Aufruhr in Libyen

09. März 2011 07:18; Akt: 21.03.2011 15:47 Print

«Wir können die Panzer sehen»

Gaddafis Armee soll in mehreren Städten auf dem Vormarsch sein. Der Ölhafen von Ras Lanuf wird mit Panzern und aus der Luft angegriffen.

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Am verkündet die Übergangsregierung Libyens offiziell die Befreiung des Landes. Am wird Muammar Gaddafi in Sirte gefangen und getötet. : In der Nacht auf Montag nehmen die Rebellen den Grünen Platz im Zentrum von Tripolis ein. Dort feiern Aufständische und Bewohner gemeinsam den Einmarsch. Auf dem Platz demonstrierten zuvor monatelang die Gaddafi-Getreuen. Aufständische bejubeln die Einfahrt in eines der Aussenquartiere der Hauptstadt Tripolis. In Bengasi feiern libysche Rebellen zusammen mit tausenden Menschen auf dem Tahrir-Platz die militärischen Erfolge ihrer Mitstreiter. Die Aufständischen erobern Brega und Sawija. Damit stehen sie nur noch wenige Kilometer von Tripolis entfernt: Auf dem Bild feiern Rebellenkämpfer die Eroberung Sawijas. Am mobilisieren die Rebellen ihre Kräfte im Westen des Landes. Ihr Ziel ist die Stadt Sawija. Am stirbt der Militärchef der Rebellen Abdel Fatah Junis. Die Urheber des Mordes sind nicht bekannt. : Libysche Rebellen und Angestellte der Botschaft übernehmen die libysche Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. : Libysche Rebellen dringen in der strategisch wichtigen Stadt Brega in Wohngebiete vor. : Ein libyscher Junge schlägt in der Rebellenhochburg Misrata mit einem Schuh auf ein Porträt des Machthabers Muammar al-Gaddafi ein. : Die diplomatischen Bemühungen laufen auf Hochtouren. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates Mahmoud Jibril trifft in Brüssel auf den Europaratspräsidenten Herman Van Rompuy. Saif al Islam Gaddafi Sagt am 11.7.2011: «Die Wahrheit ist, dass wir mit Frankreich verhandeln und nicht mit den Rebellen». : Strassenkunst in Bengasi: Gaddafi wird von einer Krake gefressen. : Noch geniesst Machthaber Muammar al-Gaddafi auch Unterstützung in der Bevölkerung. «Gott, Gaddafi und Libyen» ist auf den Händen dieses Mädchens in Tripolis zu lesen. Andere halten Porträts mit dem Despoten in die Höhe. Am erlässt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Gaddafi und seinen Sohn Saif al-Islam. Der libysche Justizminister Mohammad al-Kamudi verurteilt den Haftbefehl als ein «Werkzeug der westlichen Welt». Zahlreiche Top-Fussballer Libyens laufen zu den Aufständischen über. Seit einigen Tag steht Tripolis unter ständigem Beschuss. NATO-Jets greifen auch tagsüber an. Die Ungeduld lässt die Rebellen bisweilen fatale Fehler begehen: Sie greifen ohne Marschbefehl an. Die Zahl der Opfer ist daher in den vergangenen Tagen gestiegen. Wie die UNO am mitteilt, wurde in Libyen systematisch vergewaltigt. Den Befehl dazu soll Muammar Gaddafi selbst gegeben haben. Am gehen wieder viele Bomben auf Tripolis nieder. Muammar Gaddafi sprach wieder am TV: «Wir werden nicht kapitulieren». Im Krieg in Libyen setzt die NATO erstmals Kampfhelikopter ein. Jacob Zuma ist in Tripolis eingetroffen. Er will im Konflikt vermitteln. Libysche Rebellen beklagen, dass ihnen das Geld ausgehe, weil die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland ausbleibe. Die NATO führt ihre Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis fort. Durch ihre Bomben sterben laut Regierung drei Menschen. 150 werden verwundet. Am fliegt die NATO Luftangriffe auf den Hafen von Tripolis und zerstört sechs libysche Kriegsschiffe. Am . Es ist aber unklar, ob die Bänder aktuell sind. fordert Muammar Gaddafi zum sofortigen Rücktritt auf. Bei einem Nato-Angriff am soll sich während des Angriffs im Haus seines Sohnes befunden haben, blieb aber unverletzt. gegen sie einsetzt. aus. seine Beteiligung an den Luftangriffen zu. worden. (Bild), Adschabija und Brega wird immer heftiger gekämpft. Tausende hoffen auf ihre Ausreise. Im Bild: Aus Misrata evakuierte Viele Flüchtlinge kommen auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa ums Leben. (r.) einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU). Die Rebellen bestehen auf dem sofortigen Rücktritt Gaddafis. NATO-Kampfflugzeuge bombardieren erneut versehentlich Fahrzeuge der Anti-Gaddafi-Milizen. Die Kritik der Rebellen an den NATO-Einsätzen wird lauter. haben Flugzeuge der internationalen Koalition einen libyschen Militärkonvoi angegriffen. Die libysche Regierung gibt sich zu Reformen bereit. Die Afrikanische Union fordert einen Waffenstillstand. verlängern ihre Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Libyen auf Bitten der NATO. Die Suche nach einer diplomatischen