Japan

22. März 2011 05:59; Akt: 22.03.2011 19:11 Print

Radioaktivität in Europa angekommen

In Island ist radioaktive Strahlung aus Fukushima gemessen worden. Die Belastung ist aber nicht gesundheitsgefährdend.

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Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wirft in ihrem Bericht über den Atomunfall in Fukushima der japanischen Regierung vor, die Gefahr von Tsunamis unterschätzt zu haben. Am gehen heftige Unwetter über dem Katastrophengebiet in Japan nieder. Die Strahlenmesswerte bei den havarierten Reaktoren von Fukushima sind viel zu hoch. Die Cäsium-134-Konzentration ist alarmierend. Die Tepco veröffentlicht im Mai weitere Bilder aus dem Innern des AKW Fukushima. Wie am bekannt wurde, sind zwei weitere Kernschmelzen in den Unglücksreaktoren eingetreten. Nach der Entdeckung von rund 3000 Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima soll ein gigantisches Schiff als Auffangbecken dienen. Am wird das Katastrophengebiet rund um Fukushima von einem neuen Beben heimgesucht. Doch nachdem die Regierung schliesslich offiziell den Evakuierungsradius um das Atomkraftwerk Fukushima von 10 auf 20 Kilometer ausweitete, machten sich Tausende Japaner auf die Flucht. Arbeiter wagen sich zum ersten Mal seit dem Erdbeben in den Unglücksreaktor 1 des AKW Fukushima. Tepco gibt bekannt, dass eine Arbeiterin im Atomkraftwerk Fukushima eine zu hohe Strahlendosis abbekommen hat. Arbeiter räumen das Gelände um das AKW mit ferngesteuerten Maschinen. Roboter haben in zwei Reaktorblöcken des japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi hohe Radioaktivität gemessen. Das Mineral Zeolith soll Radioaktivität aus dem verseuchten Meerwasser absorbieren. Die EU-Kommission lässt die Staaten künftig alle Schiffe aus Japan auf radioaktive Strahlung untersuchen. Auf dem Gelände des schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi brach ein Feuer aus. Betreiber Tepco erklärte, das Feuer in der Nähe von Reaktor 4 sei klein gewesen und rasch gelöscht worden. Es habe keine Auswirkungen auf die Arbeiten zur Kühlung der Reaktoren gehabt. Gleichzeitig stuft Japan das Atomunglück von Fukushima nun offiziell als ebenso schwer ein wie das Reaktorunglück in Tschernobyl - auf der höchsten Stufe 7. Die Menge der Radioaktivität, die aus dem Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ausgetreten sei, entspreche etwa zehn Prozent der Menge, die in Tschernobyl freigesetzt worden sei. In der Atomruine von Fukushima kämpften die Arbeiter weiterhin gegen den drohenden Super-GAU. Sie begannen damit, eine Barriere aus Stahlplatten zu errichten. Damit soll verhindert werden, dass stark radioaktiver Schlamm sich im Meer ausbreitet. Neue Bilder zeigen, mit welcher Gewalt die Tsunami-Welle das AKW traf. Das Atomkraftwerk war beim Erdbeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami schwer beschädigt worden. Der Eingangsbereich der Tepco wird von der Welle komplett zerstört. Ähnlich sieht es in den Büroräumen aus. Nach dem tagelangen Auslaufen von stark radioaktiv verseuchtem Wasser ist das Leck an einer Leitung des japanischen Atomkraftwerks Fukushima endlich behoben worden. Dieses Bild wurde vor den Reparaturarbeiten gemacht: Durch den Riss waren in den letzten Tagen grosse Mengen radioaktiv verseuchten Wassers ins Meer gelaufen. Das Wasser stammte von den Kühlarbeiten am Reaktordruckbehälter, das sich im Untergeschoss des an den Reaktor angrenzenden Turbinengebäudes gesammelt hatte. Im AKW Fukushima-Daiichi wird weiter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt. Nach Ansicht von US-Experten stellt dies jedoch keine grosse Gefahr für Meerestiere dar. Weil die Radioaktivität sehr schnell im Ozean verdünnt werde, sei auch der Verzehr von Meerestieren wenig bedenklich. : Zwei Arbeiter des AKWs Fukushima werden tot aufgefunden. Sie waren Opfer des Tsunamis. Mit einer schwimmenden Insel soll das auslaufende, radioaktive Wasser wieder eingefangen werden. : Die Lage im AKW Fukushima verschlimmert sich: Aus dem AKW läuft radioaktives Wasser ins Meer. Der Riss in Reaktor 2 soll 20 Zentimeter lang sein. Ein Tepco-Mitarbeiter zeigt auf die Stelle. Arbeiter in Fukushima putzen ein US-Schiff. Mit dem Boot wurde sauberes Süsswasser nach Fukushima transportiert, dass zur Kühlung der Reaktorblöcke eingesetzt wird. Nach eigenen Strahlungsmessungen im Umkreis des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Evakuierung der gesamten Region empfohlen. Ein Mitarbeiter des Organisation misst in der Stadt Iitate einen Wert von 7.66 Mikrosievert. «Es ist für die Menschen eindeutig nicht sicher, in Iitate zu bleiben, vor allem für Kinder und schwangere Frauen. Sie könnten die maximal zulässige jährliche Strahlendosis in nur wenigen Tagen abbekommen», sagt Jan van de Putte, Strahlenexperte von Greenpeace. Im Meerwasser vor dem Unglücksreaktor wurde eine sehr hohe Konzentration von radioaktivem Jod entdeckt. Die Radioaktivität habe das 3355-Fache des zulässigen Wertes erreicht, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Tepco-Chef Masataka Shimizu musste wegen Bluthochdrucks und Schwindelgefühls ins Spital gebracht werden. Shimizu ist zwei Tage nach der Katastrophe von der Bildfläche verschwunden. Aus dem beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi tritt offenbar weiterhin hochgiftiges Plutonium aus. Das Schwermetall sickert ins Erdreich ein. In Reaktor 2 hat es nach Einschätzung der japanischen Regierung eine vorübergehende teilweise Kernschmelze gegeben. Reaktor 3 ist schwer beschädigt. Die Strahlung in Reaktorblock 2 ist zudem zehn Millionen Mal höher als normal. Die Messarbeiten wurden abgebrochen und die Arbeiter abgezogen. Die Szene ist apokalyptisch: Die japanischen Selbstverteidungskräfte haben am 23. März um 12.55 Uhr eine Stunde lang einen Helikopterflug über dem havarierten AKW Fukushima gemacht. Beim Reaktor 2 steigt Wasserdampf aus einer Öffnung. Der fünfminütige Zusammenschnitt wurde am 25. März im japanischen Staatsfernsehen NHK gezeigt. Es ist das erste Mal, dass die Selbstverteidungskräfte Bilder des AKW Fukushima veröffentlichten. In Block 3 der Anlage «könnte etwas beschädigt worden sein». Daten deuteten darauf hin, dass «gewisse Funktionen der Sicherheitshülle» noch erhalten seien. Im benachbarten Turbinengebäude des Reaktorblocks 3 waren drei Arbeiter einer 10 000fach erhöhten Radioaktivität ausgesetzt gewesen. Dies deutet entweder auf eine partielle Kernschmelze mit einer Beschädigung des Reaktorbehälters hin oder auf eine Überhitzung des Abklingbeckens für abgebrannte Kernbrennstäbe. Der Schaden könnte auch an anderen Teilen entstanden sein, etwa an Rohrleitungen ... ... oder dem Abklingbecken, erklärten Behördenvertreter. Drei Techniker, die im AKW Fukushima verstrahlt worden sind, standen bei ihrem Einsatz in Wasser, das nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco eine zehntausendfach erhöhte Radioaktivität aufwies. Zwei der drei Arbeiter wurden mit Verbrennungen in eine Spezialklinik eingeliefert. Die Männer hatten im Tiefgeschoss eines Turbinengebäudes von Block 3 gearbeitet. Dabei hatten sie keine Schutzstiefel an, so dass ihnen das radioaktiv belastete Wasser in die Schuhe lief. Das Video entstand gut 40 Minuten, nachdem die Welle auf Land getroffen war. Neben dem beschädigten Kraftwerk sind die Auswirkungen der Naturkatastrophe in der Präfektur Miyagi zu sehen. Ein Regionalbüro des japanischen Transportministerium hat die Bilder am 23. März veröffentlicht. Während Arbeiter versuchen, die Stromversorgung in allen Reaktoren des schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima wieder herzustellen, wird die japanische Bevölkerung zum Spenden aufgerufen. Dieses Mädchen dürfte sich allerdings kaum bewusst sein, dem japanischen Sumo-Grossmeister Hakuho gegenüberzustehen. Abgefülltes Trinkwasser wird langsam, aber sicher knapp: Die Bevölkerung getraut sich nicht mehr, Leitungswasser zu trinken. Einblicke in den zentralen Kontrollraum des AKWs Fukushima I. Diese Fotos wurden am 23. März veröffentlicht. Offenbar geht nicht mehr viel. Die Arbeiter hantieren mit Taschenlampen. Die