Atomares Desaster

17. März 2011 21:18; Akt: 18.03.2011 01:44 Print

Wettlauf mit der Zeit

In einem dramatischen Kampf gegen den drohenden Super-GAU werden im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 alle verbliebenen Mittel eingesetzt, um die von einer Kernschmelze bedrohten Reaktoren zu kühlen.

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Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wirft in ihrem Bericht über den Atomunfall in Fukushima der japanischen Regierung vor, die Gefahr von Tsunamis unterschätzt zu haben. Am gehen heftige Unwetter über dem Katastrophengebiet in Japan nieder. Die Strahlenmesswerte bei den havarierten Reaktoren von Fukushima sind viel zu hoch. Die Cäsium-134-Konzentration ist alarmierend. Die Tepco veröffentlicht im Mai weitere Bilder aus dem Innern des AKW Fukushima. Wie am bekannt wurde, sind zwei weitere Kernschmelzen in den Unglücksreaktoren eingetreten. Nach der Entdeckung von rund 3000 Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima soll ein gigantisches Schiff als Auffangbecken dienen. Am wird das Katastrophengebiet rund um Fukushima von einem neuen Beben heimgesucht. Doch nachdem die Regierung schliesslich offiziell den Evakuierungsradius um das Atomkraftwerk Fukushima von 10 auf 20 Kilometer ausweitete, machten sich Tausende Japaner auf die Flucht. Arbeiter wagen sich zum ersten Mal seit dem Erdbeben in den Unglücksreaktor 1 des AKW Fukushima. Tepco gibt bekannt, dass eine Arbeiterin im Atomkraftwerk Fukushima eine zu hohe Strahlendosis abbekommen hat. Arbeiter räumen das Gelände um das AKW mit ferngesteuerten Maschinen. Roboter haben in zwei Reaktorblöcken des japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi hohe Radioaktivität gemessen. Das Mineral Zeolith soll Radioaktivität aus dem verseuchten Meerwasser absorbieren. Die EU-Kommission lässt die Staaten künftig alle Schiffe aus Japan auf radioaktive Strahlung untersuchen. Auf dem Gelände des schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi brach ein Feuer aus. Betreiber Tepco erklärte, das Feuer in der Nähe von Reaktor 4 sei klein gewesen und rasch gelöscht worden. Es habe keine Auswirkungen auf die Arbeiten zur Kühlung der Reaktoren gehabt. Gleichzeitig stuft Japan das Atomunglück von Fukushima nun offiziell als ebenso schwer ein wie das Reaktorunglück in Tschernobyl - auf der höchsten Stufe 7. Die Menge der Radioaktivität, die aus dem Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ausgetreten sei, entspreche etwa zehn Prozent der Menge, die in Tschernobyl freigesetzt worden sei. In der Atomruine von Fukushima kämpften die Arbeiter weiterhin gegen den drohenden Super-GAU. Sie begannen damit, eine Barriere aus Stahlplatten zu errichten. Damit soll verhindert werden, dass stark radioaktiver Schlamm sich im Meer ausbreitet. Neue Bilder zeigen, mit welcher Gewalt die Tsunami-Welle das AKW traf. Das Atomkraftwerk war beim Erdbeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami schwer beschädigt worden. Der Eingangsbereich der Tepco wird von der Welle komplett zerstört. Ähnlich sieht es in den Büroräumen aus. Nach dem tagelangen Auslaufen von stark radioaktiv verseuchtem Wasser ist das Leck an einer Leitung des japanischen Atomkraftwerks Fukushima endlich behoben worden. Dieses Bild wurde vor den Reparaturarbeiten gemacht: Durch den Riss waren in den letzten Tagen grosse Mengen radioaktiv verseuchten Wassers ins Meer gelaufen. Das Wasser stammte von den Kühlarbeiten am Reaktordruckbehälter, das sich im Untergeschoss des an den Reaktor angrenzenden Turbinengebäudes gesammelt hatte. Im AKW Fukushima-Daiichi wird weiter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt. Nach Ansicht von US-Experten stellt dies jedoch keine grosse Gefahr für Meerestiere dar. Weil die Radioaktivität sehr schnell im Ozean verdünnt werde, sei auch der Verzehr von Meerestieren wenig bedenklich. : Zwei Arbeiter des AKWs Fukushima werden tot aufgefunden. Sie waren Opfer des Tsunamis. Mit einer schwimmenden Insel soll das auslaufende, radioaktive Wasser wieder eingefangen werden. : Die Lage im AKW Fukushima verschlimmert sich: Aus dem AKW läuft radioaktives Wasser ins Meer. Der Riss in Reaktor 2 soll 20 Zentimeter lang sein. Ein Tepco-Mitarbeiter zeigt auf die Stelle. Arbeiter in Fukushima putzen ein US-Schiff. Mit dem Boot wurde sauberes Süsswasser nach Fukushima transportiert, dass zur Kühlung der Reaktorblöcke eingesetzt wird. Nach eigenen Strahlungsmessungen im Umkreis des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Evakuierung der gesamten Region empfohlen. Ein Mitarbeiter des Organisation misst in der Stadt Iitate einen Wert von 7.66 Mikrosievert. «Es ist für die Menschen eindeutig nicht sicher, in Iitate zu bleiben, vor allem für Kinder und schwangere Frauen. Sie könnten die maximal zulässige jährliche Strahlendosis in nur wenigen Tagen abbekommen», sagt Jan van de Putte, Strahlenexperte von Greenpeace. Im Meerwasser vor dem Unglücksreaktor wurde eine sehr hohe Konzentration von radioaktivem Jod entdeckt. Die Radioaktivität habe das 3355-Fache des zulässigen Wertes erreicht, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Tepco-Chef Masataka Shimizu musste wegen Bluthochdrucks und Schwindelgefühls ins Spital gebracht werden. Shimizu ist zwei Tage nach der Katastrophe von der Bildfläche verschwunden. Aus dem beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi tritt offenbar weiterhin hochgiftiges Plutonium