Fukushima

20. März 2011 07:30; Akt: 21.03.2011 13:34 Print

Kan sagt Besuch im Katastrophen-Gebiet ab

Der japanische Premier kann aufgrund der Witterung nicht ins Erdbebengebiet reisen. In Fukushima kommt derweil die japanische Armee zum Einsatz.

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Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wirft in ihrem Bericht über den Atomunfall in Fukushima der japanischen Regierung vor, die Gefahr von Tsunamis unterschätzt zu haben. Am gehen heftige Unwetter über dem Katastrophengebiet in Japan nieder. Die Strahlenmesswerte bei den havarierten Reaktoren von Fukushima sind viel zu hoch. Die Cäsium-134-Konzentration ist alarmierend. Die Tepco veröffentlicht im Mai weitere Bilder aus dem Innern des AKW Fukushima. Wie am bekannt wurde, sind zwei weitere Kernschmelzen in den Unglücksreaktoren eingetreten. Nach der Entdeckung von rund 3000 Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima soll ein gigantisches Schiff als Auffangbecken dienen. Am wird das Katastrophengebiet rund um Fukushima von einem neuen Beben heimgesucht. Doch nachdem die Regierung schliesslich offiziell den Evakuierungsradius um das Atomkraftwerk Fukushima von 10 auf 20 Kilometer ausweitete, machten sich Tausende Japaner auf die Flucht. Arbeiter wagen sich zum ersten Mal seit dem Erdbeben in den Unglücksreaktor 1 des AKW Fukushima. Tepco gibt bekannt, dass eine Arbeiterin im Atomkraftwerk Fukushima eine zu hohe Strahlendosis abbekommen hat. Arbeiter räumen das Gelände um das AKW mit ferngesteuerten Maschinen. Roboter haben in zwei Reaktorblöcken des japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi hohe Radioaktivität gemessen. Das Mineral Zeolith soll Radioaktivität aus dem verseuchten Meerwasser absorbieren. Die EU-Kommission lässt die Staaten künftig alle Schiffe aus Japan auf radioaktive Strahlung untersuchen. Auf dem Gelände des schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi brach ein Feuer aus. Betreiber Tepco erklärte, das Feuer in der Nähe von Reaktor 4 sei klein gewesen und rasch gelöscht worden. Es habe keine Auswirkungen auf die Arbeiten zur Kühlung der Reaktoren gehabt. Gleichzeitig stuft Japan das Atomunglück von Fukushima nun offiziell als ebenso schwer ein wie das Reaktorunglück in Tschernobyl - auf der höchsten Stufe 7. Die Menge der Radioaktivität, die aus dem Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ausgetreten sei, entspreche etwa zehn Prozent der Menge, die in Tschernobyl freigesetzt worden sei. In der Atomruine von Fukushima kämpften die Arbeiter weiterhin gegen den drohenden Super-GAU. Sie begannen damit, eine Barriere aus Stahlplatten zu errichten. Damit soll verhindert werden, dass stark radioaktiver Schlamm sich im Meer ausbreitet. Neue Bilder zeigen, mit welcher Gewalt die Tsunami-Welle das AKW traf. Das Atomkraftwerk war beim Erdbeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami schwer beschädigt worden. Der Eingangsbereich der Tepco wird von der Welle komplett zerstört. Ähnlich sieht es in den Büroräumen aus. Nach dem tagelangen Auslaufen von stark radioaktiv verseuchtem Wasser ist das Leck an einer Leitung des japanischen Atomkraftwerks Fukushima endlich behoben worden. Dieses Bild wurde vor den Reparaturarbeiten gemacht: Durch den Riss waren in den letzten Tagen grosse Mengen radioaktiv verseuchten Wassers ins Meer gelaufen. Das Wasser stammte von den Kühlarbeiten am Reaktordruckbehälter, das sich im Untergeschoss des an den Reaktor angrenzenden Turbinengebäudes gesammelt hatte. Im AKW Fukushima-Daiichi wird weiter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt. Nach Ansicht von US-Experten stellt dies jedoch keine grosse Gefahr für Meerestiere dar. Weil die Radioaktivität sehr schnell im Ozean verdünnt werde, sei auch der Verzehr von Meerestieren wenig bedenklich. : Zwei Arbeiter des AKWs Fukushima werden tot aufgefunden. Sie waren Opfer des Tsunamis. Mit einer schwimmenden Insel soll das auslaufende, radioaktive Wasser wieder eingefangen werden. : Die Lage im AKW Fukushima verschlimmert sich: Aus dem AKW läuft radioaktives Wasser ins Meer. Der Riss in Reaktor 2 soll 20 Zentimeter lang sein. Ein Tepco-Mitarbeiter zeigt auf die Stelle. Arbeiter in Fukushima putzen ein US-Schiff. Mit dem Boot wurde sauberes Süsswasser nach Fukushima transportiert, dass zur Kühlung der Reaktorblöcke eingesetzt wird. Nach eigenen Strahlungsmessungen im Umkreis des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Evakuierung der gesamten Region empfohlen. Ein Mitarbeiter des Organisation misst in der Stadt Iitate einen Wert von 7.66 Mikrosievert. «Es ist für die Menschen eindeutig nicht sicher, in Iitate zu bleiben, vor allem für Kinder und schwangere Frauen. Sie könnten die maximal zulässige jährliche Strahlendosis in nur wenigen Tagen abbekommen», sagt Jan van de Putte, Strahlenexperte von Greenpeace. Im Meerwasser vor dem Unglücksreaktor wurde eine sehr hohe Konzentration von radioaktivem Jod entdeckt. Die Radioaktivität habe das 3355-Fache des zulässigen Wertes erreicht, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Tepco-Chef Masataka Shimizu musste wegen Bluthochdrucks und Schwindelgefühls ins Spital gebracht werden. Shimizu ist zwei Tage nach der Katastrophe von der Bildfläche verschwunden. Aus dem beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi tritt offenbar weiterhin hochgiftiges Plutonium aus. Das Schwermetall sickert ins Erdreich