Nach dem Erdbeben

15. März 2011 13:54; Akt: 15.03.2011 16:11 Print

Die Katastrophe in Zahlen

3373 Todesopfer, 500 000 Menschen in Notlagern, 11 930 Microsievert radioaktive Strahlung: Das Ausmass der Umwelt- und Atomkatastrophe in Japan auf einen Blick.

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Die Universität Sheffield hat eine interessante Grafik veröffentlicht, in welcher die Welt nach dem Erdbebenrisiko gewichtet zeigt (). Die Situation in den 2400 Evakuierungszentren wird prekär: Wasser, Heizöl und Essen müssen rationiert werden. In vielen Dörfern, in denen keine Evakuierungszentren eingerichtet werden können, ziehen die Nachbarn zusammen. Damit sparen sie Energie beim Kochen und je mehr Menschen sich in den Wohnräumen aufhalten, umso höher ist die Raumtemperatur. Viele Japaner besorgen Esswaren auf provisorischen Märkten. «Ich nehme das, was es gibt», sagt eine ältere Frau, «und bin für alles dankbar.» In einigen vom Tsunami betroffenen Städten wurden die Strassen frei geräumt - nun kann effizienter evakuiert werden. Im Katastrophegebiet erschweren derzeit Schneeschauer die Rettungsarbeiten. Rettungskräfte kämpfen sich mühsam durch die überflutete Einöde. Sie suchen weiter nach Überlebenden, obwohl die Chancen mit jeder Minute sinken. «Der starke Verwesungsgeruch und das dreckige Meerwasser machen die Suche extrem schwierig», sagt Helfer Yin Guanghui. Als sei die Lage nicht schon schlimm genug, liegen die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. An vielen Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Die Menschen decken sich dort mit Heizöl ein. Die Zerstörung der Stadt Itsuchi in der Präfektur Iwate. Die Stadt existiert nicht mehr. Minamisanriku in der Präfektur Miyagi - dem Erdboden gleich. Minamisanriku in der Präfektur Miyagi - nichts bleibt übrig nach dem Tsunami. Sendai wurde vom Tsunami am härtesten getroffen. Eine Frau aus Miyako hat ihre Mutter und ihren dreijährigen Sohn verloren. Die toten Körper wurden im Haus gefunden. Eine Frau und ihre Tante in tiefer Trauer, als sie sich nach dem Erdbeben und Tsunami wieder treffen. Ein Schulzimmer in Otsuchi. Angestellte einer Firma geschockt, als sie ihren Arbeitsplatz wiedersehen in Minamisanriku, Miyagi. Überlebende vor den Toten in Rikuzentakata. Eine Harley Davidson sitzt auf Trümmern in Soma in der Präfektur Fukushima. Eine alte Frau kehrt zurück nach Hause - oder was davon übrig geblieben ist - in Otsuchi. Die Stadt Otsuchi - nichts bleibt übrig. Das Wasser ist hochgradig verschmutzt in Fudai. Schiffe in Kesennuma sind dort, wo sie nicht sein sollten. Der Tsunami beförderte Boote weit ins Landesinnere. Auch grosse Schiffe wurden von der Flutwelle wie Spielzeuge mitgerissen. Überlebende des Erdbebens versuchen, sich über die Dächer der eingestürzten Häuser in Sicherheit zu bringen. Nach wie vor wird fieberhaft nach Überlebenden des Tsunami gesucht. Die Flutwelle brachte meterhoch Schlamm in die Küstengebiete, was die Arbeit der Helfer erschwert. Trauer und Verzweiflung in Japan: Vielfach können Menschen nur noch tot geborgen werden. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist schwierig. Wo es noch Waren gibt, bilden sich endlose Menschenschlangen. In Japan bilden sich derweil Schlangen vor den Supermärkten. Die Regale sind aber praktisch leer. Hunderttausende wurden aus den gefährdeten Gebieten evakuiert. Sie müssen in temporär eingerichteten Warteräumen übernachten. Einen Tag nach dem schweren Beben bietet die Stadt Sendai ein Bild der Verwüstung. Überall sind die Spuren der Verwüstung zu sehen. Die Strassen sind kaputt oder voller Schlamm. Die Welle drang bis zu zehn Kilometer ins Landesinnere ein. Kaputte Autos liegen herum, ... ... sogar Kleinflugzeuge. Angesichts Tausender Vermisster hat die japanische Regierung am 12. März 2011 ein grosses Militäraufgebot für Rettungsaktionen abgestellt. Hierzu sind 50 000 Soldaten für die Rettung von Überlebenden mobilisiert worden. Zahlreiche Städte und Dörfer entlang eines 2100 Kilometer langen Küstenabschnitts im Nordosten Japans sind betroffen. Mit der Flutwelle sind ganze Zugkompositionen weggeschwemmt worden. Die zuständige Eisenbahngesellschaft erklärte, sie wisse nicht, wie viele Menschen sich in den Zügen befunden hätten. In vielen Strassen an der Ostküste steht noch das Wasser. Rettungskräfte sind mit Booten unterwegs. Hunderte Menschen warten geduldig vor den wenigen Supermärkten, die wieder geöffnet haben, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Auf Luftaufnahmen war zu sehen, wie Helikopter der Armee mit Leinen verzweifelte Menschen von Dächern ... ... und aus Hausruinen bargen. Dafür waren 190 Militärflugzeuge und Helikopter ... ... sowie 25 Schiffe in die von dem Erdbeben betroffenen Gebiete unterwegs. Wegen zerstörten Zufahrtsstrassen haben Rettungskräfte bislang nicht zum Küstenstreifen vordringen können. In weiten Teilen Nordjapans hat das Erdbeben schwere Schäden angerichtet. Die Flutwelle erreichte eine Höhe von zehn Metern. Eine unbekannte Zahl von Opfern ist vermutlich von herabfallendem Mauerwerk verschüttet worden. Der Tsunami riss Schiffe, ... ... Autos, ... ... Container am Hafen, ... ... ganze Gebäude ... ... und tonnenweise Schutt und Geröll mit sich. Eine Retterin in Kesennuma.