Bilder zeigen, unter was für schwierigen Bedingungen gearbeitet werden muss. Der Besitzer eines Tierladens in der japanischen Grossstadt Sendai bringt einen Schweinswal in Sicherheit. Er schwamm seit dem Tsunami in einem Reisfeld. Die Mitarbeiter des Kontrollraums von Reaktor 3 sind in Sicherheit gebracht worden. Derzeit versuchen die Rettungskräfte, die Reaktoren und verbrauchten Brennstäbe zu kühlen. Über Reaktor 3 des AKW von Fukushima stieg schwarzer Rauch auf. Im Atomkraftwerk Fukushima 1 droht immer noch eine Kernschmelze. Die aus den beschädigten Reaktoren austretende radioaktive Strahlung erschwert zunehmend das Krisen-Management der Betreibergesellschaft Tepco. Kleinkinder und Säuglinge sollen in Tokio kein Leitungswasser mehr trinken. Im Wasser seien erhöhte Werte von radioaktivem Jod festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Stadtregierung. Zudem ordnete Ministerpräsident Naoto Kan einen Lieferstopp für Broccoli und das japanische Gemüse Komatsuna aus der Region Fukushima sowie für Rohmilch und Petersilie aus der Präfektur Ibaraki an. Alle sechs Meiler des Atomkraftwerks haben zum ersten Mal seit der Erdbeben-Katastrophe vor eineinhalb Wochen wieder eine Verbindung zum Stromnetz. Doch wirklich entspannt ist die Lage nicht. Die zwei beschädigten Atomkraftwerke in Fukushima sind nach Angaben des Betreibers von einer 14 Meter hohen Flutwelle getroffen worden. Das sei mehr als doppelt so hoch, wie Experten bei der Planung der Anlagen erwartet hatten. Nach Angaben von Tepco sei die Anlage Fukushima 1 auf einen Tsunami von 5,70 Metern ausgelegt worden, ... ... Nummer 2 für eine Höhe von 5,20 Metern. Aus Block 3 ist erneut weisser Rauch ausgetreten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo stieg zudem über Block 2 weisser Dampf aus. Die Einsatzkräfte und Arbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Aus den Reaktoren 2 und 3 beim AKW Fukushima I ist Rauch ausgetreten. Die Ursache blieb unklar. Die austretende Radioaktivität belastet zunehmend die Landwirtschaft in der Umgebung des beschädigten Atomkraftwerks. Die japanischen Behörden riefen Bauern und Molkereien der Region dazu auf, freiwillig darauf zu verzichten, verstrahlte Lebensmittel und Milch in den Handel zu bringen. Bei Spinat aus der Stadt Hitachi, mehr als 100 Kilometer südlich des Atomkraftwerks, wurde in einem Fall ein Jod-131-Wert von 54 000 Becquerel pro Kilogramm festgestellt. Bei Cäsium wurden 1931 Becquerel gemessen. Panzer in Fukushima. Sie sollen am Montag dabei helfen, Trümmer beim AKW wegzuräumen. Die Trümmer beim AKW (Bild vom 18. März) stehen der Feuerwehr im Weg und behindern sie beim Löscheinsatz. Pressekonferenz der Feuerwehr: Hauptmann Yasuo Sato (Mitte) mit Toyohiko Tomioka (links), dem Führer der 6. Einsatzgruppe, und Yukio Takayama, der die 8. Einsatzgruppe befehligt. (19. März, Abend) Feuerwehrmänner riskieren ihr Leben, um den hochgefährlichen Plutoniumreaktor 3 des AKW Fukushima 1 zu kühlen. Die Feuerwehr bei ihrem Einsatz zur Kühlung des Reaktors 3. Die Feuerwehrleute unterwegs zu ihrem gefährlichen Auftrag. Mit ähnlichen Löschfahrzeugen wie diesem der japanischen Armee sprühen die Feuerwehrmänner Wasser auf die Reaktoren. Satellitenaufnahme des havarierten Atomkraftwerks vom 18. März. Das japanische Wissenschaftsministerium hat die neuesten Messwerte aus der Nähe der Sperrzone veröffentlicht. 30 Kilometer nordwestlich von Fukushima I sind Strahlenwerte von bis zu 140 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden. Zum Vergleich: Ein Astronaut im Weltraum nimmt (nur) 10 Mikrosievert pro Stunde auf. Aus einem der beschädigten Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi steigt weisser Rauch auf. Auf zwei Arten versuchen Techniker den Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima zu verhindern: Bei den Blöcken 1 und 2 soll eine neu verlegte Stromleitung das Kühlsystem wieder zum Laufen bringen. Die Reaktoren 3 und 4 werden mit Wasserwerfern von aussen gekühlt. Ein Video vom Flug über das havarierte AKW Fukushima I zeigt inzwischen das Ausmass der Zerstörung. Das Video wurde an Bord eines Helikopters gemacht und am 17. März 2011 von der japanischen Zeitung «Asahi Shinbun» im Internet veröffentlicht. Dabei besonders beeindruckend: Im Block 4 liegt das Atom-Becken völlig frei. Ein hoher Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Graham Andrew, bestätigte in Wien, die Lage sei weiter «sehr ernst». Brennstäbe in zwei Reaktoren seien nur zur Hälfte mit Wasser bedeckt, ... ... in einem dritten nur zu einem Drittel. Ein Helikopter des Typs Chinook CH-47 lädt Meerwasser, um es über dem AKW abzuwerfen. Am Morgen haben die japanischen Streitkräfte vor allem versucht, Reaktor 3 zu kühlen. Dieser Mann weint vor den Trümmern seines Hauses in Onagawa. Der Leichnam seiner Mutter liegt noch unter dem Schutt begraben. 50 Techniker kämpfen im AKW Fukushima 1 gegen den Super-Gau. Ihren Einsatz, für den sie als Helden gefeiert werden, dürften sie mit ihrem Leben bezahlen. Der Versuch mit Wasserabwürfen von einem Helikopter aus Reaktor 3 zu kühlen, musste abgebrochen werden. Sowohl Reaktor 4 als auch Reaktor 3 hatten zuvor Feuer gefangen. Zudem wurde in Block 3 womöglich die wichtige innere Reaktorhülle beschädigt. Dieses von der Betreiberin Tepco veröffentlichte Bild zeigt auch ein grosses Loch in der Aussenhülle von Reaktor 4. Das Fernsehen zeigte Bilder, wie stundenlang eine dichte weisse Rauchwolke von der Anlage aufstieg. Die Radioaktivität ist im Kontrollraum von Reaktor 4 des AKW Fukushima 1 offenbar so hoch, dass dort nicht mehr normal gearbeitet werden kann. Die französische Nuklearsicherheitsbehörde stuft die atomare Katastrophe in Fukushima inzwischen mit der Stärke 6 ein. Insgesamt gibt es 7. Die Katastrophe von Tschernobyl hatte auf der Skala die Stufe 7 erreicht. In der Nähe von Tokio stieg die radioaktive Belastung auf das zehnfache Niveau der üblichen Strahlung. Zudem hat der Wind nach Südwesten gedreht: Die radioaktive Wolke treibt nicht mehr aufs offene Meer, sondern aufs Festland. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte, dass in Reaktor 4 der Atomanlage ein Feuer ausgebrochen sei, dort sei zudem eine «deutlich erhöhte» Radioaktivität gemessen worden. Gleichzeitig rief er einen Strahlungsalarm aus. Seine Regierung warnte vor einer «Gesundheitsgefährdung» und ... ... forderte Menschen ausserhalb der evakuierten Zone bis zu einem Umkreis von 30 Kilometern auf, in ihren Häusern zu bleiben. Der Kampf um das Atomkraftwerk Fukushima I hält die Welt in Atem: In drei Reaktoren droht eine Kernschmelze. Laut japanischer Regierung soll, wie bereits zwei Tage zuvor, Wasserstoff explodiert sein. Im Block 2 ragten die Brennstäbe am Abend aus dem Wasser heraus, nachdem es zu Problemen mit einem Ventil gekommen war. Probleme mit der Kühlung gibt es auch im rund zwölf Kilometer entfernten AKW Fukushima II. Am Haupttor des AKW wird eine erhöhte Radioaktivität von 3130 Mikrosievert gemessen. Dies sei doppelt so hoch wie der zuvor gemessene Höchstwert. Deshalb werden die Menschen im Umkreis von 20 Kilometern auf Verstrahlung überprüft. Die Regierung liess Jod-Tabletten verteilen, die die Folgen einer Verstrahlung mildern können. Anwohner kommen zu einer provisorischen Strahlenmessstation in der Stadt Koriyama, um sich untersuchen zu lassen. Ältere Leute, Schulkinder und Familien mit Babies flüchten in Evakuierungszentren. Wegen den schlechten Verbindungen besteht ein Mangel an Informationen aus erster Hand. Die Küstengebiete sind von Erdbeben und Flutwelle verwüstet. Die radioaktive Strahlung hat in Fukushima die Höchstwerte überschritten. Die Regierung warnt bereits vor einer möglichen weiteren Explosion. Am hatte sich im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi eine Explosion ereignet. Das Reaktorgebäude wurde dabei zerstört: Aussenwände und das Dach stürzten ein. Während die Regierung erklärte, es habe offenbar Schäden am unteren Teil der Hülle gegeben, teilte die Behörde für Atomsicherheit wenig später mit, anscheinend gebe es keine Löcher. Die Behörden befürchten, in der Atomanlage könnte es zu einer Kernschmelze kommen.

