Nukleare Gefahr

15. März 2011 12:50; Akt: 16.03.2011 16:19 Print

Wie sich die Atom-Wolke ausdehnen wird

Während sich die Situation im AKW Fukushima weiter zuspitzt, beruhigt sich die Wetterlage. Der Wind bläst die radioaktive Wolke inzwischen wieder aufs offene Meer hinaus.

animierte Grafik der radioaktiven Wolke

Ausbreitung der Wolke von Fukushima bis am 18. März gemäss Berechnungen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien. (Grafik: ZAMG)

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Im Gebiet zwischen dem Atomkraftwerk Fukushima und der Grossregion Tokio rund 250 Kilometer weiter südlich haben die Winde gedreht und wehen radioaktive Partikel in Richtung Süden und Südosten, auf den Pazifik hinaus. Zudem werden starke Niederschläge erwartet, die die radioaktive Wolke über dem offenen Meer auswaschen und verdünnen werden. Das ist angesichts der dramatischen Situation in Fukushima der beste denkbare Fall.

Wie das Nationale Alarmzentrum um 9.30 Uhr meldet, rechnet MeteoSchweiz, dass diese Windsituation bis und mit Samstag anhalten wird und Tokio bis dahin von radioaktiven Partikeln verschont bleibt.

Noch gestern war aufgrund schnell wechselnder Winde unklar, wohin die Strahlenwolke treiben wird. Im Grossraum Tokio, 260 Kilometer südlich von Fukushima gelegen, ging die Angst vor einer radioaktiven Wolke um, einige ergriffen die Flucht. Zeitweise wurden in der Millionenmetropole Tokio Strahlenwerte gemessen, die zehnmal über dem Normalwert lagen.

Experten uneins, wie es weitergeht

Über die weitere Entwicklung sind die Wetterexperten gespalten. Der amerikanische Meteorologe Jeff Masters sagte der AFP, er gehe davon aus, dass die Strahlungswolke über dem offenen Meer schnell unschädlich gemacht wird.

Cyril Honore vom staatlich französischen Wetterdienst wies hingegen darauf hin, dass die Winde in Japan generell von Westen nach Osten wehen, aber auch Abweichungen möglich sind. Ausserdem könnte die radioaktive Wolke in verschiedene Richtungen getragen werden: «Eine Wolke, oder Luftmasse, ist kein abgeschlossener Block, sondern horizontalen und vertikalen Turbulenzen ausgesetzt», sagte Honore.

(job)