Desaster in Japan

18. März 2011 06:15; Akt: 19.03.2011 08:21 Print

«Andere grosse Erdbeben werden folgen»

Die japanischen Rettungskräfte kämpfen immer noch gegen die drohende Kernschmelze. Derweil ahnen Wissenschaftler böses.

Bildstrecke im Grossformat »
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wirft in ihrem Bericht über den Atomunfall in Fukushima der japanischen Regierung vor, die Gefahr von Tsunamis unterschätzt zu haben. Am gehen heftige Unwetter über dem Katastrophengebiet in Japan nieder. Die Strahlenmesswerte bei den havarierten Reaktoren von Fukushima sind viel zu hoch. Die Cäsium-134-Konzentration ist alarmierend. Die Tepco veröffentlicht im Mai weitere Bilder aus dem Innern des AKW Fukushima. Wie am bekannt wurde, sind zwei weitere Kernschmelzen in den Unglücksreaktoren eingetreten. Nach der Entdeckung von rund 3000 Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima soll ein gigantisches Schiff als Auffangbecken dienen. Am wird das Katastrophengebiet rund um Fukushima von einem neuen Beben heimgesucht. Doch nachdem die Regierung schliesslich offiziell den Evakuierungsradius um das Atomkraftwerk Fukushima von 10 auf 20 Kilometer ausweitete, machten sich Tausende Japaner auf die Flucht. Arbeiter wagen sich zum ersten Mal seit dem Erdbeben in den Unglücksreaktor 1 des AKW Fukushima. Tepco gibt bekannt, dass eine Arbeiterin im Atomkraftwerk Fukushima eine zu hohe Strahlendosis abbekommen hat. Arbeiter räumen das Gelände um das AKW mit ferngesteuerten Maschinen. Roboter haben in zwei Reaktorblöcken des japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi hohe Radioaktivität gemessen. Das Mineral Zeolith soll Radioaktivität aus dem verseuchten Meerwasser absorbieren. Die EU-Kommission lässt die Staaten künftig alle Schiffe aus Japan auf radioaktive Strahlung untersuchen. Auf dem Gelände des schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi brach ein Feuer aus. Betreiber Tepco erklärte, das Feuer in der Nähe von Reaktor 4 sei klein gewesen und rasch gelöscht worden. Es habe keine Auswirkungen auf die Arbeiten zur Kühlung der Reaktoren gehabt. Gleichzeitig stuft Japan das Atomunglück von Fukushima nun offiziell als ebenso schwer ein wie das Reaktorunglück in Tschernobyl - auf der höchsten Stufe 7. Die Menge der Radioaktivität, die aus dem Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ausgetreten sei, entspreche etwa zehn Prozent der Menge, die in Tschernobyl freigesetzt worden sei. In der Atomruine von Fukushima kämpften die Arbeiter weiterhin gegen den drohenden Super-GAU. Sie begannen damit, eine Barriere aus Stahlplatten zu errichten. Damit soll verhindert werden, dass stark radioaktiver Schlamm sich im Meer ausbreitet. Neue Bilder zeigen, mit welcher Gewalt die Tsunami-Welle das AKW traf. Das Atomkraftwerk war beim Erdbeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami schwer beschädigt worden. Der Eingangsbereich der Tepco wird von der Welle komplett zerstört. Ähnlich sieht es in den Büroräumen aus. Nach dem tagelangen Auslaufen von stark radioaktiv verseuchtem Wasser ist das Leck an einer Leitung des japanischen Atomkraftwerks Fukushima endlich behoben worden. Dieses Bild wurde vor den Reparaturarbeiten gemacht: Durch den Riss waren in den letzten Tagen grosse Mengen radioaktiv verseuchten Wassers ins Meer gelaufen. Das Wasser stammte von den Kühlarbeiten am Reaktordruckbehälter, das sich im Untergeschoss des an den Reaktor angrenzenden Turbinengebäudes gesammelt hatte. Im AKW Fukushima-Daiichi wird weiter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt. Nach Ansicht von US-Experten stellt dies jedoch keine grosse Gefahr für Meerestiere dar. Weil die Radioaktivität sehr schnell im Ozean verdünnt werde, sei auch der Verzehr von Meerestieren wenig bedenklich. : Zwei Arbeiter des AKWs Fukushima werden tot aufgefunden. Sie waren Opfer des Tsunamis. Mit einer schwimmenden Insel soll das auslaufende, radioaktive Wasser wieder eingefangen werden. : Die Lage im AKW Fukushima verschlimmert sich: Aus dem AKW läuft radioaktives Wasser ins Meer. Der Riss in Reaktor 2 soll 20 Zentimeter lang sein. Ein Tepco-Mitarbeiter zeigt auf die Stelle. Arbeiter in Fukushima putzen ein US-Schiff. Mit dem Boot wurde sauberes Süsswasser nach Fukushima transportiert, dass zur Kühlung der Reaktorblöcke eingesetzt wird. Nach eigenen Strahlungsmessungen im Umkreis des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Evakuierung der gesamten Region empfohlen. Ein Mitarbeiter des Organisation misst in der Stadt Iitate einen Wert von 7.66 Mikrosievert. «Es ist für die Menschen eindeutig nicht sicher, in Iitate zu bleiben, vor allem für Kinder und schwangere Frauen. Sie könnten die maximal zulässige jährliche Strahlendosis in nur wenigen Tagen abbekommen», sagt Jan van de Putte, Strahlenexperte von Greenpeace. Im Meerwasser vor dem Unglücksreaktor wurde eine sehr hohe Konzentration von radioaktivem Jod entdeckt. Die Radioaktivität habe das 3355-Fache des zulässigen Wertes erreicht, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Tepco-Chef Masataka Shimizu musste wegen Bluthochdrucks und Schwindelgefühls ins Spital gebracht werden. Shimizu ist zwei Tage nach der Katastrophe von der Bildfläche verschwunden. Aus dem beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi tritt offenbar weiterhin hochgiftiges Plutonium aus. Das Schwermetall sickert ins Erdreich ein. In Reaktor 2 hat es nach Einschätzung der japanischen Regierung eine vorübergehende teilweise Kernschmelze gegeben. Reaktor 3 ist schwer beschädigt. Die Strahlung in Reaktorblock 2 ist zudem zehn Millionen Mal höher als normal. Die Messarbeiten wurden abgebrochen und die Arbeiter abgezogen. Die Szene ist apokalyptisch: Die japanischen Selbstverteidungskräfte haben am 23. März um 12.55 Uhr eine Stunde lang einen Helikopterflug über dem havarierten AKW Fukushima gemacht. Beim Reaktor 2 steigt Wasserdampf aus einer Öffnung. Der fünfminütige Zusammenschnitt wurde am 25. März im japanischen Staatsfernsehen NHK gezeigt. Es ist das erste Mal, dass die Selbstverteidungskräfte Bilder des AKW Fukushima veröffentlichten. In Block 3 der Anlage «könnte etwas beschädigt worden sein». Daten deuteten darauf hin, dass «gewisse Funktionen der Sicherheitshülle» noch erhalten seien. Im benachbarten Turbinengebäude des Reaktorblocks 3 waren drei Arbeiter einer 10 000fach erhöhten Radioaktivität ausgesetzt gewesen. Dies deutet entweder auf eine partielle Kernschmelze mit einer Beschädigung des Reaktorbehälters hin oder auf eine Überhitzung des Abklingbeckens für abgebrannte Kernbrennstäbe. Der Schaden könnte auch an anderen Teilen entstanden sein, etwa an Rohrleitungen ... ... oder dem Abklingbecken, erklärten Behördenvertreter. Drei Techniker, die im AKW Fukushima verstrahlt worden sind, standen bei ihrem Einsatz in Wasser, das nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco eine zehntausendfach erhöhte Radioaktivität aufwies. Zwei der drei Arbeiter wurden mit Verbrennungen in eine Spezialklinik eingeliefert. Die Männer hatten im Tiefgeschoss eines Turbinengebäudes von Block 3 gearbeitet. Dabei hatten sie keine Schutzstiefel an, so dass ihnen das radioaktiv belastete Wasser in die Schuhe lief. Das Video entstand gut 40 Minuten, nachdem die Welle auf Land getroffen war. Neben dem beschädigten Kraftwerk sind die Auswirkungen der Naturkatastrophe in der Präfektur Miyagi zu sehen. Ein Regionalbüro des japanischen Transportministerium hat die Bilder am 23. März veröffentlicht. Während Arbeiter versuchen, die Stromversorgung in allen Reaktoren des schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima wieder herzustellen, wird die japanische Bevölkerung zum Spenden aufgerufen. Dieses Mädchen dürfte sich allerdings kaum bewusst sein, dem japanischen Sumo-Grossmeister Hakuho gegenüberzustehen. Abgefülltes Trinkwasser wird langsam, aber sicher knapp: Die Bevölkerung getraut sich nicht mehr, Leitungswasser zu trinken. Einblicke in den zentralen Kontrollraum des AKWs Fukushima I. Diese Fotos wurden am 23. März veröffentlicht. Offenbar geht nicht mehr viel. Die Arbeiter hantieren mit Taschenlampen. Die Bilder