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Es tickert für Sie:
Simone Kubli
22:05
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An dieser Stelle beenden wir den Japan-Ticker für heute. Am Mittwoch gehts weiter. Lesen Sie hier unsere Japan-Zusammenfassung des Tages.
21:08
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Die italienische Regierung will Medienberichten zufolge ein einjähriges Moratorium für die Erforschung möglicher Atomanlagen in Italien vorschlagen. Der italienische Entwicklungsminister Paolo Romani sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ANSA, er werde bei einem Kabinettstreffen am (morgigen) Mittwoch ein entsprechendes Moratorium vorschlagen. Die Atomkraft ist in Italien seit langem verboten. Abgeordnete, die gegen Atomkraft sind, sagten, das Vorhaben diene nur dazu, ein für dieses Jahr geplantes Referendum über die Atompläne der Regierung zu blockieren. Bei einem Referendum im Jahr 1987 kurz nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl hatten sich die Italiener mit großer Mehrheit gegen Atomkraft ausgesprochen.
19:47
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Als Ausdruck seiner Dankbarkeit für die einstige japanische Unterstützung nach dem Bosnienkrieg hat die Stadt Ugljevik Kindern aus dem katastrophengeplagten Japan Unterkunft angeboten. Man hoffe 50 Jungen und Mädchen, die durch das Erdbeben und den Tsunami obdachlos geworden seien, Schutz anbieten zu können, sagte Bojan Dzuvelekovic, Besitzer des einzigen Hotels in der nordbosnischen Stadt.