ein. In Reaktor 2 hat es nach Einschätzung der japanischen Regierung eine vorübergehende teilweise Kernschmelze gegeben. Reaktor 3 ist schwer beschädigt. Die Strahlung in Reaktorblock 2 ist zudem zehn Millionen Mal höher als normal. Die Messarbeiten wurden abgebrochen und die Arbeiter abgezogen. Die Szene ist apokalyptisch: Die japanischen Selbstverteidungskräfte haben am 23. März um 12.55 Uhr eine Stunde lang einen Helikopterflug über dem havarierten AKW Fukushima gemacht. Beim Reaktor 2 steigt Wasserdampf aus einer Öffnung. Der fünfminütige Zusammenschnitt wurde am 25. März im japanischen Staatsfernsehen NHK gezeigt. Es ist das erste Mal, dass die Selbstverteidungskräfte Bilder des AKW Fukushima veröffentlichten. In Block 3 der Anlage «könnte etwas beschädigt worden sein». Daten deuteten darauf hin, dass «gewisse Funktionen der Sicherheitshülle» noch erhalten seien. Im benachbarten Turbinengebäude des Reaktorblocks 3 waren drei Arbeiter einer 10 000fach erhöhten Radioaktivität ausgesetzt gewesen. Dies deutet entweder auf eine partielle Kernschmelze mit einer Beschädigung des Reaktorbehälters hin oder auf eine Überhitzung des Abklingbeckens für abgebrannte Kernbrennstäbe. Der Schaden könnte auch an anderen Teilen entstanden sein, etwa an Rohrleitungen ... ... oder dem Abklingbecken, erklärten Behördenvertreter. Drei Techniker, die im AKW Fukushima verstrahlt worden sind, standen bei ihrem Einsatz in Wasser, das nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco eine zehntausendfach erhöhte Radioaktivität aufwies. Zwei der drei Arbeiter wurden mit Verbrennungen in eine Spezialklinik eingeliefert. Die Männer hatten im Tiefgeschoss eines Turbinengebäudes von Block 3 gearbeitet. Dabei hatten sie keine Schutzstiefel an, so dass ihnen das radioaktiv belastete Wasser in die Schuhe lief. Das Video entstand gut 40 Minuten, nachdem die Welle auf Land getroffen war. Neben dem beschädigten Kraftwerk sind die Auswirkungen der Naturkatastrophe in der Präfektur Miyagi zu sehen. Ein Regionalbüro des japanischen Transportministerium hat die Bilder am 23. März veröffentlicht. Während Arbeiter versuchen, die Stromversorgung in allen Reaktoren des schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima wieder herzustellen, wird die japanische Bevölkerung zum Spenden aufgerufen. Dieses Mädchen dürfte sich allerdings kaum bewusst sein, dem japanischen Sumo-Grossmeister Hakuho gegenüberzustehen. Abgefülltes Trinkwasser wird langsam, aber sicher knapp: Die Bevölkerung getraut sich nicht mehr, Leitungswasser zu trinken. Einblicke in den zentralen Kontrollraum des AKWs Fukushima I. Diese Fotos wurden am 23. März veröffentlicht. Offenbar geht nicht mehr viel. Die Arbeiter hantieren mit Taschenlampen. Die Bilder zeigen, unter was für schwierigen Bedingungen gearbeitet werden muss. Der Besitzer eines Tierladens in der japanischen Grossstadt Sendai bringt einen Schweinswal in Sicherheit. Er schwamm seit dem Tsunami in einem Reisfeld. Die Mitarbeiter des Kontrollraums von Reaktor 3 sind in Sicherheit gebracht worden. Derzeit versuchen die Rettungskräfte, die Reaktoren und verbrauchten Brennstäbe zu kühlen. Über Reaktor 3 des AKW von Fukushima stieg schwarzer Rauch auf. Im Atomkraftwerk Fukushima 1 droht immer noch eine Kernschmelze. Die aus den beschädigten Reaktoren austretende radioaktive Strahlung erschwert zunehmend das Krisen-Management der Betreibergesellschaft Tepco. Kleinkinder und Säuglinge sollen in Tokio kein Leitungswasser mehr trinken. Im Wasser seien erhöhte Werte von radioaktivem Jod festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Stadtregierung. Zudem ordnete Ministerpräsident Naoto Kan einen Lieferstopp für Broccoli und das japanische Gemüse Komatsuna aus der Region Fukushima sowie für Rohmilch und Petersilie aus der Präfektur Ibaraki an. Alle sechs Meiler des Atomkraftwerks haben zum ersten Mal seit der Erdbeben-Katastrophe vor eineinhalb Wochen wieder eine Verbindung zum Stromnetz. Doch wirklich entspannt ist die Lage nicht. Die zwei beschädigten Atomkraftwerke in Fukushima sind nach Angaben des Betreibers von einer 14 Meter hohen Flutwelle getroffen worden. Das sei mehr als doppelt so hoch, wie Experten bei der Planung der Anlagen erwartet hatten. Nach Angaben von Tepco sei die Anlage Fukushima 1 auf einen Tsunami von 5,70 Metern ausgelegt worden, ... ... Nummer 2 für eine Höhe von 5,20 Metern. Aus Block 3 ist erneut weisser Rauch ausgetreten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo stieg zudem über Block 2 weisser Dampf aus. Die Einsatzkräfte und Arbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Aus den Reaktoren 2 und 3 beim AKW Fukushima I ist Rauch ausgetreten. Die Ursache blieb unklar. Die austretende Radioaktivität belastet zunehmend die Landwirtschaft in der Umgebung des beschädigten Atomkraftwerks. Die japanischen Behörden riefen Bauern und Molkereien der Region dazu auf, freiwillig darauf zu verzichten, verstrahlte Lebensmittel und Milch in den Handel zu bringen. Bei Spinat aus der Stadt Hitachi, mehr als 100 Kilometer südlich des Atomkraftwerks, wurde in einem Fall ein Jod-131-Wert von 54 000 Becquerel pro Kilogramm festgestellt. Bei Cäsium wurden 1931 Becquerel gemessen. Panzer in Fukushima. Sie sollen am Montag dabei helfen, Trümmer beim AKW wegzuräumen. Die Trümmer beim AKW (Bild vom 18. März) stehen der Feuerwehr im Weg und behindern sie beim Löscheinsatz. Pressekonferenz der Feuerwehr: Hauptmann Yasuo Sato (Mitte) mit Toyohiko Tomioka (links), dem Führer der 6. Einsatzgruppe, und Yukio Takayama, der die 8. Einsatzgruppe befehligt. (19. März, Abend) Feuerwehrmänner riskieren ihr Leben, um den hochgefährlichen Plutoniumreaktor 3 des AKW Fukushima 1 zu kühlen. Die Feuerwehr bei ihrem Einsatz zur Kühlung des Reaktors 3. Die Feuerwehrleute unterwegs zu ihrem gefährlichen Auftrag. Mit ähnlichen Löschfahrzeugen wie diesem der japanischen Armee sprühen die Feuerwehrmänner Wasser auf die Reaktoren. Satellitenaufnahme des havarierten Atomkraftwerks vom 18. März. Das japanische Wissenschaftsministerium hat die neuesten Messwerte aus der Nähe der Sperrzone veröffentlicht. 