zeigen, unter was für schwierigen Bedingungen gearbeitet werden muss. Der Besitzer eines Tierladens in der japanischen Grossstadt Sendai bringt einen Schweinswal in Sicherheit. Er schwamm seit dem Tsunami in einem Reisfeld. Die Mitarbeiter des Kontrollraums von Reaktor 3 sind in Sicherheit gebracht worden. Derzeit versuchen die Rettungskräfte, die Reaktoren und verbrauchten Brennstäbe zu kühlen. Über Reaktor 3 des AKW von Fukushima stieg schwarzer Rauch auf. Im Atomkraftwerk Fukushima 1 droht immer noch eine Kernschmelze. Die aus den beschädigten Reaktoren austretende radioaktive Strahlung erschwert zunehmend das Krisen-Management der Betreibergesellschaft Tepco. Kleinkinder und Säuglinge sollen in Tokio kein Leitungswasser mehr trinken. Im Wasser seien erhöhte Werte von radioaktivem Jod festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Stadtregierung. Zudem ordnete Ministerpräsident Naoto Kan einen Lieferstopp für Broccoli und das japanische Gemüse Komatsuna aus der Region Fukushima sowie für Rohmilch und Petersilie aus der Präfektur Ibaraki an. Alle sechs Meiler des Atomkraftwerks haben zum ersten Mal seit der Erdbeben-Katastrophe vor eineinhalb Wochen wieder eine Verbindung zum Stromnetz. Doch wirklich entspannt ist die Lage nicht. Die zwei beschädigten Atomkraftwerke in Fukushima sind nach Angaben des Betreibers von einer 14 Meter hohen Flutwelle getroffen worden. Das sei mehr als doppelt so hoch, wie Experten bei der Planung der Anlagen erwartet hatten. Nach Angaben von Tepco sei die Anlage Fukushima 1 auf einen Tsunami von 5,70 Metern ausgelegt worden, ... ... Nummer 2 für eine Höhe von 5,20 Metern. Aus Block 3 ist erneut weisser Rauch ausgetreten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo stieg zudem über Block 2 weisser Dampf aus. Die Einsatzkräfte und Arbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Aus den Reaktoren 2 und 3 beim AKW Fukushima I ist Rauch ausgetreten. Die Ursache blieb unklar. Die austretende Radioaktivität belastet zunehmend die Landwirtschaft in der Umgebung des beschädigten Atomkraftwerks. Die japanischen Behörden riefen Bauern und Molkereien der Region dazu auf, freiwillig darauf zu verzichten, verstrahlte Lebensmittel und Milch in den Handel zu bringen. Bei Spinat aus der Stadt Hitachi, mehr als 100 Kilometer südlich des Atomkraftwerks, wurde in einem Fall ein Jod-131-Wert von 54 000 Becquerel pro Kilogramm festgestellt. Bei Cäsium wurden 1931 Becquerel gemessen. Panzer in Fukushima. Sie sollen am Montag dabei helfen, Trümmer beim AKW wegzuräumen. Die Trümmer beim AKW (Bild vom 18. März) stehen der Feuerwehr im Weg und behindern sie beim Löscheinsatz. Pressekonferenz der Feuerwehr: Hauptmann Yasuo Sato (Mitte) mit Toyohiko Tomioka (links), dem Führer der 6. Einsatzgruppe, und Yukio Takayama, der die 8. Einsatzgruppe befehligt. (19. März, Abend) Feuerwehrmänner riskieren ihr Leben, um den hochgefährlichen Plutoniumreaktor 3 des AKW Fukushima 1 zu kühlen. Die Feuerwehr bei ihrem Einsatz zur Kühlung des Reaktors 3. Die Feuerwehrleute unterwegs zu ihrem gefährlichen Auftrag. Mit ähnlichen Löschfahrzeugen wie diesem der japanischen Armee sprühen die Feuerwehrmänner Wasser auf die Reaktoren. Satellitenaufnahme des havarierten Atomkraftwerks vom 18. März. Das japanische Wissenschaftsministerium hat die neuesten Messwerte aus der Nähe der Sperrzone veröffentlicht. 30 Kilometer nordwestlich von Fukushima I sind Strahlenwerte von bis zu 140 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden. Zum Vergleich: Ein Astronaut im Weltraum nimmt (nur) 10 Mikrosievert pro Stunde auf. Aus einem der beschädigten Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi steigt weisser Rauch auf. Auf zwei Arten versuchen Techniker den Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima zu verhindern: Bei den Blöcken 1 und 2 soll eine neu verlegte Stromleitung das Kühlsystem wieder zum Laufen bringen. Die Reaktoren 3 und 4 werden mit Wasserwerfern von aussen gekühlt. Ein Video vom Flug über das havarierte AKW Fukushima I zeigt inzwischen das Ausmass der Zerstörung. Das Video wurde an Bord eines Helikopters gemacht und am 17. März 2011 von der japanischen Zeitung «Asahi Shinbun» im Internet veröffentlicht. Dabei besonders beeindruckend: Im Block 4 liegt das Atom-Becken völlig frei. Ein hoher Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Graham Andrew, bestätigte in Wien, die Lage sei weiter «sehr ernst». Brennstäbe in zwei Reaktoren seien nur zur Hälfte mit Wasser bedeckt, ... ... in einem dritten nur zu einem Drittel. Ein Helikopter des Typs Chinook CH-47 lädt Meerwasser, um es über dem AKW abzuwerfen. Am Morgen haben die japanischen Streitkräfte vor allem versucht, Reaktor 3 zu kühlen. Dieser Mann weint vor den Trümmern seines Hauses in Onagawa. Der Leichnam seiner Mutter liegt noch unter dem Schutt begraben. 50 Techniker kämpfen im AKW Fukushima 1 gegen den Super-Gau. Ihren Einsatz, für den sie als Helden gefeiert werden, dürften sie mit ihrem Leben bezahlen. Der Versuch mit Wasserabwürfen von einem Helikopter aus Reaktor 3 zu kühlen, musste abgebrochen werden. Sowohl Reaktor 4 als auch Reaktor 3 hatten zuvor Feuer gefangen. Zudem wurde in Block 3 womöglich die wichtige innere Reaktorhülle beschädigt. Dieses von der Betreiberin Tepco veröffentlichte Bild zeigt auch ein grosses Loch in der Aussenhülle von Reaktor 4. Das Fernsehen zeigte Bilder, wie stundenlang eine dichte weisse Rauchwolke von der Anlage aufstieg. Die Radioaktivität ist im Kontrollraum von Reaktor 4 des AKW Fukushima 1 offenbar so hoch, dass dort nicht mehr normal gearbeitet werden kann. Die französische Nuklearsicherheitsbehörde stuft die atomare Katastrophe in Fukushima inzwischen mit der Stärke 6 ein. Insgesamt gibt es 7. Die Katastrophe von Tschernobyl hatte auf der Skala die Stufe 7 erreicht. In der Nähe von Tokio stieg die radioaktive Belastung auf das zehnfache Niveau der üblichen Strahlung. Zudem hat der Wind nach Südwesten gedreht: Die radioaktive Wolke treibt nicht mehr aufs offene Meer, sondern aufs Festland. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte, dass in Reaktor 4 der Atomanlage ein Feuer ausgebrochen sei, dort sei zudem eine «deutlich erhöhte» Radioaktivität gemessen worden. Gleichzeitig rief er einen Strahlungsalarm aus. Seine Regierung warnte vor einer «Gesundheitsgefährdung» und ... ... forderte Menschen ausserhalb der evakuierten Zone bis zu einem Umkreis von 30 Kilometern auf, in ihren Häusern zu bleiben. Der Kampf um das Atomkraftwerk Fukushima I hält die Welt in Atem: In drei Reaktoren droht eine Kernschmelze. Laut japanischer Regierung soll, wie bereits zwei Tage zuvor, Wasserstoff explodiert sein. Im Block 2 ragten die Brennstäbe am Abend aus dem Wasser heraus, nachdem es zu Problemen mit einem Ventil gekommen war. Probleme mit der Kühlung gibt es auch im rund zwölf Kilometer entfernten AKW Fukushima II. Am Haupttor des AKW wird eine erhöhte Radioaktivität von 3130 Mikrosievert gemessen. Dies sei doppelt so hoch wie der zuvor gemessene Höchstwert. Deshalb werden die Menschen im Umkreis von 20 Kilometern auf Verstrahlung überprüft. Die Regierung liess Jod-Tabletten verteilen, die die Folgen einer Verstrahlung mildern können. Anwohner kommen zu einer provisorischen Strahlenmessstation in der Stadt Koriyama, um sich untersuchen zu lassen. Ältere Leute, Schulkinder und Familien mit Babies flüchten in Evakuierungszentren. Wegen den schlechten Verbindungen besteht ein Mangel an Informationen aus erster Hand. Die Küstengebiete sind von Erdbeben und Flutwelle verwüstet. Die radioaktive Strahlung hat in Fukushima die Höchstwerte überschritten. Die Regierung warnt bereits vor einer möglichen weiteren Explosion. Am hatte sich im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi eine Explosion ereignet. Das Reaktorgebäude wurde dabei zerstört: Aussenwände und das Dach stürzten ein. Während die Regierung erklärte, es habe offenbar Schäden am unteren Teil der Hülle gegeben, teilte die Behörde für Atomsicherheit wenig später mit, anscheinend gebe es keine Löcher. Die Behörden befürchten, in der Atomanlage könnte es zu einer Kernschmelze kommen.

