Opferzahl steigt

13. März 2011 07:47; Akt: 13.03.2011 11:21 Print

10 000 Tote allein in Miyagi befürchtet

Eine Million Haushalte sind in Japan derzeit ohne Wasserversorgung, Hunderttausende sind vor den Zerstörungen geflohen. Immer mehr Todesopfer werden aus den Trümmern geborgen.

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Die Universität Sheffield hat eine interessante Grafik veröffentlicht, in welcher die Welt nach dem Erdbebenrisiko gewichtet zeigt (). Die Situation in den 2400 Evakuierungszentren wird prekär: Wasser, Heizöl und Essen müssen rationiert werden. In vielen Dörfern, in denen keine Evakuierungszentren eingerichtet werden können, ziehen die Nachbarn zusammen. Damit sparen sie Energie beim Kochen und je mehr Menschen sich in den Wohnräumen aufhalten, umso höher ist die Raumtemperatur. Viele Japaner besorgen Esswaren auf provisorischen Märkten. «Ich nehme das, was es gibt», sagt eine ältere Frau, «und bin für alles dankbar.» In einigen vom Tsunami betroffenen Städten wurden die Strassen frei geräumt - nun kann effizienter evakuiert werden. Im Katastrophegebiet erschweren derzeit Schneeschauer die Rettungsarbeiten. Rettungskräfte kämpfen sich mühsam durch die überflutete Einöde. Sie suchen weiter nach Überlebenden, obwohl die Chancen mit jeder Minute sinken. «Der starke Verwesungsgeruch und das dreckige Meerwasser machen die Suche extrem schwierig», sagt Helfer Yin Guanghui. Als sei die Lage nicht schon schlimm genug, liegen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. An vielen Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Die Menschen decken sich dort mit Heizöl ein. Die Zerstörung der Stadt Itsuchi in der Präfektur Iwate. Die Stadt existiert nicht mehr. Minamisanriku in der Präfektur Miyagi - dem Erdboden gleich. Minamisanriku in der Präfektur Miyagi - nichts bleibt übrig nach dem Tsunami. Sendai wurde vom Tsunami am härtesten getroffen. Eine Frau aus Miyako hat ihre Mutter und ihren dreijährigen Sohn verloren. Die toten Körper wurden im Haus gefunden. Eine Frau und ihre Tante in tiefer Trauer, als sie sich nach dem Erdbeben und Tsunami wieder treffen. Ein Schulzimmer in Otsuchi. Angestellte einer Firma geschockt, als sie ihren Arbeitsplatz wiedersehen in Minamisanriku, Miyagi. Überlebende vor den Toten in Rikuzentakata. Eine Harley Davidson sitzt auf Trümmern in Soma in der Präfektur Fukushima. Eine alte Frau kehrt zurück nach Hause - oder was davon übrig geblieben ist - in Otsuchi. Die Stadt Otsuchi - nichts bleibt übrig. Das Wasser ist hochgradig verschmutzt in Fudai. Schiffe in Kesennuma sind dort, wo sie nicht sein sollten. Der Tsunami beförderte Boote weit ins Landesinnere. Auch grosse Schiffe wurden von der Flutwelle wie Spielzeuge mitgerissen. Überlebende des Erdbebens versuchen, sich über die Dächer der eingestürzten Häuser in Sicherheit zu bringen. Nach wie vor wird fieberhaft nach Überlebenden des Tsunami gesucht. Die Flutwelle brachte meterhoch Schlamm in die Küstengebiete, was die Arbeit der Helfer erschwert. Trauer und Verzweiflung in Japan: Vielfach können Menschen nur noch tot geborgen werden. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist schwierig. Wo es noch Waren gibt, bilden sich endlose Menschenschlangen. In Japan bilden sich derweil Schlangen vor den Supermärkten. Die Regale sind aber praktisch leer. Hunderttausende wurden aus den gefährdeten Gebieten evakuiert. Sie müssen in temporär eingerichteten Warteräumen übernachten. Einen Tag nach dem schweren Beben bietet die Stadt Sendai ein Bild der Verwüstung. Überall sind die Spuren der Verwüstung zu sehen. Die Strassen sind kaputt oder voller Schlamm. Die Welle drang bis zu zehn Kilometer ins Landesinnere ein. Kaputte Autos liegen herum, ... ... sogar Kleinflugzeuge. Angesichts Tausender Vermisster hat die japanische Regierung am 12. März 2011 ein grosses Militäraufgebot für Rettungsaktionen abgestellt. Hierzu sind 50 000 Soldaten für die Rettung von Überlebenden mobilisiert worden. Zahlreiche Städte und Dörfer entlang eines 2100 Kilometer langen Küstenabschnitts im Nordosten Japans sind betroffen. Mit der Flutwelle sind ganze Zugkompositionen weggeschwemmt worden. Die zuständige Eisenbahngesellschaft erklärte, sie wisse nicht, wie viele Menschen sich in den Zügen befunden hätten. In vielen Strassen an der Ostküste steht noch das Wasser. Rettungskräfte sind mit Booten unterwegs. Hunderte Menschen warten geduldig vor den wenigen Supermärkten, die wieder geöffnet haben, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Auf Luftaufnahmen war zu sehen, wie Helikopter der Armee mit Leinen verzweifelte Menschen von Dächern ... ... und aus Hausruinen bargen. Dafür waren 190 Militärflugzeuge und Helikopter ... ... sowie 25 Schiffe in die von dem Erdbeben betroffenen Gebiete unterwegs. Wegen zerstörten Zufahrtsstrassen haben Rettungskräfte bislang nicht zum Küstenstreifen vordringen können. In weiten Teilen Nordjapans hat das Erdbeben schwere Schäden angerichtet. Die Flutwelle erreichte eine Höhe von zehn Metern. Eine unbekannte Zahl von Opfern ist vermutlich von herabfallendem Mauerwerk verschüttet worden. Der Tsunami riss Schiffe, ... ... Autos, ... ... Container am Hafen, ... ... ganze Gebäude ... ... und tonnenweise Schutt und Geröll mit sich. Eine Retterin in Kesennuma.