30 Kilometer nordwestlich von Fukushima I sind Strahlenwerte von bis zu 140 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden. Zum Vergleich: Ein Astronaut im Weltraum nimmt (nur) 10 Mikrosievert pro Stunde auf. Aus einem der beschädigten Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi steigt weisser Rauch auf. Auf zwei Arten versuchen Techniker den Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima zu verhindern: Bei den Blöcken 1 und 2 soll eine neu verlegte Stromleitung das Kühlsystem wieder zum Laufen bringen. Die Reaktoren 3 und 4 werden mit Wasserwerfern von aussen gekühlt. Ein Video vom Flug über das havarierte AKW Fukushima I zeigt inzwischen das Ausmass der Zerstörung. Das Video wurde an Bord eines Helikopters gemacht und am 17. März 2011 von der japanischen Zeitung «Asahi Shinbun» im Internet veröffentlicht. Dabei besonders beeindruckend: Im Block 4 liegt das Atom-Becken völlig frei. Ein hoher Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Graham Andrew, bestätigte in Wien, die Lage sei weiter «sehr ernst». Brennstäbe in zwei Reaktoren seien nur zur Hälfte mit Wasser bedeckt, ... ... in einem dritten nur zu einem Drittel. Ein Helikopter des Typs Chinook CH-47 lädt Meerwasser, um es über dem AKW abzuwerfen. Am Morgen haben die japanischen Streitkräfte vor allem versucht, Reaktor 3 zu kühlen. Dieser Mann weint vor den Trümmern seines Hauses in Onagawa. Der Leichnam seiner Mutter liegt noch unter dem Schutt begraben. 50 Techniker kämpfen im AKW Fukushima 1 gegen den Super-Gau. Ihren Einsatz, für den sie als Helden gefeiert werden, dürften sie mit ihrem Leben bezahlen. Der Versuch mit Wasserabwürfen von einem Helikopter aus Reaktor 3 zu kühlen, musste abgebrochen werden. Sowohl Reaktor 4 als auch Reaktor 3 hatten zuvor Feuer gefangen. Zudem wurde in Block 3 womöglich die wichtige innere Reaktorhülle beschädigt. Dieses von der Betreiberin Tepco veröffentlichte Bild zeigt auch ein grosses Loch in der Aussenhülle von Reaktor 4. Das Fernsehen zeigte Bilder, wie stundenlang eine dichte weisse Rauchwolke von der Anlage aufstieg. Die Radioaktivität ist im Kontrollraum von Reaktor 4 des AKW Fukushima 1 offenbar so hoch, dass dort nicht mehr normal gearbeitet werden kann. Die französische Nuklearsicherheitsbehörde stuft die atomare Katastrophe in Fukushima inzwischen mit der Stärke 6 ein. Insgesamt gibt es 7. Die Katastrophe von Tschernobyl hatte auf der Skala die Stufe 7 erreicht. In der Nähe von Tokio stieg die radioaktive Belastung auf das zehnfache Niveau der üblichen Strahlung. Zudem hat der Wind nach Südwesten gedreht: Die radioaktive Wolke treibt nicht mehr aufs offene Meer, sondern aufs Festland. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte, dass in Reaktor 4 der Atomanlage ein Feuer ausgebrochen sei, dort sei zudem eine «deutlich erhöhte» Radioaktivität gemessen worden. Gleichzeitig rief er einen Strahlungsalarm aus. Seine Regierung warnte vor einer «Gesundheitsgefährdung» und ... ... forderte Menschen ausserhalb der evakuierten Zone bis zu einem Umkreis von 30 Kilometern auf, in ihren Häusern zu bleiben. Der Kampf um das Atomkraftwerk Fukushima I hält die Welt in Atem: In drei Reaktoren droht eine Kernschmelze. Laut japanischer Regierung soll, wie bereits zwei Tage zuvor, Wasserstoff explodiert sein. Im Block 2 ragten die Brennstäbe am Abend aus dem Wasser heraus, nachdem es zu Problemen mit einem Ventil gekommen war. Probleme mit der Kühlung gibt es auch im rund zwölf Kilometer entfernten AKW Fukushima II. Am Haupttor des AKW wird eine erhöhte Radioaktivität von 3130 Mikrosievert gemessen. Dies sei doppelt so hoch wie der zuvor gemessene Höchstwert. Deshalb werden die Menschen im Umkreis von 20 Kilometern auf Verstrahlung überprüft. Die Regierung liess Jod-Tabletten verteilen, die die Folgen einer Verstrahlung mildern können. Anwohner kommen zu einer provisorischen Strahlenmessstation in der Stadt Koriyama, um sich untersuchen zu lassen. Ältere Leute, Schulkinder und Familien mit Babies flüchten in Evakuierungszentren. Wegen den schlechten Verbindungen besteht ein Mangel an Informationen aus erster Hand. Die Küstengebiete sind von Erdbeben und Flutwelle verwüstet. Die radioaktive Strahlung hat in Fukushima die Höchstwerte überschritten. Die Regierung warnt bereits vor einer möglichen weiteren Explosion. Am hatte sich im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi eine Explosion ereignet. Das Reaktorgebäude wurde dabei zerstört: Aussenwände und das Dach stürzten ein. Während die Regierung erklärte, es habe offenbar Schäden am unteren Teil der Hülle gegeben, teilte die Behörde für Atomsicherheit wenig später mit, anscheinend gebe es keine Löcher. Die Behörden befürchten, in der Atomanlage könnte es zu einer Kernschmelze kommen.