Die Kommune würde hart daran arbeiten, Unterricht und andere Aktivitäten für die Kinder zu organisieren, sagte der Hotelier am Dienstag. «Wir wissen aus Erfahrung, wie schwierig es ist, wenn dein Land, deine Gesellschaft und deine Familie zerstört sind.» Japan hatte Ugljevik nach dem Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 geholfen.
19:33
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Nun ist die Radioaktivität auch in Broccolis und in frischer Milch festgestellt worden. Produkte aus der Umgebung des schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima hätten erhöhte Messwerte aufgewiesen, berichtet Kyodo News.
19:15
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Die französischen Behörden scheinen den japanischen Beteuerungen, dass die meisten Lebensmittel unbedenklich zu geniessen seien, zu misstrauen: Wie AFP meldet, hat das Landwirtschaftsministerium die europäische Kommission gebeten, eine «systematische Kontrolle» aller Frischeprodukte aus Japan zu veranlassen.
18:59
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Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, ist in der isländischen Hauptstadt Reykjavik eine kleine Anzahl radioaktiver Partikel entdeckt worden. Sie scheinen aus dem havarierten Atomkraftwerk im japanischen Fukushima zu stammen. Dies wäre das erste Mal seit der Reaktorkatastrophe, dass Radioaktivität in Europa gemessen wird. Die Belastung sei allerdings nicht gesundheitsgefährdend.
18:39
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Kuoni, der grösste Reisekonzern der Schweiz, kann die Folgen der Katastrophe noch nicht richtig abschätzen. Japan sei zwar kein grosses Reiseziel, aber viele Japaner reisten traditionell gerne nach Europa, erklärte Finanzchef Peter Meier am Rande einer Medienkonferenz. Allerdings sei derzeit noch nicht Reisesaison. Gruppenreisen habe Kuoni zudem noch gar nicht im Angebot.
18:03
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Um das 400-fache erhöhte Strahlenwerte wurden rund 40 Kilometer nordwestlich des Katastrophenreaktors Fukushima-Daiichi gemessen. Das teilte das japanische Wissenschaftsministerium am Dienstag mit, berichtet der Fernsehsender NHK. Bereits am Montag seien im Boden, in fünf Zentimetern Tiefe, stark erhöhte Cäsium- und Jodwerte festgestellt worden.

Die Belastung mit dem krebserregenden Isotop Jod-131 liege 430 mal über dem Wert, der normalerweise im Boden gemessen wird, erklärte Keigo Endo von der Gunma Universität. Der Wert lag bei 43.000 Becquerel pro Kilogramm Boden. Die Belastung mit Cäsium-137 lag mit 4.700 Becquerel um das 47-fache über dem Normalwert.

Der Ort, an dem diese Werte gemessen wurden, liegt 20 Kilometer ausserhalb der Evakuierungszone. Endo erklärte, die Strahlenbelastung überschreite die erlaubte Jahreshöchstdosis um das Vierfache, eine akute Gesundheitsgefährdung bestehe derzeit jedoch nicht.
17:36
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Russland verdoppelt dieses Jahr womöglich seine Rohöllieferungen an Japan. Dies liess gemäss der japanischen Agentur Kyodo der russische Vizpremier Igor Sechin verlauten. Im letzten Jahr betrug die Öllieferung 9 Millionen Tonnen.

Sechin sagte zudem, dass das staatliche Unternehmen Gazprom derzeit eine Schiffsladung mit verflüssigtem Erdgas zur Überbrückung der Energiekrise nach Japan sende.
17:06
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Im Kontrollraum des besonders beschädigten Reaktors 3 seien am Dienstagabend (Ortszeit) die Lichter angegangen, berichtete der Fernsehsender NHK. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji ist damit der erste Kontrollraum eines der beschädigten Reaktoren wieder teilweise mit Strom versorgt.

