Katastrophe in Japan

30. März 2011 05:58; Akt: 31.03.2011 00:20 Print

IAEA rät zu grösserer Sperrzone

Laut IAEA müsste die Evakuierungszone rund um Fukushima ausgeweitet werden. Derweil spricht die Regierung davon, die Lage in Fukushima sei ausser Kontrolle.

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Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wirft in ihrem Bericht über den Atomunfall in Fukushima der japanischen Regierung vor, die Gefahr von Tsunamis unterschätzt zu haben. Am gehen heftige Unwetter über dem Katastrophengebiet in Japan nieder. Die Strahlenmesswerte bei den havarierten Reaktoren von Fukushima sind viel zu hoch. Die Cäsium-134-Konzentration ist alarmierend. Die Tepco veröffentlicht im Mai weitere Bilder aus dem Innern des AKW Fukushima. Wie am bekannt wurde, sind zwei weitere Kernschmelzen in den Unglücksreaktoren eingetreten. Nach der Entdeckung von rund 3000 Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima soll ein gigantisches Schiff als Auffangbecken dienen. Am wird das Katastrophengebiet rund um Fukushima von einem neuen Beben heimgesucht. Doch nachdem die Regierung schliesslich offiziell den Evakuierungsradius um das Atomkraftwerk Fukushima von 10 auf 20 Kilometer ausweitete, machten sich Tausende Japaner auf die Flucht. Arbeiter wagen sich zum ersten Mal seit dem Erdbeben in den Unglücksreaktor 1 des AKW Fukushima. Tepco gibt bekannt, dass eine Arbeiterin im Atomkraftwerk Fukushima eine zu hohe Strahlendosis abbekommen hat. Arbeiter räumen das Gelände um das AKW mit ferngesteuerten Maschinen. Roboter haben in zwei Reaktorblöcken des japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi hohe Radioaktivität gemessen. Das Mineral Zeolith soll Radioaktivität aus dem verseuchten Meerwasser absorbieren. Die EU-Kommission lässt die Staaten künftig alle Schiffe aus Japan auf radioaktive Strahlung untersuchen. Auf dem Gelände des schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi brach ein Feuer aus. Betreiber Tepco erklärte, das Feuer in der Nähe von Reaktor 4 sei klein gewesen und rasch gelöscht worden. Es habe keine Auswirkungen auf die Arbeiten zur Kühlung der Reaktoren gehabt. Gleichzeitig stuft Japan das Atomunglück von Fukushima nun offiziell als ebenso schwer ein wie das Reaktorunglück in Tschernobyl - auf der höchsten Stufe 7. Die Menge der Radioaktivität, die aus dem Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ausgetreten sei, entspreche etwa zehn Prozent der Menge, die in Tschernobyl freigesetzt worden sei. In der Atomruine von Fukushima kämpften die Arbeiter weiterhin gegen den drohenden Super-GAU. Sie begannen damit, eine Barriere aus Stahlplatten zu errichten. Damit soll verhindert werden, dass stark radioaktiver Schlamm sich im Meer ausbreitet. Neue Bilder zeigen, mit welcher Gewalt die Tsunami-Welle das AKW traf. Das Atomkraftwerk war beim Erdbeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami schwer beschädigt worden. Der Eingangsbereich der Tepco wird von der Welle komplett zerstört. Ähnlich sieht es in den Büroräumen aus. Nach dem tagelangen Auslaufen von stark radioaktiv verseuchtem Wasser ist das Leck an einer Leitung des japanischen Atomkraftwerks Fukushima endlich behoben worden. Dieses Bild wurde vor den Reparaturarbeiten gemacht: Durch den Riss waren in den letzten Tagen grosse Mengen radioaktiv verseuchten Wassers ins Meer gelaufen. Das Wasser stammte von den Kühlarbeiten am Reaktordruckbehälter, das sich im Untergeschoss des an den Reaktor angrenzenden Turbinengebäudes gesammelt hatte. Im AKW Fukushima-Daiichi wird weiter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt. Nach Ansicht von US-Experten stellt dies jedoch keine grosse Gefahr für Meerestiere dar. Weil die Radioaktivität sehr schnell im Ozean verdünnt werde, sei auch der Verzehr von Meerestieren wenig bedenklich. : Zwei Arbeiter des AKWs Fukushima werden tot aufgefunden. Sie waren Opfer des Tsunamis. Mit einer schwimmenden Insel soll das auslaufende, radioaktive Wasser wieder eingefangen werden. : Die Lage im AKW Fukushima verschlimmert sich: Aus dem AKW läuft radioaktives Wasser ins Meer. Der Riss in Reaktor 2 soll 20 Zentimeter lang sein. Ein Tepco-Mitarbeiter zeigt auf die Stelle. Arbeiter in Fukushima putzen ein US-Schiff. Mit dem Boot wurde sauberes Süsswasser nach Fukushima transportiert, dass zur Kühlung der Reaktorblöcke eingesetzt wird. Nach eigenen Strahlungsmessungen im Umkreis des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Evakuierung der gesamten Region empfohlen. Ein Mitarbeiter des Organisation misst in der Stadt Iitate einen Wert von 7.66 Mikrosievert. «Es ist für die Menschen eindeutig nicht sicher, in Iitate zu bleiben, vor allem für Kinder und schwangere Frauen. Sie könnten die maximal zulässige jährliche Strahlendosis in nur wenigen Tagen abbekommen», sagt Jan van de Putte, Strahlenexperte von Greenpeace. Im Meerwasser vor dem Unglücksreaktor wurde eine sehr hohe Konzentration von radioaktivem Jod entdeckt. Die Radioaktivität habe das 3355-Fache des zulässigen Wertes erreicht, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Tepco-Chef Masataka Shimizu musste wegen Bluthochdrucks und Schwindelgefühls ins Spital gebracht werden. Shimizu ist zwei Tage nach der Katastrophe von der Bildfläche verschwunden. Aus dem beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi tritt offenbar weiterhin hochgiftiges Plutonium aus. Das Schwermetall sickert ins Erdreich ein. In Reaktor 2 hat es nach Einschätzung der japanischen Regierung eine vorübergehende teilweise Kernschmelze gegeben. Reaktor 3 ist schwer beschädigt. Die Strahlung in Reaktorblock 2 ist zudem zehn Millionen Mal höher als normal. Die Messarbeiten wurden abgebrochen und die Arbeiter abgezogen. Die Szene ist apokalyptisch: Die japanischen Selbstverteidungskräfte haben am 23. März um 12.55 Uhr eine Stunde lang einen Helikopterflug über dem havarierten AKW Fukushima gemacht. Beim Reaktor 2 steigt Wasserdampf aus einer Öffnung. Der fünfminütige Zusammenschnitt wurde am 25. März im japanischen Staatsfernsehen NHK gezeigt. Es ist das erste Mal, dass die Selbstverteidungskräfte Bilder des AKW Fukushima veröffentlichten. In Block 3 der Anlage «könnte etwas beschädigt worden sein». Daten deuteten darauf hin, dass «gewisse Funktionen der Sicherheitshülle» noch erhalten seien. Im benachbarten Turbinengebäude des Reaktorblocks 3 waren drei Arbeiter einer 10 000fach erhöhten Radioaktivität ausgesetzt gewesen. Dies deutet entweder auf eine partielle Kernschmelze mit einer Beschädigung des Reaktorbehälters hin oder auf eine Überhitzung des Abklingbeckens für abgebrannte Kernbrennstäbe. Der Schaden könnte auch an anderen Teilen entstanden sein, etwa an Rohrleitungen ... ... oder dem Abklingbecken, erklärten Behördenvertreter. Drei Techniker, die im AKW Fukushima verstrahlt worden sind, standen bei ihrem Einsatz in Wasser, das nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco eine zehntausendfach erhöhte Radioaktivität aufwies. Zwei der drei Arbeiter wurden mit Verbrennungen in eine Spezialklinik eingeliefert. Die Männer hatten im Tiefgeschoss eines Turbinengebäudes von Block 3 gearbeitet. Dabei hatten sie keine Schutzstiefel an, so dass ihnen das radioaktiv belastete Wasser in die Schuhe lief. Das Video entstand gut 40 Minuten, nachdem die Welle auf Land getroffen war. Neben dem beschädigten Kraftwerk sind die Auswirkungen der Naturkatastrophe in der Präfektur Miyagi zu sehen. Ein Regionalbüro des japanischen Transportministerium hat die Bilder am 23. März veröffentlicht. Während Arbeiter versuchen, die Stromversorgung in allen Reaktoren des schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima wieder herzustellen, wird die japanische Bevölkerung zum Spenden aufgerufen. Dieses Mädchen dürfte sich allerdings kaum bewusst sein, dem japanischen Sumo-Grossmeister Hakuho gegenüberzustehen. Abgefülltes Trinkwasser wird langsam, aber sicher knapp: Die Bevölkerung getraut sich nicht mehr, Leitungswasser zu trinken. Einblicke in den zentralen Kontrollraum des AKWs Fukushima I. Diese Fotos wurden am 23. März veröffentlicht. Offenbar geht nicht mehr viel. Die Arbeiter hantieren