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Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan hat seinen für Montag geplanten Besuch in der Region nahe des havarierten Atomkraftwerkes Fukushima 1 abgesagt. Grund seien die schlechten Wettervorhersagen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Montagmorgen (Ortszeit).

Für die Region ist Regen angesagt. So werde es schwierig für Kans Helikopter, dort zu landen oder zu starten, sagte ein Regierungssprecher.

Kan hatte geplant, in der von der Naturkatastrophe schwer getroffenen Präfektur Mayagi mit Erdbebenopfern zu sprechen. Zudem wollte er das rund 20 Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima entfernte «J Village» besuchen. Auf diesem Sportplatz haben die Tokioter Feuerwehrleute ihr Lager für den Einsatz zum Kühlen der gefährdeten Reaktorblöcke eingerichtet.
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Das schwere Atomunglück nach einem Erdbeben in Japan wird nach Angaben des amerikanischen Energieministers Steven Chu Auswirkungen auf die Wahl der Standorte von Reaktoren in den USA haben. Der Faktor Bevölkerung werde künftig eine grössere Rolle spielen als bisher, wenn es darum gehe, wo ein neues Kraftwerk gebaut werden solle, sagte Chu.

Der Gouverneur des Staates New York, Andrew Cuomo, hatte eine Überprüfung des rund 65 Kilometer nördlich der Stadt New York gelegenen Atomkraftwerks Indian Point gefordert. Mehr als 21 Millionen Menschen leben weniger als 80 Kilometer von dem in den 50er und 60er Jahren erbauten Kraftwerk entfernt.