aus. Das Schwermetall sickert ins Erdreich ein. In Reaktor 2 hat es nach Einschätzung der japanischen Regierung eine vorübergehende teilweise Kernschmelze gegeben. Reaktor 3 ist schwer beschädigt. Die Strahlung in Reaktorblock 2 ist zudem zehn Millionen Mal höher als normal. Die Messarbeiten wurden abgebrochen und die Arbeiter abgezogen. Die Szene ist apokalyptisch: Die japanischen Selbstverteidungskräfte haben am 23. März um 12.55 Uhr eine Stunde lang einen Helikopterflug über dem havarierten AKW Fukushima gemacht. Beim Reaktor 2 steigt Wasserdampf aus einer Öffnung. Der fünfminütige Zusammenschnitt wurde am 25. März im japanischen Staatsfernsehen NHK gezeigt. Es ist das erste Mal, dass die Selbstverteidungskräfte Bilder des AKW Fukushima veröffentlichten. In Block 3 der Anlage «könnte etwas beschädigt worden sein». Daten deuteten darauf hin, dass «gewisse Funktionen der Sicherheitshülle» noch erhalten seien. Im benachbarten Turbinengebäude des Reaktorblocks 3 waren drei Arbeiter einer 10 000fach erhöhten Radioaktivität ausgesetzt gewesen. Dies deutet entweder auf eine partielle Kernschmelze mit einer Beschädigung des Reaktorbehälters hin oder auf eine Überhitzung des Abklingbeckens für abgebrannte Kernbrennstäbe. Der Schaden könnte auch an anderen Teilen entstanden sein, etwa an Rohrleitungen ... ... oder dem Abklingbecken, erklärten Behördenvertreter. Drei Techniker, die im AKW Fukushima verstrahlt worden sind, standen bei ihrem Einsatz in Wasser, das nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco eine zehntausendfach erhöhte Radioaktivität aufwies. Zwei der drei Arbeiter wurden mit Verbrennungen in eine Spezialklinik eingeliefert. Die Männer hatten im Tiefgeschoss eines Turbinengebäudes von Block 3 gearbeitet. Dabei hatten sie keine Schutzstiefel an, so dass ihnen das radioaktiv belastete Wasser in die Schuhe lief. Das Video entstand gut 40 Minuten, nachdem die Welle auf Land getroffen war. Neben dem beschädigten Kraftwerk sind die Auswirkungen der Naturkatastrophe in der Präfektur Miyagi zu sehen. Ein Regionalbüro des japanischen Transportministerium hat die Bilder am 23. März veröffentlicht. Während Arbeiter versuchen, die Stromversorgung in allen Reaktoren des schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima wieder herzustellen, wird die japanische Bevölkerung zum Spenden aufgerufen. Dieses Mädchen dürfte sich allerdings kaum bewusst sein, dem japanischen Sumo-Grossmeister Hakuho gegenüberzustehen. Abgefülltes Trinkwasser wird langsam, aber sicher knapp: Die Bevölkerung getraut sich nicht mehr, Leitungswasser zu trinken. Einblicke in den zentralen Kontrollraum des AKWs Fukushima I. Diese Fotos wurden am 23. März veröffentlicht. Offenbar geht nicht mehr viel. Die Arbeiter hantieren mit Taschenlampen. Die Bilder zeigen, unter was für schwierigen Bedingungen gearbeitet werden muss. Der Besitzer eines Tierladens in der japanischen Grossstadt Sendai bringt einen Schweinswal in Sicherheit. Er schwamm seit dem Tsunami in einem Reisfeld. Die Mitarbeiter des Kontrollraums von Reaktor 3 sind in Sicherheit gebracht worden. Derzeit versuchen die Rettungskräfte, die Reaktoren und verbrauchten Brennstäbe zu kühlen. Über Reaktor 3 des AKW von Fukushima stieg schwarzer Rauch auf. Im Atomkraftwerk Fukushima 1 droht immer noch eine Kernschmelze. Die aus den beschädigten Reaktoren austretende radioaktive Strahlung erschwert zunehmend das Krisen-Management der Betreibergesellschaft Tepco. Kleinkinder und Säuglinge sollen in Tokio kein Leitungswasser mehr trinken. Im Wasser seien erhöhte Werte von radioaktivem Jod festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Stadtregierung. Zudem ordnete Ministerpräsident Naoto Kan einen Lieferstopp für Broccoli und das japanische Gemüse Komatsuna aus der Region Fukushima sowie für Rohmilch und Petersilie aus der Präfektur Ibaraki an. Alle sechs Meiler des Atomkraftwerks haben zum ersten Mal seit der Erdbeben-Katastrophe vor eineinhalb Wochen wieder eine Verbindung zum Stromnetz. Doch wirklich entspannt ist die Lage nicht. Die zwei beschädigten Atomkraftwerke in Fukushima sind nach Angaben des Betreibers von einer 14 Meter hohen Flutwelle getroffen worden. Das sei mehr als doppelt so hoch, wie Experten bei der Planung der Anlagen erwartet hatten. Nach Angaben von Tepco sei die Anlage Fukushima 1 auf einen Tsunami von 5,70 Metern ausgelegt worden, ... ... Nummer 2 für eine Höhe von 5,20 Metern. Aus Block 3 ist erneut weisser Rauch ausgetreten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo stieg zudem über Block 2 weisser Dampf aus. Die Einsatzkräfte und Arbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Aus den Reaktoren 2 und 3 beim AKW Fukushima I ist Rauch ausgetreten. Die Ursache blieb unklar. Die austretende Radioaktivität belastet zunehmend die Landwirtschaft in der Umgebung des beschädigten Atomkraftwerks. Die japanischen Behörden riefen Bauern und Molkereien der Region dazu auf, freiwillig darauf zu verzichten, verstrahlte Lebensmittel und Milch in den Handel zu bringen. Bei Spinat aus der Stadt Hitachi, mehr als 100 Kilometer südlich des Atomkraftwerks, wurde in einem Fall ein Jod-131-Wert von 54 000 Becquerel pro Kilogramm festgestellt. Bei Cäsium wurden 1931 Becquerel gemessen. Panzer in Fukushima. Sie sollen am Montag dabei helfen, Trümmer beim AKW wegzuräumen. Die Trümmer beim AKW (Bild vom 18. März) stehen der Feuerwehr im Weg und behindern sie beim Löscheinsatz. Pressekonferenz der Feuerwehr: Hauptmann Yasuo Sato (Mitte) mit Toyohiko Tomioka (links), dem Führer der 6. Einsatzgruppe, und Yukio Takayama, der die 8. Einsatzgruppe befehligt. (19. März, Abend) Feuerwehrmänner riskieren ihr Leben, um den hochgefährlichen Plutoniumreaktor 3 des AKW Fukushima 1 zu kühlen. Die Feuerwehr bei ihrem Einsatz zur Kühlung des Reaktors 3. Die Feuerwehrleute unterwegs zu ihrem gefährlichen Auftrag. Mit ähnlichen Löschfahrzeugen wie diesem der japanischen Armee sprühen die Feuerwehrmänner Wasser auf die Reaktoren. Satellitenaufnahme des havarierten Atomkraftwerks vom 18. März. Das japanische Wissenschaftsministerium hat die neuesten Messwerte aus der Nähe der Sperrzone veröffentlicht. 