Aufruhr in Libyen

01. März 2011 14:07; Akt: 21.03.2011 16:24 Print

US-Kriegsschiff auf dem Weg - 140 000 flüchten

In Libyen gehen die Kämpfe weiter. Laut dem Hilfswerk UNHCR trieb die Gewalt bereits 140 000 Menschen in die Flucht. Die USA schickten ein Kriegsschiff in die Krisenregion.

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Am verkündet die Übergangsregierung Libyens offiziell die Befreiung des Landes. Am wird Muammar Gaddafi in Sirte gefangen und getötet. : In der Nacht auf Montag nehmen die Rebellen den Grünen Platz im Zentrum von Tripolis ein. Dort feiern Aufständische und Bewohner gemeinsam den Einmarsch. Auf dem Platz demonstrierten zuvor monatelang die Gaddafi-Getreuen. Aufständische bejubeln die Einfahrt in eines der Aussenquartiere der Hauptstadt Tripolis. In Bengasi feiern libysche Rebellen zusammen mit tausenden Menschen auf dem Tahrir-Platz die militärischen Erfolge ihrer Mitstreiter. Die Aufständischen erobern Brega und Sawija. Damit stehen sie nur noch wenige Kilometer von Tripolis entfernt: Auf dem Bild feiern Rebellenkämpfer die Eroberung Sawijas. Am mobilisieren die Rebellen ihre Kräfte im Westen des Landes. Ihr Ziel ist die Stadt Sawija. Am stirbt der Militärchef der Rebellen Abdel Fatah Junis. Die Urheber des Mordes sind nicht bekannt. : Libysche Rebellen und Angestellte der Botschaft übernehmen die libysche Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. : Libysche Rebellen dringen in der strategisch wichtigen Stadt Brega in Wohngebiete vor. : Ein libyscher Junge schlägt in der Rebellenhochburg Misrata mit einem Schuh auf ein Porträt des Machthabers Muammar al-Gaddafi ein. : Die diplomatischen Bemühungen laufen auf Hochtouren. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates Mahmoud Jibril trifft in Brüssel auf den Europaratspräsidenten Herman Van Rompuy. Saif al Islam Gaddafi Sagt am 11.7.2011: «Die Wahrheit ist, dass wir mit Frankreich verhandeln und nicht mit den Rebellen». : Strassenkunst in Bengasi: Gaddafi wird von einer Krake gefressen. : Noch geniesst Machthaber Muammar al-Gaddafi auch Unterstützung in der Bevölkerung. «Gott, Gaddafi und Libyen» ist auf den Händen dieses Mädchens in Tripolis zu lesen. Andere halten Porträts mit dem Despoten in die Höhe. Am erlässt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Gaddafi und seinen Sohn Saif al-Islam. Der libysche Justizminister Mohammad al-Kamudi verurteilt den Haftbefehl als ein «Werkzeug der westlichen Welt». Zahlreiche Top-Fussballer Libyens laufen zu den Aufständischen über. Seit einigen Tag steht Tripolis unter ständigem Beschuss. NATO-Jets greifen auch tagsüber an. Die Ungeduld lässt die Rebellen bisweilen fatale Fehler begehen: Sie greifen ohne Marschbefehl an. Die Zahl der Opfer ist daher in den vergangenen Tagen gestiegen. Wie die UNO am mitteilt, wurde in Libyen systematisch vergewaltigt. Den Befehl dazu soll Muammar Gaddafi selbst gegeben haben. Am gehen wieder viele Bomben auf Tripolis nieder. Muammar Gaddafi sprach wieder am TV: «Wir werden nicht kapitulieren». Im Krieg in Libyen setzt die NATO erstmals Kampfhelikopter ein. Jacob Zuma ist in Tripolis eingetroffen. Er will im Konflikt vermitteln. Libysche Rebellen beklagen, dass ihnen das Geld ausgehe, weil die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland ausbleibe. Die NATO führt ihre Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis fort. Durch ihre Bomben sterben laut Regierung drei Menschen. 150 werden verwundet. Am fliegt die NATO Luftangriffe auf den Hafen von Tripolis und zerstört sechs libysche Kriegsschiffe. Am . Es ist aber unklar, ob die Bänder aktuell sind. fordert Muammar Gaddafi zum sofortigen Rücktritt auf. Bei einem Nato-Angriff am soll sich während des Angriffs im Haus seines Sohnes befunden haben, blieb aber unverletzt. gegen sie einsetzt. aus. seine Beteiligung an den Luftangriffen zu. worden. (Bild), Adschabija und Brega wird immer heftiger gekämpft. Tausende hoffen auf ihre Ausreise. Im Bild: Aus Misrata evakuierte Viele Flüchtlinge kommen auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa ums Leben. (r.) einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU). Die Rebellen bestehen auf dem sofortigen Rücktritt Gaddafis. NATO-Kampfflugzeuge bombardieren erneut versehentlich Fahrzeuge der Anti-Gaddafi-Milizen. Die Kritik der Rebellen an den NATO-Einsätzen wird lauter. haben Flugzeuge der internationalen Koalition einen libyschen Militärkonvoi angegriffen. Die libysche Regierung gibt sich zu Reformen bereit. Die Afrikanische Union fordert einen Waffenstillstand. verlängern ihre Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Libyen auf Bitten der NATO. Die Suche nach einer diplomatischen Lösung wird verstärkt. unterstützen die Aufständischen nicht nur mit Luftangriffen, sondern auch durch CIA-Beamte. Diese hätten unter anderem nach dem Absturz des US-Kampfjets Hilfe geleistet, heisst es. tritt von seinem Amt zurück und setzt sich nach England ab. Gaddafis Truppen erobern derweil Ras Lanuf und Brega zurück. und nähern sich Gaddafis Geburtsstadt Sirte. ein und erringen damit den ersten grossen Sieg seit Eingreifen der Koalition. Ebenfalls am Journalisten in Tripolis, sie sei von Gaddafi-Leuten vergewaltigt worden. Nachdem die Koalition die Luftwaffe Gaddafis zerstört hat, sollen Angriffe auf Gaddafi-Truppen rund um Tripolis, Misrata und das ebenfalls heftig umkämpfte Adschdabija verstärkt werden. Am Abend des in Tripolis der Öffentlichkeit und ruft einmal mehr zum Kampf gegen die «Kreuzzügler» auf. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15 Eagle stürzt in der Nähe der Rebellenstadt Bengasi auf einem Feld ab. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Am Abend des In der Stadt war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Damit begann die dritte Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen. Siegestrophäe à la libyenne: Aufständische haben am in der Nähe der befreiten Stadt Bengasi einen von den Allierten zerstörten Panzer mit einem rauchenden Schafskopf «geschmückt». Französische Kampfjets zerstören Militärfahrzeuge der Regierungstruppen auf einer strategisch wichtigen Strasse zur Rebellen-Hochburg Bengasi. eröffnet Frankreich das Feuer in Libyen. Danach feuern amerikanische und britische Kriegsschiffe im Mittelmeer 112 Tomahawk-Marschflugkörper ab. Im Bild: Eine Rafale im französischen St-Dizier. eine militärische Intervention abgesegnet hat. Zahlreiche Regierungschefs und Aussenminister sind in der französischen Hauptstadt zusammen. Gastgeber Nicolas Sarkozy kündigt im Anschluss baldige Militärschläge gegen Libyen an. warnt Muammar Gaddafi vor weiterer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Überall in Südeuropa werden Luftstreitkräfte zusammengezogen: Dänische F-16-Jets landen im sizilianischen Sigonella, um ein Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Der Flugzeugträger «CharlesDe Gaulle» kreuzt im Mittelmeer. über Libyen zu. hat diese bereits im Vorfeld befürwortet. Gleichentags haben die Regierunstruppen die Ölstadt Ras Lanuf wieder eingenommen. US-Geheimdienstchef James Clapper (Bild) rechnet vor einem Militärausschuss des US-Senats mit einem Sieg Gaddafis. Derweil bereiten die USA, Grossbritannien und die NATO militärische Optionen vor. Die EU will ihre Sanktionen ausweiten und die UNO ermittelt gegen Gaddafis Truppen wegen Folter. Die libyschen Rebellen geraten immer stärker unter Druck: Gaddafis Truppen sind nur noch eine Stadt von der Rebellen-Hochburg entfernt. Der Diktator beschimpft immer wieder die Rebellen und den Westen. Ein Rebell schiesst mit einem Maschinengewehr auf Gaddafis Luftwaffe. Mittlerweile haben über 213000 Gastarbeiter das Land verlassen: Somalier im Auffanglager bei Ras Ajdir an der libysch-tunesischen Grenze. Gaddafis Truppen verteidigen Sirte und versuchen, Misrata und Bin Jawad zurückzuerobern. Auf der Mittelmeerinsel Kreta ziehen die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammen. (Bild) werden Zeltlager errichtet. Regierungstruppen und Aufständische kämpfen erbittert um stratigisch wichtige Städte. Am warnt die USA und die NATO vor einem militärischen Eingreifen. Ausserdem sagt er, dass er seit 1977 keine politische Macht mehr innehabe. Die Regimegegner formieren sich immer mehr zu Kampftruppen. Hier lernen Freiwillige, wie man gegen Kampfflugzeuge kämpft. Das 75 000 Menschen gestrandet. Die hat die lybische Opposition in Bengasi einen Übergangnsrat gegründet. scharenweise vor den Unruhen aus Libyen: Ägypter erreichen am 27. Februar die Grenze zu Tunesien. Am Einreisesperren gegen den Gaddafi-Clan, sperrt dessen Konten und verhängt ein Waffenembargo gegen Libyen. Ein weiterer TV-Auftritt von gegen den Gaddafi-Clan aus. Am Nachmittag des via Telefon im Staats-TV und bezeichnet die Demonstrationen als «kindisch». Derweil hält der Exodus von Ausländern aus Libyen an, das Regime geht weiter brutal gegen Demonstranten vor. Nach Bengasi und Tripolis gehen die Menschen auch in auf die Strasse: Aufständische haben eine Polizeistation in Beschlag genommen. im Staatsfernsehen mit einer wirren Rede zu Wort. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt, nachdem bei Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in wenigen Tagen hunderte von Menschen getötet worden sind. Der Aufstand in der arabischen Welt erfasst im

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Die Gewalt in Libyen hat nach UN-Angaben mehr als 140 000 Menschen Richtung Tunesien und Ägypten in die Flucht getrieben. Allein an der Grenze zu Tunesien seien in den vergangenen neun Tagen bis zu 75 000 Menschen eingetroffen, erklärte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Dienstag.

