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28. Dezember 2011 12:52; Akt: 28.12.2011 14:25 Print

Provinz Fukushima will keine AKW mehr

In der japanischen Unglücksregion Fukushima soll es keine Atomreaktoren mehr geben. Die Provinzregierung will in Zukunft auf erneuerbare Energien setzen. Auch, damit frühere Bewohner heimkehren.

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Infografik: So läuft die Dekontaminierung ab.

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Die japanische Provinz Fukushima will nach dem schweren Atomunfall eine Zukunft ohne Atomreaktoren. Die Zentralregierung in Tokio und der Atombetreiber Tepco sollen alle zehn Reaktoren in der Provinz abschaffen.

Dies wird in einem Wiederaufbauplan gefordert, der am Mittwoch von einem Gremium der Präfektur verabschiedet wurde. Sechs der zehn Reaktorblöcke befinden sich im schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima eins, die anderen im AKW Fukushima zwei.

Frühere Bewohner sollen zurückkommen

Die Provinz Fukushima will in Zukunft auf erneuerbare Energien setzen. Durch den Wiederaufbau und die Entwicklung Fukushimas hoffe man, dass die aus der Provinz geflohenen Bewohner, besonders die Jüngeren, ermutigt werden, wieder zurückzukommen, wurde der Gouverneur der Provinz, Yuhei Sato, zitiert.

Der neue japanische Regierungschef Yoshihiko Noda spricht sich für eine langfristige Reduzierung der Abhängigkeit von der Atomenergie sowie den Ausbau erneuerbarer Energien aus. Allerdings will sich Noda - anders als sein Vorgänger Naoto Kan - nicht auf einen kompletten Ausstieg aus der Atomkraft festlegen. Japan sei zumindest noch bis 2030 darauf angewiesen.

Unglücksreaktoren mittlerweile unter Kontrolle

Vier Reaktoren im AKW Fukushima eins wurden bei dem schweren Erdbeben und Tsunami am 11. März zerstört. Es kam zu Kernschmelzen, die Umwelt wurde verstrahlt und zehntausende Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Die Regierung und der Atombetreiber Tepco hatten kürzlich bekanntgegeben, dass die Reaktoren jetzt unter Kontrolle seien. Bis sie vollständig abgerissen sind, wird es nach Planung der Regierung etwa 40 Jahre dauern.

Sato traf am Mittwoch mit Umweltminister Goshi Hosono zusammen. Dieser will in der Provinz Fukushima ein Zwischenlager für verseuchten Boden und anderen strahlenden Abfall aus dem AKW Fukushima eins bauen lassen. Die Anlage solle nach Wunsch der Regierung in Futaba errichtet werden, wo auch die Atomruine steht. Der Umweltminister warb bei Regionalpolitikern um Verständnis. Mit einer Entscheidung der Provinz sei in Kürze zu rechnen, hiess es. In der Umgebung von Futaba werden im Zuge geplanter Dekontaminierungsarbeiten grosse Mengen an strahlendem Abraum anfallen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AKWerni am 28.12.2011 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Greenpeace, bitte check-up

    Hallo Greenpeace. Könnt ihr mal die Schadensituation bez. Tiere (Kühe / Hunde / Katzen / Vögel / etc. "vor Ort" durchgeben. Und was mit dem kontaminierten Wasser im Küstengewässer - oder schon etwas weiter draussen im verseuchten Pacific - grad so Sushi-mässig passiert. Und wie es mit der Ueberschwemm-Sicherheit bei anderen AKWs in Küstennähe aussieht - gut meglich, dass wiedermal eine Flutwelle / Tsunami kommt, oder? Thx.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • AKWerni am 28.12.2011 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Greenpeace, bitte check-up

    Hallo Greenpeace. Könnt ihr mal die Schadensituation bez. Tiere (Kühe / Hunde / Katzen / Vögel / etc. "vor Ort" durchgeben. Und was mit dem kontaminierten Wasser im Küstengewässer - oder schon etwas weiter draussen im verseuchten Pacific - grad so Sushi-mässig passiert. Und wie es mit der Ueberschwemm-Sicherheit bei anderen AKWs in Küstennähe aussieht - gut meglich, dass wiedermal eine Flutwelle / Tsunami kommt, oder? Thx.

    • Tom Meyer am 28.12.2011 18:37 Report Diesen Beitrag melden

      Greenpeace org

      Auf der Website von Greenpeace (.org) stehen ein paar Antworten zu diesen Fragen.

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