30 Kilometer nordwestlich von Fukushima I sind Strahlenwerte von bis zu 140 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden. Zum Vergleich: Ein Astronaut im Weltraum nimmt (nur) 10 Mikrosievert pro Stunde auf. Aus einem der beschädigten Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi steigt weisser Rauch auf. Auf zwei Arten versuchen Techniker den Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima zu verhindern: Bei den Blöcken 1 und 2 soll eine neu verlegte Stromleitung das Kühlsystem wieder zum Laufen bringen. Die Reaktoren 3 und 4 werden mit Wasserwerfern von aussen gekühlt. Ein Video vom Flug über das havarierte AKW Fukushima I zeigt inzwischen das Ausmass der Zerstörung. Das Video wurde an Bord eines Helikopters gemacht und am 17. März 2011 von der japanischen Zeitung «Asahi Shinbun» im Internet veröffentlicht. Dabei besonders beeindruckend: Im Block 4 liegt das Atom-Becken völlig frei. Ein hoher Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Graham Andrew, bestätigte in Wien, die Lage sei weiter «sehr ernst». Brennstäbe in zwei Reaktoren seien nur zur Hälfte mit Wasser bedeckt, ... ... in einem dritten nur zu einem Drittel. Ein Helikopter des Typs Chinook CH-47 lädt Meerwasser, um es über dem AKW abzuwerfen. Am Morgen haben die japanischen Streitkräfte vor allem versucht, Reaktor 3 zu kühlen. Dieser Mann weint vor den Trümmern seines Hauses in Onagawa. Der Leichnam seiner Mutter liegt noch unter dem Schutt begraben. 50 Techniker kämpfen im AKW Fukushima 1 gegen den Super-Gau. Ihren Einsatz, für den sie als Helden gefeiert werden, dürften sie mit ihrem Leben bezahlen. Der Versuch mit Wasserabwürfen von einem Helikopter aus Reaktor 3 zu kühlen, musste abgebrochen werden. Sowohl Reaktor 4 als auch Reaktor 3 hatten zuvor Feuer gefangen. Zudem wurde in Block 3 womöglich die wichtige innere Reaktorhülle beschädigt. Dieses von der Betreiberin Tepco veröffentlichte Bild zeigt auch ein grosses Loch in der Aussenhülle von Reaktor 4. Das Fernsehen zeigte Bilder, wie stundenlang eine dichte weisse Rauchwolke von der Anlage aufstieg. Die Radioaktivität ist im Kontrollraum von Reaktor 4 des AKW Fukushima 1 offenbar so hoch, dass dort nicht mehr normal gearbeitet werden kann. Die französische Nuklearsicherheitsbehörde stuft die atomare Katastrophe in Fukushima inzwischen mit der Stärke 6 ein. Insgesamt gibt es 7. Die Katastrophe von Tschernobyl hatte auf der Skala die Stufe 7 erreicht. In der Nähe von Tokio stieg die radioaktive Belastung auf das zehnfache Niveau der üblichen Strahlung. Zudem hat der Wind nach Südwesten gedreht: Die radioaktive Wolke treibt nicht mehr aufs offene Meer, sondern aufs Festland. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte, dass in Reaktor 4 der Atomanlage ein Feuer ausgebrochen sei, dort sei zudem eine «deutlich erhöhte» Radioaktivität gemessen worden. Gleichzeitig rief er einen Strahlungsalarm aus. Seine Regierung warnte vor einer «Gesundheitsgefährdung» und ... ... forderte Menschen ausserhalb der evakuierten Zone bis zu einem Umkreis von 30 Kilometern auf, in ihren Häusern zu bleiben. Der Kampf um das Atomkraftwerk Fukushima I hält die Welt in Atem: In drei Reaktoren droht eine Kernschmelze. Laut japanischer Regierung soll, wie bereits zwei Tage zuvor, Wasserstoff explodiert sein. Im Block 2 ragten die Brennstäbe am Abend aus dem Wasser heraus, nachdem es zu Problemen mit einem Ventil gekommen war. Probleme mit der Kühlung gibt es auch im rund zwölf Kilometer entfernten AKW Fukushima II. Am Haupttor des AKW wird eine erhöhte Radioaktivität von 3130 Mikrosievert gemessen. Dies sei doppelt so hoch wie der zuvor gemessene Höchstwert. Deshalb werden die Menschen im Umkreis von 20 Kilometern auf Verstrahlung überprüft. Die Regierung liess Jod-Tabletten verteilen, die die Folgen einer Verstrahlung mildern können. Anwohner kommen zu einer provisorischen Strahlenmessstation in der Stadt Koriyama, um sich untersuchen zu lassen. Ältere Leute, Schulkinder und Familien mit Babies flüchten in Evakuierungszentren. Wegen den schlechten Verbindungen besteht ein Mangel an Informationen aus erster Hand. Die Küstengebiete sind von Erdbeben und Flutwelle verwüstet. Die radioaktive Strahlung hat in Fukushima die Höchstwerte überschritten. Die Regierung warnt bereits vor einer möglichen weiteren Explosion. Am hatte sich im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi eine Explosion ereignet. Das Reaktorgebäude wurde dabei zerstört: Aussenwände und das Dach stürzten ein. Während die Regierung erklärte, es habe offenbar Schäden am unteren Teil der Hülle gegeben, teilte die Behörde für Atomsicherheit wenig später mit, anscheinend gebe es keine Löcher. Die Behörden befürchten, in der Atomanlage könnte es zu einer Kernschmelze kommen.

