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18. März 2011 09:06; Akt: 18.03.2011 10:12 Print

Bilder der Katastrophe aus der Luft

Fukushima I ist ein Berg aus Schutt und Asche: Ein Video vom Flug über das havarierte AKW zeigt das Ausmass der Zerstörung.

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Das Video wurde an Bord eines Helikopters gemacht und am Donnerstagabend von der japanischen Zeitung «Asahi Shinbun» im Internet veröffentlicht. Zu sehen sind die völlig zerstörten Reaktoren der Atomanlage Fukushima I.

Die Aufnahmen lassen erahnen, wie gewaltig die Explosionen im Innneren des Reaktors sein müssen. Dabei besonders beeindruckend: Im Block 4 liegt das Atom-Becken völlig frei. Und auch aus einem der beschädigten Reaktoren von Block 2 steigt weisser Rauch auf.

Ein hoher Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Graham Andrew, bestätigte in Wien, die Lage sei weiter «sehr ernst». Brennstäbe in zwei Reaktoren seien nur zur Hälfte mit Wasser bedeckt, in einem dritten nur zu einem Drittel.

Wettlauf gegen den Super-GAU

Die Betreiberfirma TEPCO teilte unterdessen mit, dass Arbeiter noch immer damit beschäftigt sind, ein Stromkabel zu verlegen. Mit diesem soll das Kühlsystem wieder in Gang gebracht werden. Die Streitkräfte bereiten den Einsatz von Hubschraubern und Löschfahrzeugen vor, um weiteres Wasser in die Reaktorblöcke zu bringen. Der US-Fernsehsender CNN meldete, ein Dieselgenerator aus Block 6 versorge die Kühlsysteme der Abklingbecken in den Einheiten 5 und 6 mit Energie.

Der Vorsitzende der amerikanischen Atomaufsicht, Gregory Jazcko, sagte, es könne Tage und «möglicherweise Wochen dauern», den Atomkomplex unter Kontrolle zu bringen. Er verteidigte die Entscheidung, für US-Bürger einen Evakuierungsradius um Fukushima von 80 Kilometern zu empfehlen. Die japanischen Behörden haben eine Evakuierungszone von 20 Kilometern umgesetzt.

Gering erhöhte Strahlenwerte wurden am Donnerstag weit über Tokio hinaus gemessen, das 220 Kilometer südlich der Atomanlage liegt. Gefährlich hohe Werte wurden bisher nur in der Anlage selbst gemessen.

(kle)