Hilfe nach dem Erdbeben

12. März 2011 08:38; Akt: 12.03.2011 08:42 Print

Schweiz schickt Rettungskräfte nach Japan

Die Schweiz unterstützt Japans Rettungskräfte mit einem 24-köpfigen Suchteam sowie neun Suchhunden. Die Spezialisten sollen in zerstörten Gebäuden nach Vermissten suchen.

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Die Universität Sheffield hat eine interessante Grafik veröffentlicht, in welcher die Welt nach dem Erdbebenrisiko gewichtet zeigt (). Die Situation in den 2400 Evakuierungszentren wird prekär: Wasser, Heizöl und Essen müssen rationiert werden. In vielen Dörfern, in denen keine Evakuierungszentren eingerichtet werden können, ziehen die Nachbarn zusammen. Damit sparen sie Energie beim Kochen und je mehr Menschen sich in den Wohnräumen aufhalten, umso höher ist die Raumtemperatur. Viele Japaner besorgen Esswaren auf provisorischen Märkten. «Ich nehme das, was es gibt», sagt eine ältere Frau, «und bin für alles dankbar.» In einigen vom Tsunami betroffenen Städten wurden die Strassen frei geräumt - nun kann effizienter evakuiert werden. Im Katastrophegebiet erschweren derzeit Schneeschauer die Rettungsarbeiten. Rettungskräfte kämpfen sich mühsam durch die überflutete Einöde. Sie suchen weiter nach Überlebenden, obwohl die Chancen mit jeder Minute sinken. «Der starke Verwesungsgeruch und das dreckige Meerwasser machen die Suche extrem schwierig», sagt Helfer Yin Guanghui. Als sei die Lage nicht schon schlimm genug, liegen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. An vielen Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Die Menschen decken sich dort mit Heizöl ein. Die Zerstörung der Stadt Itsuchi in der Präfektur Iwate. Die Stadt existiert nicht mehr. Minamisanriku in der Präfektur Miyagi - dem Erdboden gleich. Minamisanriku in der Präfektur Miyagi - nichts bleibt übrig nach dem Tsunami. Sendai wurde vom Tsunami am härtesten getroffen. Eine Frau aus Miyako hat ihre Mutter und ihren dreijährigen Sohn verloren. Die toten Körper wurden im Haus gefunden. Eine Frau und ihre Tante in tiefer Trauer, als sie sich nach dem Erdbeben und Tsunami wieder treffen. Ein Schulzimmer in Otsuchi. Angestellte einer Firma geschockt, als sie ihren Arbeitsplatz wiedersehen in Minamisanriku, Miyagi. Überlebende vor den Toten in Rikuzentakata. Eine Harley Davidson sitzt auf Trümmern in Soma in der Präfektur Fukushima. Eine alte Frau kehrt zurück nach Hause - oder was davon übrig geblieben ist - in Otsuchi. Die Stadt Otsuchi - nichts bleibt übrig. Das Wasser ist hochgradig verschmutzt in Fudai. Schiffe in Kesennuma sind dort, wo sie nicht sein sollten. Der Tsunami beförderte Boote weit ins Landesinnere. Auch grosse Schiffe wurden von der Flutwelle wie Spielzeuge mitgerissen. Überlebende des Erdbebens versuchen, sich über die Dächer der eingestürzten Häuser in Sicherheit zu bringen. Nach wie vor wird fieberhaft nach Überlebenden des Tsunami gesucht. Die Flutwelle brachte meterhoch Schlamm in die Küstengebiete, was die Arbeit der Helfer erschwert. Trauer und Verzweiflung in Japan: Vielfach können Menschen nur noch tot geborgen werden. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist schwierig. Wo es noch Waren gibt, bilden sich endlose Menschenschlangen. In Japan bilden sich derweil Schlangen vor den Supermärkten. Die Regale sind aber praktisch leer. Hunderttausende wurden aus den gefährdeten Gebieten evakuiert. Sie müssen in temporär eingerichteten Warteräumen übernachten. Einen Tag nach dem schweren Beben bietet die Stadt Sendai ein Bild der Verwüstung. Überall sind die Spuren der Verwüstung zu sehen. Die Strassen sind kaputt oder voller Schlamm. Die Welle drang bis zu zehn Kilometer ins Landesinnere ein. Kaputte Autos liegen herum, ... ... sogar Kleinflugzeuge. Angesichts Tausender Vermisster hat die japanische Regierung am 12. März 2011 ein grosses Militäraufgebot für Rettungsaktionen abgestellt. Hierzu sind 50 000 Soldaten für die Rettung von Überlebenden mobilisiert worden. Zahlreiche Städte und Dörfer entlang eines 2100 Kilometer langen Küstenabschnitts im Nordosten Japans sind betroffen. Mit der Flutwelle sind ganze Zugkompositionen weggeschwemmt worden. Die zuständige Eisenbahngesellschaft erklärte, sie wisse nicht, wie viele Menschen sich in den Zügen befunden hätten. In vielen Strassen an der Ostküste steht noch das Wasser. Rettungskräfte sind mit Booten unterwegs. Hunderte Menschen warten geduldig vor den wenigen Supermärkten, die wieder geöffnet haben, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Auf Luftaufnahmen war zu sehen, wie Helikopter der Armee mit Leinen verzweifelte Menschen von Dächern ... ... und aus Hausruinen bargen. Dafür waren 190 Militärflugzeuge und Helikopter ... ... sowie 25 Schiffe in die von dem Erdbeben betroffenen Gebiete unterwegs. Wegen zerstörten Zufahrtsstrassen haben Rettungskräfte bislang nicht zum Küstenstreifen vordringen können. In weiten Teilen Nordjapans hat das Erdbeben schwere Schäden angerichtet. Die Flutwelle erreichte eine Höhe von zehn Metern. Eine unbekannte Zahl von Opfern ist vermutlich von herabfallendem Mauerwerk verschüttet worden. Der Tsunami riss Schiffe, ... ... Autos, ... ... Container am Hafen, ... ... ganze Gebäude ... ... und tonnenweise Schutt und Geröll mit sich. Eine Retterin in Kesennuma.