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«Ein wenig Erfolg» Ein hoher Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Graham Andrew, sagte in Wien, die Lage habe sich nicht wesentlich verschlechtert, sei aber weiter «sehr ernst». Brennstäbe in zwei Reaktoren seien nur zur Hälfte mit Wasser bedeckt, in einem dritten nur zu einem Drittel.

Am Donnerstagabend (Ortszeit) sei die Intensität der radioaktiven Strahlung leicht zurückgegangen, berichteten der TV-Sender NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag übereinstimmend. NHK berichtete weiter, dass Tepco-Verantwortliche nach den Kühlversuchen Dampf vom Gebäude hätten aufsteigen sehen. Das lege nahe, «dass die Aktion ein wenig Erfolg hatte». Am Donnerstag hatten zwei Helikopter Wasser auf die Reaktoren geschüttet.
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Roboter für Japan: Nach Informationen der «Stuttgarter Nachrichten» hat Japan ferngesteuerte Roboter angefragt, um sie in der havarierten Atomanlage Fukushima einzusetzen. «In Deutschland stehen solche Roboter in den kerntechnischen Anlagen zur Verfügung», der Präsident des deutschen Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
22:02
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Fukushima-Konstrukteure üben Kritik: Zwei ehemalige Toshiba-Ingenieure, die beim Bau des AKW Fukushima m mitgearbeitet haben, sind an die Öffentlichkeite gelangt. Sie sagten, die Gebäude hätten maximal Erdbeben der Stärke 8,2 standhalten sollen. Die Möglichkeit eines Tsunami sei nie miteingeplant worden. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.
21:32
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US-Präsident Barack Obama hat die Atomaufsichtsbehörde NRC angewiesen, die Sicherheit in den Kernkraftwerken des Landes zu überprüfen. «Atomenergie ist ein wichtiger Teil unserer eigenen Energie-Zukunft», sagte Obama nach einem Besuch in der japanischen Botschaft in Washington. Er versicherte außerdem, dass die Katastrophe in Japan derzeit keine Gefahr für die USA darstelle. «Wir erwarten nicht, dass eine gefährliche Strahlenbelastung die Westküste, Hawaii, Alaska oder die US-Gebiete im Pazifik erreichen wird», erklärte die US-Präsident in einer kurzen Ansprache im Weissen Haus.
21:02
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Hohe Radioaktivität in 30 Kilometern Entfernung gemessen. Der TV-Sender NHK berichtet, dass 30 Kilometer nordwestlich vom AKW Fukushima I entfernt eine Belastung von 0.17 Millisievert pro Stunde gemessen worden sei. Das habe das Wissenschaftsministerium mitgeteilt. Das ist eine Strahlendosis, wie man sie maximal während eines Jahres aufnehmen sollte. Die Bevölkerung wurde wiederholt dazu aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben. An den meisten anderen Messpunkten sei die Strahlung höher als normal, aber trotzdem auf sehr niedrigem Niveau. Die Daten wurden offenbar am Donnerstagmorgen (Ortszeit) gesammelt.
19:55
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Die Universität Sheffield hat eine interessante Grafik veröffentlicht, die die Welt nach dem Erdbebenrisiko gewichtet zeigt. Wir haben das Bild in die obige Bildstrecke eingefügt (oder klicken Sie hier).
19:20
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Das Stromkabel ist bereit. Die IAEA hat kurz vor 19 Uhr ein Update über die Arbeiten am Stromkabel publiziert. Die Leitung sei heute Morgen bis zum Reaktor 2 verlegt worden. Geplant sei, die Stromversorgung zur Kühlung aufzunehmen, sobald die Kühlmassnahmen mit Wasser an Reaktor 3 abgeschlossen seien. Diese hätten heute Mittag (Ortszeit) unterbrochen werden müssen.
18:41
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Die aus dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima austretende radioaktive Strahlung stellt nach Angaben der US-Regierung derzeit keine Bedrohung für die Vereinigten Staaten dar. Dies gelte auch für die westlichen US-Staaten und die Territorien im Pazifik, wie die US-Regierung am Donnerstag in Washington erklärte.

Die US-Behörden verteidigten ihre Entscheidung, eine Evakuierungszone von 80 Kilometer um das Atomkraftwerk für amerikanische Bürger vorzuschlagen. Dies sei eine vorläufige Maßnahme, erklärte der Chef der US-Atomregulierungsbehörde NRC, Gregory Jaczko. Die US-Evakuierungszone ist deutlich grösser als die von Japan eingerichtete, die nur in einem Umkreis von 30 Kilometer um Fukushima gilt.
18:35
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Der Leitindex SMI bewegte sich erneut in einer grossen Spannbreite. Nach einem Tagestief bei 6000 Punkten schloss der SMI 0,9 Prozent fester als am Mittwochabend. Der breite SPI legte ebenfalls 0,9 Prozent zu. Zu den grössten Gewinnern unter den Standardwerten zählten die Aktien von Versicherungen.

Der deutsche DAX schloss ebenfalls im Plus. Der deutsche Leitindex legte 2,2 Prozent auf 6656 Punkte zu. Die Gesamtbilanz seit Beginn der Katastrophe ist aber mit -5.8 Prozent weiterhin deutlich negativ.
18:00
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Die US-Behörden überprüfen alle aus Japan einreisenden Personen und sämtliche Fracht besonders gründlich auf eine mögliche Strahlenbelastung hin. Selbst die geringste Menge an Radioaktivität solle erfasst werden, hiess es aus dem Heimatschutzministerium. Es handele sich dabei um eine Vorsichtsmassnahme. Bisher sei noch keine gefährliche Strahlendosis gemessen worden.
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Die USA schicken 9 Experten ins Katastrophengebiet. Sie sind laut Kyodo News auf Gegenmassnahmen bei Strahlenschäden und biologische Kampfmittel spezialisiert. Die Amerikaner stellten 35 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe zur Verfügung. Zudem hat die Navy der japanischen Regierung 100 Schutzanzüge geschickt.
17:18
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Darf man einen einzelnen Opfern, um Millionen zu retten? Oder muss man das sogar tun? Die «Süddeutsche Zeitung» hat ein interessantes Interview mit einem Moralphilosophen veröffentlicht.