mit Taschenlampen. Die Bilder zeigen, unter was für schwierigen Bedingungen gearbeitet werden muss. Der Besitzer eines Tierladens in der japanischen Grossstadt Sendai bringt einen Schweinswal in Sicherheit. Er schwamm seit dem Tsunami in einem Reisfeld. Die Mitarbeiter des Kontrollraums von Reaktor 3 sind in Sicherheit gebracht worden. Derzeit versuchen die Rettungskräfte, die Reaktoren und verbrauchten Brennstäbe zu kühlen. Über Reaktor 3 des AKW von Fukushima stieg schwarzer Rauch auf. Im Atomkraftwerk Fukushima 1 droht immer noch eine Kernschmelze. Die aus den beschädigten Reaktoren austretende radioaktive Strahlung erschwert zunehmend das Krisen-Management der Betreibergesellschaft Tepco. Kleinkinder und Säuglinge sollen in Tokio kein Leitungswasser mehr trinken. Im Wasser seien erhöhte Werte von radioaktivem Jod festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Stadtregierung. Zudem ordnete Ministerpräsident Naoto Kan einen Lieferstopp für Broccoli und das japanische Gemüse Komatsuna aus der Region Fukushima sowie für Rohmilch und Petersilie aus der Präfektur Ibaraki an. Alle sechs Meiler des Atomkraftwerks haben zum ersten Mal seit der Erdbeben-Katastrophe vor eineinhalb Wochen wieder eine Verbindung zum Stromnetz. Doch wirklich entspannt ist die Lage nicht. Die zwei beschädigten Atomkraftwerke in Fukushima sind nach Angaben des Betreibers von einer 14 Meter hohen Flutwelle getroffen worden. Das sei mehr als doppelt so hoch, wie Experten bei der Planung der Anlagen erwartet hatten. Nach Angaben von Tepco sei die Anlage Fukushima 1 auf einen Tsunami von 5,70 Metern ausgelegt worden, ... ... Nummer 2 für eine Höhe von 5,20 Metern. Aus Block 3 ist erneut weisser Rauch ausgetreten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo stieg zudem über Block 2 weisser Dampf aus. Die Einsatzkräfte und Arbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Aus den Reaktoren 2 und 3 beim AKW Fukushima I ist Rauch ausgetreten. Die Ursache blieb unklar. Die austretende Radioaktivität belastet zunehmend die Landwirtschaft in der Umgebung des beschädigten Atomkraftwerks. Die japanischen Behörden riefen Bauern und Molkereien der Region dazu auf, freiwillig darauf zu verzichten, verstrahlte Lebensmittel und Milch in den Handel zu bringen. Bei Spinat aus der Stadt Hitachi, mehr als 100 Kilometer südlich des Atomkraftwerks, wurde in einem Fall ein Jod-131-Wert von 54 000 Becquerel pro Kilogramm festgestellt. Bei Cäsium wurden 1931 Becquerel gemessen. Panzer in Fukushima. Sie sollen am Montag dabei helfen, Trümmer beim AKW wegzuräumen. Die Trümmer beim AKW (Bild vom 18. März) stehen der Feuerwehr im Weg und behindern sie beim Löscheinsatz. Pressekonferenz der Feuerwehr: Hauptmann Yasuo Sato (Mitte) mit Toyohiko Tomioka (links), dem Führer der 6. Einsatzgruppe, und Yukio Takayama, der die 8. Einsatzgruppe befehligt. (19. März, Abend) Feuerwehrmänner riskieren ihr Leben, um den hochgefährlichen Plutoniumreaktor 3 des AKW Fukushima 1 zu kühlen. Die Feuerwehr bei ihrem Einsatz zur Kühlung des Reaktors 3. Die Feuerwehrleute unterwegs zu ihrem gefährlichen Auftrag. Mit ähnlichen Löschfahrzeugen wie diesem der japanischen Armee sprühen die Feuerwehrmänner Wasser auf die Reaktoren. Satellitenaufnahme des havarierten Atomkraftwerks vom 18. März. Das japanische Wissenschaftsministerium hat die neuesten Messwerte aus der Nähe der Sperrzone veröffentlicht. 30 Kilometer nordwestlich von Fukushima I sind Strahlenwerte von bis zu 140 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden. Zum Vergleich: Ein Astronaut im Weltraum nimmt (nur) 10 Mikrosievert pro Stunde auf. Aus einem der beschädigten Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi steigt weisser Rauch auf. Auf zwei Arten versuchen Techniker den Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima zu verhindern: Bei den Blöcken 1 und 2 soll eine neu verlegte Stromleitung das Kühlsystem wieder zum Laufen bringen. Die Reaktoren 3 und 4 werden mit Wasserwerfern von aussen gekühlt. Ein Video vom Flug über das havarierte AKW Fukushima I zeigt inzwischen das Ausmass der Zerstörung. Das Video wurde an Bord eines Helikopters gemacht und am 17. März 2011 von der japanischen Zeitung «Asahi Shinbun» im Internet veröffentlicht. Dabei besonders beeindruckend: Im Block 4 liegt das Atom-Becken völlig frei. Ein hoher Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Graham Andrew, bestätigte in Wien, die Lage sei weiter «sehr ernst». Brennstäbe in zwei Reaktoren seien nur zur Hälfte mit Wasser bedeckt, ... ... in einem dritten nur zu einem Drittel. Ein Helikopter des Typs Chinook CH-47 lädt Meerwasser, um es über dem AKW abzuwerfen. Am Morgen haben die japanischen Streitkräfte vor allem versucht, Reaktor 3 zu kühlen. Dieser Mann weint vor den Trümmern seines Hauses in Onagawa. Der Leichnam seiner Mutter liegt noch unter dem Schutt begraben. 50 Techniker kämpfen im AKW Fukushima 1 gegen den Super-Gau. Ihren Einsatz, für den sie als Helden gefeiert werden, dürften sie mit ihrem Leben bezahlen. Der Versuch mit Wasserabwürfen von einem Helikopter aus Reaktor 3 zu kühlen, musste abgebrochen werden. Sowohl Reaktor 4 als auch Reaktor 3 hatten zuvor Feuer gefangen. Zudem wurde in Block 3 womöglich die wichtige innere Reaktorhülle beschädigt. Dieses von der Betreiberin Tepco veröffentlichte Bild zeigt auch ein grosses Loch in der Aussenhülle von Reaktor 4. Das Fernsehen zeigte Bilder, wie stundenlang eine dichte weisse Rauchwolke von der Anlage aufstieg. Die Radioaktivität ist im Kontrollraum von Reaktor 4 des AKW Fukushima 1 offenbar so hoch, dass dort nicht mehr normal gearbeitet werden kann. Die französische Nuklearsicherheitsbehörde stuft die atomare Katastrophe in Fukushima inzwischen mit der Stärke 6 ein. Insgesamt gibt es 7. Die Katastrophe von Tschernobyl hatte auf der Skala die Stufe 7 erreicht. In der Nähe von Tokio stieg die radioaktive Belastung auf das zehnfache Niveau der üblichen Strahlung. Zudem hat der Wind nach Südwesten gedreht: Die radioaktive Wolke treibt nicht mehr aufs offene Meer, sondern aufs Festland. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte, dass in Reaktor 4 der Atomanlage ein Feuer ausgebrochen sei, dort sei zudem eine «deutlich erhöhte» Radioaktivität gemessen worden. Gleichzeitig rief er einen Strahlungsalarm aus. Seine Regierung warnte vor einer «Gesundheitsgefährdung» und ... ... forderte Menschen ausserhalb der evakuierten Zone bis zu einem Umkreis von 30 Kilometern auf, in ihren Häusern zu bleiben. Der Kampf um das Atomkraftwerk Fukushima I hält die Welt in Atem: In drei Reaktoren droht eine Kernschmelze. Laut japanischer Regierung soll, wie bereits zwei Tage zuvor, Wasserstoff explodiert sein. Im Block 2 ragten die Brennstäbe am Abend aus dem Wasser heraus, nachdem es zu Problemen mit einem Ventil gekommen war. Probleme mit der Kühlung gibt es auch im rund zwölf Kilometer entfernten AKW Fukushima II. Am Haupttor des AKW wird eine erhöhte Radioaktivität von 3130 Mikrosievert gemessen. Dies sei doppelt so hoch wie der zuvor gemessene Höchstwert. Deshalb werden die Menschen im Umkreis von 20 Kilometern auf Verstrahlung überprüft. Die Regierung liess Jod-Tabletten verteilen, die die Folgen einer Verstrahlung mildern können. Anwohner kommen zu einer provisorischen Strahlenmessstation in der Stadt Koriyama, um sich untersuchen zu lassen. Ältere Leute, Schulkinder und Familien mit Babies flüchten in Evakuierungszentren. Wegen den schlechten Verbindungen besteht ein Mangel an Informationen aus erster Hand. Die Küstengebiete sind von Erdbeben und Flutwelle verwüstet. Die radioaktive Strahlung hat in Fukushima die Höchstwerte überschritten. Die Regierung warnt bereits vor einer möglichen weiteren Explosion. Am hatte sich im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi eine Explosion ereignet. Das Reaktorgebäude wurde dabei zerstört: Aussenwände und das Dach stürzten ein. Während die Regierung erklärte, es habe offenbar Schäden am unteren Teil der Hülle gegeben, teilte die Behörde für Atomsicherheit wenig später mit, anscheinend gebe es keine Löcher. Die Behörden befürchten, in der Atomanlage könnte es zu einer Kernschmelze kommen.

