Tokio

31. März 2011 08:20; Akt: 31.03.2011 09:28 Print

Kaiser Akihito zeigt sich solidarisch

Der japanische Kaiser hat mit Betroffenen der verheerenden Erdbebenkatastrophe gesprochen. Zudem stellte er die Baderäume für Bedienstete in seiner Residenz zu Verfügung.

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In Begleitung seiner Frau Michiko nahm sich der 77-jährige Monarch fast eine Stunde Zeit, um in einer Notunterkunft in Tokio Menschen Mut zu machen, die ihre Häuser hatten verlassen müssen.

«Ich konnte mich mit ihnen nicht so angeregt unterhalten, weil ich nervös war, hatte aber das Gefühl, dass sie tatsächlich besorgt um uns waren», erklärte Kenji Uktio aus der Region um den Unglücks-Reaktor Fukushima-Daiichi. «Ich war dafür sehr dankbar.»

Der Kaiser zeigt sich solidarisch

Bereits am Wochenende hatte der Kaiser grosse Solidarität mit den Katastrophenopfern gezeigt: Er liess Baderäume für Bedienstete in der kaiserlichen Villa im ostjapanischen Ort Nasu nahe der Unglücksregion für Opfer des Erdbebens und Tsunamis öffnen. Obdachlose aus einem der Notlager in der Nachbarprovinz Fukushima, wo viele Menschen seit Tagen bei Kälte und Versorgungsmangel ausharren, konnten dadurch nun endlich wieder ein heisses Bad nehmen.

Um die Bemühungen der Bevölkerung zum Elektrizitätssparen zu unterstützen, lässt auch der Monarch in seiner Residenz in Tokio jeden Tag für ein paar Stunden den Strom abschalten. Auch liess das Kaiserpaar Hilfsgelder in die Katastrophenregion schicken.

Aktuelle Situation

Während die Behörden in der Region um Fukushima-Daiichi um die Eindämmung der Atomkatastrophe kämpften, versuchten Hunderttausende im Nordosten Japans, wieder ein geregeltes Leben aufzunehmen. Die offizielle Zahl der Toten lag am Mittwoch bei 11 257. Da noch immer mehrere tausend Menschen vermisst werden, könnte die Zahl jedoch noch auf über 18 000 steigen. Die Kosten des Erdbebens sowie des anschliessenden Tsunamis am 11. März werden von der Regierung auf rund 220 Milliarden Euro angegeben.

(kle/ap)