Lösung wird verstärkt. unterstützen die Aufständischen nicht nur mit Luftangriffen, sondern auch durch CIA-Beamte. Diese hätten unter anderem nach dem Absturz des US-Kampfjets Hilfe geleistet, heisst es. tritt von seinem Amt zurück und setzt sich nach England ab. Gaddafis Truppen erobern derweil Ras Lanuf und Brega zurück. und nähern sich Gaddafis Geburtsstadt Sirte. ein und erringen damit den ersten grossen Sieg seit Eingreifen der Koalition. Ebenfalls am Journalisten in Tripolis, sie sei von Gaddafi-Leuten vergewaltigt worden. Nachdem die Koalition die Luftwaffe Gaddafis zerstört hat, sollen Angriffe auf Gaddafi-Truppen rund um Tripolis, Misrata und das ebenfalls heftig umkämpfte Adschdabija verstärkt werden. Am Abend des in Tripolis der Öffentlichkeit und ruft einmal mehr zum Kampf gegen die «Kreuzzügler» auf. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15 Eagle stürzt in der Nähe der Rebellenstadt Bengasi auf einem Feld ab. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Am Abend des In der Stadt war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Damit begann die dritte Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen. Siegestrophäe à la libyenne: Aufständische haben am in der Nähe der befreiten Stadt Bengasi einen von den Allierten zerstörten Panzer mit einem rauchenden Schafskopf «geschmückt». Französische Kampfjets zerstören Militärfahrzeuge der Regierungstruppen auf einer strategisch wichtigen Strasse zur Rebellen-Hochburg Bengasi. eröffnet Frankreich das Feuer in Libyen. Danach feuern amerikanische und britische Kriegsschiffe im Mittelmeer 112 Tomahawk-Marschflugkörper ab. Im Bild: Eine Rafale im französischen St-Dizier. eine militärische Intervention abgesegnet hat. Zahlreiche Regierungschefs und Aussenminister sind in der französischen Hauptstadt zusammen. Gastgeber Nicolas Sarkozy kündigt im Anschluss baldige Militärschläge gegen Libyen an. warnt Muammar Gaddafi vor weiterer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Überall in Südeuropa werden Luftstreitkräfte zusammengezogen: Dänische F-16-Jets landen im sizilianischen Sigonella, um ein Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Der Flugzeugträger «CharlesDe Gaulle» kreuzt im Mittelmeer. über Libyen zu. hat diese bereits im Vorfeld befürwortet. Gleichentags haben die Regierunstruppen die Ölstadt Ras Lanuf wieder eingenommen. US-Geheimdienstchef James Clapper (Bild) rechnet vor einem Militärausschuss des US-Senats mit einem Sieg Gaddafis. Derweil bereiten die USA, Grossbritannien und die NATO militärische Optionen vor. Die EU will ihre Sanktionen ausweiten und die UNO ermittelt gegen Gaddafis Truppen wegen Folter. Die libyschen Rebellen geraten immer stärker unter Druck: Gaddafis Truppen sind nur noch eine Stadt von der Rebellen-Hochburg entfernt. Der Diktator beschimpft immer wieder die Rebellen und den Westen. Ein Rebell schiesst mit einem Maschinengewehr auf Gaddafis Luftwaffe. Mittlerweile haben über 213000 Gastarbeiter das Land verlassen: Somalier im Auffanglager bei Ras Ajdir an der libysch-tunesischen Grenze. Gaddafis Truppen verteidigen Sirte und versuchen, Misrata und Bin Jawad zurückzuerobern. Auf der Mittelmeerinsel Kreta ziehen die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammen. (Bild) werden Zeltlager errichtet. Regierungstruppen und Aufständische kämpfen erbittert um stratigisch wichtige Städte. Am warnt die USA und die NATO vor einem militärischen Eingreifen. Ausserdem sagt er, dass er seit 1977 keine politische Macht mehr innehabe. Die Regimegegner formieren sich immer mehr zu Kampftruppen. Hier lernen Freiwillige, wie man gegen Kampfflugzeuge kämpft. Das 75 000 Menschen gestrandet. Die hat die lybische Opposition in Bengasi einen Übergangnsrat gegründet. scharenweise vor den Unruhen aus Libyen: Ägypter erreichen am 27. Februar die Grenze zu Tunesien. Am Einreisesperren gegen den Gaddafi-Clan, sperrt dessen Konten und verhängt ein Waffenembargo gegen Libyen. Ein weiterer TV-Auftritt von gegen den Gaddafi-Clan aus. Am Nachmittag des via Telefon im Staats-TV und bezeichnet die Demonstrationen als «kindisch». Derweil hält der Exodus von Ausländern aus Libyen an, das Regime geht weiter brutal gegen Demonstranten vor. Nach Bengasi und Tripolis gehen die Menschen auch in auf die Strasse: Aufständische haben eine Polizeistation in Beschlag genommen. im Staatsfernsehen mit einer wirren Rede zu Wort. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt, nachdem bei Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in wenigen Tagen hunderte von Menschen getötet worden sind. Der Aufstand in der arabischen Welt erfasst im