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Japanische Autohersteller haben knapp drei Wochen nach dem Erdbeben in Japan auch auf dem nordamerikanischen Markt immer mehr mit Lieferengpässen zu kämpfen. Honda begann am Mittwoch, seine Produktion in den US-Fabriken zu reduzieren. Und Toyota bat seine amerikanischen Händler am Dienstag, vorläufig über 200 Ersatzteile, die in Japan angefertigt werden, nicht mehr zu bestellen. In den Honda-Werken in den USA und Kanada werden wegen fehlender Autoteile die Stunden der Arbeiter an den Montagebändern gekürzt. Die Angestellten bekamen die Möglichkeit, während der Stehzeiten in den Werken zu bleiben und weiter bezahlt zu werden.
18:22
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Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) rät Japan zur weiteren Evakuierung eines Ortes in der Nähe des AKWs Fukushima. In dem 7000-Einwohner-Ort Iitate massen Teams der Atombehörde die höchsten Strahlungswerte. «Eine erste Beurteilung deutet darauf hin, dass eine der IAEA-Kriterien für die Evakuierung überschritten wurde», sagte der IAEA-Experte für nukleare Sicherheit, Denis Flory, am Mittwoch bei einer Medienkonferenz in Wien. Man habe Japan geraten, sich die Situation dort genau anzusehen.

