Tsunami

11. März 2011 12:00; Akt: 11.03.2011 13:26 Print

Flutwelle kann bis 70 Meter hoch werden

Tsunamis sind haushohe Flutwellen, die mit rasender Geschwindigkeit über die Küste hereinbrechen. 1964 erreichte eine solche Welle in Alaska eine Höhe von 70 Metern.

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Freitag, 11. März 2011: Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan erreicht der Tsunami die Küste in Natori in der Präfektur Miyagi.

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Ein Tsunami (japanisch für «Hafenwelle») ist hunderte Meter breit und reicht bis zum Meeresgrund - im Unterschied zu normalen Wellen, bei denen der Wind das Wasser nur an der Oberfläche aufwühlt.

Jedes Mal, wenn die Flutwelle auf den Grund trifft, nimmt sie mehr Energie auf, wird grösser und damit auch gefährlicher. Vom Ausgangspunkt eines Bebens kann sich eine Tsunami-Welle über viele tausend Kilometer im Ozean fortbewegen.

Ihre Geschwindigkeit ist von der Meerestiefe abhängig, sie kann bis zu 800 Kilometer pro Stunde betragen. Auf dem offenen Meer sind die Tsunami-Wellen oft nur einen halben Meter hoch, Schiffe bemerken sie gar nicht.

Bis zu 20 Meter hoch

Erst wenn das Wasser in Küstennähe flacher wird und die Welle an Geschwindigkeit verliert, türmt sie sich auf, mitunter über 20 Meter hoch. Wichtiges Früherkennungszeichen vom Land aus ist ein plötzlicher Rückzug des Wassers, auf den dann wenige Minuten später die Flutwelle folgt.

90 Prozent aller Tsunamis werden von unterseeischen Erdbeben ausgelöst. Ein solches muss gemäss der Erdbebenwarte Hongkong etwa eine Stärke von 7,7 erreichen, um einen Tsunami zu erzeugen. Diese schweren Erschütterungen am Meeresgrund ereignen sich in erster Linie in bestimmten Regionen Asiens und des Pazifiks. Das Beben vor der Küste Japans hatte eine Stärke von 8,9.

Ab und zu können Tsunamis auch durch unterseeische Erdrutsche, bei einem Vulkanausbruch, durch das Einschlagen eines Asteroiden ins Meer oder durch Fels- oder Gletschersturz entstehen.

In selteneren Fällen entstehen sie durch meteorologische Ursachen wie rasche Temperaturänderungen. So sind kleinere Flutwellen auch schon an der europäischen Atlantikküste beobachtet worden.

Die Mutter aller Tsunamis

Am zweiten Weihnachtstag 2004 starben in Südostasien 220 000 Menschen durch einen Tsunami im Indischen Ozean. Er wurde durch ein unterseeisches Beben der Stärke 9,1 vor der indonesischen Insel Sumatra ausgelöst.

Einer der grössten Tsunamis entstand laut dem Geoforschungszentrum Potsdam am 28. März 1964 in Alaska - die Flutwelle erreichte damals eine Höhe von 70 Metern.

(sda)