Zehn Monate später

11. Januar 2012 23:52; Akt: 11.01.2012 23:52 Print

Japans Tsunami kommt in den USA an

Ein Trümmerteppich, der zehn Mal grösser als die Schweiz ist, treibt auf die amerikanische Westküste zu. Er besteht aus Überresten, die nach dem Tsunami vor Japan vom Pazifik verschluckt worden sind.

Anschaulich erklärt die «National Oceanic and Atmospheric Administration» der USA mit diesem Video, wie sich ein riesiger Trümmerteppich den Vereinigten Staaten nähert. (Quelle: noaa.gov)
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Zehn Monate nach dem Tsunami vor Japan treibt ein gewaltiger Teppich von Wrackteilen vor den Küsten der USA und Kanadas. Das Trümmerfeld ist laut CNN so gross wie der US-Bundesstaat Kalifornien - also rund zehnmal grösser als die Schweiz.

Die Teile des treibenden Teppichs hätten eindeutig nach Japan zurückverfolgt werden können, meldet der Newssender. So seien Bojen angeschwemmt worden, die an einer japanischen Austernfarm befestigt gewesen waren.

Vor Vancouver Island in Kanada wurde nach Angaben der «Vancouver Sun» Holz mit japanischem Exportstempel gefunden. Viele andere Überreste seien noch angeschwemmt worden, das meiste treibe jedoch vor der Küste im Meer und habe in den vergangenen zehn Monaten die etwa 7500 Kilometer zurückgelegt.

Giftige Chemikalien - und Leichen?

«Wir müssen erst einmal die Dimension dieses Problems verstehen», sagte der Physiker Michio Kaku dem Sender CNN. «Der Teppich von dieser japanischen Tragödie hat die Grösse des Staates Kalifornien.»

Radioaktives Material dürfte zwar nicht dabei sein. «Aber wir haben gefährliche Stoffe darunter, etwa giftige Chemikalien. Und auch Leichenteile könnten dabei sein.» Mehr als 3700 Japaner würden noch immer vermisst und seien vermutlich ins Meer gespült worden.

Ein weiteres Problem seien besonders grosse Wrackteile, etwa ganze Boote. Diese könnten jahrelang umhertreiben und die Schifffahrt gefährden oder die Unterwasserwelt - zum Beispiel empfindliche Korallenriffe - beschädigen.


Ein TV-Sender aus Vancouver zeigt japanische PET-Flaschen, die bereits angeschwemmt worden sind. (Quelle: CTV)


Ein weiterer, ausführlicher Newsbeitrag aus Kanada. (Quelle: Check News)

(rme/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter müller am 12.01.2012 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Das ganze Aussmass der Tragödie

    Nun kommt das ganze Ausmass der Tragödie wieder in die Medien. Während in der westlichen Öffentlichkeit vor allem über Fukujima gesprochen wurde, ging vergessen, dass der Tsunami ganze Dörfer "mit Mann und Maus" weggerissen hat. Ich beneide die nicht, die nun in den USA das Strandgut aufräumen müssen, wenn ich auch nicht glaube, dass nach 10 Monaten auf See noch Leichenteile zu finden sind. Mein Mitgefühl gehört nach wie vor den Hinterbliebenen Japan.

  • Beni am 12.01.2012 05:26 Report Diesen Beitrag melden

    ......nach einem jahr.....

    Ich lebe in Bodega Bay... Wie ich mich freue :(

  • Päde am 12.01.2012 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Great Pacific Garbage Patch

    übel... aber übler ist was bereits schon alles an Plastik im Meer treibt. Allein im Nordpazifikwirbel sind es 100 Millionen Tonnen, zwei mal die Fläche von Texas...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fabio am 12.01.2012 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Wie wäre es anstatt Millionen und Milliarden in Krieg welcher nur Leid bringt zu investieren einfach mal aufzuräumen? Wir sind so intelligent und fortgeschritten um unsere Erde innert Stunden zerstören zu können. (alle drücken den Knopf ihrer doch so geliebten A-Bombe) Aber Aufräumen gelingt uns noch immer nicht! Wir Menschen sind einfach die besten.

    • Der Bulk am 12.01.2012 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      UNOUmwelt und Zivilschutz-Grünhelmsoldat

      Es braucht Millionen neue Soldaten die Aufräumen. Die UNO muss neue Umweltschutzsoldaten schaffen, die lernen Altlasten zu entsorgen, bestehendes einzudämmen und neues gar nicht enstehen lassen. Es braucht Sie die neuen UNO Umwelt- und Zivilschutz-Grünhelmsoldaten und ich binn dan Ihr neuer General!

    einklappen einklappen
  • Kann, Nichtsein am 12.01.2012 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    ist das so schwer zu verstehen??

    Anstatt jetzt wieder wochenlang Computersimulationen zu kreieren könnte man ja einfach anfangen den Müll aus dem Meer zu fischen....

    • Der Bulk am 12.01.2012 15:33 Report Diesen Beitrag melden

      Mit riesigem Kamm?

      Da könnten hunderte Schiffe jahrelang hin und her und es wäre immer noch voller Müll

    • Prosy am 12.01.2012 15:51 Report Diesen Beitrag melden

      Anfangen!

      @Der Bulk: Wichtig ist doch, dass überhaupt angefangen wird mit dem Säubern des Meeres.

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  • Päde am 12.01.2012 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Great Pacific Garbage Patch

    übel... aber übler ist was bereits schon alles an Plastik im Meer treibt. Allein im Nordpazifikwirbel sind es 100 Millionen Tonnen, zwei mal die Fläche von Texas...

  • m.o. am 12.01.2012 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Immer übertreiben

    Japans Tsunami kommt in den USA an? Woll eher das was davon übrig geblieben ist. So nervig, dass die Medien immer alles übertreiben müssen. Hauptsache es wird Aufmerksamkeit erregt. Da möchte man am liebsten garnichts mehr davon lesen!

  • peter müller am 12.01.2012 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Das ganze Aussmass der Tragödie

    Nun kommt das ganze Ausmass der Tragödie wieder in die Medien. Während in der westlichen Öffentlichkeit vor allem über Fukujima gesprochen wurde, ging vergessen, dass der Tsunami ganze Dörfer "mit Mann und Maus" weggerissen hat. Ich beneide die nicht, die nun in den USA das Strandgut aufräumen müssen, wenn ich auch nicht glaube, dass nach 10 Monaten auf See noch Leichenteile zu finden sind. Mein Mitgefühl gehört nach wie vor den Hinterbliebenen Japan.