Tsunami-Opfer

15. März 2011 11:43; Akt: 15.03.2011 16:43 Print

Zwei Gerettete und ein kleines Wunder

Rettungshelfer glaubten fast schon nicht mehr daran, noch Überlebende zu finden. Nun wurden zwei Menschen lebend aus den Trümmern geborgen.

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Eine Gruppe Freiwillige startete eine Rettungsaktion und machte sich auf den Weg in die Geisterstadt Minami Soma. Sie hatten in einer Zeitung das Foto der Shelties entdeckt, die durch die Strassen der verlassenen Stadt in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima streunten. Die Hunde gehörten einer Züchterin, die seit der Katastrophe in einer Notunterkunft lebte. Die Tierliebhaber entdeckten schliesslich die Hunde an einer Bahnstation in der Nähe des Hauses der Züchterin. Die Retter lockten die Tiere an und verfrachten sie in Autos. Insgesamt 20 Hunde konnten so gerettet werden. Die Retter selbst waren dafür zu hohen Radiationswerten. Während manche Strahlenschutzanzüge trugen, hatten andere nur einfache Regenmäntel dabei. Drei Wochen nach der todbringenden Flutwelle hat die japanische Küstenwache einen Hund von einem im Meer treibenden Hausdach gerettet. Vermutlich hatte das Tier dort seit dem 11. März ausgeharrt und überlebt. Der Hund war von einem Helikopter aus mehrere Kilometer vor der Küste der Präfektur Miyagi im Nordosten Japans entdeckt und in einem Rettungsboot an Land gebracht worden. Ein paar Tage später gibts ein Happy End: Die Besitzerin meldet sich wieder. Noch leben rund 400 000 Menschen in Notunterkünften. Jetzt werden Container für sie aufgestellt. Neun Tage nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami in Japan haben die Rettungskräfte eine 80-jährige Frau... ... und ihren 16-jährigen Enkel lebend aus den Trümmern ihres Hauses in der Stadt Ishinomaki geborgen. Die beiden waren sehr geschwächt, der Junge litt zudem an Unterkühlung. Die japanische Austauschstudentin Akiko Kosaka dachte nach dem Tsunami ihre Familie verloren zu haben. Drei Tage später erhielt sie den Link zu einem YouTube-Video, auf dem ihr Haus als einziges unter einem Berg von Schutt zu sehen war. Aus einem der Fenster winkte eine Frau und hielt ein Schild in der Hand mit der Aufschrift: «Uns geht es allen gut.» Die Frau am Fenster war Akikos Schwester Shoko. Eine Mutter aus Oshima Island, in Kesennumaist, ist nach fünf Tagen wieder mit ihren Zwillingen vereint. Rikuzentakata, im Nordosten Japans: Yoshie Murakami weint, als sie die Leiche ihrer Mutter unter den Trümmern ihres Hauses sieht. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten gingen weiter - trotz den schwierigen Wetterbedingungen. Die Chancen, in der Stadt Ishimaki noch Überlebende zu finden, waren vier Tage nach dem Erdbeben und dem folgenden Tsunami vom Freitag erheblich gesunken. Doch wie durch ein Wunder haben Rettungskräfte eine 70-jährige Frau lebend aus den Trümmern ihres Hauses geborgen. Sie litt unter Unterkühlung und wurde in ein Spital gebracht, befand sich aber nicht in Lebensgefahr. Ganz in der Nähe wurde zudem ein Mann aus den Trümmern gerettet. Am wurde in der Präfektur Miyagi ein vier Monate altes Baby aus den Trümmern geborgen. Der Retter schlug daraufhin vor, das Kind Kibo – Hoffnung - zu nennen. Das Baby konnte nach der Bergung mit seinem Vater vereint werden, von der Mutter fehlt jedoch noch jede Spur. Ein Mitarbeiter des japanischen Rettungsteams sucht in den Trümmern der Stadt Saito im Nordosten Japans nach Überlebenden. Auf Hilfe warten sie auch in Rikuzentakata in der Präfektur Iwate. Neben dem Notruf SOS ist auf Japanisch das Wort «Essen» geschrieben. In einem Gymnasium in Kawamata sind Menschen untergebracht, die wegen der Atom-Unfälle evakuiert wurden. Tod... ...Verwüstung... ...und ein Überlebender in der zerstörten Stadt Saito. Der Kindergarten in Natori (Präfektur Miyagi) wurde völlig verwüstet. Rettungsteams suchen in den zerstörten Küstenregionen nach Überlebenden und bergen Leichen. Hier in Saito... ...Rikuzentakata... ...Otsuchi (Iwate)... ...Miyako... ...oder Natori, (Miyagi). Ein Überlebender prüft die Listen mit Namen von Überlebenden, die in einer Notunterkunft angeschlagen wurden. In Sendai koordiniert die Armee die Suchtrupps. Bewohner in Hitachi in der Prefäktur Ibaraki stehen Schlange für einen Kanister Benzin. US-Marine-Soldaten in Okinawa stellen eine Kiste mit Esswaren, Wasser, medizinischer Versorgung und Kommunikationsmaterial für den Abflug ins Krisengebiet bereit. Otsuchi (Iwate). Bewohner tragen ihr Hab und Gut aus der Stadt Natori (Miyagi). Retter in einem zerstörten Spital in Minamisanriku. Soldaten und Feuerwehrleute in Matsushima (Miyagi). Eine Frau sucht in Soma (Fukushima) nach ihrer vermissten Familie. Ein vier Monate altes Baby nach der Rettung in Ishimaki (Miyagi). Über die notfallmässig bereit gestellten Telefone versuchen Angehörige in Natori mit ihren Verwandten in Kontakt zu treten... ...und laden die Akkus ihrer Telefongeräte.