Bei dem schweren Erdbeben am 11. März und dem anschliessenden Tsunami waren die Leitungen zum AKW und die Dieselgeneratoren der Notstromversorgung beschädigt worden.

Wegen des Ausfalls des regulären Kühlsystems hatten sich die Reaktoren erhitzt, es kam in den Reaktoren 1, 2, 3 und 4 zu einer Reihe von Explosionen und Bränden, bei denen die Reaktorgebäude stark beschädigt wurden und Radioaktivität freigesetzt wurde.
16:52
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Die Erfahrung von anderen Tsunami-Katastrophen zeigt, dass Tausende Opfer verschollen bleiben dürften. Von den 164 000 Menschen, die 2004 in Indonesien beim Tsunami umkamen, blieben 37 000 verschwunden; ihre Leichen wurden vermutlich vom Meer mitgerissen. Der Katastrophenschutzbeamte Iskandar aus der Provionz Aceh hat über ein Jahr damit zugebracht, mühselig eine genaue Aufstellung der Toten und Vermissten in seinem Land auszuarbeiten. Er ist sicher, dass viele Opfer in Japan immer noch gefunden werden können: «Man soll die Hoffnung noch nicht aufgeben!»
16:27
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Alle sechs Reaktoren des Krisen-Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi sind laut Betreiber wieder mit Stromleitungen verbunden. Auch die zeitweise bedrohlich angestiegenen Temperaturen in einem Abklingbecken sind offenbar wieder zurückgegangen. Von einer Entspannung der Lage kann allerdings noch lange keine Rede sein.

Die Anbindung an die Stromversorgung ist ein bedeutender Schritt auf dem Weg, die prekäre Situation in dem Kernkraftwerk wieder unter Kontrolle zu bekommen. Bevor der Strom jedoch wieder angestellt werde, müssten die Pumpen und andere Geräte in den Reaktoren überprüft werden, teilten die Tokioter Elektrizitätswerke mit. Bis die Kühlsysteme wieder umfassend funktionsfähig sind, kann es nach Einschätzung von Experten noch Tage dauern.
16:02
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Der FC Bayern München will den Opfern der Katastrophe in Japan mit einem Benefizspiel helfen. Dazu werde die Mannschaft nach Ablauf der Bundesliga-Saison nach Japan reisen, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Dienstag. Der FC Bayern pflege traditionell enge Beziehungen zum japanischen Fußballverband und den Klubs der J-League, «daher war es für uns keine Frage, dass wir unseren Beitrag für das japanische Volk leisten». Die Einnahmen aus der Begegnung kämen in vollem Umfang den Opfern der Katastrophe zu Gute. Als möglichen Termin habe der Verein dem japanischen Fußballverband den Zeitraum zwischen 17. und 25. Mai 2011 angeboten.
15:45
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Die Zahl der Todesopfer steigt nach der Erdbebenkatastrophe weiter fast stündlich. Am Dienstagabend (Ortszeit) lag die Totenzahl nach Angaben der Polizei bei 9099. Mehr als 13'786 Menschen würden noch vermisst. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Unter den Toten und Vermissten befinden sich auch viele Kinder. Bis jetzt wurden 130 junge Todesopfer in den am stärksten betroffenen Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima bestätigt, doch diese Zahl wird nach Angaben des Erziehungsministeriums mit Sicherheit noch steigen.

Mehr als 1600 Kinder und Jugendliche werden seit dem Beben noch vermisst. Über 5680 Schulen wurden durch die Erdstösse und den folgenden Tsunami vor mehr als zehn Tagen beschädigt. Die japanische Gesellschaft gilt aufgrund einer extrem niedrigen Geburtenrate als überaltert.
15:32
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Sie wurden als Helden gefeiert, die Feuerwehrleute, welche die havarierten Reaktoren kühlten. Doch jetzt zeigt sich: Ganz so freiwillig war ihr Einsatz nicht. > Zum Artikel

Unter den Toten und Vermissten befinden sich auch viele Kinder. Bis jetzt wurden 130 junge Todesopfer in den am stärksten betroffenen Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima bestätigt, doch diese Zahl wird nach Angaben des Erziehungsministeriums mit Sicherheit noch steigen.

Mehr als 1600 Kinder und Jugendliche werden seit dem Beben noch vermisst. Über 5680 Schulen wurden durch die Erdstösse und den folgenden Tsunami vor mehr als zehn Tagen beschädigt. Die japanische Gesellschaft gilt aufgrund einer extrem niedrigen Geburtenrate als überaltert.
15:20
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Die japanischen Behörden haben immer grössere Probleme, die Erdbebenopfer zu bestatten. Zwei Gemeinden in der Präfektur Miyagi haben deswegen begonnen, identifizierte Tote vorübergehend in Massengräbern beizusetzen.

Dafür müsse aber die Zustimmung der Familien vorliegen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag berichtete. Traditionell werden Verstorbene in Japan verbrannt. Doch nach der Naturkatastrophe vom 11. März haben die Krematorien in der Region nicht mehr genug Brennstoff.
15:05
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Zeitungen mit weniger Seiten und weniger Farbe - auch das ist eine Folge des Erdbebens in Japan. Denn eineinhalb Wochen nach der Katastrophe wird offenbar die Druckerschwärze für japanische Zeitungen knapp.

Hersteller forderten Zeitungen auf, die Seitenanzahl zu reduzieren und weniger farbige Bilder zu drucken. Nach Berichten des Fernsehsenders NHK vom Dienstag gibt es Engpässe bei einem wichtigen Inhaltsstoff, weil einige Chemiefirmen im Nordosten Japans bei dem Erdbeben und Tsunami am 11. März zerstört wurden. Sollte sich die Lage nicht ändern, würde den Druckern die Tinte innerhalb eines Monats ganz ausgehen.
14:37
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Die japanischen Behörden haben vor weiteren schweren Nachbeben in der Krisenregion im Nordosten Japans gewarnt. Die Erdstösse könnten die Stärke 7 oder mehr haben, berichtete die japanische Wetterbehörde am Dienstag nach Angaben des Senders NHK.