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Es tickert für Sie:
Adrian Eng
23:12
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Drei Reporter der BBC erlebten grauenhafte Stunden. Sie wollten aus der umkämpften Stadt Zawiya berichten, als sie in Gefangenschaft der Gaddafi-Truppen gerieten. Ihnen wurden die Augen verbunden, sie wurden geschlagen und eingesperrt. Einer der Reporter berichtet, dass er mit anderen Gefangenen an eine Wand gestellt wurde. Ein Soldat sei mit einer Waffe an ihn heran getreten, habe sie ihm in den Nacken gepresst und danach knapp an seinem Kopf vorbei geschossen.
22:02
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Der stellvertretende griechische Außenminister Dimitris Dollis wird morgen in Athen mit einem libyschen Unterhändler zu Gesprächen zusammentreffen. Das teilte das griechische Außenministerium mit.

Das Treffen diene der Vorbereitung der Sondersitzung der EU-Außenminister zur Lage in Libyen und sei mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton abgestimmt, hieß es weiter.
21:45
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In einer seiner seltenen Reden hat der marokkanische König Mohammed VI. am Mittwoch Verfassungsreformen angekündigt. Damit solle die Demokratie und der Rechtsstaat gestärkt werden, sagte der König in einer Fernsehansprache.

Beobachter gehen davon aus, dass Mohammed VI. damit auf die jüngste Protestwelle in der arabischen Welt reagieren will. Zwar kam es in Marokko nicht zu so schweren Unruhen wie in Tunesien und Ägypten, dennoch wurden bei Protesten am 20. Februar fünf Menschen getötet.
21:40
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Vor der Revolution waren es 1,6 Millionen Barrel am Tag, jetzt gerade mal noch 500 000. Die Ölproduktion in Libyen ist förmlich zusammengesackt.
21:23
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Ein Schiff des UNO-Welternährungsprogramms (WFP) mit Weizenmehl ist am Mittwoch in der von libyschen Rebellen kontrollierten Hafenstadt Benghasi eingetroffen. Ausserdem sollen in den nächsten Tagen Lastwagen mit weiteren Hilfsgütern dort eintreffen.

An Bord des Schiffes befänden sich 1182 Tonnen Mehl, sagte eine WFP-Sprecherin am Mittwoch. Daraus könnten 2,5 Millionen Brote hergestellt und 95 000 Menschen einen Monat lang ernährt werden.
21:02
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NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat einer Flugverbotzone über Libyen vorerst eine Absage erteilt. Das Militärbündnis plane «für alle Eventualitäten», man «ziele aber nicht darauf ab, in Libyen einzugreifen», sagte er vor einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister am Donnerstag in Brüssel. Stattdessen sollen entlang der Küste des Landes verstärkt Aufklärungsflugzeuge patrouillieren.
20:59
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Rebellen und Einwohner des im Westen gelegenen Zawiya sprachen zuvor von einer verzweifelten Lage. «Wir können die Panzer sehen. Überall sind Panzer», sagte ein Aufständischer. Die Regierungstruppen stünden noch 1500 Meter vom Hautplatz entfernt.

Dieser sei von Panzern und Scharfschützen umstellt. Sie schössen auf jeden, der sich aus dem Haus traue. «Es gibt viele Tote, die nicht begraben werden können», sagte ein Kämpfer. Die Stadt sei verlassen. «Niemand ist auf der Strasse. Keine Tiere. Nicht einmal Vögel sind am Himmel.»
20:56
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Die Informationen aus Libyen widersprechen sich. Laut der Nachrichtenagentur Reuters haben die Rebellen nun verlautet, die Stadt Zawiya wieder zurückerobert zu haben. Nur wenige Stunden zuvor haben die Gaddafi-Truppen die Rebellen aus der Stadt vertrieben, als sie mit Panzern und Scharfschützen den Hauptplatz der Stadt eroberten.
20:12
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Aus Rebellen-Kreisen wird eine erste Opferzahl der Kämpfe im Osten Libyens publiziert. 400 Menschen sind demnach bereits gestorben.
19:59
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In Portugal wird ein Gesandter des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi erwartet. Das meldete am Mittwoch die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa. Der Gesandte wolle mit Außenminister Luis Amado sprechen und ihn über die Ereignisse in Libyen informieren, hieß es. Amado reist am Donnerstag nach Brüssel, wo er am Treffen der EU-Außenminister teilnimmt, die über die Situation in Libyen beraten wollen. Portugal hat schon seit Jahren gute Beziehungen nach Libyen und zu Gaddafi.
19:33
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Ein libysches Geschäftsflugzeug ist am Mittwoch ohne vorherige Anmeldung in den europäischen Luftraum hineingeflogen, wie ein NATO-Sprecher in Brüssel mitteilte. Es sei noch unklar, wohin die Maschine wolle und wer an Bord sei. Die Libyer hätten weder mit der NATO noch mit der EU Kontakt aufgenommen. Deshalb sei unklar, ob vielleicht ein Gesandter an Bord sei.
19:10
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Demonstranten in London halten das Wohnhaus von Muammar al Gaddafis Sohn Seif al Islam besetzt. Die Organisation Topple the Tyrants (Stürzt die Tyrannen) erklärte, ihre Mitglieder belagerten die Villa aus Solidarität mit den Libyern, die den Sturz Gaddafis herbeiführen wollten. Einige der Aktivisten kletterten auf das Dach und entrollten ein Transparent, das Gadaffis Konterfei und die Worte «Raus aus Libyen, raus aus London» zeigte.
18:52
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Gaddafi-Truppen haben nach Angaben der Rebellen die Stadt Zawiya unter Kontrolle gebracht, wie spiegel.de schreibt. Die Aufständischen teilten demnach mit, sie hätten sich vom zentralen Platz Zawiya zurückgezogen. Sie planten aber in Kürze einen neuen Angriff. Die Gaddafis Soldaten waren mit Panzern und Scharfschützen in die Stadt eingerückt.
18:16
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Auch US-Rapper 50 Cent will nun die Gage, die er für einen Konzertauftritt vom Muammar Gaddafi erhalten hatte, spenden. Das Kinderhilfswerk UNICEF werde den Betrag erhalten, hieß es am Mittwoch in einer an die Nachrichtenagentur AP gerichteten Stellungnahme. Zur Höhe der Gage wurden keine Angaben gemacht. 50 Cent trat 2005 während der Filmfestspiele in Venedig bei einer privaten Veranstaltung auf, hinter der der Gaddafi-Klan stand.
18:13
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Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey hat in Bern einen Vertreter des Nationalen libyschen Übergangsrats zum Gespräch empfangen. Jebril El-Waalfarvi erläuterte der EDA-Vorsteherin im Gespräch aus seiner Sicht die aktuelle Lage sowie mögliche Entwicklungen in Libyen.

