Krankheitserreger

05. April 2011 18:01; Akt: 06.04.2011 09:48 Print

Gefährliche Milben suchen Japan heim

Den Menschen im japanischen Katastrophengebiet droht weiteres Ungemach. Jetzt müssen sie sich auch noch vor einer verhängnisvollen Milbenart in Acht nehmen.

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Bildstrecke: Japan macht sich an den Wiederaufbau.

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Nach Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe haben es die Japaner in den betroffenen Gebieten mit einem neuen Feind zu tun: die gefährliche Herbstgrasmilbe. Das Nationale Institut für Infektionskrankheiten warnte am Dienstag vor einer Ausbreitung des durch die Milbe verursachten «Japanischen Flussfiebers», auch «Tsutsugamushi»-Krankheit genannt.

Patienten, die von der Milbe über einen Biss mit Bakterien der Art Rickettsia tsutsugamushi infiziert wurden, leiden unter anderem unter Fieber und Ausschlag. Ohne angemessene Behandlung mit Antibiotika kann die Krankheit tödlich ausgehen. Der Herbst und der - jetzt beginnende - Frühling sind die Jahreszeiten, in denen die Krankheit am häufigsten auftritt.

Wie das Institut in einem Communiqué weiter schreibt, könnten durch Erdrutsche in Folge des Erdbebens vom 11. März Schlammmassen mit der «Tsutsugamushi»-Milbe in Gebiete gelangt sein, in denen sie bisher nicht vorgekommen ist. Bei einem älteren Mann in der Unglücksprovinz Fukushima, wo das havarierte Atomkraftwerk steht, war am 22. März die Krankheit bereits diagnostiziert worden.

Schwindel mit Anti-Strahlungs-Medikament

Schwindler machten derweil sich die Angst der Menschen in den Katastrophengebieten vor radioaktiver Strahlung zunutze. Sie drehten Opfern gefälschte Medizin an, die angeblich gegen Strahlung im Körper helfen soll, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press meldete.

Mehr als 1000 Menschen fielen darauf herein. Insgesamt 24 Millionen Yen (265 000 Franken) zogen die Täter den Opfern aus der Tasche. Danach flogen sie auf und wurden verhaftet.

(kle)