Rubygate

15. Februar 2011 13:18; Akt: 16.02.2011 16:02 Print

Ruby lässt den Rubel rollen

Nach den Partys bei Berlusconi hat Ruby gelernt, ihren Ruhm in Geld umzumünzen. In Unterwäsche wirbt sie mit konfusen Sätzen für ein Buch – und macht den grossen Reibach.

Für Ruby hat «das Regime» Italien bis auf die Unterhosen ausgezogen. Berusconi soll dabei nur der Sündenbock sein. (Quelle: youtube.com)

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Die 18-jährige Prostituierte Karima El Mahroug, genannt Ruby, ist kein Kind von Traurigkeit. Als Minderjährige nahm sie an Bunga-Bunga-Partys in einer Villa Silvio Berlusconis teil, für die sich der italienische Premier Anfang April vor Gericht verantworten muss.

Jetzt verteidigt sie den Premier in einem Werbespot für zwei Bücher des umstrittenen Wirtschaftsanwalts Alfonso Luigi Marra. Das Video wurde in acht Sprachen übersetzt und kann auch auf Russisch, Chinesisch und Arabisch angeschaut werden. Was die Marokkanerin von sich gibt, kommt den Zuschauern aber eher Spanisch vor.

Wer ist das Regime?

In komplizierten, mit Fachausdrücken durchsetzen Sätzen erklärt sie, dass das «Regime» versuche, einen Sündenbock zu schaffen, der von der Notwendigkeit eines wirklichen Wandels ablenken soll. Gemeint ist damit Silvio Berlusconi. Wer das Regime sein soll, ist indessen nicht klar. Offensichtlich ist nur, dass auch Ruby keinen Deut von dem versteht, was sie gerade vorliest.

Dass nicht die sprachliche Kompetenz bei der Besetzung des Werbespots entscheidend war, wird bereits in den ersten Sekunden des Clips klar. Als Darstellung dafür, dass das «Regime» die Gesellschaft geplündert (auf italienisch: ausgezogen) hat, erscheint ein maskierter Magier, der Ruby das Kleid vom Leib reisst, sodass sie ihren Text in Büstenhalter und Höschen vortragen muss.

100 000 Euro für Auftritt in Unterwäsche

Damit sehen die Zuschauer Ruby quasi in Arbeitskleidung. Bei den Bunga-Bunga-Partys in Berlusconis Villen, wird kolportiert, sollen die jungen Frauen selten mehr Kleider getragen haben. Finanziell dürfte sich für Ruby der Auftritt vor der Kamera gelohnt haben. Verschiedene italienische Medien berichten, dass die Marokkanerin für das Video 100 000 Euro kassiert haben soll. Weder Ruby noch Buchautor Marra wollen dies jedoch bestätigen.

Marra hat für die Bewerbung seiner Bücher wiederholt Prominente engagiert. Vor Ruby warben bereits die Schauspielerin Manuela Arcuri und Talent-Scout Lele Mora für seine Bücher. Letzterer steht in der Ruby-Affäre ebenfalls im Fokus der Mailänder Staatsanwaltschaft. Er soll Berlusconi die minderjährige Marokkanerin vorgestellt und ebenfalls an den Bunga-Bunga-Partys teilgenommen haben.

Das italienische Originalvideo

(rn)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TM am 15.02.2011 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Californication

    wie sich nackte Haut heute verkauft... das macht mich einfach nur noch krank

Die neusten Leser-Kommentare

  • TM am 15.02.2011 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Californication

    wie sich nackte Haut heute verkauft... das macht mich einfach nur noch krank