Für einen Überlebenden der Katastrophe in Tschernobyl ist die Sache klar: Der Russe Lew Falkowsky würde sich wieder zur Verfügung stellen - obwohl er gravierende gesundheitliche Schäden davontrug.
16:40
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Wir haben den zusammenfassenden Artikel über die Lage in den einzelnen Reaktorblöcken auf den aktuellen Stand gebracht. Hier gehts zum Artikel.
16:26
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Japanische Disziplin: In Tokio ist der befürchtete Blackout nach Einbruch der Dunkelheit ausgeblieben. Der Grund: Millionen Menschen schalteten Licht und TV aus und sparten so Strom. Daher kam es nur zu vorübergehenden Stromabschaltungen und nicht zum befürchteten totalen Blackout, wie der Energieversorger Tepco mitteilte.

Der Verbrauch habe in Spitzenzeiten 33,3 Millionen Kilowatt bei einer Einspeisung von 33,5 Millionen Kilowatt betragen. Die Bürger in der 35-Millionen-Metropole waren zum Stromsparen aufgerufen worden, um den Verbrauchshöhepunkt am Abend zu überstehen.
16:18
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Neues Video aus Japan. Es wurde von einem Tepco-Helikopter aus gedreht. Die Reporter beim Guardian glauben, es handle sich um die beschädigten Gebäude der Reaktoren 3 und 4.

16:12
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IAEA-Chef Yukiya Amano ist auf dem Weg nach Japan. Vor der Abreise äusserte er noch einmal den Wunsch, den Reaktor noch heute begutachten zu können.
16:01
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Der Bund informiert momentan live über die Schweizer Sicht auf den Atom-Unfall in Japan. Hier gehts zum Artikel.
15:57
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Über dem havarierten Reaktor 2 im AKW Fukushima ist erneut Rauch aufgestiegen. Dies zeigen Satellitenfotos, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstagabend (Ortszeit) berichtete. Bei einer Explosion und einem schweren Brand war am Dienstag auch die innere Hülle des Reaktors, der Kernmantel, beschädigt worden.
15:47
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Kyodo News meldet, dass die neue Stromleitung bereits heute Abend stehen soll. Das wäre endlich ein Fortschritt, nachdem die Massnahmen mit Helikoptern und Wasserwerfern notdürftige Überbrückungsmassnahmen die Situation offenbar nicht merklich entspannen konnten.
15:32
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Wie es beim Bundesverwaltungsgericht hiess, wird ein Urteil zum ältesten Schweizer AKW in Mühleberg voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte fallen. Die Ereignisse in Japan dürften dabei nicht ohne Einfluss bleiben: Das Gericht werde nun zusätzliche Abklärungen treffen wollen, sagte Gerichtssprecher Andrea Arcidiacono.
15:06
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Gemäss der neusten Prognose von MeteoSchweiz bleibt die Wettersituation in Japan unverändert. Der heutige Wind von Nordwest nach Südost wird sich während des Tages abschwächen. Für den Freitag werden anfangs schwache Südwestwinde erwartet, die gegen Freitagabend stärker werden. MeteoSchweiz rechnet damit, dass diese Südwest- bis Westwinde bis und mit Samstag anhalten werden.
15:01
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Die Arbeit auf dem Reaktorgelände ist Experten zufolge extrem gefährlich. Die hohen Strahlendosen erhöhen das Krebsrisiko deutlich. «Ich weiss nicht, wie ich es anders sagen soll: Das ist wie ein Himmelfahrtskommando im Krieg», sagt Professor Keiichi Nakagawa aus der Radiologieabteilung der Tokioter Universitätsklinik. Allerdings nimmt die Strahlenbelastung mit der Entfernung zu den Reaktoren schnell ab. Die ausserhalb der Evakuierungszone gemessene Radioaktivität sei - obwohl erhöht - bislang ungefährlich.
14:53
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Frankreich entsandte ein Flugzeug mit Material zur Eindämmung der atomaren Bedrohung nach Japan. Nach Angaben aus Paris befanden sich auch 95 Tonnen der Chemikalie Bor an Bord. Bor verlangsamt die Reaktion an den Brennstäben.
14:42
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Weiterhin Anlass zu «ernster Sorge» gibt laut Atomsicherheitsbehörde aber weiterhin das Abklingbecken in Reaktor 4. Laut Süddeutscher Zeitung gehen Experten davon aus, dass die Brennstäbe trocken liegen und nicht mehr gekühlt werden.
14:34
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Die Betreiberfirma Tepco vermeldet laut der Nachrichtenagentur Kyodo, dass der Einsatz von Wasserwerfern am Reaktor 3 bislang erfolgreich verlaufen sei. Da Dampf aufgestiegen sei, könne man davon ausgehen, dass die Wasserwerfer das Becken mit den Brennstäben getroffen hätten, so ein Tepco-Sprecher. Dass dadurch die Strahlenbelastung angestiegen war, sei einkalkuliert, da durch das Verdampfen von Wasser zusätzlich radioaktive Partikel in die Luft gerieten.
14:23
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Russland hat Japan seine Hilfe bei der Feuerbekämpfung in Atomkraftwerken angeboten, meldet die Agentur Interfax unter Berufung auf das Aussenministerium.
14:11
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Die Radioaktivität über dem Kernkraftwerk Fukushima 1 ist weiter gestiegen, berichtet Kyodo News unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tepco. Die Radioaktivität rund um das Gebäude stieg von 3700 auf 4000 Mikrosievert die Stunde, nachdem Wasserwerfer versucht hatten, die Reaktoren zu kühlen.
13:48
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Trotz Rettungsmassnahmen hat sich die Lage in den Druckbehältern der Reaktoren Fukushima-Daiichi in den vergangenen 30 Stunden nicht verändert. Die Brennstäben sollen laut Angaben der japanischen Atomaufsicht Nisa immer noch frei liegen. In Reaktor 1 liegen 1,80 Meter frei, in Reaktor 2 sind es offenbar 1,40 Meter, in Reaktor 3 sogar bis zu 2,30 Meter. Der Wasserstand hat sich damit seit Mittwochmorgen nicht verändert, weshalb die Gafahr einer Kernschmelze noch akut ist.
13:32
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Die USA hatten mit einer Drohne die Schäden beim AKW Fukushima 1 dokumentieren lassen. Die dabei gemachten Fotos seien jetzt an die Regierung übermittelt worden, schreibt der Spiegel.
13:08
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Die japanischen Behörden haben am Donnerstag die Hubschrauber-Flüge zur Kühlung eines überhitzten Reaktors in Fukushima-Daiichi ausgesetzt. Es sollte zunächst überprüft werden, ob die ungewöhnliche Massnahme Erfolg zeige. Im selben Reaktor versuchten Soldaten, 30 Tonnen Wasser in ein Abklingbecken zu pumpen, um verbrauchte Brennstäbe zu kühlen.
13:02
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In Japan hat ein Geldautomaten-Ausfall bei der Grossbank Mizuho die Verunsicherung in der Bevölkerung wachsen lassen. Die Probleme an den rund 5600 Geräten traten nach Angaben der Bank auf, als es in einigen der über 400 Filialen zu einer Ballung an Abhebungen gekommen war. Auch das Online-Banking sei zwei Mal ausgefallen, teilte die zweitgrösste japanische Bank am Donnerstag mit. Der Grund für die Fehlfunktionen sei unklar. Mit den Stromausfällen in dieser Woche oder anderen Folgen des Erdbebens am Freitag habe dies aber wohl nichts zu tun.
12:54
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Ein Geldautomaten-Ausfall bei der Grossbank Mizuho lässt die Verunsicherung in der Bevölkerung wachsen. Die Probleme an den rund 5600 Geräten traten nach Angaben der Bank auf, als es in einigen der über 400 Filialen zu einer Ballung an Abhebungen gekommen war.