In der Nachrichtensendung «Fox News Sunday» sagte Chu, er gehe davon aus, dass Indian Point sicher sei. Angesichts der Ereignisse in Japan werde dennoch geprüft, ob die dortigen Reaktoren weiter in Betrieb bleiben sollten.
19:48
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Neue Details zum verseuchten Spinat: Dieser wurde in der Stadt Hitachi in der Präfektur Ibaraki gefunden. Die gemessene Strahlebelastung war 27 Mal höher als der von den japanischen Gesundheitsbehörden zugelassene Wert. Die verseuchten Nahrungsmittel, so schreibt die Agentur Kyodo, begännen die Menschen in Japan langsam zu beunruhigen.
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Die Betreiber der 17 deutschen Atomkraftwerke wollen während des von der Bundesregierung verhängten Atom-Moratoriums fünf weitere Reaktoren für die Revision vom Netz nehmen. Das geht aus der «Revisionsplanung 2011» für die deutschen Kernkraftwerke hervor, wie die Zeitung «Die Welt» (Montagausgabe) berichtet.
19:20
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Japans Regierung empfiehlt den Menschen in der Provinz Fukushima, das Leitungswasser nicht mehr zu trinken. Die radioaktive Belastung könnte zu hoch sein. Genaue Messwerte gibt es aber keine. In Tokio und anderen Regionen waren erhöhte Strahlungswerte im Leitungswasser registriert worden.
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Panzer der japanischen Streitkräfte sollen am Montag helfen, Trümmer auf dem Gelände des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima aus dem Weg zu räumen. Dies berichteten japanische Medien unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Tokio. Die dicke Metallhülle der Panzer werde die Soldaten vor der gefährlichen Strahlung schützen, berichtete der Fernsehsender NHK. Mit montierten Bulldozerschaufeln sollen die verstrahlten Trümmer aus dem Weg geräumt werden, um den Helfern den Zugang zu den Reaktorblocks zu erleichtern.
18:40
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Was alle geahnt haben, ist jetzt definitiv: Die japanische Regierung kündigte an, die vom Tsunami am Freitag vor einer Woche beschädigten Kernkraftwerke dauerhaft vom Netz zu nehmen. Eine erneute Nutzung zur Energieerzeugung sei nicht mehr möglich, da das zur Kühlung in den vergangenen Tagen eingesetzte Meerwasser aufgrund seiner korrosiven Wirkung zu irreparablen Schäden an der gesamten Anlage geführt habe. «Es ist klar, dass die Anlage Fukushima-Daiichi in keiner Weise mehr wiederangefahren wird», erklärte Regierungssprecher Edano.
18:15
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Die Lage im schwer beschädigten Atomkomplex von Fukushima scheint sich am Sonntagabend (Montag morgen Ortszeit) einigermaßen stabilisiert zu haben. Zwei der Reaktoren konnten erfolgreich abgekühlt werden. Nach einem kurzfristigen Druckanstieg im Innern des Blocks 3 des von Kernschmelzen bedrohten AKW's gaben sich Experten vorsichtig optimistisch.

Der Plan, radioaktives Gas abzulassen, um den Druck zu senken, konnte fallen gelassen werden, erklärte die Betreiberfirma Tepco. Dies hätte die Umgebung ansonsten zusätzlich verstrahlt. Die beschädigten Reaktoren und Abklingbecken werden weiterhin ununterbrochen mit Wasser aus Löschfahrzeugen besprüht, um eine Überhitzung zu verhindern.
17:50
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Der japanische Autohersteller Nissan will in der kommenden Woche den Betrieb in fünf Werken wieder anlaufen lassen. Das meldet die Agentur Kyodo. Die Herstellung von Ersatzteilen und von Teilen für die Fertigung im Ausland werde am Montag beginnen. Die Fahrzeugproduktion soll am Donnerstag wieder aufgenommen werden.

Die US-Bank Goldman Sachs hat laut «stern.de» errechnet, dass der Produktionsstopp Nissan jeden Tag rund 25 Millionen Dollar kostet. Wegen der verheerenden Naturkatastrophen hatten neben Nissan auch Toyota und Honda ihre Produktion einstellen oder zurückfahren müssen.

17:30
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In verschiedenen Provinzen Japans wurden auch am Sonntag wieder radioaktiv verstrahlter Spinat gefunden. Dies melden die Agenturen Jiji und Kyodo. Zu hohe Strahlenwerte wurden auch in Raps festgestellt, wie das japanische Gesundheitsministerium mitteilt.
16:58
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Wie gross die menschliche Tragödie in Japan ist, wird immer deutlicher: Allein in der vom Erdbeben und Tsunami am stärksten betroffenen Provinz Miyagi könnten nach Polizeiangaben 15 000 Menschen umgekommen sein. Am Sonntagabend wurden laut offiziellen Angaben 8450 Todesopfer gezählt. 12 931 Personen werden vermisst.
16:42
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Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan will am Montag in die Region des Desaster-AKW's in Fukushima reisen - und damit seine Solidarität mit den von der Katastrophe betroffenen Menschen ausdrücken. Das schreibt die Nachrichtenagentur Kyodo.

16:22
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Viele Besucher der Leipziger Buchmesse - vor allem Manga-Fans - demonstrierten mit Trauerflor ihr Mitgefühl für Japan. Mit einer Schweigeminute und einem Spendenaufruf für die Opfer der Natur- und Atomkatastrophe in Japan wurde am Samstag auch die grosse Preisverleihung des «Manga-Talente-Wettbewerbs 2011» begangen.

Von den fünf Preisen ging einer in die Schweiz: In der Kategorie ab 15 Jahren siegte Stephanie Hafner aus Flüh. 1300 Zeichner hatten Beiträge eingereicht.
15:59
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Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen ihre Pläne für das erste Atomkraftwerk im Land nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima überprüfen. Dies erklärte der Generaldirektor der staatlichen Atomaufsichtsbehörde, William Travers, am Sonntag.