Iitate liegt etwa 40 Kilometer von den Unglücksreaktoren entfernt. Auch die Umweltorganisation Greenpeace hatte bereits nach eigenen Messungen die Evakuierung des Ortes und eine Ausweitung der Evakuierungszone von 20 auf 40 Kilometer gefordert. Die IAEA hat im Bereich der nuklearen Sicherheit kaum Kompetenzen und kann Mitgliedsstaaten nur Ratschläge geben, aber nichts anordnen.
17:35
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Die Folgen des AKW-Unfalls in Japan sind in der Schweiz nun auch in Bodennähe messbar: Die Behörden haben leicht erhöhte Radioaktivitätswerte registriert. Für die Bevölkerung besteht laut dem Bundesamt für Gesundheit aber weiterhin keine Gefahr.
17:19
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Der japanische Kaiser Akihito hat am Mittwoch mit Betroffenen der verheerenden Erdbeben- und Tsunamikatastrophe gesprochen. In Begleitung seiner Frau Michiko nahm sich der 77-jährige Monarch fast eine Stunde Zeit, um in einer Notunterkunft in Tokio Menschen Mut zu machen, die ihre Häuser hatten verlassen müssen. «Ich konnte mich mit ihnen nicht so angeregt unterhalten, weil ich nervös war, hatte aber das Gefühl, dass sie tatsächlich besorgt um uns waren», erklärte Kenji Uktio aus der Region um den Unglücks-Reaktor Fukushima-Daiichi. «Ich war dafür sehr dankbar.»

