Terrorzelle

30. Dezember 2011 13:33; Akt: 30.12.2011 13:50 Print

Al Kaida errichtet neue Front in Libyen

Der Terrornetzwerk Al Kaida versucht, vom Chaos nach dem Machtwechsel in Libyen zu profitieren. Es hat laut einem Medienbericht eine Zelle mit rund 200 Kämpfern gebildet.

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Al-Kaida-Chef Ajman al Sawahiri will von den Aufständen in der arabischen Welt profitieren. (Bild: Keystone/AP)

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Seit Beginn des Aufstands gegen Muammar Gaddafi im März gab es im Westen Befürchtungen, wonach islamistische Extremisten die Gelegenheit ergreifen und sich in Libyen festsetzen könnten. Dies scheint sich nun zu bewahrheiten. Die Al-Kaida-Führung soll erfahrene Dschihad-Kämpfer nach Nordafrika geschickt haben, um dort einen Stützpunkt einzurichten, berichtet CNN mit Berufung auf eine nicht genannte libysche Quelle.

Der neue Al-Kaida-Chef Ajman al Sawahiri soll persönlich einen gebürtigen Libyer entsandt haben, der früher in Grossbritannien interniert war und als «AA» bekannt ist. Er sei im Mai angekommen und habe im Osten, nahe der ägyptischen Grenze, mit der Rekrutierung von Kämpfern begonnen. Inzwischen soll er rund 200 Mann unter seinem Kommando haben. Westliche Geheimdienste seien sich dessen bewusst, so die CNN-Quelle.

Unterwegs abgefangen

AA soll Sawahiri seit den 80er-Jahren nahestehen und als Kämpfer in Afghanistan gegen die sowjetische Besatzung den klassischen Al-Kaida-Werdegang absolviert haben. Später ging er nach Grossbritannien, wo er nach den Londoner Terroranschlägen vom Juli 2005 unter einem so genannten «Kontrollbefehl» ohne Anklage interniert wurde. Irgendwann wurde AA freigelassen und kehrte laut CNN ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet zurück.

Der Osten Libyens gilt schon seit Gaddafis Zeiten als Hochburg radikaler Islamisten. Der «Guardian» spricht sogar von zwei relativ hochrangigen Al-Kaida-Leuten, die sich bereits in Libyen aufhalten sollen. Einige weitere seien abgefangen worden, hiess es mit Berufung auf eine islamistischen Gruppen nahestehende Quelle. Auch CNN berichtet von einem Al-Kaida-Führungsmitglied mit «europäisch-libyscher» Doppelbürgerschaft, das unterwegs nach Nordafrika in einem «nicht genannten Land» verhaftet worden sei.

(pbl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Green Lybia! am 30.12.2011 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    böser Gaddaffi

    Colonel Gaddaffi hatte jahrelang gegen Al-Kaida gekämpft. Böser böser Gaddaffi. Jetzt werden wohl im ganzen Osten die Al-Kaida die macht übernehmen. Ich kann nur hoffen, dass der Süden und Westen weiterhin gegen diese Ratten ankämpfen werden.

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  • Roland am 30.12.2011 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waffenexodus aus Lybien

    Ist das nun besser als Ghaddafi?? Die wären doch im Stande mit den erbeuteten Waffen und Raketen Zivilflugzeuge abzuschiessen! Al-Kaida wird wohl das mit Waffen aller Art überschwemmte Lybien "gerecht verteilen" auf andere Regionen. Düstere Aussichten! Denn so einfach war es ja wohl noch nie zuvor Solch gefährliche Waffen unkontrolliert nach Europa oder sonnstwohin in die Region zu verbringen.

  • Heiri Kalberer am 02.01.2012 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Unser imperialistischer Freund die USA

    Typisch - zuerst die extremen Kräfte fördern und sich diese Zunutze machen, sich dann aber beklagen, wenn sie nicht mehr kontrolliert werden können. Aber wenn ja die ganze Welt von der gefährlichen Zelle mit Stützpunkt im Osten ven Libyen weiss, weshalb wird sie nicht einfach ausgeschaltet, sondern man nutzt sie gerne als Rechtfertigung für jegliche Schandtaten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heiri Kalberer am 02.01.2012 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Unser imperialistischer Freund die USA

    Typisch - zuerst die extremen Kräfte fördern und sich diese Zunutze machen, sich dann aber beklagen, wenn sie nicht mehr kontrolliert werden können. Aber wenn ja die ganze Welt von der gefährlichen Zelle mit Stützpunkt im Osten ven Libyen weiss, weshalb wird sie nicht einfach ausgeschaltet, sondern man nutzt sie gerne als Rechtfertigung für jegliche Schandtaten.

  • Aschi am 30.12.2011 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NATO nicht nur schlecht

    Jetzt sprechen sich alle gegen die NATO aus, doch wenn sie nicht eingegriffen hätte damals, wären vieleicht noch viele Lybier mehr umgekommen.

  • Vernunft am 30.12.2011 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo NATO, Al-quaida ist stolz auf euch

    Es brauchte ja auch wirklich nicht neue Waffen für die Lybier. Aus Fehlern sollte man lernen, siehe Taliban-Debakel der Amis in Afghanistan. Das war viel mehr als eine Flugverbots-Intervention seitens NATO.

    • Nicolas am 31.12.2011 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bodentruppen

      Jetzt verstehe ich wieso die Amis keine Bodentruppen einsetzen wollten. Das wäre ein Deja-Vu geworden.

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  • Bosnier_AG am 30.12.2011 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    man wusste das so was kommt

    Gaddafi erwiderte doch immer: Ich überlasse Lybien nicht den Rebellen, die seien verbündete des Terrornetzes, schaut her.. so viel unrecht hatte der Mann doch nicht was?

    • Serbe_BE am 01.01.2012 17:22 Report Diesen Beitrag melden

      genau

      Du hast recht! Gaddafi war ein komischer Typ. Lybien war aber zu seiner Zeit "modern". Jetzt wird aus Lybien bestimmt ein strenggläubiges Land mit vielen Extremisten.

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  • Eeecht Jetzt? am 30.12.2011 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ron Paul sagte bereits..

    vor dem Krieg. Ob mit diesem Einsatz nicht etwa Al-qaida von der Nato unterstützt werden.. tja genau das wurde mit Hilfe der westlichen Propaganda bezweckt. Eine Al-qaida Flagge weht bereits über einen Monat in Tripolis. Für die die sich informiert haben ist das alter Käse.

    • Für die Freiheit-Liebenden am 30.12.2011 15:37 Report Diesen Beitrag melden

      Freiheit in Nordafrika

      Man kann wohl nicht sagen, dass die Gadaffi-Familie das libysche Volk gut behandelt hat. Das wird Al-Kaida auch nicht tun, sondern mit religiösen Gründen (die nicht von der muslimischen Glaube akzeptiert werden) über das Volk ihren Macht üben. Es gibt doch da auch Leute, die frei sein wollen, und nicht von der einen oder anderen wieder sich drücken wollen. Glaube ja, Freiheit ja!

    • tobias ruther am 30.12.2011 16:16 Report Diesen Beitrag melden

      @für die freiheit...

      doch kann man, sooo schlecht ings ihnen nicht. Da war viel propaganda dahinter. gratis strom, wasser, miete, bildung, vorsorge etc. Libyen war das wohlstandsreichste Land Afrikas und hate ca. 30% Immigranten was klar für Gaddafi spricht.. Wie viele Gräueltaten können sie mir den z.B. aufzählen die er getan hat?

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