automatisches Update
Es tickert für Sie:
Adrian Eng
22:34
0
Die amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) will aus Japan importierte Waren auf eine mögliche Strahlenbelastung hin überprüfen. In einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme hieß es, FDA-Vertreter gingen nicht von einer unmittelbaren Gefahr für die Lebensmittelversorgung in den USA aus. Vielmehr gehe es darum, Informationen über den Herkunftsort und die Herstellung der japanischen Waren zu sammeln, um zu gewährleisten, dass entsprechende Produkte nicht verseucht seien. Die FDA will den Angaben zufolge auch Lebensmittel überprüfen, die möglicherweise innerhalb Japans transportiert wurden.
22:15
0
In Japan ist eine Rettungskraft des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) so schwer erkrankt, dass es mit einem Abulanz-Jet der Rettungsflugwacht Rega in die Schweiz zurück geflogen werden muss. Das REDOG-Mitglied erkrankte während des Einsatzes.

Die gesundheitlichen Probleme stünden jedoch nicht in Zusammenhang mit den Ereignissen in Japan, erklärte die Rega am Freitagabend in einer Medienmitteilung weiter. Der Jet sei am Freitagabend um 22 Uhr von Zürich in Richtung Japan gestartet. Ob es sich bei der erkrankten Rettungskraft um einen Mann oder eine Frau handelte, wurde nicht mitgeteilt.
21:58
0
Nach dem massiven Wasserwerfereinsatz im Block 3 des Atomkraftwerks Fukushima 1 ist der Druck in der Reaktorkammer etwas gesunken. Dies geht aus dem jüngsten Bericht der japanischen Atomsicherheitsbehörde (NISA) hervor. In den beiden anderen Blöcken aber, die nach dem Erdbeben vor einer Woche automatisch abgeschaltet wurden, zeigen die am Samstagmorgen (Ortszeit) veröffentlichten Werte eine leicht steigende Tendenz. Die NISA gibt lediglich Zahlenwerte an und bewertet diese nicht. An Stelle der Notkühlung von Block 3 mit Wasserwerfern will die Betreibergesellschaft Tepco am Samstag versuchen, die reguläre Kühlung für die Reaktorblöcke 1 und 2 wieder in Gang zu setzen. Am Sonntag könnten dann die Blöcke 3 und 4 folgen, wie Hidehiko Nishiyama von der Atomsicherheitsbehörde (NISA) am Freitag nach einer Meldung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo mitteilte. Dazu wurde eine Starkstromleitung zum Atomkraftwerk Fukushima gelegt. Unklar ist aber, inwieweit die Technik der Kühlsysteme nach den Explosionen in den Reaktorblöcken 1 bis 3 und dem Brand im Reaktor 4 noch funktionsfähig ist.
21:33
0
Nach Auffassung des deutschen Geophysikers Hans-Peter Bunge von der Ludwig-Maximilians-Universität München werden weitere grosse Erdbeben folgen. Zu Spiegel Online sagte er: «Man muss davon ausgehen, dass dieses Erdbeben andere grosse Erdbeben nach sich ziehen wird.» Laut Bunge hat sich der Spannungszustand des gesamten Erdkörpers verändert. Andere Erdplatten müssten demnach reagieren.
21:10
0
Beim iPad 2 könnte es nach Einschätzung von Analysten wegen des Erdbebens in Japan zu Lieferengpässen kommen. Wie die US-Marktforschungsgruppe IHS iSuppli mitteilt, stammen mindestens fünf Komponenten des neuen Tablet-Computers von Apple von japanischen Herstellern, deren Produktion durch das Erdbeben zum Teil beeinträchtigt wurde.
20:39
0
Der AKW-Betreiber Tepco will das Kühlsystem der beschädigten Reaktoren überprüfen. Zuvor konnte die Stromversorgung in Fukushima I wieder hergestellt werden. Falls das Kühlsystem nicht funktioniert, werde man mit den Reparaturen beginnen, so Tepco.
20:16
0
Wie das Eidg. Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) mitteilt, seien inzwischen eine Reihe möglicher Schwachstellen im Atomkraftwerk Fukushima identifiziert worden. Das ENSI habe deshalb verfügt, dass die Schweizer Werke auch in diesen Punkten die Auslegung ihrer Anlagen überprüfen müssen.
20:12
0
In Japan ist es jetzt kurz nach vier Uhr Morgens. Die Temperaturen sind wieder unter den Gefrierpunkt gefallen und geschätzte 400 000 Menschen müssen die Nacht im freien verbringen. Vor allem im Nordosten ist die Lage immer noch prekär.
19:23
0
Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hat sich die Lage stabilisiert. Wie der IAEA-Experte Graham Andrew in Wien sagte, bleibe die Situation aber sehr ernst. IAEA-Direktor Yukiya Amano hatte zuvor in Tokio die Verantwortlichen für ihre Informationspolitik kritisiert.

