Geldnot

03. Juni 2011 22:39; Akt: 03.06.2011 22:39 Print

Libysche Rebellen vor der Pleite

von Michelle Faul, AP - Im Tresorraum der Rebellen in Benghasi lagern zwar riesige Mengen Gold. Dennoch haben die Aufständischen grosse Geldsorgen.

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Geldnot könnte die libyschen Rebellen zu einer Feuerpause zwingen. (Bild: Keystone)

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Die Sorgen um die schwindenden Geldvorräte der libyschen Rebellen rauben dem stellvertretendem Zentralbankdirektor Abdalgader Albagrmi den Schlaf. Denn die libyschen Goldreserven in der Stadt Benghasi, die nach unterschiedlichen Berichten bis zu einer Milliarde Dollar wert sind, wollen die Rebellen nicht anrühren, um den Dinar nicht noch weiter abzuwerten.

Bereits jetzt ist die libysche Währung mit 1,60 Dinar zu einem Dollar weit weniger wert als zu Beginn der Unruhen, als es noch 1,25 Dinar zum Dollar waren. Angesichts der Inflation und der schwindenden Bargeldreserven des Rebellenrates in Benghasi deponieren auch immer weniger Geschäftsleute ihr Geld in den Banken des Landes.

Wenn das Cash-Flow-Problem nicht innerhalb der nächsten Tage gelöst werde, habe man ein ernstes Problem, sagt Albagrmi. Die Möglichkeit, die Revolution gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi zu finanzieren, schwinde gemeinsam mit dem letzten Bargeld, das den Rebellen noch bleibt.

Hilfsgelder kommen nicht an

Unter anderem haben Katar, Kuwait, Italien und Frankreich den Rebellen hunderte Millionen Euro an Hilfe zugesagt, aber drei Monate nach Beginn der Kämpfe gegen Gaddafi sei bei ihnen noch kein einziger Cent angekommen, sagt Albagrmi.

Libyens eigene Geldreserven im Wert von 70 Milliarden Dollar sind durch die Sanktionen der UNO eingefroren und damit auch den Rebellen nicht zugänglich. Und der Export von Öl - ihre einzige Einnahmequelle - steht angesichts der Kämpfe mit den Gaddafi-Truppen still.

Wendepunkt?

Ein Geldmangel der Rebellen könnte den Kampf zugunsten der ohnehin besser ausgerüsteten Regierungstruppen drehen, fürchten Beobachter. «Zwei Wochen, wenn es so weitergeht .... dann könnte es eine Liquiditätskrise geben», warnt Albagrmi.

Und damit könnte auch das Vertrauen der Menschen in den Nationalen Übergangsrat in Benghasi, das politische Organ der Rebellen, schwinden. Als erste Gegenmassnahme hat die Rebellenregierung Bargeldabhebungen von Einzelpersonen auf 750 Dinar pro Monat limitiert.

Tresor-Öffnung dauerte drei Tage

Nur vier Tage nach Beginn der Revolte öffneten im von den Rebellen gehaltenen Osten des Landes wieder die Banken. Die Führung der Proteste zahlte damals auf Anraten von Bankfachleuten 200 Dinar auf jedes Bankkonto im Rebellengebiet ein.

Das Geld dafür kam aus zwei Tresorräumen, für deren Öffnung man drei Tage brauchte, weil einer der drei Schlüssel dafür in Tripolis lag. In einem der beiden Tresore lag Bargeld, berichtet Albagrmi, zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Dinar, sowie kleine Mengen an Devisen. Im anderen lagern weiter die Goldvorräte.

Albagrmi versichert, dass die Buchhaltung sehr ernst genommen werde und keiner der Rebellen etwas aus den Räumen gestohlen habe. «Ein Bilanzprüfer könnte hier hereinkommen und er würde sehen, dass alles in bester Ordnung ist», sagt er.

Ausland sorgt sich über Verwendung

Die internationale Gemeinschaft zögert dennoch mit den Zahlungen, klagen die Rebellen. Die Freigabe von Milliarden durch die Sanktionen eingefrorene libysche Geldvorräte an den Übergangsrat scheiterten zunächst an rechtlichen Hürden, hiess es.

Wochen später vermuten die Rebellen, das Geld werde ihnen nicht anvertraut, weil damit Waffen gekauft werden könnten. Diese würden sie aber dringend gegen die gut ausgerüsteten Gaddafi-Truppen benötigen. Eine andere Sorge dürfte die Unberechenbarkeit der Rebellen sein, die noch immer eine weitgehend unbekannte Grösse sind.

Der Übergangsrat der Rebellen hatte bereits zur Beginn seiner Arbeit höchste Transparenz gelobt. Doch die Rebellen haben bisher unter anderem keine Erklärung abgegeben, was mit den Geldern geschehen ist, die sie von der Zentralbank geliehen haben. Genauso fehlt eine Auskunft über rund 129 Millionen Dollar aus einer erfolgreich durchgeführten Öllieferung an Katar und Millionenspenden von Exillibyern.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Monique am 04.06.2011 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    Pleite?

    USA auch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Monique am 04.06.2011 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    Pleite?

    USA auch.

    • Hans am 06.06.2011 18:52 Report Diesen Beitrag melden

      Der Afganistan-Krieg kostet auch!

      Kann sein das die USA einbisschen Pleite ist. Aber England und Frankreich werden sich als Kreditor zur Verfügung stellen.

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