Pietätlos

24. März 2011 09:55; Akt: 24.03.2011 14:10 Print

Betrüger nutzen Spendenfreudigkeit aus

Telefonbetrüger, die es auf leichtgläubige Senioren abgesehen haben, sind in Japan gang und gäbe. Gerade in der aktuellen Katastrophenlage schlagen sie wieder vermehrt zu.

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Gerade jetzt, wo die Spendenbereitschaft in ganz Japan einen Höhepunkt erreicht hat, schlagen wieder Telefonbetrüger und vermeintliche Spendensammler zu. Wie in der Schweiz gibt es auch in Japan den «Enkel-Trick», auf Japanisch ore-ore-sagi («Ich bins-Ich bins-Betrug»). Bei diesem fiesen, aber einfachen Trick ruft der Betrüger eine gutgläubige Grossmutter an und verlangt nach einer Geldüberweisung. Da er sich nur als «Ich bins» vorstellt, denken viele vereinsamte Grossmütter, dass der Enkel wieder einmal knapp bei Kasse sei.

Das japanische Fernsehen berichtete in den vergangenen Tagen über solche und andere Tricks, mit denen skrupellose Betrüger in Japan versuchen, aus dem Leid anderer Kapital zu schlagen (siehe Bildstrecke oben).

In der Schweiz noch keine Fälle bekannt

Nicht nur in Japan, sondern auch im Westen sind bereits solche Betrüger aufgetaucht. So warnt die amerikanische Heilsarmee vor betrügerischen Mails, die um eine Mindestspende von 100 Dollar für die japanischen Tsunami-Opfer bitten.

Auch das englische Rote Kreuz meldet, dass seit kurzem ähnliche Mails im Umlauf sind. Der Schweizer Glückskette und dem Schweizerischen Roten Kreuz sind momentan keine Spendenbetrugsfälle in der Schweiz bekannt. Während dem Kosovo-Krieg hat es aber hierzulande solche gegeben.

(dap)