Die Regierung gestand inzwischen Fehler ein. Premier Naoto Kan versuchte zugleich, Mut zu machen: «Japan als Land wird die Katastrophe überwinden und sich erholen.»
19:20
0
Die fünf Schweizer Atomkraftwerke werden nicht am Stresstest der EU teilnehmen. Das habe Bundesrätin Doris Leuthard entschieden, bestätigte Marianne Zünd, Sprecherin des Bundesamtes für Energie, einen Bericht von Radio DRS.

Die in der Schweiz angeordnete Sicherheits-Überprüfung sei bereits angelaufen und werde rascher zu Erkenntnissen führen, sagte Zünd. Die EU sei erst daran, die Kriterien ihrer Sicherheits- Überprüfung zu definieren.
18:58
0
Die Wiener Sängerknaben planen eine Benefizkonzertreihe zu Gunsten der Erdbeben- und Tsunami-Opfer in Japan, meldet Kyodo. Das Geld gehe insbesondere an die Kinder im zerstörten Nordosten des Landes.
18:27
0
Die Feuerwehr aus Tokio hat kurz vor 01.00 Uhr (Ortszeit) wieder damit begonnen, Wasser auf den Reaktor 3 des AKW Fukushima zu spritzen, um für ein bisschen Kühlung im Reaktorblock zu sorgen.
18:23
0
Die Regierung Hollands will ihre in Japan lebenden Staatsbürger angesichts der aus dem Atomkraftwerk Fukushima austretenden Strahlung mit Jodtabletten versorgen. Die Tabletten seien in der Botschaft in Tokio sowie im Konsulat in Osaka erhältlich, wie die niederländischen Behörden am Freitag mitteilten.
18:15
0
Die aus dem beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima austretende radioaktive Strahlung hat die Westküste der USA erreicht. Dass teilte ein Diplomat mit Zugang zu Messwerten der UNO am Freitag der Nachrichtenagentur AP mit. Die Werte seien jedoch minimal und stellten keine gesundheitliche Gefahr für den Menschen dar. Die in Kalifornien festgestellte Strahlung liege «etwa um das Milliardenfache unterhalb dessen, was als bedrohlich eingestuft werde», sagte der Diplomat.
18:05
0
Selbst wenn am Samstag in den Reaktoren 1 und 2 in Fukushima wieder Strom gibt, ist absolut unklar, ob das etwas helfen wird. Denn: Ob das Kühlsystem bei Erdbeben und Tsunami Schaden genommen haben, weiss niemand.
17:55
0
Innerhalb der nächsten 24 Stunden sollte wärmeres Wetter die Hilfe für die Notleidenden im Norden von Japan erleichtern, sagt Herbert Pümpel von der World Meterological Organization der UNO.

Zudem konnte der Flughafen von Sendai, der größten Stadt der Region, wieder freigegeben werden, nachdem das Rollfeld bisher durch umgestürzte Kleinflugzeuge, Autos und Schutt blockiert gewesen war. Nun können erstmals wieder Flugzeuge mit Hilfslieferungen landen, auch Helikopter der US-Armee erreichten am Freitag die Region.
17:40
0
Die Zahl der Todesopfer in Japan steigt weiter an. Gemäss offiziellen Angaben der Polizei sind 6911 Personen gestorben. Mindestens 10 316 Personen werden vermisst, wie die BBC berichtet.
17:35
0
Die Erde in Japan zittert immer noch: Insgesamt wurden nach dem Beben der Stärke 9,0 vom letzten Freitag 262 schwächere Nachbeben registriert. Das gab es bisher noch nie.
17:30
0
Das Stromkabel zu den Reaktoren 1 und 2 in Fukushima soll bis am Samstag installiert sein. Die Arbeiten am Stromkabel, welches zu den Reaktoren 3 und 4 führt, dauern bis Sonntag. Das hat die japanische Nuklearbehörde laut Agentur NHK bekannt gegeben.
17:03
0
Die Monster-Welle vom vergangenen Freitag war allerdings nicht die Grösste. Die höchste jemals registrierte Tsunami-Welle in Japan gab es alten Aufzeichnungen zufolge 1896 mit 38 Metern.
16:55
0
Die BBC stützt sich bei ihrem Bericht über die Monster-Welle von bis zu 23 Metern Höhe auf die japanische Zeitung «Yomiuri». Die Studie stammt vom Hafen- und Flughafen Forschungsinstitut aus Ofunato. Kein Wunder tun sich die Helfer schwer den Menschen in Nordjapan zu helfen.
16:45
0
Die US-Armee, die 50 000 Soldaten in Japan stationiert hat, unterstützt die japanischen Hilfskräfte. Doch schwerer Schneefall hat die Helikopterflüge eingeschränkt.