Auch das Online-Banking sei zweimal ausgefallen, teilte die zweitgrösste japanische Bank am Donnerstag mit. Der Grund für die Fehlfunktionen sei unklar.
12:50
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Die Börse in Tokio reagiert postwendend. Es gebe keinen Grund um den Handel zu verkürzen oder gar zu stoppen, erklärte eine Sprecherin.
12:45
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Der Präsident des japanischen Oberhauses hat einen Handelsstopp für die Börse in Tokio angeregt. Das sei eine Option um die die Lage nach den Kursstürzen zu beruhigen.
12:37
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Trotz eines ersten Misserfolgs geben die Japaner in Fukushima nicht nach: Der Fernsehsender NHK berichtet, dass die Wasserwerfer nun offenbar nahe genug an das Unglücks-AKW herankommen. Die Fahrzeuge näherten sich demnach den Reaktoren so weit wie möglich und spritzten Wasser in den überhitzten Reaktor 3.
12:22
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Die Kühlung mit Wasserwerfern am havarierten AKW Fukushima 1 ist offenbar gescheitert, schreibt die Nachrichtenagentur AFP. Die Versuche mussten aufgrund hoher Radioaktivität eingestellt werden.
12:06
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Bis Samstag entscheide sich, ob grösserer Schaden am Atomkraftwerk Fukushima 1 verhindert werden könne, sagt der Präsident der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz, Sebastian Pflugbeil, laut Spiegel Online. Wenn den Rettungskräften bis Samstag keine Kühlung gelinge, würde die Temperatur der Brennelemente in Reaktor 4 ansteigen, wodurch die Hüllen kaputt gehen. So könne die «geballte Radioaktivität von mehreren Jahren Betriebsdauer» freigesetzt werden, zitiert der Spiegel den Experten. Sollte dieser Fall eintreten, sei eine Katastrophe wie diejenige in Tschernobyl nicht mehr zu verhindern.
11:50
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Laut Internationaler Atomenergiebehörde IAEA sind 23 Menschen im japanischen Atomkraftwerk Fukushima verletzt worden. Dies berichtet der Spiegel. Mindestens 20 weitere Mitarbeiter wurden verstrahlt. Einer von ihnen war demnach sehr starker Strahlung ausgesetzt. Die Verletzten waren Angestellte des Kraftwerkbetreibers Tepco sowie Mitarbeiter von Subunternehmen und vier Angehörige des Katastrophenschutzes. Mehrere Menschen wurden im Krankenhaus behandelt.
11:35
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Die Swiss-Flüge von Tokio nach Zürich sind derzeit nicht ausgelastet. Auf dem Airbus A340, der am Donnerstagmorgen auf dem Flughafen Kloten landete, waren nur 166 von 228 Plätzen besetzt, wie es bei der Fluggesellschaft auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA hiess.
11:16
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14 ältere Patienten sind in Japan nach der Evakuierung aus einem Krankenhaus in der Nähe von Fukushima gestorben. Laut Regierungsangaben starben zwei der Patienten bereits am Montag auf dem Krankentransport, zwölf weitere anschliessend in einer Notunterkunft in der Turnhalle einer Schule. Die übrigen Patienten wurden bis Donnerstagmorgen in andere Krankenhäuser gebracht. «Wir hatten einfach nicht die Möglichkeiten, gute Pflege zu gewährleisten», sagte ein Beamter aus Fukushima, Chuei Inamura.
11:09
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Ein Helikopter wirft Wasser über dem Atomkraftwerk Fukushima 1 ab:

