Irak

05. Juli 2014 20:52; Akt: 06.07.2014 01:42 Print

Isis zerstört Moscheen und Gräber

Die Terrormiliz Isis ist im Norden des Iraks mit brutaler Gewalt gegen Andersgläubige vorgegangen. Sie zerstörten mehrere religiöse Einrichtungen von Schiiten und Sunniten.

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Zahlreiche religiösen Stätten von Sunniten und Schiiten wurden im Irak durch die ISIS zerstört, dies wurde am bekannt. Bei ihrem Vormarsch gehen die ISIS-Milizen weiter mit brutaler Härte vor. Das Video vom soll ISIS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi bei seinem ersten öffentlichen Auftritt zeigen. Er ist der Chef der Isis: . Das Bild des Terroristenführers wurde im Frühling 2014 von der irakischen Regierung veröffentlicht. Ein älteres Bild stammt von den USA. Abu Bakr al-Baghdadi übernahm das Kommando der sunnitischen Gotteskrieger im Irak von Abu Musab al-Zarqawi (rechts). Links im Videobild ist der früherer Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden. Bin Ladens Nachfolger Ayman al-Zawahiri soll sich immer noch im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet versteckt halten. Sein Einfluss ist geschwunden - zugunsten Abu Bakr al-Baghdadis. Inzwischen haben Islamisten unter Abu Bakrs Kommando in der Stadt Mossul das Konsulat der Türkei gestürmt und 48 Menschen als Geiseln genommen. Unter ihnen befindet sich der türkische Konsul Öztürk Yilmaz (im Bild). Die Isis hat ein Propaganda-Video hochgeladen, das Kämpfer an einem unbekannten Ort im Irak zeigt. Im Video ist auch ein Konvoi von Isis-Kämpfern zu sehen. Die Isis hatte Anfang Juni Mossul, Iraks zweitgrösste Stadt, und weite Teile der Provinz Ninive eingenommen. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. Irakische Polizisten stehen auf dem Dach einer Militäranlage in Baghdad Wache, nachdem der Ausnahmezustand ausgerufen wurde. Seit dem 10. Juni versuchten rund 500'000 Menschen aus Mossul zu fliehen. Die Extremisten haben die Stadt nach tagelangen Kämpfen eingenommen. Flüchtlinge, darunter viele Familien, versuchen in die kurdischen Provinzen Erbil und Dohuk zu flüchten. Die noch junge Regierung verliert immer mehr die Kontrolle.

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Bilder im Internet zeigten, wie Isis-Kämpfer in Mosul und in der Umgebung der Stadt mindestens zehn Gebetsstätten und Grabmäler in die Luft sprengen oder mit Bulldozern dem Erdboden gleich machen. Lokale Medien bestätigten am Samstag die Zerstörungen der religiösen Stätten.

In Mosul, rund 400 Kilometer nördlich von Bagdad, und in der Umgebung der Stadt demolierten Kämpfer der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Isis) mindestens fünf Gebetsstätten und Grabmäler, darunter historische Kulturgüter.

Iranischer Pilot getötet

Im Ort Tel Afar zerstörten sie mindestens vier Moscheen und ein Grabmal. Die Isis-Kämpfer hätten die religiösen Stätten als «heidnische Tempel» bezeichnet, berichtete das irakische Nachrichtenportal «Al-Mada».

Bei der Verteidigung schiitischer Stätten wurde laut offiziellen Angaben Teherans offenbar ein iranischer Pilot getötet. Teheran hatte der Regierung des Nachbarlandes Hilfe beim Kampf gegen den Isis-Aufstand zugesagt, allerdings nicht mit eigenen Soldaten.

Exekutionen in kurdischem Dorf

Bei ihrem Vormarsch gehen die Isis-Milizen weiter mit brutaler Härte vor. Im mehrheitlich von Kurden bewohnten Ort Zur Maghar richteten sie zehn Stammesführer und ältere Autoritäten hin. Die Opfer wurden erschossen oder aufhängt.

Dies meldete die kurdische Nachrichtenagentur Bas News am Samstag unter Berufung auf Augenzeugen. Drei der Opfer seien an einer Kreuzung an Pfählen hängen gelassen worden, um die Bevölkerung einzuschüchtern.

Angriff auf Ölraffinerie abgewehrt

Die irakische Armee wehrte unterdessen einen Isis-Angriff auf die Ölraffinerie in dem Ort Baidschi ab. Dabei seien zwölf Isis-Kämpfer getötet worden, hiess es aus irakischen Sicherheitskreisen. Die Raffinerie ist eine der wichtigsten des Landes.

Die Terrorgruppe beherrscht im Irak und im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien bereits mehrere wichtige Ölfelder. Am Donnerstag hatte sie im Osten Syriens eines der grössten Ölfelder des Landes in Al-Omar kampflos eingenommen.

Krankenschwestern zurück in Indien

46 indische Krankenschwestern konnten schliesslich nach ihrer Freilassung aus einem von Isis beherrschten Gebiet im Irak nach Indien zurückkehren. Sie hatten sich in einem Krankenhaus in Tikrit verschanzt, als die Gegend von Isis-Kämpfern eingenommen wurde.

39 indische Bauarbeiter, die vor zwei Wochen in der Nähe von Mossul entführt worden waren, sind weiter in der Hand der Extremisten. Etwa 10'000 Inder leben und arbeiten im Irak.

(sda)