Erkenntnisse aus dem Unglück in Japan sollten in die Atompläne der Vereinigten Arabischen Emirate einfliessen. Dazu werde es eine zweite Runde von Beratungen über Sicherheitsstandards geben. Eine erste Runde hat bereits begonnen. «Damit wird die Sicherheit in der friedlichen Nutzung der Atomenergie hier in den Emiraten erhöht», sagte Travers. Das Land plant die Inbetriebnahme seines ersten Kernkraftwerks im Jahr 2017.
15:32
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Der Holocaust-Leugner und Traditionalistenbischof Richard Williamson wertet die Katastrophe in Japan als Strafe und als Warnung Gottes. Das menschliche Leid sei häufig eine Strafe für Sünden, schrieb der 71-Jährige am Wochenende in seiner Internetkolumne und betonte: «Wenn irdisches Leiden bremsend auf die Sünde wirkt und somit helfen kann, Seelen in den Himmel zu führen, dann kann Gott - welcher sicherlich auch Herr über die tektonischen Platten ist - ohne Schwierigkeiten die Leiden einsetzen, um die Sünden zu bestrafen.»

Die Frage, ob das japanische Volk besonders sündhaft war, solle allerdings niemand stellen, mahnte Williamson. Vielmehr gelte es, die eigenen Sünden zu betrachten und Busse zu tun.