«Es ist frustrierend», sagt der US-Navy-Rettungsschwimmer Jeff Pearson. «Aber wir tun, was wir können. Ich glaube aber, wir werden bald deutlich mehr helfen können.» Bereits am Freitag konnten zwei US-Hubschrauber in der Nähe eines zerstörten Dorfes landen, um Bohnen und Milchpulver in ein Notlager zu bringen.
16:35
0
Es gibt immer genauere Angaben über den Tsunami vom letzten Freitag: Mindestens 400 Quadratkilometer Land seien überschwemmt worden, berichtet die BBC. Gemäss einer Studie eines Forschungsinstituts aus der japanischen Stadt Ofunato, soll die Welle eine Maximalhöhe von 23 Metern erreicht haben.
16:30
0
Die internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien hält die Krise in Fukushima weiterhin für sehr ernst. Immerhin habe sich die Situation dort seit Donnerstag nicht weiter verschlimmert.
15:53
0
Das japanische Gesundheitsministerium will alle Krankenhauspatienten aus der 30-Kilometer-Sicherheitszone evakuieren, berichtete der Fernsehsender «NHK». Insgesamt werden in den dortigen Kliniken 1100 Patienten behandelt. Noch im Verlaufe des Freitags wollten Helfer 300 Patienten in sichere Krankenhäuser verlegen. Die restlichen 800 Patienten sollen in den nächsten Tagen mit Helikoptern und Sanitätswagen unter anderem nach Tokio und Yamagata gebracht werden.
15:49
0
Autofabriken bleiben vorerst geschlossen. Nach Branchenprimus Toyota hat nun auch Honda erklärt, wegen der Katastrophe seine Endmontagewerke frühestens Mitte der kommenden Woche wieder zu öffnen. Die Produktion werde statt am Montag nun voraussichtlich erst am Donnerstag wieder aufgenommen, teilte der Konzern mit. Seine Lastwagenproduktion in Japan lässt auch der deutsche Konzern Daimler bis mindestens Dienstag ruhen. Die Sicherheit der knapp 13 000 Mitarbeiter habe oberste Priorität, hiess es. Die Autoproduktion in Japan sollte eigentlich schon längst wieder laufen, doch die Hersteller zögern die Wiederinbetriebnahme der Fabriken immer weiter hinaus. Es fehlt an Strom und Teilen. Zudem sind wichtige Strassen unpassierbar und Hafenanlagen teilweise zerstört.
15:12
0
Leser Michael berichtet, dass eine Person in Tokio einen Geigenzähler im Büro aufgestellt hat und die Werte im Internet veröffentlicht . Nach den Angaben – die 20 Minuten Online nicht überprüfen kann – beträgt die aktuelle Strahlung im Schnitt 0.2 Mikrosievert pro Stunde. Zum Vergleich: In der Schweiz beträgt die jährliche Durchschnittsbelastung 0,46 Mikrosievert pro Stunde (4,2 Mirkosievert pro Jahr). Jedoch ist die Strahlung in der Schweiz aufgrund der Höhe über Meer grundsätzlich höher als in Japan. Der sonst normale Durchschnittswert in Japan ist nicht bekannt. Das deutsche Bundesministerium hat eine übersichtliche Grafik mit den Messwerten in Japan erstellt. Die Daten dazu sind sehr ausführlich – hier geht es zur Webseite..
15:09
0
Zur Versorgung der Erdbeben- und Tsunami-Opfer in Japan richtet die EU im Laufe des Freitags eine Luftbrücke ein. 15 Zivilschutzexperten würden sich auf den Weg nach Tokio machen, um die Verteilung von Hilfsgütern zu organisieren, sagte Kommissionssprecher Raphael Brigandi. Wie viele Flugzeuge an der Luftbrücke beteiligt würden, wurden zunächst nicht gemacht.
15:04
0
Strahlung in Tokio steigt: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steigt die Strahlenbelastung in der japanischen Hauptstadt weiter an – die Belastung sei aber noch nicht gesundheitsgefährdend. Es gebe also keinen Grund, Einreisen nach Japan zu stoppen. WHO-Sprecher Gregory Hartl sagte am Freitag, die Organisation «empfiehlt keine Reisebeschränkungen nach Japan» ausserhalb der Evakuierungszone rund um die Reaktoren von Fukushima. Die Strahlenbelastung in Tokio sei immer noch deutlich unter einem Niveau, das ein Gesundheitsrisiko darstellen würde, so Hartl weiter. Auch Reisende, die aus Japan zurückkehren, stellten keine gesundheitliche Gefahr für andere dar.
15:00
0
Zahl der Opfer steigt und steigt: Japan musste die Opferzahlen nochmals deutlich nach oben korrigieren. 6911 Menschen starben, meldet die japanische Nachrichtenagentur «Kyodo» unter Berufung auf Polizeiangaben. Insgesamt beläuft sich die Zahl der Toten und Vermissten derzeit auf 17.227 Menschen.
14:25
0
«Was ist eigentlich mit dem verlegten Stromkabel?», fragt Leserin Evelyn per Mail. Gemäss AKW-Betreiber «Tepco» sollte ursprünglich die Leitung bereits am Freitag stehen. Nun wurde die Inbetriebnahme auf Samstag verlegt: Der Betreiber hofft dann, die Pumpen des Kühlsystems in den Reaktoren 1 und 2 wieder in Gang zu setzen, berichtete der Sender «NHK». Über den Zustand der Technik in den teilweise völlig zerstörten Reaktorhallen gab es allerdings keine genauen Angaben. Es ist möglich, dass die Pumpen gar nicht funktionieren. «Tepco» hat den den Zeitplan zur Versorgung mit Strom aber nochmals angepasst. Laut Reuters hofft sie nun den Reaktorblock 4 am Samstag anzuschliessen.
14:06
0
Um 15 Uhr informiert der Bund bei der täglichen Japan-Medienkonferenz. Es wird spannend, ob das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat die Mini-Fortschritte in Fukushima I ebenso einschätzt wie die japanische Regierung und der AKW-Betreiber «Tepco». 20 Minuten Online überträgt die Medienkonferenz live.
13:44
0
Die Gefahr einer Kernschmelze ist nach wie vor nicht gebannt. Sechs Wasserwerfer des Militärs versprühen nun schon den zweiten Tag in Folge ununterbrochen tonnenweise Meerwasser über den Reaktoren, um ein Überhitzen der Brennstäbe zu verhindern. Nach Angaben von «BBC» sollen alleine auf Reaktor 3 innerhalb von etwa 40 Minuten rund 50 Tonnen Wasser gesprüht worden sein. Die japanischen Experten haben inzwischen Unterstützung aus den USA erhalten, die einen weiteren Wasserwerfer zur Verfügung stellten.
13:33
0
Eine halbe Million obdachlose Japaner kämpft ums Überleben: Sie kauern eng aneinander, um nicht zu erfrieren. Kämpfen gegen den Hunger und die Verzweiflung. In den Trümmern ihrer Heime suchen nach Erinnerungen. Woran es fehlt und wie schlimm die Situation ist, zeichnet der Artikel «Müssen uns überlegen, wie wir überleben» nach.
13:20
0
Im Kampf gegen den Super-GAU stehen die «50 Tapferen» seit Tagen im Mittelpunkt. Nun haben sich erstmals ihre Angehörigen zu Wort gemeldet - hier geht es zum ausführlichen Artikel.
13:12
0
Nun hat das japanische Wissenschaftsministerium offiziell die Strahlungswerte veröffentlicht und kommentiert. Die Verstrahlung nordwestlich der havarierten Anlage lag am Donnerstag bei 170 Microsievert und am Freitag bei 150 Microsievert (nähere Infos dazu weiter unten im Ticker). Die höchste Belastung habe dabei in einer Zone gelegen, die bisher nicht evakuiert worden ist. Die Menschen hier wurden lediglich aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Wie der «Spiegel» und die «Süddeutsche Zeitung» schreiben, gab das Ministerium dabei bekannt, dass die Bevölkerung innerhalb von sechs bis sieben Stunden so viel Strahlung aufnimmt, wie sonst innerhalb eines Jahres gerade noch verträglich wäre. Das Bundesamt für Gesundheit rechnet in der Schweiz mit einer durchschnittlichen Jahresbelastung von 4200 Mikrosievert - allerdings ist die Strahlung verteilt und der Körper hat dabei Zeit sich zu erholen.
12:57
0
Mögliche Gefahr für Tokio: In der Nacht auf Montag dreht der Wind in Richtung der japanischen Hauptstadt. Zudem sind Niederschläge zu erwarten, berichtet MeteoSchweiz. «Wie weit sich die Radioaktivität dann ausbreitet, kann man aber noch nicht sagen», sagte Christina Speicher vom Deutschen Wetterdienst (DWD) gegenüber deutschen Medien. Der Wind wird laut den Prognosen bis Dienstag die Richtung beibehalten und dann wieder drehen. Im Moment weht er die Radioaktivität über den Pazifik.
12:53
0
Premier Naoto Kan hat im japanischen Fernsehen eine Rede gehalten. Es gebe keine neue Faktenlage, die Situation sei weiterhin «sehr ernst». Kan betonte die Regierung halte keine Information zurück. Er forderte die Bevölkerung auf, zusammenzuhalten und bestärkte sie in ihrem Kampf gegen die Tragödie. Die Bevölkerung habe die erste Woche nach der Katastrophe mit Ruhe bewältigt. «Wir haben keine Zeit, um pessimistisch zu sein», sagte Kan. Es sei die grösste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Angesprochen auf seine Prognose für die nächsten Tage antwortete der Regierungschef ausweichend. In einer nicht zu fernen Zukunft werde die Lage unter Kontrolle sein. «Japan als Land wird die Katastrophe überwinden und sich erholen».
12:19
0
Die Internationale Atomenergieagentur IAEA berichtet, dass nun neben Wasserwerfern und Hubschraubern zur Kühlung der Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima-1 auch ein Diesel-Generator im Einsatz ist. Der Generator soll von Reaktor 6 aus für die Wasserzufuhr in den Abklingbecken mit gebrauchten Brennstäben der Reaktoren 5 und 6 sorgen.
11:35
0
AKW-Betreiber «Tepco» erwägt erstmals öffentlich, das Kraftwerk unter einer Schicht aus Sand und Beton zu begraben: «Es ist nicht unmöglich, die Reaktoren mit Beton zu überziehen.» Vielleicht sei es die einzige Möglichkeit, eine katastrophale Ausbreitung von Strahlung zu verhindern, sagten japanische Ingenieure. Bevor das Grab aus Beton und Sand wartet, solle aber zunächst versucht werden, den Reaktor abzukühlen. Nach der Katastrophe in Tschernobyl wurde ebenfalls mit Sand und Beton eine Deckschicht geschaffen hinzu kam ein Sarkophag aus dicken Metallplatten.
11:30
0
Die Kühlungsversuche bei den Abklingbecken am Donnerstag haben nur wenig Wirkung gezeigt, wie die deutschen Medien mit Hinweis auf die IAEA berichten. Die Temperatur im Abklingbecken im Reaktor 5 sei vom frühen Donnerstagmorgen mitteleuropäischer Zeit von 64,2 Grad auf 65,5 Grad gestiegen. Im Abklingbecken des Reaktors 6 ging die Temperatur im gleichen Zeitraum sehr leicht von 62,5 auf 62 Grad Celsius zurück. Die normale Betriebstemperatur der Abklingbecken liegt bei 25 Grad Celsius. Für die gebrauchten Brennstäbe im Reaktor 4 liegen seit Anfang der Woche keine Daten mehr vor, damals war die Temperatur kurz vor dem Siedepunkt. Nun ist Wasserstoff über dem Becken entdeckt worden, damit steigt die Gefahr einer Explosion. Die Einsatzkräfte stehen einer gefährlichen Situation gegenüber.
11:28
0
Die Einsatzkräfte kämpfen weiter mit primitivsten Mitteln gegen den drohenden Super-GAU. Mit Wasserwerfern bespritzten Soldaten den mit hoch giftigem Plutonium bestückten Reaktor 3, um die stark erhitzten Brennstäbe zu kühlen. Aus dem AKW entwich weiter radioaktiver Dampf, sagte Regierungssprecher Yukio Edano.
11:22
0
Explosionsgefahr in Reaktor 4: Über dem Abklingbecken wurde jetzt Wasserstoff entdeckt, wie die Vertretung der japanischen Atomwirtschaft JAIF (Japan Atomic Industrial Forum) meldet. Wasserstoff führte in den Reaktoren 1, 2 und 3 der Anlage in den vergangenen Tagen zu mehreren Explosionen.
Video0198401
Die Verstärkung ist eingetroffen: Wie japanische Medien berichten, ist die Feuerwehr aus Tokio mit 30 Wagen und 139 Männern am AKW Fukushima angekommen und hilft beim Kühlen des Reaktor 1. Zudem sollen zwei Sonderlöschzüge der US-Armee im Einsatz sein.
10:39
0
Ein Leser-Reporter meldet gerade, dass das japanische Wissenschaftsministerium die neuesten Messwerte aus der Nähe der Sperrzone veröffentlicht hat. 30 Kilometer nordwestlich von Fukushima I sind an einer Messstation Strahlenwerte von 40 Mikrosievert gemessen worden, an einer anderen gar von 140 Mikrosievert pro Stunde. Zum Vergleich: In der Schweiz nimmt man durchschnittlich 900 Mikrosievert pro Jahr auf. Die Bevölkerung wird einer höheren Strahlung ausgesetzt als ein Astronaut im Weltraum (10 Mirkosievert pro Stunde).
10:38
0
Die Lage bleibt kritisch: Im Reaktor 1 ist der Wasserpegel nach Angaben der japanischen Atomaufsicht NISA inzwischen derart niedrig, dass er von den Messgeräten nicht mehr eindeutig erfasst wird.

