Nach Tsunami-Warnung

12. März 2011 09:53; Akt: 12.03.2011 10:04 Print

Lateinamerika blieb verschont

An der Pazifikküste zwischen Chile und Mexiko sind die Auswirkungen des Tsunamis nach dem schweren Erdbeben in Japan deutlich geringer ausgefallen als befürchtet.

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Als Reaktion auf die Tsunami-Warnungen für den gesamten Pazifikraum haben sich auf der chilenischen Osterinsel Anwohner und Touristen in höher gelegene Gebiete begeben. (Bild: REUTERS/Romina Amato)

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Wegen einer befürchteten Flutwelle waren in den Ländern entlang der Pazifikküste am Freitag mehrere hunderttausend Menschen in Sicherheit gebracht worden. Bereits am späten Abend konnte in den meisten Regionen jedoch wieder Entwarnung gegeben werden.

Nach den verheerenden Tsunami-Schäden in Japan hatten die Regierungen mehrerer Länder am Nachmittag die weitgehende Räumung ihrer Küstengebiete angeordnet. Allein in Ecuador wurden offiziellen Angaben zufolge 242 000 Menschen in höher gelegene Regionen gebracht. In Mexiko wurde der wichtige Frachthafen der Stadt Manzanillo vorübergehend geschlossen.

Nachdem der Tsunami auf seinem Weg über den Pazifik vor den Hawaii-Inseln noch bis zu zwei Meter hohe Wellen verursacht hatte, blieben die Auswirkungen an den Küsten des nord- und südamerikanischen Festlandes vergleichsweise gering. Im mexikanischen Badeort Cabo San Lucas war die Brandung zwar deutlich stärker als üblich, die Wellen zerrten an ankernden Booten. Über Schäden gab es zunächst jedoch keine Berichte. Im weiter südlich gelegenen Honduras wurden kaum Veränderungen des Wellengangs festgestellt. Bereits gegen 19.00 Uhr (Ortszeit) wurde die Tsunami-Warnung hier wieder aufgehoben.

Leere Strassen in Chile

Wie in Ecuador waren auch in Chile hunderttausende Küstenbewohner in Sicherheit gebracht worden. Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder von leeren Strassen in Küstenstädten, in denen Sicherheitskräfte patrouillierten, um Plünderungen zu verhindern. Auch hier gab es zunächst aber keine Berichte über grössere Schäden.

In Peru hatten die Behörden die Schliessung von Touristenstränden angeordnet. Hier erreichten die Wellen eine maximale Höhe von rund einem Meter. Südlich der Hauptstadt Lima versammelten sich zahlreiche Schaulustige auf höher gelegenen Klippen. Aus sicherer Entfernung konnten sie beobachten, wie sich das Wasser zweimal innerhalb von nur 15 Minuten rund 100 Meter zurückzog.

(ap)