Denn das menschliche Leiden könne auch als Warnung dienen. Gerade jetzt müsse der «ganze gottlose Westen» seinen eigenen Materialismus und Wohlstand infrage stellen: «Durch die in den letzten Jahren stetig steigende Zahl von Erdbeben und anderen Naturkatastrophen auf der ganzen Welt will Gott sicherlich unser aller Aufmerksamkeit wecken», betonte der Bischof der Piusbruderschaft.
14:46
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Ein Tiefdruckgebiet verlagert sich nach Japan und später über den Pazifik. Die Winde drehen von Südwest auf Nordost, werden also vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima nach Tokio ziehen. «Aus Sicht des Wetters» sei das eine Worst-Case-Situation, berichtet MeteoNews. In den nächsten beiden Tagen soll es auch regnen. Radionukleide werden dadurch aus der Atmosphäre ausgewaschen und lagern sich am Boden ab. Bei starken Regenfällen sinkt somit das Risiko, dass Radioaktivität bis in den Ballungsraum Tokio getragen wird, wo rund 35 Millionen Menschen leben. Entscheidend ist, wie viel Radioaktivität überhaupt austritt. Im Moment scheint die Lage im AKW stabil zu sein. In den letzten Stunden haben sich die zuversichtlich stimmenden Meldungen gehäuft.
13:51
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Die Schweiz verlegt ihre Botschaft von Tokio nach Osaka, teilt das Eidgenössiche Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA mit. Zur Begründung hiess es, die Entwicklung in Fukushima sei laut Schweizer Experten sehr unsicher. In nächster Zeit sei zudem mit einer Änderung der Windrichtung zu rechnen, wodurch sich die Strahlenbelastung in Tokio erhöhen könnte. Das EDA empfielt deshalb auch allen Schweizern in den Krisengebieten im Nordosten und im Grossraum Tokio/Yokohama weiterhin, diese Gebiete zu verlassen. Da sich das Interesse für die vom EDA gebuchten Plätze für die Swiss-Flüge von Tokio nach Zürich in Grenzen halte, verzichte man auf den für heute Sonntag geplanten Charterflug ab Osaka, teilte das EDA weiter mit. Bei einer Normalisierung der Lage könne die Verlegung der Botschaft rasch rückgängig gemacht werden.
13:44
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Fatale Kettenreaktion: Die Preise für Jodsalz haben sich in den grossen Städten Birmas in den vergangenen Tagen mehr als verdreifacht, nachdem im benachbarten China angesichts der Angst vor radioaktiver Strahlung Panikkäufe eingesetzt hatten. Das berichtete die birmanische Zeitung «True News Journal». Chinesische Konsumenten hatten in der falschen Annahme, Jodsalz würde sie vor Verstrahlung schützen, die Läden leergekauft. Um die hohe Nachfrage zu befriedigen, wurden Tausende Säcke Salz aus Birma importiert. Dort wiederum stieg - aus Angst, die eigenen Bestände könnten knapp werden - der Preis seit Freitag sprunghaft an.
13:12
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Die Kühlung der Reaktoren 5 und 6 ist wieder in Betrieb, wie die Agentur Kyodo meldet. Die Temperatur des Kühlwassers liege unter 100 Grad. Bereits zuvor wurde gemeldet, die Abklingbecken der Blöcke 5 und 6 hätten um 7 Uhr lokaler Zeit auf 37.1 und 41.0 Grad Celsius gekühlt werden können.
12:34
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Das japanische Verteidigungsministerium plant, mit zwei Panzern Schutt beim Katastrophen-AKW Fukushima wegzuräumen. Die Trümmer behinderten den Kühleinsatz der Feuerwehr. Abends um 6.20 Uhr lokaler Zeit (10.20 MEZ) spritzten die Einsatzkräfte wieder Wasser auf Block 4. Am Morgen wurden laut der Agentur Kyodo bereits während einer knappen Stunde rund 80 Tonnen Wasser versprüht. In der Nacht pumpte die Feuerwehr während einer mehr als 13-stündigen Operation rund 2000 Tonnen auf das stark beschädigte Reaktorgebäude 3. Damit sollen die Abkühlbecken der beiden Blöcke wieder aufgefüllt werden. Der Wasserspiegel war zuvor abgesunken, die Brennstäbe lagen teilweise offen.
11:10
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Die Swiss fliegt heute statt nach Tokio nach Osaka, rund 600 Kilometer südlich der japanischen Hauptstadt. Es handle sich um eine vorsorgliche Änderung. Beschlossen worden sei sie aufgrund der unsicheren Wetterverhältnisse. Bei Südwind besteht die Gefahr, dass gefährliche Mengen Radioaktivität vom havarierten AKW Fukushima nach Tokio geweht werden. Die Änderung gelte vorderhand nur für heute Sonntag.
11:04
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Die japanische Regierung plant Finanzhilfen für Banken in den Erdbebengebieten. Damit sollten nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung «Nihon Keizai Shimbun» Unternehmen in den betroffenen Regionen leichter Kredite für den Wiederaufbau erhalten. Insgesamt 72 Banken seien für die staatlichen Hilfen vorgesehen. Welchen Umfang die Finanzspritze haben werde, wurde nicht genannt.
10:34
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Neun Tage nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami haben die Rettungskräfte noch zwei Menschen lebend bergen können. Eine 80 Jahre alte Frau und ihr 16-jähriger Enkel seien in der zerstörten Stadt Ishinomaki aus Trümmern gerettet worden.
10:21
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Die japanische Regierung kündigte an, die vom Tsunami beschädigten Kernkraftwerke möglicherweise dauerhaft vom Netz zu nehmen. Experten nannten eine Wiederinbetriebnahme unmöglich, da das zur Kühlung eingesetzte aggressive Meerwasser zu irreparablen Schäden an den Anlagen geführt habe.
09:50
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Der Block 2 des AKWs von Fukushima 1 hat wieder Strom, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo mit Verweis auf das Betreiberunternehmen Tepco. Das soll helfen, um die Beleuchtung und die Kühlung der dortigen Abklingbecken in Gang zu setzen. Ob die Wasserpumpen allerdings funktionieren, ist noch unklar. In Reaktor 2 gab es zuvor schwere Explosionen und Brände. Die innere Hülle des Reaktors ist beschädigt und Radioaktivität ausgetreten. Auch die Stromversorgung für die zentralen Kontrollräume des Reaktorblocks 1 sollte noch heute wieder hergestellt werden.
09:25
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In Taiwan sind radioaktiv belastete Dicke Bohnen aus Japan gefunden worden. Die Werte lagen deutlich unter den erlaubten Grenzwerten und waren damit auch nicht gesundheitsschädlich, wie die Behörden mitteilten. Woher in Japan die Fracht kam, war nicht bekannt. In Japan selbst waren am Samstag erhöhte Werte in Spinat und Milch gemessen worden, die aus der Umgebung von Fukushima stammten.
09:04
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Nach einem vorübergehenden Anstieg des Drucks im Unglücksreaktor 3 des AKW Fukushima 1 hat sich die Lage nach Angaben der Betreiberfirma Tepco wieder stabilisiert. Von Plänen, zur Druckentlastung etwas radioaktives Gas abzulassen, rückte das Unternehmen deshalb wieder ab. Dafür bestehe keine unmittelbare Notwendigkeit mehr. Bei einem Ablassen von Gas wären die Strahlungswerte um die Anlage wieder angestiegen, was die Bemühungen zur Wiederherstellung der Kühlsysteme in Block 1 und 2 verzögert hätte.
09:00
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Die Atomenergie wird derzeit von der Schweizer Bevölkerung klar abgelehnt. In einer Isopublic-Umfrage stellen sich 73,9 Prozent gegen den Bau neuer AKW. 77 Prozent wollen mittelfristig aus der Atomenergie aussteigen. Nur jeder fünfte (20,7 Prozent) befürwortet den Bau neuer Atomkraftwerke. Der Meinung, dass es ohne Atomstrom nicht geht, sind 12,7 Prozent. Auf der anderen Seite will aber nur jeder Zehnte (9,9 Prozent) sofort aus der Atomenergie aussteigen.
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Die Schweiz rät ihren Bürgern nach wie vor, den Nordosten Japans und Tokio zu verlassen. Doch die meisten bleiben. Der Schweizer Botschafter in Japan zeigt sich in Interviews mit der «NZZ am Sonntag» und der «SonntagsZeitung» erstaunt, lobt die Schweizerinnen und Schweizer für ihr überlegtes und solidarisches Handeln. Die Botschaft nimmt ab Montag eine Aussenstelle in Osaka in Betrieb.
07:36
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Gut eine Woche nach dem von einem Tsunami gefolgten Erdbeben in Japan steigt die Zahl der Toten und Vermissten weiter an. Wie die Polizei mitteilte, wurden inzwischen 8133 Todesopfer gezählt und 12 272 Menschen als vermisst gemeldet.
07:33
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Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima steigt im Block 3 der Druck wieder an, wie Hidehiko Nishiyama von der japanischen Nuklearsicherheitsbehörde mitteilte. Möglicherweise hätten die Bemühungen, den Reaktor mit Wasser zu kühlen, nichts bewirkt. Zur Druckentlastung werde etwas Gas abgelassen werden müssen, so dass die Strahlungswerte um die Anlage wieder steigen würden, sagte Nishiyama. Dadurch könnten sich auch die Arbeiten zur Wiederherstellung der Stromversorgung verzögern.
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Die Lage am Sonntagmorgen