Die Beben könnten bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen oder einen weiteren Tsunami auslösen, hiess es. Das Beben am 11. März hatte eine Stärke von 9,0 und war der schwerste jemals in Japan gemessene Erdstoss. Bis zum späten Montag hatten die Seismologen der Wetteragentur mehr als 60 stärkere Nachbeben gemessen.
14:22
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Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, Yuhei Sato, wies die Einladung zu einem Treffen mit dem Tepco-Präsidenten Masataka Shimizu scharf zurück. «Für Tepco ist es jetzt am wichtigsten, die Krise mit maximalem Einsatz zu beenden. Deswegen habe ich das Angebot abgelehnt», sagte Sato dem Fernsehsender NHK und fügte hinzu: «Angesicht der Sorge, der Wut und der Verzweiflung, die die Menschen in Fukushima empfinden, gibt es für mich keinen Weg, eine Entschuldigung anzunehmen.

Der Energiekonzern Tepco entschuldigte sich unterdessen bei Flüchtlingen aus dem Gebiet um das Unglückskraftwerk Fukushima für die Atom-Katastrophe. Norio Tsuzumi, ein Mitglied der Unternehmensspitze, sagte bei einem Besuch in einem Notlager: «Es tut uns leid, dass wir Ihnen so viel Mühe bereitet haben.»
13:47
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Die Wiederherstellung der Stromversorgung ist ein bedeutender Schritt, um die überhitzten Reaktoren und Abklingbecken zu kühlen und so die prekäre Situation in dem Kernkraftwerk unter Kontrolle zu bekommen. Bis die Kühlsysteme allerdings wieder umfassend funktionsfähig sind, kann es nach Einschätzung von Experten noch einige Tage dauern, weil der verheerende Tsunami vom 11. März an den Anlagen grosse Schäden angerichtet hat.
13:23
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Tsunami und Erdbeben haben Ganoven in der japanischen Stadt Kesennuma zu einem unerwartet leichten Geldsegen verholfen. Weil die Sicherheitssysteme einer Bank nicht mehr funktionierten, konnten der oder die Täter unbehelligt rund 40 Millionen Yen (rund 450 000 Franken) aus einem Tresorraum entwenden. Der Tresorraum stand nach dem Tsunami und dem Erdbeben zeitweise offen.

«Die Bank war überflutet, alles folg umher, es war das totale Durcheinander. Jemand hat das Geld in dem ganzen Chaos gestohlen», sagte ein Polizeibeamter. Die Bank habe die Polizei allerdings erst am Dienstag informiert - elf Tage nach der Katastrophe.
13:01
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Im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi sind offenbar alle sechs Reaktoren wieder an die Stromverbindung angeschlossen. Das teilte der Betreiber Tepco am Dienstag mit.
12:51
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Die Baselbieter Regierung spendet je 50 000 Fr. aus dem Lotteriefonds für die Flüchtlinge aus Nordafrika sowie die Katastrophenopfer in Japan, wie sie am Dienstag mitteilte. Das Geld fliesst ans Rote Kreuz für dessen Flüchtlingslager respektive an die Glückskette.
12:46
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Eine aus Japan nach Westen strömende radioaktiv verschmutzte Wolke könnte am Mittwoch die Schweiz erreichen. Die Meteorologen gehen allerdings davon aus, dass die Verschmutzungen so gering sind, dass sie für die Schweiz keine Gefahr darstellen.
12:46
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Verstrahlte Lebensmittel: Inzwischen wurde in Wasser, Gemüse und Milch aus der Region eine radioaktive Belastung festgestellt. Die Behörden haben einige Anwohner nahe des Atomkraftwerks aufgefordert, kein Leitungswasser mehr zu trinken.

Auch der Handel mit Milch sowie Spinat und anderem Gemüse aus der Gegend wurde verboten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, es gebe keine Hinweise, dass verseuchte Waren ins Ausland gelangt seien.
12:22
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Fast zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami in Japan läuft die Wirtschaftsproduktion des Landes nur schleppend wieder an. Diverse Grossunternehmen wie Sony oder Toyota mussten ihre Produktion für längere Zeit unterbrechen.

Nach Schätzungen der Weltbank könnte die Erdbebenkatastrophe und die Havarie der Atommeiler in Fukushima die japanische Volkswirtschaft zwischen 122 bis 235 Mrd. Dollar kosten, das wären 2,5 bis 4 Prozent des japanischen Bruttoinlandprodukts.
12:16
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L'accident de Fukushima fait bondir l'hostilité des Suédois au nucléaire

L'hostilité des Suédois au nucléaire a bondi après l'accident de Fukushima, le nombre de personnes favorables à la sortie de leur pays du nucléaire ayant soudain plus que doublé par rapport à 2008, selon un sondage publié mardi par le quotidien Dagens Nyheter (DN). Ainsi, 36% des personnes interrogées estiment que la Suède doit sortir du nucléaire alors qu'elles n'étaient que 15% en 2008, selon cette enquête menée par Synovate qui a interrogé par téléphone 1000 Suédois entre le 15 et le 18 mars. Parallèlement, le nombre de partisans du développement du parc nucléaire a chuté à 21% alors qu'il était de 47% en 2008.
11:54
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Die Schweizerische Post nimmt ab Mittwoch wieder Briefe und Pakete für Japan entgegen. Dies teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Die Post konnte seit dem 14. März wegen der beschränkten Transportkapazität der Flugzeuge keine Sendungen mehr für Japan annehmen.

Vor Flügen nach Japan müssten die Flugzeuge für den Hin- und für den Rückflug betankt werden. Deshalb könnten sie weniger Ladung mitnehmen, hatte die Post den vorübergehenden Annahmestopp begründet. Zudem hätten Hilfsgüter Priorität beim Transport.