Während die Behörden in der Region um Fukushima-Daiichi um die Eindämmung der Atomkatastrophe kämpften, versuchten Hunderttausende im Nordosten Japans, wieder ein geregeltes Leben aufzunehmen. Die offizielle Zahl der Toten lag am Mittwoch bei 11 257. Da noch immer mehrere tausend Menschen vermisst werden, könnte die Zahl jedoch noch auf über 18 000 steigen. Die Kosten des Erdbebens sowie des anschliessenden Tsunamis am 11. März werden von der Regierung auf rund 220 Milliarden Euro angegeben.
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Japan hat sich gegen seiner Ansicht nach unberechtigte Handelsbeschränkungen als Folge des Atomunfalls bei der Welthandelsorganisation (WTO) beschwert. Länder sollten bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus Japan, die angeblich radioaktiver Strahlung ausgesetzt sein könnten, nicht überreagieren, sagten Vertreter Japans der WTO, wie ein Sprecher bestätigte. Diese exportierten Waren seien bereits in Japan streng kontrolliert worden. Nachweislich nicht kontaminierten Erzeugnissen dürfe der Import nach den WTO-Regeln nicht verweigert werden
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Der Versicherer Lloyd's of London taxiert die versicherten Schäden durch das schwere Erdbeben in Japan auf bis zu 64 Mrd. Dollar. Die Firma verfüge über ein realistisches Szenario für ein Beben in Tokio, das mit dieser Summe Dollar veranschlagt sei, teilte der britische Versicherer mit. «Wir denken, dass sich die nun gesehenen Verluste in dieser Grössenordnung bewegen dürften», sagte Lloyd's-of-London-Finanzchef Luke Savage Reuters. Wie deutlich das Beben beim Versicherer selbst zu Buche schlagen wird, will Lloyd's of London im Mai bekanntgeben.