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Nach dem Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami rechnet die japanische Polizei allein im Nordosten des Landes mit mehr als zehntausend Toten. Mehr als 10 000 Menschen könnten in der Provinz Miyagi ums Leben gekommen sein, sagte der örtliche Polizeichef am Sonntag.

Miyagi lag dem Epizentrum des Bebens vom Freitag am nächsten. Bereits am Samstag hatten japanische Medien berichtet, dass allein in der Hafenstadt Minamisanriku in der Provinz 10 000 Menschen vermisst würden.

Auf der Suche nach Überlebenden an den Küsten der Provinzen Miyagi und Iwate stösst die Polizei auf immer mehr Todesopfer. Mehr als 600 Leichen seien am Sonntag gefunden worden, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Die Stärke des verheerenden Erdbebens vom Freitag in Japan ist von den örtlichen Behörden auf 9.0 nach oben korrigiert worden. Das teilte das Meteorologische Amt Japans am Sonntag mit. Es hatte die Stärke zuvor mit 8,9 angegeben. Die US-Erdbebenwarte gab eine Stärke von 8,9 an. Sie änderte ihre Angaben bislang nicht.

Die Einsatzkräfte in Japan arbeiteten zwei Tage nach dem Beben und dem nachfolgenden schweren Tsunami auf Hochtouren. 390 000 Menschen sind nach Medienberichten vor den verheerenden Zerstörungen geflohen.

In fünf Provinzen des Landes wurden demnach mehr als 1400 Notlager eingerichtet, etwa in Schulen und Gemeindehäusern. Vielerorts werde mit Tankwagen Trinkwasser herangeschafft. Augenzeugen berichten von Hamsterkäufen in Supermärkten, an vielen Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Die Menschen decken sich dort auch mit Heizöl ein. Mindestens eine Million Haushalte sind seit dem Beben ohne Wasserversorgung. Viele Gebiete konnten von Rettungsmannschaften immer noch nicht erreicht werden. Rund 2,5 Millionen Haushalte waren ohne Strom.

Internationale Hilfe angelaufen

Zahlreiche Staaten sagten Japan Hilfe zu. Die USA haben bereits einen Flugzeugträger in Japan, ein zweiter ist unterwegs. Die Schweiz hat bereits gestern ein Such- und Abklärungsteam in das japanische Katastrophengebiet entsendet. Es besteht aus 25 Spezialisten und neun Suchhunden. In der Nacht zum Sonntag sind auch Experten des deutschen Technischen Hilfswerks (THW) im japanischen Krisengebiet eingetroffen. Ein Flugzeug brachte 38 Helfer, 3 Spürhunde und zwölf Tonnen Material. Kurzfristig wurden auch noch wegen der Explosion in einem japanischen Kernkraftwerk sogenannte Dosimeter zur Messung radioaktiver Strahlung mitgenommen.

Das volle Ausmass der Zerstörung nach dem verheerenden Beben und dem anschliessenden Tsunami war am Sonntag immer noch unklar. Die Regierung verdoppelte inzwischen die Zahl der Soldaten, die bei der Bergung der Opfer helfen sollen, von 51 000 auf 100 000.

(meg/ap)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 'M' am 14.03.2011 03:33 Report Diesen Beitrag melden

    Leid in Japan

    Viele tragische Schicksale, welche man mit den nackten Zahlen von Opfern gar nicht erfassen kann. Habe selber liebe Freunde aus der betroffenen Region und warte immer noch auf eine Antwort. Mein Beileid für die vielen Opfer, die Familien und Freunde der Hinterbliebenen.

  • Roman am 13.03.2011 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Geschockt

    Unfassbar, erschütternd! Kann nicht mehr dazu schreiben...es erschlägt einem die Sprache!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 'M' am 14.03.2011 03:33 Report Diesen Beitrag melden

    Leid in Japan

    Viele tragische Schicksale, welche man mit den nackten Zahlen von Opfern gar nicht erfassen kann. Habe selber liebe Freunde aus der betroffenen Region und warte immer noch auf eine Antwort. Mein Beileid für die vielen Opfer, die Familien und Freunde der Hinterbliebenen.

  • Roman am 13.03.2011 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Geschockt

    Unfassbar, erschütternd! Kann nicht mehr dazu schreiben...es erschlägt einem die Sprache!

    • Karin am 13.03.2011 14:00 Report Diesen Beitrag melden

      Geschockt

      Anders kann ich es auch nicht ausdrücken...

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