Calmy-Rey zeigte sich im Gespräch insbesondere besorgt über die schwierige Lage der libyschen Zivilbevölkerung, welche der «gezielten und verabscheuungswürdigen Gewalt der Verantwortlichen in Libyen» ausgesetzt ist. Die Schweiz werde nichts unversucht lassen, um den zivilen Opfern des Bürgerkriegs mit diplomatischen und humanitären Mitteln beizustehen.
17:45
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Gaddafi soll ein Kopfgeld auf den Chef der Rebellen ausgesetzt haben, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Über die Höhe der Summe ist nichts bekannt. AFP berichtet zudem, dass sich ein Gesandter Gaddafis auf den Weg nach Portugal sei.
17:40
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Die Kämpfe um die Stadt Bin Jawad sind in vollem Gang. Der Guardian zitiert Rebellenkämpfer: «Ich komme gerade von Bin Jawad. Wir haben die Stadt eingenommen und haben sie unter Kontrolle. Wir haben fünf Panzer mit Raketen gesprengt.» Ein weiterer Kämpfer berichtet: «Wir sind in die Stadt reingegangen. Aber die Regierung konterte mit Luftangriffen.»
Irland hat einen neuen Premierminister. Das Parlament in Dublin wählte Enda Kenny von der Fine-Gael-Partei mit 117 zu 27 Stimmen. Der Baselbieter Financier Ambros Baumann hatte ein Schneeball-System à la Bernhard Madoff betrieben. Das Bundesgericht bestätigt nun einen Verstoss gegen das Bankengesetz.
17:14
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Bei Kämpfen zwischen Aufständischen und den Einheiten des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi ist eine Ölanlage in der Mitte des Landes getroffen worden, wie ein Sprecher der Opposition erklärte. Ein AP-Reporter in der Nähe der Front sah eine Explosion mit einem riesigen gelben Feuerball im Gebiet des Ölfelds von Sidr, rund 580 Kilometer östlich von Tripolis. Drei dunkle Rauchsäulen stiegen von dort auf, offenbar von brennendem Öl.

Ein Oppositionssprecher, Mustafa Gheriani, sagte, die Artillerie der Regierungstruppen habe ein Pipeline getroffen, die von den Ölfeldern in der Wüste nach Sidr führe. Auch ein Öltank sei getroffen worden, vermutlich bei einem Luftangriff.
16:45
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Die Stadt Bin Jawad ist laut Angaben der Rebellen wieder in ihrer Hand. In den Strassen von Bengasi wurde die Botschaft via Lautsprecher verbreitet, wie der Guardian schreibt. Zuvor hatten Gaddafi-Truppen die Stadt unter ihrer Kontrolle.

Allerdings sind die Informationen nicht ohne Zweifel. Reuters berichtet, dass die Rebellen erst in der Nähe von Bin Jawad seien. Ein Front-Rückkehrer sagt der Nachrichtenagentur, die Rebellen hätten die Stadt noch nicht erreicht.
16:21
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Der Kampf um Ras Lanuf scheint auf die Seite Gaddafis zu kippen. Viele Rebellen haben den Rückzug angetreten, meldet die Nachrichtenagentur AFP. Dutzende Autos kehren zurück nach Ras Lanuf, nachdem die Aufständischen unter anhaltenden Beschuss geraten sind.
16:06
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Die UNO ermittelt wegen Foltervorwürfen gegen die Streitkräfte des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi. Dies gab der UNO-Sonderberichterstatter für Folter, Juan Mendez, in Genf bekannt. Er werde mit anderen UNO-Organen zusammenarbeiten um die nötigen Fakten zu erhalten, sagte der Argentinier.

