Luftkrieg

24. März 2011 07:19; Akt: 24.03.2011 07:52 Print

Der Himmel über Tripolis

Welche Nation mit welchen Jets über Libyen fliegt, warum Gaddafis Piloten kaum eine Chance hatten und welche Luftwaffe sein einziger Joker ist, zeigt diese Bildstrecke.

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Die Libysche Luftwaffe ist hoffnungslos veraltet - und von den betagten Maschinen wie hier vom Typ Mig-21 (Nato-Codename Fishbed) sind viele nicht einsatzbereit. Das sowjetische Jagdflugzeug hatte seinen Jungfernflug bereits 1959 und ist mit Exemplaren der meistgebaute Kampfjet weltweit. Die Mig-25 «Foxbat» wurde von der Sowjetunion eigentlich als Abfangjäger und Aufklärer konzipiert, doch Libyen liess sich auch eine Bomber-Variante des Typs liefern. 2006 wurden die letzten fünf Maschinen eingemottet und durch ... ... die Mig-29 «Fulcrum» ersetzt. Die sowjetische Antwort auf die F-15 und F-16 der NATO ist sehr wendig. Libyen bestellte die 1998 modernisierte SMT-Version. Die Mig-23 «Flogger» kann dank schwenkbarer Flügel sehr langsam fliegen und eignet sich für die Bekämpfung von Bodentruppen. Erstflug war 1969. Die Su-24 «Fencer» ist ebenfalls ein Jagdbomber im Dienste Gaddafis. Eine der libyschen C-130 «Hercules»-Transportmaschinen des US-Herstellers Lockheed soll über dem nordafrikanischen Land angeschossen worden sein. Die modernsten Maschinen Libyens sind die französischen Mehrzweckflieger Mirage F-1. Zwei libysche Piloten setzten sich zu Beginn der Libyen-Krise mit zwei dieser Maschinen nach Malta ab. Als Transporthelikopter nutzt die libysche Luftwaffe den Mi-14 «Haze». Und auch die einzige Gefahr für NATO-Flieger kommt von einem Hubschrauber: ... ... Seit 1969 verbreitet der sowjetische Mi-24 «Hind» Angst und Schrecken. Weil die schwerbewaffneten Helikopter unter der Radarhöhe auf ihre Opfer warten und sie mit Luft-Luft-Raketen angreifen können, stellen sie für fremde Piloten die einzige Bedrohung dar. Warum die lybische Luftwaffe nicht den Hauch einer Chance gegen ihre Widersacher hat, kann anhand des US-Standardbombers F-15 «Eagle» erklärt werden. Der Jet wurde zwar schon 1975 in Dienst gestellt, doch die Technik wurde laufend aktualisiert. Und damit sind vor allem Radar und Lenkwaffen gemeint: ... ... Die US-Jets «sehen» ihre Opfer lange, bevor die sie überhaupt bemerken. Durch die hohe Reichweite der Luft-Luft-Raketen hat die F-15 den Widersacher möglicherweise sogar schon abgeschossen, bevor der selbst überhaupt in Schussweite kommt. Ausserdem kann das Flugzeug sehr hoch fliegen, was einen Abschuss weiter erschwert. Als erste im libyschen Luftraum waren die Franzosen. Sie operieren von französischen Stützpunkten und vom Flugzeugträger «Charles de Gaulle» aus. Vom Flugzeugträger aus starten Jets vom Typ Rafale-Marine, der seinen Jungfernflug 1986 absolvierte. Ausserdem ist der Marineflieger Super-Étendard-Modernisé Teil des «Charles de Gaulle»-Waffenarsenals. In Sachen Frühwarnung und elektronische Aufklärung müssen die Franzosen auf ein US-Produkt setzten: Die Grumman E-2 «Hawkeye» kann das gegnerische Radar stören und überwacht den Luftraum. Last but not least hat die «Charles de Gaulle» Helikopter vom Typ AS 565 «Panther» an Bord. Die USA und Grossbritannien haben ihre Angriffe mit «Tomahawk»-Cruise-Missiles begonnen, die von Zerstörern und U-Booten abgeschossen werden. Die Ziele wurden zuvor wahrscheinlich von sehr hoch fliegenden U-2-Aufklärern gesichtet. Auch die bewaffnete Drohne «Global Hawk» kann Marschflugkörper abfeuern. B-2-Tarnkappenbomber (vorne mittig) bringen Bomben und Cruise Missiles nach Nordafrika. Vom Flugzeugträger «USS Enterprise» im Roten Meer können F-18 Kampfbomber (vorne neben der B-2) starten. Die grösste Luftfahrt-Nation neben den USA und Frankreich, die im libyschen Luftraum patroulliert, ist Grossbritannien. Britische Soldaten setzen Tornado-Kampfbomber ein. Auch der Jäger Eurofighter Typhoon kommt am Himmel über Tripolis zum Einsatz. Bei der Royal Air Force kommt auch das Seeaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeug Nimrod, das auch in Grossbritannien entwickelt wurde, zum Einsatz. Zur Luftüberwachung setzen die Briten auf ihre Sentinel-Flotte. Die niederländische Luftwaffe hilft mit ihrer Luft-Allzweckwaffe F-16, das Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Katar hat Mirage-2000-Kampfflugzeuge im Einsatz. Die Arabischen Emirate beteiligen sich ebenfalls: Neben der Mirage 2000 verfügt die Monarchie auch über F-16-Jets. Die NATO mit ihren AWACS-Aufklärern den Luftraum und die meisten Einsätze.

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