Nach der gut einwöchigen Pause würden ab Mittwoch an den Schaltern wieder Sendungen nach Japan angenommen, teilte Post- Sprecher Mariano Masserini am Dienstag der Nachrichtenagentur SDA mit.
11:46
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Zur Unterstützung der Kühlversuche am japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat China ein grosses Löschfahrzeug ins Unglücksgebiet geschickt. Das mit einem Teleskop- Arm ausgestattete Fahrzeug kann Wasser aus 62 Metern Höhe versprühen.
11:22
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In Japan wächst der Zorn auf die Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi. Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, Yuhei Sato, wies die Einladung zu einem Treffen mit dem Tepco-Präsidenten Masataka Shimizu scharf zurück. «Für Tepco ist es jetzt am wichtigsten, die Krise mit maximalem Einsatz zu beenden. Deswegen habe ich das Angebot abgelehnt», sagte Sato dem Fernsehsender NHK und fügte hinzu: «Angesicht der Sorge, der Wut und der Verzweiflung, die die Menschen in Fukushima empfinden, gibt es für mich keinen Weg, eine Entschuldigung anzunehmen.»

Tepco werden massive Versäumnisse bei der Wartung von Fukushima-Daiichi vorgeworfen. Mindestens 33 Teile der Anlage seien nicht wie vorgeschrieben überprüft worden, heißt es in einem Bericht der japanischen Atomaufsicht.
11:10
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Laut der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA bewegt sich die Temperatur in einem Abklingbecken für Brennelemente um den Siedepunkt. Auch in mindestens zwei Reaktoren liegen die Brennstäbe derzeit zu großen Teilen frei. «Die Werte sind etwas schlechter geworden», sagte ein NISA-Sprecher der Nachrichtenagentur dapd.
11:00
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Immer neue Videos des verheerenden Tsunamis in Japan tauchen auf. Hier hat ein Filmer eindrücklich festgehalten, wie die Wassermassen einen Hafen verschlingen:

10:21
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Im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ist die Temperatur in einem Abklingbecken wieder gefährlich angestiegen. Das Wasser, in dem Brennstäbe zur Kühlung lagern, koche oder sei zumindest kurz davor, sagte Hidehiko Nishiyama von der japanischen Atomsicherheitsbehörde am Dienstag.

Die hohen Temperaturen in dem Becken könnten auch der Grund für die Rauch- oder Dampfwolken sein, die am Montag und Dienstag über den Blöcken 2 und 3 des havarierten AKWs zu sehen waren. Sollte das Wasser in den Abklingbecken verdampfen, würden die Brennstäbe freigelegt. Die Folge: Mehr Radioaktivität würde in die Umwelt entweichen.
10:06
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Unterdessen seien alle sechs Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima 1 wieder an die Stromversorgung angeschlossen, teilte die japanische Atomaufsicht mit. Als letzte wurde eine Leitung zu den Reaktoren 3 und 4 gelegt.

Die übrigen vier Reaktoren waren bereits zuvor an die Stromversorgung angeschlossen, allerdings wurden bislang nur die Reaktoren 5 und 6 mit Strom versorgt. Zunächst müssten die Anlagen geprüft werden, bevor die Stromzufuhr freigegeben werden könne, sagte ein Sprecher der Behörde.
10:00
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Der Unterhaltungselektronik-Konzern Sony stellt die Produktion in einigen Werken ein, weil dort infolge der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe nicht mehr genug Fertigungsteile und Rohstoffe vorrätig sind. Betroffen sind bis Ende März die Digitalkameras, LCD-Fernseher, Handys, Mikrofone und Kopfhörer herstellenden Fabriken in Shizuoka, Aichi, Gifu und Oita, teilte Sony am Dienstag auf seiner offiziellen Webseite mit. Einige andere Werke, etwa wie eine Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien in der Präfektur Tochigi, produzierten aber seit Dienstag wieder, hieß es weiter. In den Erdbebengebieten Miyagi und Fukushima seien in beschädigten Reparaturarbeiten in Gang.
09:43
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Rund 1500 Personen haben am Montagabend in Lörrach (D) bei Basel an einer Kundgebung zur Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan teilgenommen. Sie zogen schweigend vom Bahnhof aus durch die Innerstadt. Die Demo verlief friedlich, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.
09:17
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Die japanische Regierung hat zwei Atomexperten als Berater eingestellt. «Wir erwarten, dass die zwei Experten uns die richtigen Ratschläge geben», sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Dienstagnachmittag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz.

Die Berater gehörten zu Japans besten Nuklearingenieuren. Edano sagte, dass es wichtig sei, das verfügbare Fachwissen zu bündeln. Die nukleare Krise nach dem Erdbeben werde die Regierung noch lange beschäftigen.
08:56
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Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan stehen die Bänder bei den Autobauern Toyota und Honda weiter still. Honda verlängerte am Dienstag abermals seinen Produktionsstopp, weil die Zulieferung wichtiger Bauteile noch immer stockt. Die Arbeit in den Werken solle nun noch bis Sonntag ruhen, teilte das Unternehmen mit. Nach einer ersten Verlängerung des Produktionsstopps sollten bei Honda eigentlich ab Mittwoch wieder Fahrzeuge gebaut werden.