In den Reaktoren 2 und 3 habe sich die Lage nicht verbessert. Dort lägen die Brennstäbe auf 1,40 Meter beziehungsweise bis zu 2,30 Meter frei. Die Gefahr einer Kernschmelze bleibt damit akut. Feuerwehrfahrzeuge des Militärs spritzen weiterhin ununterbrochen tausende Liter Wasser auf die beschädigten Reaktoren, um die Kernbrennstäbe zu kühlen, denen eine Überhitzung droht.
10:32
0
Die Inbetriebnahme des Stromkabels verzögert sich. Sie soll nun bis Samstagmorgen verlegt sein, erklärte Japans Atombehörde. Ursprünglich sollte sie noch im Verlaufe des Freitags stehen und die Wiederaufnahme der Kühlung der Reaktoren 1 und 2 garantieren.
10:24
0
Die Temperatur in den Reaktoren 5 und 6 steigt weiter, wie der japanische Premier Nato Kan twittert.
10:10
0
Japan stuft AKW-Unfall nach oben. Wie die französische Nachrichtenagentur «AFP» berichtet, hat die japanische Atomenergiebehörde das Unglück von Fukushima von Stufe 4 auf 5 der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) hochgestuft. Die Schweizer und die französichen Atombehörden stuften den Unfall längst mit einer sechs ein. Zum Vergleich: Tschernobyl war eine 7 auf der 7-stufigen Skala.
10:03
0
Die Männer im havarierten Atomkraftwerk erhalten Verstärkung. Mehr als 120 Männer seien inzwischen am Ort des Geschehens im Einsatz. Im Verstärkungstrupp seien auch Spezialisten anderer Atomkonzerne, sagte der Sprecher von AKW-Betreiber «Tepco» der Nachrichtenagentur «DPA». Japanische Medien berichteten, es seien rund 140 Feuerwehrleute auf dem Weg zum Kraftwerk, um die Armee zu unterstützen. Wie viele Arbeiter insgesamt vor Ort sind, bleibt unklar. Offiziell hat «Tepco» bisher keine Angaben gemacht, Medien zufolge sollen es zwischen 50 und rund 180 sein. Wobei die Männer aufgrund der hohen Strahlung in Fukushima I wohl in Schichten arbeiten.
09:55
0
Unter welchen Bedingungen die Techniker in Fukushima I arbeiten, zeigt ein Video vom Flug über das havarierte AKW. zeigt das Ausmass der Zerstörung. Das Video wurde an Bord eines Helikopters gemacht und am Donnerstagabend von der japanischen Zeitung «Asahi Shinbun» im Internet veröffentlicht. Sie sehen es hier.
09:25
0
Die japanische Regierung hat den Betreibern des stark beschädigten Atomkraftwerks Fukushima 1 offenbar verboten, seine Mitarbeiter von der Anlage abzuziehen, schreibt die «Süddeutsche Zeitung». Die Zeitung bezieht sich auf einen Artikel des japanischen Mediums «Mainichi Shimbun». Der AKW-Betreiber «Tepco» äusserte demnach am Montag gegenüber der Regierung Sorge über die Sicherheit seiner Angestellten.
08:28
0
Wie gross ist die Gefahr für die Bevölkerung in der Region Fukushima? Aus den wenigen öffentlich zugänglichen Strahlungswerten lässt sich kein eindeutiger Schluss ziehen. Wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, sprechen jedoch die Indizien dafür, dass die Region derzeit einiges an Radioaktivität verkraften muss. Das nächstgelegene im Internet abrufbare Messgerät steht unweit der Stadt Hitachinaka gut 100 Kilometer südlich von Fukushima 1. Die Station zeigte gemäss «SZ» am Donnerstag einen Wert von 0,9 Mikrosievert pro Stunde an. Dieser Wert liegt zehn- bis zwanzigmal so hoch wie in den entfernteren Präfekturen Japans. Der Wert pro Stunde entspricht der Strahlung, den man in der Schweiz im Schnitt pro Jahr beim Röntgen und bei Computertomographien erhält.