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Die Chancen, in der Stadt Ishimaki noch Überlebende zu finden, waren vier Tage nach dem Erdbeben und dem folgenden Tsunami vom Freitag erheblich gesunken. Doch wie der Fernsehsender NHK am Dienstag berichtete, haben Rettungskräfte eine 70-jährige Frau lebend aus den Trümmern geborgen. Sai Abe war mit ihrem Haus in der Stadt Otsuchi von der Riesenwelle nach dem Erdbeben weggespült worden.
(Video: APTN-Video)


Sie wurde in ihrem Haus in der Präfektur Iwate im Nordosten des Landes von Feuerwehrleuten gefunden und gerettet. Die Frau sei bei Bewusstsein, leide aber unter Unterkühlung und sei in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Feuerwehrsprecher.


Junger Mann schrie um Hilfe

Abes Sohn erklärte, er habe vergeblich versucht, seine Mutter zu retten. Sie selbst konnte nicht gehen, weil ihre Beine zu schwach waren, und er habe sie nicht tragen können, sagte Hiromi Abe im Fernsehen. Seine Erleichterung über ihre Rettung werde aber dadurch getrübt, dass sein Vater immer noch vermisst werde.

In der Stadt Ishinomaki, in der besonders betroffenen Präfektur Miyagi, wurde zudem ein Mann in den 20ern aus den Trümmern gerettet, wie NHK berichtete (siehe Video unten). Er wurde aus den Trümmern eines Gebäudes gezogen, nachdem Helfer seine Hilferufe gehört hatten.

(Video: APTN-Video)


Ein kleines Wunder namens «Kibo»

Am Tag zuvor war in der Nähe ein vier Monate altes Baby gerettet worden. «Das Baby lebend gefunden zu haben, schenkt uns Hoffnung», erzählte der Retter des kleinen Mädchens unter Tränen gegenüber dem «Daily Mail». Sein Namensvorschlag für das Kind: Kibo – Hoffnung. Das Baby konnte kurz darauf mit seinem Vater vereint werden, von der Mutter fehlt jedoch noch jede Spur.


Opferzahlen werden laufend korrigiert

Die offizielle Opferzahl durch das schwerste Erdbeben in Japans Geschichte liegt derzeit bei 3373. Tausende Menschen gelten aber noch als vermisst, viele werden unter Trümmermassen vermutet. Eine vom Meer kommende zehn Meter hohe Flutwelle hatte diese bis weit ins Landesinnere geschwemmt.

Unterdessen stellte die japanische Regierung in einem ersten Schritt rund 343 Millionen Franken als Notfallhilfe für die Bürger in Katastrophengebieten bereit.

Das Geld sei für Essen, Wasser, Decken und Medizin, wie der Regierungssprecher Noriyuki Shikata am Dienstag im Kurzmitteilungsdienst Twitter bekannt gab.

(kle/sda)