Libyen

05. März 2011 16:51; Akt: 21.03.2011 15:53 Print

Öl-Millionen fliessen weiter in Gaddafis Taschen

Trotz der Sanktionen des Westens sollen immer noch Öl-Millionen in die Taschen des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi fliessen.

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Öltanker ankern vor der am Samstag heftig umkämpften Stadt Sawija. (Bild: Keystone/AP/Ben Curtis)

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Libyens Zentralbank hat die Kontrolle über Gelder aus den Rohölexporten - und damit potenziell auch Gaddafi. Das berichtete die britische «Financial Times» am Samstag unter Berufung auf internationale Experten.

Grund sei, dass die Sanktionen der UNO und der EU nicht auf die Zentralbank zielten und die Sanktionen der USA Firmen libyscher Eigner im Ausland nicht beträfen.

Exporte nur um rund ein Drittel gesunken

Libyen ist einer der grössten Ölexporteure der Welt. In der letzten Februarwoche hat das Land nach Angaben der Zeitung rund 570 000 Barrel Rohöl pro Tag exportiert.

In dieser Woche sei die Menge auf 400 000 Barrel gesunken, berichteten Ölexperten und Schiffsmakler dem Blatt. Bei derzeitigen Preisen wären so in den vergangenen zwei Wochen etwa 770 Millionen Dollar in das Land geflossen.

Sollte es Gaddafi schaffen, den Ölexport auf dem Stand von Freitag zu halten, könne das Land weiterhin pro Woche fast 200 Millionen Dollar einnehmen. Daran hätten mehrere Experten allerdings Zweifel.

Schwellenländer geschäften weiter mit Libyen

Viele Raffinerien und Reedereien haben aus Sorge um ihren Ruf die Kontakte zu dem von schweren Unruhen zerrütteten Land abgebrochen, schreibt die «Financial Times». Chinesische und indische Firmen würden allerdings weiterhin Rohöl aus Libyen beziehen.

Die USA, die UNO und Europa hatten in der vergangenen Woche die Vermögen der Führungsriege um Gaddafi eingefroren. Ausserdem sehen die Sanktionen ein Verbot von Waffenlieferungen in das nordafrikanische Land vor.

(sda)