Katastrophen-Rettung

22. März 2011 08:04; Akt: 22.03.2011 09:13 Print

Roboter für alles - nur nicht für AKWs

von Jon Herskovitz, Reuters - Japan ist das Land der Roboter. Bei der drohenden Nuklear-Katastrophe müssen aber Menschen ins verstrahlte AKW Fukushima.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zwar bauen die Japaner Roboter, die Geige spielen, einen Marathon laufen oder eine Hochzeits-Zeremonie abhalten können. Aber beim Kampf gegen den drohenden Super-GAU in einem Atomkraftwerk in Fukushima sind sie nicht dabei.

Zwar erklärte das Wissenschaftsministerium am Donnerstag, dort gebe es einen Roboter zur Messung von Strahlung. Allerdings sagte Hidehiko Nishiyama von der Atomsicherheitsbehörde: «Uns liegen keine Berichte über den Einsatz von Robotern vor.» Stattdessen müssen Menschen in der gefährlichen Umgebung selbst Hand anlegen.

Eigentlich sind Roboter in der Atomindustrie keine Seltenheit. Sie wurden nach den Katastrophen von Three Mile Island in den USA (1979) und in Tschernobyl in der Ukraine (1986) eingesetzt.

Europäische Maschinenbauer haben ein Modell entwickelt, das in radioaktiv verseuchten Regionen Wände hochklettern kann. Und Japan ist der weltweit führende Hersteller von Robotern, die nicht nur in der Industrie bei der Fertigung helfen, sondern nach Erdbeben in den Trümmern nach Überlebenden suchen.

Allerdings weist die japanische Gesellschaft auch einen anachronistischen Zug auf. Aufgaben, die in vielen anderen Teilen der Welt längst von Maschinen erledigt werden, sind in Japan noch immer Sache von Menschen. Dazu gehört das Bedienen von Liften.