11:01
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Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, Yuhei Sato, äusserte sich gegenüber dem japanischen Fernsehsender NHK unzufrieden über die Evakuierungsvorbereitungen. Diese seien angesichts der Lage in Fukushima-Daiichi unzureichend. «Die Angst und Entrüstung, die Menschen in Fukushima empfinden, haben den Siedepunkt erreicht», sagte er.
10:57
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Laut US-Beamten gibt es auch in einem anderen Reaktorblock von Fukushima-Daiichi Probleme. Der Chef der US-Atomsicherheitsbehörde NRC, Gregory Jaczko, sagte in Washington, im Abklingbecken des Reaktorblocks 4 gebe es kein Wasser mehr. Japanische Beamte äusserten zwar ähnliche Sorgen bezüglich der Lage in Reaktorblock 4, erklärten aber, der Zustand dort sei nicht mit Sicherheit zu bestätigen. «Wir haben Angst, dass der Wasserstand in Reaktorblock 4 der niedrigste ist», sagte TEPCO-Mitarbeiter Hikaru Kuroda. Weil sich die Arbeiter dem Reaktorblock 4 nicht nähern könnten, sei es nur möglich, «die Lage visuell von weit weg» zu beobachten.
10:52
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Neben den Helikoptern sollen auch Wasserwerfer zur Bewässerung des Reaktors 3 und des entsprechenden Abklingbeckens eingesetzt werden. Eine Spezialeinheit der Polizei bereite sich auf diesen Einsatz vor, sagte Kabinettssekretär Yukio Edano. Die Hochdruckwasserwerfer sollen den Einsatzkräften einen grösseren Abstand zu den Brennelementen ermöglichen. Ausserdem sollen militärische Flughafenfeuerwehrfahrzeuge zum Einsatz kommen.
10:39
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Ein unbemanntes Flugzeug des US-Militärs soll mit seinen hochauflösenden Kameras mehr Klarheit über das Innere der havarierten Atomreaktoren in Fukushima bringen. Die Drohne hat Wärmebildkameras an Bord. Das japanische Staatsfernsehen NHK zeigt jetzt seit einigen Stunden die ersten Aufnahmen vom «Global Hawk Drone». Diese Drohne kam auch im Afganistan-Krieg zum Einsatz.
09:48
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Die deutsche Bundesregierung hatte als Konsequenz aus der Reaktorkatastrophe in Japan die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke für drei Monate ausgesetzt. Wenige Stunden nach der Anordnung des baden-württembergischen Umweltministeriums zur Abschaltung der Reaktoren Neckarwestheim I und Philippsburg I hat der Betreiber EnBW die Meiler in der Nacht zum Donnerstag vom Netz genommen.
09:36
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Über 850 000 Haushalte im Norden Japans sind bei dem inzwischen kalten Wetter noch immer ohne Strom und 1,5 Millionen Haushalte haben kein fliessendes Wasser. Inzwischen beeinträchtigen heftige Schneefälle auch Teile des Nordostens und behindern die Rettungsbemühungen, berichtet «BBC».
09:20
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Die Radioaktivität beim AKW Fukushima 1 konnte noch immer nicht gesenkt werden, berichtet «Kyodo News» unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tepco. Zwei Helikopter hatten Meerwasser über dem Reaktor 3 abgeworfen – ohne Wirkung auf die Strahlungswerte. Die Werte rund ums AKW, in welchem Arbeiter immer noch versuchen, die Katastrophe zu stoppen, liegen inzwischen bei 3000 Microsievert pro Stunde. 1000 Microsievert pro Jahr sind für den Menschen unproblematisch. Die Helikopter-Crew erleide von dem Einsatz aber keine gesundheitlichen Schäden. Nach der Dekontamination seien bei ihnen weniger als 60 Millisievert gemessen worden
08:59
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In einer Twitter-Nachricht hat sich vermutlich die Tochter des 59-Jährigen Freiwilligen (Meldung von 6.51 Uhr) gemeldet, schreibt die «Süddeutsche Zeitung». Sie sei stolz und verängstigt, dass ihr Vater bei den Arbeiten helfen wolle. «Ich habe gegen die Tränen gekämpft, als ich gehört habe, dass mein Vater, der in einem halben Jahr pensioniert werden soll, sich zur Mithilfe bereit erklärt hat», schrieb sie. «Ich begebe mich auf eine Art Mission», soll der Vater gesagt haben.
08:47
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China ist über die Lage in Japan besorgt und fordert das Land dazu auf, die Welt genau und schnell über Entwicklungen bezüglich Strahlung am AKW Fukushima 1 zu informieren.
08:28
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Wie der Fernsehsender NHK berichtet, schicken Telekommunikationsfirmen zurzeit Handys, mobile Empfangsstationen und Aufladegeräte für Telefone in die vom Erdbeben getroffenen Gebiete. Einerseits soll dies die Logistik bei Rettungsaktionen unterstützen, aber auch Überlebenden ermöglichen, Kontakt mit Freunden und Familie aufzunehmen.
08:04
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Der Druck im Reaktorblock 3 des AKW Fukushima 1 steigt offenbar wieder, berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf den Betreiber Tepco.
08:04
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Die Ministerin für Verbraucherschutz warnt vor einem grossflächigen Stromausfall in Tokio und Umgebung, wenn der Stromverbrauch nicht reduziert werde.
07:59
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In China ist es offenbar zu Panikkäufen von Salz gekommen. Viele gehen offenbar davon aus, dass man sich mit dem darin enthaltenen Jod gegen eine mögliche radioaktive Verstrahlung schützen könne, schreibt der Spiegel. Bereits eine halbe Stunde nach Ladenöffnung sei das Salz ausverkauft gewesen, sagte eine Supermarktangestellte in Shanghai.
07:39
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Mindestens 26 Menschen sind bislang in Notunterkünften im Katastrophengebiet gestorben. Dies berichtet die japanische Tageszeitung «Asahi» auf ihrer Facebook-Seite. Die meisten seien aufgrund der Kälte, den Reisestrapazen und mangelnder medizinischer Versorgung gestorben. 18 davon waren Spitalpatienten oder Senioren, welche die Gegend um Fukushima nach den ersten Strahlungswarnungen verlassen mussten. Fachleute sagten, dass das stundenlange Reisen, fehlende Wolldecken gegen die Kälte sowie ungenügende medizinische Betreuung den Gesundheitszustand vieler verschlechtert habe.
07:23
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Etwa 10 000 Menschen liessen sich in der Fukushima Präfektur auf radioaktive Strahlung untersuchen, schreibt Kyodo News. Dazu gehörten nicht nur diejenigen, die rund um das Kraftwerk Fukushima 1 gelebt hatten, sondern auch Überlebende des Erdbebens, welche sich zurzeit in Evakuierungszentren aufhalten. Bei den Tests wurde bei sechs Menschen Radioaktivität festgestellt.
06:57
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Die japanischen Behörden teilten am Donnerstag mit, die stünden womöglich kurz davor, die Stromversorgung in der Atomanlage Fukushima-Daiichi und das Kühlsystem der dortigen Reaktoren wiederherzustellen. Eine neue Stromleitung sei fast fertig und solle «sobald wie möglich» ausprobiert werden, sagte TEPCO-Sprecher Naoki Tsunoda. Wann genau es so weit sein wird, sagte er nicht.
06:54
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Die US-Regierung ordnete erste Evakuierungen von US-Bürgern aus Japan an und kündigte an, Flugzeuge zu chartern, um Bürgern zu helfen, die vor den erhöhten Strahlenwerten in dem asiatischen Land fliehen wollen. Von den freiwilligen Evakuierungen waren rund 600 Angehörige von Mitarbeitern der US-Regierung in Tokio und Yokohama betroffen.
06:51
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Mitarbeiter des AKW-Betreibers Tepco sowie anderer Firmen haben sich freiwillig gemeldet, um bei der Bekämpfung der Atomkatastrophe mitzuhelfen, berichtet der Spiegel. Einer der Freiwilligen sei ein 59-Jähriger, der 40 Jahre Arbeitserfahrung in Atomanlagen habe und in einem halben Jahr in Rente gehe.
06:41
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Der Einsatz der Lösch-Helikopter hat offenbar keine Auswirkung auf die Radioaktivität. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtet unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco, die Intensität der radioaktiven Strahlung am Atomkraftwerk Fukushima 1 habe sich nicht verändert. Der Fernsehsender NHK berichtete ebenfalls von gleichbleibenden Werten. Ob das in vier Ladungen abgelassene Wasser zumindest die Temperatur in den Unglücks-Reaktoren abgesenkt hat, war zunächst nicht bekannt.
06:08
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Die japanischen Streitkräfte haben am Donnerstag die Bewässerung des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi wieder aufgenommen. Ein Militärhelikopter vom Typ Chinook CH-47 habe über Reaktorblock 3 mindestens vier Ladungen Wasser abgeworfen, sagte die Sprecherin des Verteidigungsministeriums, Kazumi Toyama. Möglicherweise habe sich jedoch ein Grossteil des Wassers bereits in der Luft zerstreut. Mindestens Dutzende weitere Wasserladungen sollten in den jeweils 40 Minuten abgeworfen werden, die eine Helikopterbesatzung arbeiten kann, ehe sie wegen der Strahlenbelastung abgelöst werden müsse, hiess es. Das Wasser solle einerseits den Reaktor kühlen und andererseits das Abklingbecken wieder auffüllen, erklärte Toyama. Der Kraftwerksbetreiber TEPCO hatte zuvor mitgeteilt, das Becken sei fast leer und die Brennstäbe würden sich immer weiter erhitzen.
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Die Lage am Donnerstagmorgen

