Klage

01. März 2011 17:02; Akt: 01.03.2011 17:11 Print

Kampusch will eine Million von Österreich

Als Entschädigung für ihr jahrelanges Martyrium fordert das Entführungsopfer Natascha Kampusch nun Schadensersatz vom Staat Österreich.

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Die Begründung für Natascha Kampuschs Forderung: Hätten die Behörden nicht so schlecht ermittelt, hätten sie früher gefunden und ihr jahrelange Qualen erspart werden können.

Man habe Kampuschs Ansprüche bei der Finanzprokuratur - einer Unterbehörde des Finanzministeriums - Anfang Februar eingebracht, bestätigte ihr Anwalt Gerald Ganzger am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Eine Million gefordert

Nach einem Bericht der Gratiszeitung «Heute» fordert Kampusch eine Million Euro für Ermittlungspannen von Österreich. Diese Summe wollte der Anwalt weder bestätigen noch dementieren. Man habe die Forderung wegen der Verjährungsfrist nun erhoben, dabei müsse man auch konkrete Summen nennen.

Mögliche Ermittlungspannen beschäftigen noch Jahre nach dem Auftauchen Kampuschs 2006 die Öffentlichkeit in Österreich. Eine Untersuchungskommission hatte Fehler bei der Suche nach dem Mädchen aufgezeigt, das am 2. März 1998 von Wolfgang Priklopil auf dem Weg zur Schule gekidnappt wurde.

Hinweisen nicht nachgegangen?

Der Mann hielt sie achteinhalb Jahr in einem Kellerverlies gefangen und misshandelte sie schwer. Im Alter von 18 Jahren gelang Kampusch aus eigener Kraft die Flucht. Ihr Peiniger nahm sich am selben Tag das Leben. Inzwischen sind alle Ermittlungen zum Fall eingestellt.

Grundlage für die Forderung Kampuschs sind Hinweise, die bereits kurz nach ihrer Entführung auf Wolfgang Priklopil als Täter hindeuteten. Diesen soll die Polizei aber nicht ausreichend nachgegangen sein.

(sda)