Dabei gehe es um Vorwürfe von aussergerichtlichen Hinrichtungen und mutwilligen Angriffen auf die Zivilbevölkerung seit Mitte Februar. Mendez erklärte des weitern, es sei schon «sehr gut dokumentiert», dass Gaddafis Regime in der weiter zurückliegenden Vergangenheit mit Folter und illegalen Festnahmen gegen Kritiker vorgegangen sei.
16:03
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Details zum libyschen Jet über Griechenland. Ein Offizier des ägyptischen Heeres sagte der Nachrichtenagentur AP, beim ranghohen Regierungsbeamten habe es sich um den Chef des libyschen Beschaffungsamts gehandelt. Generalmajor Abdul Rahman bin Ali al Saiid al Sawi habe um ein Treffen mit der ägyptischen Militärführung gebeten. Mitarbeiter der libyschen Botschaft erklärten, al Sawi überbringe eine Botschaft von Machthaber Muammar al Gaddafi.
15:22
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Die NATO schließt die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen ohne ein UN-Mandat definitiv aus. Eine solche Militäraktion müsse unbedingt «durch ein neues Mandat gedeckt» sein, sagte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Mittwoch in Brüssel. Die bisherige Resolution der Vereinten Nationen zu Libyen sei für einen Einsatz militärischer Mittel nicht ausreichend.
15:12
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m Osten, wo Stellungen der Rebellen massiv bombardiert wurden, sind die Aufständischen offenbar konsterniert. Gaddafis Truppen haben den wichtigen Ölhafen Ras Lanuf und dessen Umgebung mit Panzern und Raketen angegriffen, berichtete spiegel.de
. Über der Stadt stehen Augenzeugen zufolge schwarze Rauchwolken. Die Luftwaffe fliege im Tiefflug über die Stadt.
13:54
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Die UN ermitteln gegen die Streitkräfte des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi wegen möglicher Folter. Der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Juan Mendez, bestätigte am Mittwoch, dass er entsprechenden Vorwürfen nachgeht, seit Gaddafi mit Gewalt gegen die Proteste in seinem Land vorgeht.

Mendez erklärte in der UN-Vertretung in Genf, es sei schon «sehr gut dokumentiert», dass Gaddafis Regime in der Vergangenheit mit Folter und illegalen Festnahmen gegen Kritiker vorgegangen sei. Zum genauen Gegenstand seiner jetzigen Ermittlungen wollte er keine Angaben machen. Medienberichten zufolge sollen Soldaten von Gaddafi Menschen mit Krankenwagen aus Krankenhäusern abgeholt und sie dann erschossen haben.
13:32
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Ein Angestellter des Flughafens in Kairo sagte der Nachrichtenagentur AP, beim Offizier, der Griechenland überflogen hat, handle es sich um den Chef des libyschen Beschaffungsamts. Mitarbeiter der libyschen Botschaft gaben an, Generalmajor Abdul Rahman bin Ali al Saiid al Sawi überbringe eine Botschaft von Libyens Machthaber Muammar al Gaddafi. Auf seinem Weg nach Ägypten habe das Flugzeug griechischen Luftraum durchquert, sagte der Flughafenmitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden wollte.
13:18
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Jetzt ist bekannt, wer im libyschen Flugzeug, das über Griechenland flog, sass. Es war ein hochrangiger Offizier der libyschen Armee. Er flog in unbekannter Mission nach Ägypten. Der Offizier landete in Kairo.
13:18
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Wenige Tage vor dem EU-Krisengipfel zu Libyen arbeitet die EU mit Hochdruck an einer Strategie für den künftigen Umgang mit Nordafrika. Dazu sollen neben schärferen Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime auch eine verstärkte Hilfe und Zusammenarbeit mit der Region zählen, die der «historischen Natur» der Ereignisse entspricht, wie die EU-Außenbeauftragte Catherin Ashton am Mittwoch in Straßburg erklärte.

Allerdings soll die künftige Hilfe an Bedingungen geknüpft werden. Nach dem Motto «mehr für mehr» sollen diejenigen Länder, die bei ihren demokratischen Reformen schneller vorankommen auch auf mehr Hilfe der EU zählen können.
13:04
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Ein griechischer Beamte sagte, das kleine libysche Privatflugzeug sei im griechischen Luftraum rund 15 Minuten beobachtet worden. Ein griechischer Fernsehsender berichtete, es habe sich beim Flugzeug um eine libysche Regierungsmaschine gehandelt.
12:32
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Ein Privatflugzeug des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi ist am Mittwoch über Griechenland in Richtung Ägypten geflogen. Das verlautete aus dem griechischen Verteidigungsministerium in Athen. Es sei unklar, wer sich an Bord des Flugzeugs befinde.

Aus Kreisen der griechischen Luftwaffe verlautete, es handle sich um eine Maschine vom Typ Falcon 900 von Libyen Airlines, die normalerweise prominente Persönlichkeiten befördere. Der Pilot habe jedoch dementiert, dass wichtige Persönlichkeiten an Bord seien. Er habe Kairo als Ziel angegeben.
11:48
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Vertreter der libyschen Opposition haben am Mittwoch die Anerkennung seitens Europas gefordert und die EU um umfassende Hilfe gebeten. Wenn ein Regime damit beginne, auf die eigenen Leute zu schießen, verliere es jegliche Legitimation, warb Mahmoud Jebril vom Interims-Nationalrat (TNC) am Mittwoch in Straßburg im Vorfeld des EU-Krisengipfels für eine Anerkennung des Rates. Diese sei Grundlage für künftige politische Arbeit.