Die japanische Regierung hat die gesamtwirtschaftlichen Kosten des Bebens mit 198 bis 309 Mrd. Dollar angegeben. Auf die Versicherer dürfte indes nur ein Bruchteil der Summe entfallen. Viele Schäden sind durch öffentliche Gelder abgedeckt.
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Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Atomkatastrophe in Japan sind dramatisch gesunken. Die Situation in den Unglücksreaktoren von Fukushima sei ausser Kontrolle, räumte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch ein. «Wir sind nicht in einer Situation, in der wir sagen können, dass wir dies in einem bestimmten Zeitraum unter Kontrolle haben werden», sagte Edano mit Blick auf die Eindämmungsversuche an den Reaktor-Ruinen. Bis die überhitzten Reaktoren stabilisiert seien, dürfte nach Angaben des AKW-Betreibers Tepco «noch einige Zeit» vergehen.
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Über dem Kernkraftwerk Fukushima 2 - dem bislang nicht von der Krise betroffenen AKW - steigt Rauch auf, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldet. Die Ursache der rund eine Stunde lang aufsteigenden Rauchwolke ist nicht bekannt. Sie stieg laut Tepco über einem Stromverteiler im Turbinenraum im ersten Stock des Gebäudes auf. Das AKW Fukushima 2 ist rund zehn Kilometer vom Krisen-AKW Fukushima 1 entfernt.
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EU setzt Grenzwerte auf Schweizer Niveau herauf: Im Gegensatz zur EU, wo die Grenzwerte für radioaktiv belastete Lebensmittel erhöht worden sind, bleibt in der Schweiz alles beim alten. Denn hierzulande sind die Grenzwerte im Gegensatz zur EU fix geregelt.

