Tokyos «Sky Tree»

24. März 2011 12:01; Akt: 24.03.2011 12:46 Print

Zweithöchster Turm der Welt trotzt Erdbeben

Auch er ging im Tsunami unter — zumindest im übertragenen Sinn: Der Tokyo Sky Tree, der welthöchste Fernsehturm, erreichte diese Woche seine endgültige Höhe von 634 Metern.

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Neu heisst der höchste Fernsehturm der Welt Tokyo Sky Tree. Trotz des Erdbebens vom 11. März und etlichen Nachbeben hat die Turmstruktur nun ihre endgültige Höhe von 634 Metern erreicht. Die Arbeiter, die sich zur Zeit des Bebens auf dem Turm befanden, blieben unverletzt, wie das Newsportal japanmarkt.de berichtet. Die Antenne des Tokyo Tower, dem Vorläufer des Sky Tree, wurde durch das Erdbeben hingegen leicht abgeknickt.

Auf eine förmliche Feier nach Erreichen der Rekordhöhe verzichtete der Sky-Tree-Betreiber vorerst. Das 65-Milliarden-Yen-Bauwerk soll wie geplant bis zum Jahresende zu Ende gebaut und im Frühjahr 2012 seinen Betrieb aufnehmen. Der freistehende Sky Tree hatte am 1. März den 600 Meter hohen «Canton Tower» im chinesischen Guangzhou als zweithöchstes Gebäude der Welt nach dem 828 Meter hohen Burdsch Chalifa in Dubai abgelöst.

Der Turm im Stadtviertel Sumida in Tokyo, in dem auch Restaurants und Geschäfte vorgesehen sind, wird digitale Radio- und Fernsehprogramme ausstrahlen. Zudem soll das Bauwerk künftig zum Tourismus-Magneten werden und Besucher aus aller Welt anlocken.

Die Bauweise des Sky Trees ähnelt einem Baum. Seine Stützpfeiler sind wie Wurzeln im Boden verankert, wodurch der Bau besonders stabil wird. Für Erdbebensicherheit sorgen zudem ein äusseres Stahlgerüst und ein innerer Betonkern, die unabhängig voneinander schwingen können. Dieses Prinzip ist Jahrtausende alt: In Ostasien benützt man es seit jeher für den Bau von Pagoden, den runden mehrgeschossigen Turmbauten, wie sie in Vietnam, China, Japan und Korea vorkommen.

(gmo)