11:31
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Im EU-Parlament in Strassburg drängen die wichtigsten Fraktionen auf die Errichtung einer Flugverbotszone über Libyen. Dagegen betonte die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton bei der Debatte am Mittwoch die Notwendigkeit humanitärer Hilfe.

Dafür werde sie auch eine Militärmission im Rahmen der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik prüfen. «Die EU bleibt an vorderster Front der internationalen Bemühungen engagiert, um in Libyen Frieden und Stabilität wiederherzustellen», sagte Ashton. Nach dem Ende der Gewalt werde die EU beim Aufbau eines neuen Libyens mit demokratisch gewählten Führern helfen.
11:24
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Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi stehen offenbar kurz vor der Rückeroberung der Stadt Sawija im Westen des Landes. Gaddafi-Truppen kontrollierten die Hauptverkehrsstrasse und die Vororte, berichtete ein Kämpfer der Aufständischen am Mittwoch.

Panzer seien in 1500 Meter Entfernung vom zentralen Platz zu sehen, der weiter von Rebellen gehalten werde. Scharfschützen der Regierungstruppen seien auf fast allen Häusern postiert. Es werde auf jeden geschossen, der es wage sein Haus zu verlassen.

Die halbe Stadt sei durch Luftangriffe zerstört worden, sagte der Rebellenkämpfer weiter. «Es gibt viele Tote und sie können nicht einmal beerdigt werden. Sawija ist wie leergefegt, niemand ist auf den Strassen. Keine Tiere, nicht einmal Vögel sind am Himmel.»

11:12
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Der Kanton St. Gallen spendet dem Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) 30 000 Franken für die Flüchtlinge an der libysch-tunesischen Grenze. Das SRK schickt dem Flüchtlings- Camp zehn grosse Mehrzweckzelte und 3000 Wolldecken für Notunterkünfte.
10:14
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Seit Beginn der Unruhen in Tunesien haben 9000 nordafrikanische Migranten die süditalienische Insel Lampedusa erreicht. Dies sagte der italienische Innenminister Roberto Maroni in einem Fernseh-Interview.
09:57
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Muammar al Gaddafi hat die Bevölkerung im Osten des Landes dazu aufgerufen, wieder die Kontrolle über die von Regierungsgegnern kontrollierten Gebiete im Osten des Landes zu übernehmen. In einer Ansprache vor Jugendlichen in der Stadt Sintan, rund 120 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tripolis, machte Gaddafi erneut Al-Kaida-Aktivisten aus Ägypten, Algerien, Afghanistan und den palästinensischen Gebieten für den Aufstand verantwortlich. Das libysche Staatsfernsehen strahlte die Ansprache am frühen Mittwoch aus, allerdings ohne bekannt zu geben, von wann die Aufnahme ist.
08:55
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Libyens Machthaber Muammar Gaddafi erhebt neue Vorwürfe gegen den Westen: Er bezichtigte insbesondere Frankreich eines «kolonialistischen Komplotts» gegen sein Land. Er behalte sich Repressionen offen. Dies sagte er gegenüber La Chaîne Info, einem französischen Nachrichtensender. Das komplette Interview soll noch heute Morgen ausgestrahlt werden.
08:20
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Farhat Omar Bengdara, Präsident der libyschen Zentralbank, ist in Istanbul aufgetaucht. Dies berichtet die englische Tageszeitung Financial Times. Er wurde in den letzten Tagen sowohl vom libyschen Regime als auch von ausländischen Diplomaten gesucht.
07:36
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US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron seien sich einig, dass Gaddafi auf seine Macht verzichten müsse, erklärte das Präsidialamt in Washington am Dienstag nach einem Telefongespräch der beiden Politiker.

Demnach prüfen die Regierungschefs mehrere Optionen wie den Einsatz von Aufklärungsflugzeugen, humanitäre Hilfe, die Durchsetzung eines UNO-Waffenembargos und ein Flugverbot über dem nordafrikanischen Land. Grossbritannien und Frankreich ihrerseits bereiten eine UNO-Resolution für eine Flugverbotszone vor.
07:01
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Der libysche Staatschef Muammar Gaddafi hat in einer Ansprache am Fernsehen die Aufständischen in seinem Land und auch westliche Staaten beschimpft.

Nachdem seine Truppen mehrere Städte angegriffen hatten, die von den Aufständischen kontrolliert werden, nannte Muammar Gaddafi die Übergangsregierung eine Bande von «Verrätern».

In einer Rede vor Anhängern, die das libysche Staatsfernsehen am Mittwochmorgen ausstrahlte, behauptete der Staatschef, die USA, Frankreich und Grossbritannien hätten sich gegen Libyen verschworen, um die Öl-Felder unter ihre Kontrolle zu bringen.