Die neuen, höheren EU-Werte entsprechen den seit Jahren geltenden Schweizer Höchstwerten. Das heisst, die Maximalbelastung bei den meisten Lebensmitteln für Cäsium-134 und Cäsium-137 liegt bei 1250 Becquerel, für Milcherzeugnisse bei 1000 Becquerel.
11:32
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Japan will Fukushima komplett stilllegen: Tepco will die vier havarierten Blöcke nicht wiederaufbauen. «Wir haben keine andere Möglichkeit, als sie auszurangieren», sagte der kommissarische Tepco-Chef Tsunehisa Katsumata am Mittwoch.

Die Reaktorblöcke 1 bis 4 seien durch das Erdbeben vom 11. März so stark beschädigt, dass sie künftig für die Stromerzeugung unbrauchbar seien. Die Blöcke 5 und 6 seien noch funktionsfähig. Ob sie später wieder Strom erzeugen können, solle geprüft werden.

Die japanische Regierung hingegen will alle sechs Reaktoren stilllegen. Dies teilte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch mit. Zudem ordnete die Regierung die Überprüfung der über 50 Atomreaktoren des Landes an.
09:24
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Die japanische Regierung erwägt, drei beschädigte Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima mit Planen abdecken zu lassen. Mit dieser Massnahme solle die radioaktive Strahlung vermindert werden, berichtete die Zeitung «Asahi Shimbun» am Mittwoch. Aus welchem Material die Plane bestehen soll, ist unbekannt.
09:01
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Sorgen bereitet derzeit auch das Wetter. Am Mittwoch soll der aufs Meer wehende Wind seine Richtung ändern. Dann tragen Böen die radioaktiven Partikel aus Fukushima in Richtung der Millionen-Metropole Tokio.
08:10
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US-Experte: Rennen um AKW Fukushima möglicherweise verloren. Richard Lahey, der bei General Electric (GE) für die Sicherheit von Siedewasser-Reaktoren zuständig war, sagte dem «Guardian», der radioaktive Kern habe das Containment durchschmolzen. Reaktoren in Fukushima wurden gemäss GE-Plänen gebaut. Lahey sagte, dass das Meerwasser ausserhalb des Reaktors nur aus dem Reaktor so stark verstrahlt werden konnte. «Die Strahlungswerte deuten daraufhin, dass der Kern in Reaktor zwei den Druckbehälter durchgeschmolzen hat. Mindestens ein Teil des Kerns ist ausgetreten.» Er hoffe, er liege falsch, fügte er noch an.
07:20
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USA schicken Spezial-Roboter: Die US-Regierung will Japan Roboter und Schulungspersonal schicken, welche die in Arbeiter in Fukushima unterstützen sollen. Ein Sprecher des Energieministeriums sagte, es handle sich um spezielle, gegen Radioaktivität geschützte Roboter. Die Japaner seien sehr interessiert an den Geräten, hiess es aus dem Ministerium. Die Roboter könnten verhindern, dass weitere Arbeiter der teils extremen Strahlung ausgesetzt werden müssen.
06:57
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Verstrahltes Meer: Die Auswirkungen der Atomkatastrophe im schwer beschädigten japanischen Kraftwerk Fukushima auf die Umwelt werden offenbar immer gravierender: Im Meerwasser rund 300 Meter südlich der Anlage sei eine stark erhöhte Konzentration von radioaktivem Jod gemessen worden.