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9.0 betrug das Erdbeben vom Freitag auf der Richterskala. Es war das Stärkste in Japan seit Messbeginn.

Bis zu zehn Meter hoch waren die Monsterwellen des Tsunamis.

3373 Todesopfer wurden bis am Dienstagmittag von der Polizei bestätigt.

3118 gelten am Dienstag offiziell noch als vermisst.

Es wird befürchtet, dass weit mehr als 10 000 Menschen ums Leben kamen. Wie Medien berichten, kommen die Rettungskräfte nicht mehr mit dem Bergen nach. Sie markieren die Fundstellen von Opfern im Moment nur mit roten Fähnchen.

Mindestens 1,4 Millionen Haushalte sind von der Wasserversorgung abgeschnitten.

2,6 Millionen Menschen sind ohne Strom.

3,2 Millionen Menschen sind ohne Gas.

Mehr als 2000 Notlager wurden bereits eingerichtet.

500 000 Menschen sind in Notlagern oder bei Verwandten untergebracht.

100 000 Soldaten hat die Regierung zum Hilfseinsatz geschickt.

120 000 Decken, 120 000 Flaschen Wasser und 110 000 Liter Benzin wurden bislang zur Verfügung gestellt.

596,4 Microsievert (etwa 0,6 Millisievert) pro Stunde betrug am Dienstag die Strahlung am Haupttor von Fukushima 1 gemäss Regierungsangaben. Sechseinhalb Stunden zuvor seien es 11 930 Microsievert (11,9 Millisievert) gewesen.

Rund 2,1 Millisievert pro Jahr beträgt normalerweise die durchschnittliche Belastung aus der Umwelt. Gemäss Experten ist eine Kurzzeitbelastung von vier Sievert bereits tödlich.

100 Mal höher als normalerweise sei die Strahlung am Dienstag in der Präfektur Ibaraki nahe der Region um Fukushima gewesen, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

33-mal höher als normal war die Strahlung in der Stadt Utsunomiya nördlich von Tokio am Dienstag, berichtete Kyodo. In Tokio selbst soll die Strahlung teilweise zehnmal höher sein, allerdings gibt es dazu verschiedene Angaben. Andere Medien berichteten bereits von einer Belastung, die 22-mal höher sei als normal.

30 Kilometer beträgt die Gefahrenzone am Dienstag um das AKW Fukushima.

In drei Präfekturen um das havarierte Atomkraftwerk haben am Dienstag die Vorbereitungen auf die Evakuierung begonnen.

Rund 70 000 Menschen wurden bis am Dienstag bereits aus einem 20-Kilometer-Radius um das Atomkraftwerk evakuiert.

Etwa 140 000 Bewohner halten sich noch in der erweiterten Evakuierungszone auf.

Bei 190 Personen wurden höhere Strahlenwerte gemessen.

500 000 Batterien, 10 000 Taschenlampen und 300 Millionen Yen (2,1 Millionen Euro) hat der japanische Elektronikkonzern Panasonic für die Opfer der Naturkatastrophe gestiftet.

20 Fabriken haben Toyota und Nissan nach dem Beben geschlossen. 42 Millionen Autos werden dort jährlich produziert.

(Stand: Dienstagmittag, 15. März)

(meg)