In seiner jüngsten Fernsehansprache wandte sich Gaddafi auch an die jungen Männer in der umkämpften Stadt Al-Sintan. Er forderte sie auf, sich von den Rebellen abzuwenden. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, präsentierte er Angehörige eines in der Stadt beheimateten Volksstammes, die ihre Treue zu ihm bekundeten.
06:33
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Die Europäische Union plant nach Angaben von EU-Vertretern die Sanktionen gegen Libyen zu erweitern. Davon betroffen wären auch Staatsfonds sowie die libysche Zentralbank. Es werde erwartet, dass die Sanktionen am Freitag in Kraft träten, berichteten EU-Vertreter in Rom und Brüssel am Dienstag.

Damit würden die EU-Sanktionen über die bereits vom UN-Sicherheitsrat genehmigten hinausgehen. Diese sind vor allem gegen den libyschen Staatschef Muammar Gaddafi, seine Familie sowie Geschäftspartner gerichtet. Die Erweiterung der Sanktionen durch die EU soll nun libysche Firmen treffen, die Anteile an zahlreichen europäischen Unternehmen halten, darunter die italienische Bank Unicredit.

Mit den Sanktionen werde verhindert, dass die libyschen Teilhaber ihre Anteile an den europäischen Firmen verkauften oder Dividenden erhielten, sagte ein italienischer EU-Vertreter.
06:19
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Angesichts der Gewalt in Libyen haben US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron vereinbart, sich auf das «volle Spektrum möglicher Reaktionen» einzustellen. Wie das Weisse Haus nach einem Telefongespräch der beiden Regierungschefs mitteilte, werden auch ein Waffenembargo und eine Flugverbotszone weiterhin in Erwägung gezogen. Wichtigstes Ziel sei, «so schnell wie möglich» der Gewalt im Land ein Ende zu bereiten und die Entmachtung von Staatschef Muammar Gaddafi herbeizuführen.

Allerdings unterstrich die US-Regierung, dass die Ermächtigung für die Einrichtung einer Flugverbotszone vom Sicherheitsrat bei den Vereinten Nationen kommen müsse. «Wir denken, dass es wichtig ist, dass die Vereinten Nationen die Entscheidung treffen - nicht die Vereinigten Staaten», sagte US-Aussenministerin Hillary Clinton dem britischen Fernsehsender Sky News.

Für heute wird ein Treffen von Obamas Sicherheitsberaters im Weissen Haus erwartet. Sie werden aller Voraussicht nach überlegen, welche Schritte realistisch sind, um Gaddafi unter Druck zu setzen und zum Abschied von der Macht zu bewegen.
23:35
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Der CNN-Reporter muss jetzt einsehen, dass er vergebens im Hotel ausgeharrt hat. Enttäuscht sagt er: «Wir haben gehört, dass er gegangen ist und nicht wieder zurück kommt». Gaddafi hat also das Hotel wieder verlassen. Offenbar hat er einem türkischen Journalisten ein Interview gegeben. Aber es gibt kein bekanntes Statement von Muammar Gaddafi zu diesem Zeitpunkt.
23:21
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Der CNN-Reporter, der langsam etwas genervt wirkt, hat Gaddafi hinter einem Vorhang ausfindig gemacht. Offenbar wird er bald die Fragen der Journalisten beantworten. Noch ist dies allerdings nicht sicher. Im Hintergrund ist eine ganze Horde Journalisten auszumachen.
23:04
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Was Gaddafi genau vor hat, ist nicht bekannt. Der CNN-Reporter befindet sich im selben Hotel wie der Diktator, aber auch er kann nur spekulieren, was vor sich geht. Auch über den Inhalt einer allfälligen Gaddafi-Rede ist nichts bekannt.

Der CNN-Reporter wartet bereits Stunden auf ein Interview. Wie er Live im TV sagt, erwartet er eine lange Nacht.
22:55
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Muammar Gaddafi ist im Rixos Hotel in Tripolis eingetroffen. Dort soll er zu türkischen und französischen Medien sprechen wollen. CNN hat Aufnahmen des Diktators ausgestrahlt, wie er in der Hotelhalle von dutzenden Journalisten bedrängt wird. Ob Gaddafi wirklich zu den Medien sprechen wird, zeigt sich in den nächsten Minuten.
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Die Lage am Mittwochmorgen

Truppen des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi haben am Dienstag mit zahlreichen Luftangriffen sowie mit Raketenbeschuss ein weiteres Vorrücken der Aufständischen verhindert und dabei mindestens 26 Menschen zum Teil schwer verletzt. Nach Angaben des Roten Halbmondes hinderten Gaddafi-treue Soldaten zudem Gastarbeiter an der Flucht nach Tunesien. Berichte, Gaddafi habe einen Gesandten zu den Rebellen geschickt, um seinen Rückzug auszuhandeln, wurden vom libyschen Staatsfernsehen dementiert.

Im Zuge der Gegenoffensive der libyschen Streitkräfte flogen Kampfflugzeuge am Dienstag mindestens fünf Luftangriffe auf Stellungen der Aufständischen in der Nähe des Ölhafens Ras Lanuf.Später gingen sie mit Raketenwerfern gegen die Rebellen vor, die von der Stadt aus weiter Richtung Westen vorrücken wollten. Ärzten zufolge wurden bei den heftigen Kämpfen 26 Menschen verletzt. Einige hätten Beine verloren oder andere schwere Verletzungen erlitten.