Sie liege um das 3355-fache über dem zulässigen Höchstwert, berichteten japanische Nachrichtenagenturen. Es ist die höchste Konzentration an Jod, die seit dem Beginn der Katastrophe nach dem Erdbeben am 11. März gemessen wurde.

Die Atomsicherheitsbehörde NISA versucht zu relativieren: Das gefundene Jod 131 habe eine Halbwertzeit von acht Tagen. Deshalb werde die Radioaktivität bereits deutlich abgenommen haben, falls verstrahlte Fische in die menschliche Nahrungskette gelangen sollten.

In der Region darf derzeit nicht mehr gefischt werden.
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Tepco-Chef im Spital: Masataka Shimizu musste wegen Bluthochdrucks und Schwindelgefühls hospitalisiert werden. Shimizu ist zwei Tage nach der Katastrophe von der Bildfläche verschwunden.
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Arbeiter hatten Glück: Drei Arbeitern im havarierten Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi in Japan geht es nach dem Kontakt mit radioaktivem Wasser offenbar gut. «Wir haben sie untersucht und keine Strahlung messen können», sagte der Sprecher der Atomsicherheitsbehörde am Mittwoch. «Den Arbeitern geht es gut und sie mussten nicht ins Krankenhaus.»

Die Techniker hatten am Dienstag versucht, eine Pumpe ausserhalb von Reaktor 3 anzuschließen. Dabei ergoss sich radioaktives Wasser auf die Arbeiter und durchnässte ihre angeblich wasserdichten Anzüge bis auf die Unterwäsche.

In der vergangenen Woche waren zwei Arbeiter mit Verbrennungen in ein Krankenhaus gebracht worden, nachdem sie durch radioaktives Wasser gelaufen waren. Über deren Gesundheitszustand gibt es keine Neuigkeiten.
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Guten Morgen. Im News-Ticker stellen wir für Sie während der nächsten Stunden wieder die neusten Informationen aus Japan zusammen.
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Die japanische Regierung hatte die Bevölkerung im Gebiet um das AKW Fukushima lediglich dazu aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. So sollen sich die Bewohner gegen radioaktive Partikel in der Luft schützen. Greenpeace wirft jetzt den japanischen Behörden vor, viel zu zögerlich zu handeln.

Höchstdosis in wenigen Stunden

Rund 30 Kilometer vom Atomkraftwerk entfernt seien Strahlungswerte von 100 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden, sagte der belgische Atomexperte Jan van de Putte auf einer Pressekonferenz in der japanischen Hauptstadt Tokio. Menschen in der Region würden demnach die jährliche Höchstdosis von 1000 Mikrosievert innerhalb von zehn Stunden erreichen.

Auch in dem 40 Kilometer entfernten Iitate sei es für Menschen eindeutig nicht sicher zu bleiben, vor allem für Kinder und schwangere Frauen. Sie könnten die maximal zulässige jährliche Strahlendosis in nur wenigen Tagen abbekommen.

Grössere Sicherheitszone verlangt

Im Stadtgebiet von Fukushima habe Greenpeace immer noch Werte von ein bis fünf Mikrosievert gemessen. Die Ergebnisse stünden zwar im Einklang mit den offiziellen Zahlen, sagte van de Putte. Die japanischen Behörden würden angesichts dieser Strahlenwerte jedoch zu wenig für den Schutz der Bevölkerung tun.

Van de Putte nannte die gegenwärtige Situation im japanischen Erdbebengebiet ein «multiple disaster» und forderte die Regierung zu einem entschiedeneren Vorgehen auf. So müsse die Sicherheitszone um das Atomkraftwerk ausgeweitet werden.

(sda)