Beim Branchenleader Toyota sollen die japanischen Werke noch mindestens bis Samstag geschlossen bleiben. Wann die Fabriken wieder produzieren, sei noch ungewiss, teilte der Konzern ebenfalls am Dienstag mit.
07:45
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Die zwei beschädigten Atomkraftwerke in Fukushima sind nach Angaben des Betreibers von einer 14 Meter hohen Flutwelle getroffen worden. Das sei mehr als doppelt so hoch, wie Experten bei der Planung der Anlagen erwartet hatten, berichtete der Fernsehsender NHK. Die Tokyo Electric Power Company (Tepco) hatte demnach die Wände der beschädigten Kraftwerke Fukushima 1 und 2 am Montag untersucht, wie der Sender am Dienstag berichtete. Nach Angaben von Tepco sei die Anlage Fukushima 1 auf einen Tsunami von 5,70 Metern ausgelegt worden, Nummer 2 für eine Höhe von 5,20 Metern. Die Gebäude mit den Reaktoren und Turbinen wurden nach NHK-Angaben 10 bis 13 Meter über den Meeresspiegel errichtet. Bei der Katastrophe wurden sie teilweise überschwemmt.
06:55
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Abgeordnete im US-Staat Kalifornien haben Bedenken über die Sicherheit von Atomkraftwerken an der Pazifikküste geäußert. Bei einer Anhörung in Sacramento verlangte der zuständige Ausschuss, die örtlichen Kraftwerksbetreiber sollten erst umfangreiche geophysische Studien anfertigen lassen, bevor sie die Verlängerung von Betriebsgenehmigungen beantragten. So sollte die Gefährdung der Atomkraftwerke durch Erdbeben und Tsunamis wie am 11. März in Japan abgeschätzt werden.
Eine der Betreibergesellschaften, Pacific Gas and Electric (PG&E), hatte erst kürzlich eine Verlängerung der Lizenz für den Betrieb des Kraftwerks in Diablo Canyon beantragt.
06:09
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Aus Block 3 tritt nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo weisser Rauch auf, über Block 2 weisser Dampf. Bereits am Montag war über Block 2 Dampf und über Block 3 grauer Rauch aufgestiegen, der bis zum Abend verschwand. Auch da war die Ursache unklar. Die Einsatzkräfte und Arbeiter wurden in Sicherheit gebracht.
06:06
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Die Tokioter Börse ist am Dienstag mit Kursgewinnen gestartet. Der Nikkei-Index sprang um 3,6 Prozent - 331,87 Punkte - auf 9.538,62 Punkte in die Höhe und machte damit einige der schweren Verluste nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami vom 11. März wieder gut. Die Börse reagierte damit am ersten Handelstag der Woche - Montag war wegen eines Feiertags geschlossen - auf Anzeichen, dass sich die Lage im Unglücks-Atomkraftwerk Fukushima 1 stabilisiert.
06:02
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In den von Erdbeben und Tsunami verwüsteten Gebieten des japanischen Nordostens sind bis Dienstag mehr als 9000 Leichen geborgen worden. Das teilte die japanische Polizei mit. Es wird befürchtet, dass sich diese Zahl noch bis zum Abschluss der Bergungsarbeiten verdoppeln wird.

Den Angaben der Nationalen Polizeibehörde zufolge wurden seit der Katastrophe vom 11. März 9079 Tote geborgen. 12 645 Menschen werden vermisst.
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Die Situation am Dienstagmorgen

Die Lage am japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 ist weiter unsicher. Immer wieder stiegen am Dienstag Dampf und Rauch über den beschädigten Reaktoren auf. Wirtschaftsminister Banri Kaieda sprach von einer angespannten Situation.

Aus Block 3 trete weisser Rauch auf, über Block 2 weisser Dampf, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Der Rauch stammte nach Angaben des Verteidigungsministeriums vermutlich von brennenden Trümmerteilen. Bei dem weissem Dampf handelte es sich demnach um erhitztes Wasser.

Bereits am Montag war über Block 2 Dampf und über Block 3 grauer Rauch aufgestiegen. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco stieg die Radioaktivität darauf für kurze Zeit an.

Wegen der erhöhten Strahlenwerte wurden die Einsatzkräfte und Arbeiter vorübergehend in Sicherheit gebracht. Die Arbeiten zur weiteren Installation der Stromversorgung mussten während rund zehn Stunden unterbrochen werden. Auch das Besprühen der Reaktorblöcke mit Wasser wurde zeitweise eingestellt.

Stromversorgung zum Ziel

Die japanischen Behörden hoffen, dass die Arbeiten in Block 2 bis Mittwoch abgeschlossen werden können. Neben Block 2 werde möglicherweise auch Block 1 bald wieder ans Stromnetz angeschlossen, sagte ein Sprecher.

Ziel ist es, die Beleuchtung in den Kontrollräumen wiederherzustellen und die reguläre Kühlung der Anlagen in Gang zu bringen. Auch zu den Reaktorblöcken 3 und 4 sei eine Stromleitung verlegt worden. Sobald sichergestellt sei, dass die Technik unversehrt sei, werde auch dort mit den elektrischen Anschlussarbeiten begonnen, sagte der Sprecher.

Bei dem weniger kritischen Reaktorblock 6 läuft die Stromversorgung über einen Notstromgenerator mit Diesel. Die Reaktorblöcke sollen in den nächsten Tagen erneut mit Wasser besprüht werden, um eine Überhitzung zu vermeiden. Aufgrund der Nachwärme in den Reaktoren verdampft das bisher zugeführte Wasser.

Verstrahltes Meerwasser

Unterdessen wurde eine starke radioaktive Belastung des Meerwassers festgestellt. Bei Jod-131 sei ein Wert gemessen worden, der das gesetzliche Maximum um den Faktor 126,7 übersteige, berichtete der Fernsehsender NHK. Bei Cäsium-134 sei die Verstrahlung 24,8 Mal so hoch wie zulässig.

Nach Auswertung der Probe von einem Standort 100 Meter südlich des havarierten Kraftwerks kündigte die Betreibergesellschaft Tepco weitere Tests vor der Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu an.

Minister wegen Einsatzbefehl kritisiert

Wirtschaftsminister Kaeida geriet in die Kritik. Er soll Feuerwehrmänner aus Tokio gezwungen haben, stundenlang Wasser auf den radioaktiv strahlenden Reaktor im Atomkraftwerk Fukushima 1 zu sprühen.

Der Minister soll den Männern eine Strafe angedroht haben, falls sie die Aufgabe nicht ausführten, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Der Gouverneur von Tokio, Shintaro Ishihara, habe sich bei Regierungschef Naoto Kan darüber beschwert.

Kaeida sagte daraufhin am Dienstag auf einer Pressekonferenz: «Wenn meine Bemerkungen Feuerwehrmänner verletzt haben, [...] möchte ich mich in diesem Punkt entschuldigen.» Er ging allerdings nicht näher darauf ein, ob die Vorwürfe gerechtfertigt seien.

(sda)