Ebenfalls heftig umkämpft war am Dienstag die Stadt Sawija in der Nähe der Hauptstadt Tripolis. Die Regierung berichtete, sie habe die Stadt von den Rebellen zurückerobert. Einige geflüchtete Bewohner behaupteten, der Hauptplatz der Stadt sei immer noch in der Hand der Aufständischen. Gaddafi-treue Truppen würden Wohnhäuser beschiessen, die Krankenhäuser seien überfüllt mit Toten und Verletzten. Unabhängige Berichte über die Situation in Sawija gab es zunächst keine, da sämtliche Telefon- und Internet-Verbindungen abgeschnitten waren.

Unklarheit herrschte vorerst zudem über angebliche Kontakte Gaddafis zu den Rebellen. Ein Sprecher des libyschen Nationalrats erklärte, ein angeblicher Gesandter Gaddafis habe Kontakt zur Opposition in der Stadt Bengasi aufgenommen und Gespräche über einen möglichen Rücktritt des Staatschefs angeboten. Das libysche Staatsfernsehen dementierte. Unsere Haltung ist klar: Keine Verhandlungen mit dem Gaddafi-Regime«, sagte Mustafa Gheriani der Nachrichtenagentur AP.

Ultimatum an Gaddafi

Der arabische Nachrichtensender Al Dschasira berichtete indessen, der Präsident des Nationalrats Abdel Dschalil habe Gaddafi ein Ultimatum gestellt. Sollte er binnen 72 Stunden das Land verlassen und die Bombardierungen stoppen, würden die Libyer ihn nicht wegen seiner Verbrechen verfolgen, sagte er dem Sender.

Angesichts der Gegenoffensive der libyschen Streitkräfte ist der Vormarsch der Rebellen allerdings am Dienstag wieder deutlich ins Stocken geraten. Der geplante Marsch von Ras Lanuf in Richtung Westen wurde bereits nach wenigen Kilometern gestoppt. Die Rebellen boten in der offenen Wüste ein leichtes Ziel für die Gaddafi-Truppen.

Diese haben nach Informationen des Roten Halbmonds bereits vergangene Woche Gastarbeiter an der Flucht nach Tunesien gehindert und viele zurück an ihre Arbeitsplätze in der Hauptstadt Tripolis gezwungen, wie erst am Dienstag bekannt wurde. Rund 30.000 Gastarbeiter seien zusammengetrieben und in Unterkünfte nahe der Grenze gebracht worden, sagte Ibrahim Osman von der Internationalen Vereinigung von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond.

Libyen will Untersuchung

Die Regierung in Tripolis rief unterdessen offenbar die UN auf, Beobachter zur Untersuchung der blutigen Unruhen im Land zu entsenden. Das berichtete ein hoher EU-Beamter, der am späten Montagabend aus Tripolis zurückkehrte. Die Beobachter könnten sich im Land frei bewegen, hiess es. Ob die Anfrage auch direkt an die UN gerichtet wurde, blieb unklar. EU-Sprecher Michael Mann sagte, es sei nicht Aufgabe der EU, Nachrichten von Gaddafis Regime weiterzugeben.

Die regierungstreuen Truppen nutzen vor allem ihre Lufthoheit, um die Aufständischen zu bekämpfen und ihren Marsch auf Tripolis zu stoppen. Über die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen, wie sie die Regierungsgegner fordern, herrscht international indes weiterhin Uneinigkeit.

Die Arabische Liga verlangte dafür eine Genehmigung des UN-Sicherheitsrats. Man werde eine solche Massnahme nicht pauschal unterstützen, sagte Hescham Jussef, Sprecher der Liga, am Montag der Nachrichtenagentur AP. »Wir werden kein unilaterales Vorgehen unterstützen und wir werden keine Einmischung des Auslands in die inneren Angelegenheiten Libyens tolerieren«, sagte Jussef.

Entwurf für UN-Resolution über Flugverbotszone

Aus westlichen Regierungskreisen hiess es, ein UN-Mandat für eine Flugverbotszone sei zwar wünschenswert, jedoch nicht zwingend notwendig. Grossbritannien und Frankreich arbeiten derzeit an einem Entwurf für eine entsprechende UN-Resolution. Es sei jedoch noch keine Entscheidung gefallen, ob die Initiative tatsächlich im UN-Sicherheitsrat eingebracht wird.

Unterstützung für eine Flugverbotszone äusserten Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate. Aussenminister Abdullah bin Sajid al Nuhujjan sagte, der UN-Sicherheitsrat solle »seine historische Verantwortung für den Schutz des libyschen Volkes wahrnehmen«.

Derweil betonte US-Präsident Barack Obama am Montag, dass die USA und ihre Verbündeten angesichts der anhaltenden Kämpfe in Libyen noch immer ein militärisches Eingreifen erwägten. Die USA stünden an der Seite des libyschen Volkes, das »inakzeptabler« Gewalt ausgesetzt sei.

(Paul Schemm und Maggie Michael, AP)

(sda)