Botschafts-Schutz

01. Juli 2014 01:21; Akt: 01.07.2014 04:36 Print

200 weitere US-Soldaten nach Bagdad geschickt

Nochmals bis zu 200 Soldaten sollen den Schutz der US-Botschaft in Bagdad sicherstellen. Bereits Mitte Juni hatte Obama Soldaten zum Schutz von US-Bürgern in den Irak geschickt.

Bildstrecke im Grossformat »
Zahlreiche religiösen Stätten von Sunniten und Schiiten wurden im Irak durch die ISIS zerstört, dies wurde am bekannt. Bei ihrem Vormarsch gehen die ISIS-Milizen weiter mit brutaler Härte vor. Das Video vom soll ISIS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi bei seinem ersten öffentlichen Auftritt zeigen. Er ist der Chef der Isis: . Das Bild des Terroristenführers wurde im Frühling 2014 von der irakischen Regierung veröffentlicht. Ein älteres Bild stammt von den USA. Abu Bakr al-Baghdadi übernahm das Kommando der sunnitischen Gotteskrieger im Irak von Abu Musab al-Zarqawi (rechts). Links im Videobild ist der früherer Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden. Bin Ladens Nachfolger Ayman al-Zawahiri soll sich immer noch im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet versteckt halten. Sein Einfluss ist geschwunden - zugunsten Abu Bakr al-Baghdadis. Inzwischen haben Islamisten unter Abu Bakrs Kommando in der Stadt Mossul das Konsulat der Türkei gestürmt und 48 Menschen als Geiseln genommen. Unter ihnen befindet sich der türkische Konsul Öztürk Yilmaz (im Bild). Die Isis hat ein Propaganda-Video hochgeladen, das Kämpfer an einem unbekannten Ort im Irak zeigt. Im Video ist auch ein Konvoi von Isis-Kämpfern zu sehen. Die Isis hatte Anfang Juni Mossul, Iraks zweitgrösste Stadt, und weite Teile der Provinz Ninive eingenommen. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. Irakische Polizisten stehen auf dem Dach einer Militäranlage in Baghdad Wache, nachdem der Ausnahmezustand ausgerufen wurde. Seit dem 10. Juni versuchten rund 500'000 Menschen aus Mossul zu fliehen. Die Extremisten haben die Stadt nach tagelangen Kämpfen eingenommen. Flüchtlinge, darunter viele Familien, versuchen in die kurdischen Provinzen Erbil und Dohuk zu flüchten. Die noch junge Regierung verliert immer mehr die Kontrolle.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die rund 200 weiteren Soldaten seien am Sonntag und Montag im Irak eingetroffen, teilte das Pentagon in Washington mit. Die Truppen sollen den Schutz der Botschaft und des Flughafens verstärken und sind dafür unter anderem mit Helikoptern und unbemannten Flugzeugen ausgestattet. Obama kündigte den Schritt parallel in einem Brief an den Kongress an.

«Angesichts der Sicherheitslage in Bagdad habe ich bis zu rund 200 Angehörige der US-Streitkräfte in den Irak beordert, um die Sicherheit an der US-Botschaft, deren Einrichtungen und dem internationalen Flughafen Bagdad zu stärken», schrieb Obama den Senatoren und Abgeordneten.

Extremistische Isis auskundschaften

Sie seien notfalls für Gefechte gerüstet und würden so lange im Land bleiben, bis die Situation sich beruhigt hat. Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte hatte wiederholt gesagt, dass keine Kampftruppen geschickt würden.

Die Truppen kommen unabhängig von den bis zu 300 Militärberatern, die Obama vor anderthalb Wochen angekündigt hatte und die Bewegungen und Waffenlager der extremistischen Gruppe Isis auskundschaften sollen. Von diesen 300 beratenden Soldaten, die vor allem irakische Sicherheitskräfte unterstützen sollen, befanden sich am Montag nach Angaben des Pentagon bereits rund 180 im Land.

Wieder fast 800 US-Soldaten im Irak

Ebenfalls zum Schutz der Botschaft hatte Obama vor zwei Wochen die Entsendung von 275 Soldaten angekündigt, von denen zunächst 100 als Reserve ausserhalb des Irak gehalten wurden. Diese sollen nun ebenfalls in die irakische Hauptstadt wechseln.

Damit steigt die Zahl der von Obama in den Irak geschickten Soldaten auf fast 800. Vor Beginn der jüngsten Irak-Krise waren zum Schutz Botschaft zudem bereits 200 bis 300 US-Soldaten in Bagdad stationiert.

(ann/sda)