Der verzweifelte Kampf gegen die Atomkatastrophe im japanischen Kraftwerk Fukushima-Daiichi hat einen Rückschlag erlitten. Im besonders problematischen Reaktorblock 3 steigt der Druck wieder an, wie Hidehiko Nishiyama von der Atomaufsichtsbehörde NISA am Sonntag mitteilte. Möglicherweise hätten die Bemühungen, den Reaktor mit Wasser zu kühlen, nichts bewirkt.

Zur Druckentlastung werde aus dem sogenannten Containment-Behälter etwas radioaktives Gas abgelassen werden müssen, sodass die Strahlungswerte um die Anlage wieder steigen würden, sagte Nishiyama. Dadurch könnten sich auch die Arbeiten zur Wiederherstellung der Stromversorgung verzögern.

Zuvor hatten japanische Regierungsvertreter wie auch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) berichtet, die Lage scheine sich stabilisiert zu haben, sei aber immer noch unberechenbar. Die gefährlich überhitzten Reaktoren und Abklingbecken wurden nahezu ununterbrochen mit Meerwasser gekühlt.

In einem 13-stündigen Einsatz pumpte ein Feuerwehrfahrzeug mit Hochdruck tonnenweise Wasser direkt aus dem Meer auf Block 3. Am Sonntag begannen Rettungstrupps den Reaktorblock 4 mit Wasser zu beschiessen und hofften, eine Notstromversorgung anschliessen zu können. Zudem wurden Löcher in die Dächer der Blocks 5 und 6 geschlagen, um aufgestauten Wasserstoff entweichen zu lassen. Die Temperatur im Lagerbecken von Block 5 sei nach der Zufuhr von frischem Wasser gesunken, berichtete die Betreiberfirma Tokyo Electric Power Co. (Tepco).

Noch keine Entwarnung

Es habe Fortschritte gegeben, doch für Entwarnung sei es noch zu früh, hiess es am Samstag bei der IAEA in Wien. «Das Risiko verringert sich von Tag zu Tag», sagte Graham Andrew, ein Mitarbeiter von IAEA-Chef Yukiya Amano. Die Dinge liefen in die richtige Richtung. Dennoch könne immer noch etwas Unerwartetes geschehen, mahnte er zur Vorsicht.

«Wir erwarten mehr oder weniger nichts Schlimmeres zu erleben als jetzt», hatte Nishiyama gesagt. Regierungssprecher Yukio Edano berichtete, die Lage in den Reaktorblöcken 1, 2 und 3 habe sich stabilisiert. Die Zahl der Arbeiter wurde auf 500 verstärkt. Die Strahlendosis, bis zu der sie arbeiten dürfen, wurde von 100 auf 250 Millisievert erhöht. Sechs Arbeiter waren bereits mehr als 100 Millisievert ausgesetzt, wie Tepco berichtete.

Spinat und Milch belastet

Die Strahlung aus dem Reaktorunglück hat inzwischen die Nahrungskette erreicht. In Spinat und Milch aus der Umgebung des Kraftwerks, aber auch im Leitungswasser in Tokio und anderen Städten wurden leicht erhöhte Werte gemessen. Regierungsvertreter beteuerten aber, dass die Belastung unbedenklich sei.

Ein Beamter der Reaktorsicherheitsbehörde, Kazuma Yokota, räumte indes ein, dass schon viel früher Jodtabletten an die Anwohner des AKW hätten ausgegeben werden müssen und nicht erst drei Tage nach der ersten Explosion in Block 3. «Wie haben eine Katastrophe diesen Ausmasses nicht vorausgesehen», sagte er. «Wir müssen zugeben, dass wir nicht umfassend vorbereitet waren.»

Über 20 000 Tote und Vermisste

Über eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami hat die Zahl der Toten und Vermissten inzwischen 20 000 überschritten. Nach jüngsten Angaben sind mehr als 81 000 Menschen gestorben, mehr als 12 000 werden noch vermisst. Über 425 000 Männer, Frauen und Kinder leben in Notunterkünften.

Gaskraftwerk soll Stromknappheit beheben helfen

Um die Stromversorgung Tokios zu verbessern, will Tepco versuchen, bis in einer Woche ein Gaskraftwerk wieder in Gang zu bekommen. Nach dem Beben wurden elf der 54 japanischen Atommeiler abgeschaltet. Einschliesslich der Schäden an konventionellen Kraftwerken hat das Land schätzungsweise zehn bis 40 Prozent seiner Kapazität zumindest vorübergehend eingebüsst.

(Eric Talmadge und Mari Yamaguchi / AP)