am lautesten der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

Ein israelischer Minister verlieh den Gerüchten zur angeblichen Explosion jetzt zusätzlich Auftrieb, indem er gegenüber «Yedioth Ahronoth» verkündete, jede Explosion, die iranische Anlagen beschädige, aber keine Menschen verletze, sei willkommen. Wie diese Aussage zu werten ist, ist unklar.

Für Beobachter ist derzeit alles möglich. Aufgrund der Unterbringung der Anlage im Fels sei es extrem schwierig, die Berichte zu verifizieren, schreibt Spiegel Online - und fragt: «Aktion im James-Bond-Stil - oder doch nur Propaganda?»

Von offizieller Seite fehlt bislang eine Bestätigung der Berichte. Weder iranische Offizielle noch westliche Geheimdienste haben sich zu den Gerüchten geäussert.

(jbu)