Weitere Daten liefert eine Tabelle des japanischen Wissenschaftsministeriums vom Mittwoch: Knapp zwei Dutzend Messwerte ausserhalb der Sperrzone im Abstand zwischen 20 und 60 Kilometer von der havarierten Anlage sind dort festgehalten. «Die Strahlungswerte liegen zwischen sieben und 80 Mikrosievert pro Stunde, was eine deutliche radioaktive Belastung der Region bedeuten würde», schreibt die «Süddeutsche Zeitung». Am Donnerstag soll eine dieser Messstationen 170 Mikrosievert pro Stunde erreicht haben. Die Menschen wären demnach einer stärkeren Strahlung ausgesetzt als Astronauten im Weltraum.

Die Messanlage am Eingangstor von Fukushima 1 ist nicht mehr online. Nach Angaben des AKW-Betreibers «Tepco» beträgt die Strahlung dort rund 1500 Mikrosievert pro Stunde an. In den vergangenen Tagen allerdings waren, vor allem nach den Explosionen der Krafwerksblöcke, die Messwerte am Tor immer mal wieder deutlich höher - sie stiegen bis auf 8 000 und 12 000 Mikrosievert pro Stunde. Gemäss wurden auch Strahlungen von 400 Millisievert pro Stunde.
08:12
0
180 Techniker kämpfen abwechslungsweise im AKW gegen den Super-Gau. Die «50 Tapferen» sind in Japan längst zu Helden geworden. Wer die Männer und Frauen sind, blieb bisher unklar. Nun hat das japanische Fernsehen ihre herzzerreissenden Nachrichten nach Hause öffentlich gemacht und ihre Familien befragt. «Mein Vater arbeitet immer noch im AKW», sagte ein junge Frau gemäss «Dailiy Mail». «Er hat sein Schicksal akzeptiert - so wie ein Todesurteil.» Die Strahlung in Fukushima I ist so hoch, dass die Arbeiter ihren Einsatz kaum überleben werden, wie Experten sagen. Eine Frau sagte, ihr Ehemann arbeite weiter in der Anlage, obwohl ihm bewusst sei, dass er mit Strahlung bombardiert wird. «Die Arbeiter im AKW kämpfen und opfern sich selbst, um uns zu beschützen», schreibt die Tochter eines Arbeiter auf Twitter: «Vater, komm bitte lebend zurück.»
07:47
0
Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bleibt das Risiko der Strahlenbelastung lokal begrenzt. Es gebe «keine Hinweise auf eine signifikante Verbreitung von radioaktivem Material» abseits der unmittelbaren Umgebung des Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi, sagte der Leiter der WHO in China, Michael O'Leary. US-Experten empfehlen hingegen, die Sicherheitszone auf mindestens 80 Kilometer zu erweitern - für ihre Bürger haben die Amerikaner diese Sperrzone bereits eingeführt. Gesundheitliche Folgen für die Bevölkerung befürchtet Strahlenbiologe Edmund Lengfelder. Bereits bei geringer Strahlendosis müsse mit negativen Folgen gerechnet werden. «Die Zahl der Krebspatienten wird steigen», so der Experte im Gespräch mit 20 Minuten Online.
07:32
0
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, hat Japans Ministerpräsidenten Naoto Kan um eine engere Zusammenarbeit gebeten. Zudem forderte Amano nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo, die internationale Öffentlichkeit besser über die Lage am havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 zu informieren. Kan sicherte dies den Angaben nach bei dem Treffen zu. Er sagte, Japan tue alles, um die aktuelle Krise zu überwinden. Mitarbeiter der IAEA sind auf dem Weg zum Unglücksmeiler, um sich ein Bild vom Ausmass der Schäden zu machen und dort die radioaktive Strahlung zu messen. Über die Strahlenbelastung hatte es in den vergangenen Tagen häufiger widersprüchliche Angaben von japanischer Seite gegeben.
07:09
0
Genau eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami haben Menschen überall in Japan in einer Schweigeminute der Opfer der Katastrophe gedacht. Die Zahl der Toten stieg unterdessen nach einem Bericht des US-Fernsehsenders CNN auf 6406. Vermisst würden 10'259 Menschen.
06:05
0
Auf zwei Arten versuchen Techniker den Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima zu verhindern. Bei den Blöcken 1 und 2 soll eine neu verlegte Stromleitung das Kühlsystem wieder zum Laufen bringen. Die Reaktoren 3 und 4 werden mit Wasserwerfern von aussen gekühlt. Der Versuch für die neue Stromanbindung der Blöcke 1 und 2 solle noch am Freitag starten, berichtete ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA am Freitagmorgen (Ortszeit). Für Sonntag sei auch ein Anschluss der Reaktoren 3 und 4 geplant. Zunächst soll dort weiter mit Wasserwerfern und Helikoptern von aussen gekühlt werden.
03:44
0
Die Befürchtungen bewahrheiten sich: Produktionsausfälle in Japan lassen auch anderswo auf der Welt die Bänder stillstehen. In den USA muss die erste Autofabrik wegen der Katastrophe ihren Betrieb einstellen. Einem Pick-up-Werk von General Motors gehen bestimmte Teile aus. Deshalb werde die Produktion in Shreveport in Louisiana in der kommenden Woche ruhen, teilte der grösste US-Autohersteller mit.
03:07
0
Weisser Rauch aus beschädigtem Reaktor: Aus einem der beschädigten Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi steigt weisser Rauch auf. Das teilte die japanische Attomaufsichtsbehörde am Freitag mit. Es handele sich um Block 2, sagte ein Sprecher. Die Ursache sei nicht bekannt.
02:45
0
G-7 für koordinierte Währungsintervention zugunsten Japans: Die Gruppe der sieben wichtigsten Industriestaaten (G-7) interveniert zugunsten der von Erdbeben, Tsunami und Atomkrise angeschlagenen japanischen Wirtschaft auf den internationalen Devisenmärkten. Die Europäische Zentralbank, die USA, Grossbritannien und Kanada wollen Japan stützen. Seit Montag hat das krisengeschüttelte - und bereits hoch verschuldete - Land 32 000 Milliarden Yen, also rund 375 Milliarden Franken, in die Wirtschaft gepumpt.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Lage am Freitagmorgen:

Aus dem Reaktorblock 2 des japanischen Atomkraftwerks Fukushima ist am Freitag weisser Rauch aufgestiegen. Die Ursache war zunächst nicht bekannt, sagte ein Sprecher der japanischen Atomaufsichtsbehörde. Regierungssprecher Yukio Edano erklärte unterdessen, die Bekämpfung der Probleme im benachbarten Block 3 hätten die höchste Priorität.

Techniker des Kraftwerkbetreibers TEPCO versuchten, die Kühlanlagen an ein neues Stromkabel anzuschliessen und damit wieder zu starten. Dies sollte noch am Donnerstag gelingen, später hiess es, die Arbeiten mit dem Anschluss von zuerst Block 1 und dann Block 2 sollten am Freitag zum Erfolg geführt werden. Für Sonntag sei auch ein Anschluss der Reaktoren 3 und 4 geplant. Zunächst soll dort weiter mit Wasserwerfern und Helikoptern von aussen gekühlt werden. Am Morgen waren 130 Feuerwehrleute auf dem Weg zum Kraftwerk. Auch für Reaktor 1 wird eine Kühlung mit Wasser von aussen geprüft. Nach dem Manöver am Donnerstag sei die Intensität der radioaktiven Strahlung leicht zurückgegangen.

Der US-Fernsehsender CNN meldete, ein Dieselgenerator aus Block 6 versorge die Kühlsysteme für Abklingbecken in den Einheiten 5 und 6 mit Energie.

Gefährlicher Block 3

Zur Lage in Block 3, der hochgiftiges Plutonium enthält, sagte Regierungssprecher Edano, die Brennstäbe dort könnten teilweise ohne Wasserkühlung sein. Ohne genügend Wasser würden sie sich dann weiter erhitzen und möglicherweise erhöhte Strahlung abgeben. Unter Einsatz von Helikoptern und Löschfahrzeugen soll der Block weiter gekühlt werden. «Block 3 ist unsere höchste Priorität», sagte Edano.

Seit dem Erdbeben und Tsunami vor genau einer Woche waren vier der sechs Reaktoren Feuer, Explosionen oder teilweise Kernschmelzen ausgesetzt. Doch nicht nur von den Reaktoren geht Gefahr aus: Experten schätzen derzeit das Risiko durch trocken gefallene Abklingbecken für abgebrannte Brennstäbe sogar noch höher ein. In Block 4 droht das Becken zu überhitzen und todbringende Strahlung freizusetzen.

Amerikaner helfen

Der Regierungssprecher teilte mit, Japan habe ein Hilfsangebot der USA angenommen. Man koordiniere bereits mögliche Massnahmen. Zuvor hatte der Leiter der US-Militärhilfe für Japan, Admiral Robert Willard, erklärt, er habe der japanischen Regierung eine lange Liste mit Bereichen übergeben, in denen die US-Streitkräfte helfen könnten. 450 Fachleute der Streitkräfte für radiologisches und Katastrophenmanagement stünden für einen möglichen Einsatz in Japan bereit.

US-Experte: Kampf gegen GAU kann Wochen dauern

Der Vorsitzende der amerikanischen Atomaufsicht, Gregory Jazcko, sagte, es könne Tage und «möglicherweise Wochen dauern», den Atomkomplex unter Kontrolle zu bringen. Er verteidigte die Entscheidung, für US-Bürger einen Evakuierungsradius um Fukushima von 80 Kilometern zu empfehlen. Die japanischen Behörden haben eine Evakuierungszone von 20 Kilometern umgesetzt.

Gering erhöhte Strahlenwerte wurden am Donnerstag weit über Tokio hinaus gemessen, das 220 Kilometer südlich der Atomanlage liegt. Gefährlich hohe Werte wurden bisher nur in der Anlage selbst gemessen.

Eine Woche nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami korrigierten die Behörden erneut die Opferzahlen nach oben. Mehr als 16 600 Menschen seien tot oder vermisst, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Tod von 6405 Menschen ist demnach bestätigt, von 10 259 Menschen fehlte jede Spur.

Die Zahl der Verletzten wurde mit 2409 angegeben. Die Befürchtung, dass auch die Vermissten tot sind, wird immer mehr zur Gewissheit. Die Folgen von Erdbeben und Wasserwalze, die steigende Atom-Gefahr und Eiseskälte setzen den obdachlosen Japanern immer heftiger zu.

Platzmangel in Notunterkünften

In Turnhallen ohne Heizung kauern Menschen eng aneinander, um sich gegenseitig Wärme zu spenden, wie der TV-Sender NHK zeigte. Bilder aus dem stark zerstörten Nordosten zeigten frierende Menschen, die Holz oder ähnlichen Brennstoff in Tonnen verfeuerten. Etwa eine halbe Million Menschen soll derzeit obdachlos sein.

Gemäss NHK sind mindestens 25 schon gestorben. Sie seien meist alt und total entkräftet gewesen - womöglich wären sie ohne den Kälteeinbruch noch am Leben. Neben dem Problem mit der Kälte fehle es weiterhin an Trinkwasser und Essen.

Die Flüchtlinge in den Notunterkünften der Unglücksprovinz Miyagi wurden aufgefordert, auf die benachbarten Präfekturen auszuweichen. Grund sei der akute Platzmangel in den Notunterkünften, wie Kyodo berichtete. Eine ähnliche Aufforderung hatte es bereits in der Präfektur Fukushima gegeben.

(sda/ap)