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Die Schweiz schickt am Samstagnachmittag ein 24- köpfiges Such- und Abklärungsteam sowie 9 Suchhunde ins Erdbebengebiet nach Japan. Dem Team gehören Hundeführer, Spezialisten für die technische Ortung, Koordinatoren sowie Experten für Umweltkatastrophen, Wasser, Medizin und Bau an.

Nach Absprache mit den japanischen Behörden und der UNO in der Nacht habe sich die Schweiz zur Entsendung dieses Teams entschieden. Dies sagte Toni Frisch, Chef des Korps für humanitäre Hilfe, in der Sendung «Heute Morgen» von Schweizer Radio DRS.

Die Spezialisten erwarte eine «hoch anspruchsvolle» Aufgabe, sagte Frisch. Es handle sich bei dem Einsatz nicht um einen «klassische Rettungskettenaktion» wie üblicherweise bei Erdbeben. Es gehe insbesondere auch darum, in Gebäuden, die der Tsunami zerstört habe, nach Vermissten zu suchen.

45 Länder senden Rettungsteams

Mehr als 68 Such- und Rettungsteams aus 45 Ländern hatten Japan nach dem Beben der Stärke 8,9 und dem verheerenden Tsunami ihre Unterstützung angeboten. Am Freitagabend hatte es beim UNO-Büro für die Koordination humanitärer Einsätze (OCHA) zunächst geheissen, Japan habe vorerst nur die Angebote aus den USA, Neuseeland, Australien und Südkorea angenommen.

Die USA schicken rund 140 Katastrophenhelfer nach Japan, um die Such- und Rettungsmassnahmen nach dem gewaltigen Erdbeben zu unterstützen. Die Teams würden zudem 75 Tonnen Hilfsmaterial und Suchhunde mit in das Land bringen, teilte die US-Behörde für Internationale Entwicklung am Freitag mit.

Australien bietet Hilfe an

Neuseeland, das gerade erst von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde, sendet ein Team mit 48 Rettungskräften nach Japan, wie Premierminister John Key am Samstag mitteilte. Die Japaner hatten die Neuseeländer nach dem schweren Erdbeben in Christchurch am 22. Februar ebenfalls mit Suchstaffeln unterstützt. Rund 200 Menschen kamen dort ums Leben, darunter viele Englischstudenten aus Japan.

Auch Australien bot der japanischen Regierung Rettungstrupps sowie Polizisten und medizinisches Personal an. «Wir stehen an der Seite Japans und tun alles, um zu helfen», sagte Premierministerin Julia Gillard. Der australische Katastrophenschutz hat ein besonders für Rettungsarbeiten nach Tsunami trainiertes Team bereit.

(sda)