Die japanischen Streitkräfte haben am Donnerstag die Bewässerung des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi wieder aufgenommen. Ein Militärhubschrauber vom Typ Chinook CH-47 habe über Reaktorblock 3 mindestens vier Ladungen Wasser abgeworfen, sagte die Sprecherin des Verteidigungsministeriums, Kazumi Toyama. Möglicherweise habe sich jedoch ein Grossteil des Wassers bereits in der Luft zerstreut. Mindestens Dutzende weitere Wasserladungen sollten in den jeweils 40 Minuten abgeworfen werden, die eine Hubschrauberbesatzung arbeiten kann, ehe sie wegen der Strahlenbelastung abgelöst werden müsse, hiess es.

Das Wasser solle einerseits den Reaktor kühlen und andererseits das Abklingbecken wieder auffüllen, erklärte Toyama. Der Kraftwerksbetreiber TEPCO hatte zuvor mitgeteilt, das Becken sei fast leer und die Brennstäbe würden sich immer weiter erhitzen.

Sorgen um Block 4

Äusserungen von US-Beamten zufolge gab es in einem anderen Reaktorblock von Fukushima-Daiichi ähnliche Probleme. Der Chef der US-Atomsicherheitsbehörde NRC, Gregory Jaczko, sagte in Washington, im Abklingbecken des Reaktorblocks 4 gebe es kein Wasser mehr. Japanische Beamte äusserten zwar ähnliche Sorgen bezüglich der Lage in Reaktorblock 4, erklärten aber, der Zustand dort sei nicht mit Sicherheit zu bestätigen. «Wir haben Angst, dass der Wasserstand in Reaktorblock 4 der niedrigste ist», sagte TEPCO-Mitarbeiter Hikaru Kuroda. Weil sich die Arbeiter dem Reaktorblock 4 nicht nähern könnten, sei es nur möglich, «die Lage visuell von weit weg» zu beobachten.

Kühlsystem bald wieder Funktionstüchtig?

Die japanischen Behörden teilten am Donnerstag mit, die stünden womöglich kurz davor, die Stromversorgung in der Atomanlage Fukushima-Daiichi und das Kühlsystem der dortigen Reaktoren wiederherzustellen. Eine neue Stromleitung sei fast fertig und solle «sobald wie möglich» ausprobiert werden, sagte TEPCO-Sprecher Naoki Tsunoda. Wann genau es so weit sein wird, sagte er nicht.

Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, Yuhei Sato, sagte dem japanischen Fernsehsender NHK, die Evakuierungsvorbereitungen angesichts der Lage in Fukushima-Daiichi seien unzureichend. «Die Angst und Entrüstung, die Menschen in Fukushima empfinden, haben den Siedepunkt erreicht», sagte er. Zehntausende Menschen sind im Umkreis von 20 Kilometern um die Atomanlage evakuiert worden.

(von Eric Talmadge und Mari Yamaguchi / AP)

(ap)