Sprecherin Melissa Fleming sagte, die Vereinten Nationen hätten ausreichend Zelte für 12 000 Personen und wollten am Donnerstag Unterkünfte und Vorräte für 10 000 weitere einfliegen. Die Trinkwasserversorgung für die Menschen sei jedoch bedenklich. Italien kündigte nach einem Krisentreffen am Dienstagabend die Entsendung einer humanitären Mission an die tunesische Grenze an, um rund 10 000 Flüchtlingen zu helfen.

69 000 Flüchtlinge in Ägypten

In Ägypten sind nach Behördenangaben in den vergangenen zehn Tagen etwa 69 000 Flüchtlinge aus Libyen eingetroffen. Die meisten seien Ägypter, die bereits die Weiterreise angetreten hätten.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) brauchen an der Grenze zwischen Libyen und Tunesien Tausende Bürger aus Vietnam und Bangladesch dringend Lebensmittel, Trinkwasser und eine Unterkunft. Auch Menschen aus Nepal, Ghana und Nigeria müssten dort die Nächte ohne jeglichen Schutz verbringen.

UN-Vollversammlung schliesst Libyen aus

Das nordafrikanische Land könnte wegen der immer blutigeren Auseinandersetzungen zwischen Anhängern Gaddafis und Regierungsgegnern in «einen langwierigen Bürgerkrieg» abstürzen, sagte US-Aussenministerin Hillary Clinton. Die UN-Vollversammlung legte wegen der Gewalt am Dienstag die Mitgliedschaft Libyens im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen auf Eis.

Die Entscheidung wurde auf eine Empfehlung des Gremiums in Genf hin getroffen und mit «grausamen und systematischen Menschenrechtsverletzungen»« in Libyen begründet. Die Vollversammlung zeigte sich in New York zugleich tief besorgt wegen der Menschenrechtslage in dem nordafrikanischen Land.

Die EU trifft sich wegen der dramatischen Lage am 11. März zu einem Sondergipfel, wie EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in Brüssel mitteilte. Nach Worten der für Krisen zuständigen Kommissarin Kristalina Georgieva muss sich die EU auch auf eine drohende humanitäre Katastrophe in Libyen und an den Grenzen zu Ägypten und Tunesien vorbereiten. Georgieva warnte vor einer Hungersnot und dramatischen Auswirkungen bei einer möglichen »Schlacht um Tripolis«.

US-Kriegsschiff nimmt Kurs auf Libyen

Clinton erklärte, das Risiko für einen Bürgerkrieg in Libyen sei hoch. Die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice sagte, Libyen drohe möglicherweise eine »humanitäre Katastrophe«. Es sei wichtig, dass Gaddafi die Macht abgebe. Er könne ins Exil gehen, allerdings nur, wenn zugleich der Internationale Strafgerichtshof das gewaltsame Vorgehen gegen die Regierungsgegner untersuche.

Am Dienstag wurde zudem bekanntgegeben, dass Ein Kriegsschiff der US-Armee mit rund 800 Soldaten an Bord hat am Dienstag Kurs auf Libyen genommen. Das von zwei weiteren Schiffen begleitete Kampfschiff «USS Kearsarge» werde in Kürze vom Roten Meer in den Suez-Kanal einfahren, hiess es aus Kreisen des US-Verteidigungsministeriums in Washington. Auf dem Schiff ist eine Staffel von Helikoptern stationiert, ausserdem verfügt es über medizinische Einrichtungen, so dass es für militärische oder humanitäre Zwecke eingesetzt werden kann.

Die US-Verteidigungsbehörden bereiteten derzeit mehrere Vorschläge für Präsident Barack Obama zum weiteren Umgang mit Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi vor, hiess es aus den Kreisen weiter.

Ob auch ein militärisches Eingreifen in Betracht komme, sei jedoch noch unklar. Auch habe Obama noch keine Entscheidungen getroffen, hiess es. Andererseits dürfe die Entsendung der «USS Kearsarge» aber auch nicht als leere Drohung betrachtet werden.


Süssigkeiten für Kämpfer

Einwohner der von Aufständischen kontrollierten libyschen Stadt Sawija feierten am Dienstag die Abwehr eines Angriffs von Regierungstruppen. Sie zogen jubelnd durch die Strassen und verteilten Süssigkeiten und kalte Getränke an die Kämpfer. Einige Bewohner trugen auf ihren Schultern einen Oberst der Luftwaffe, der ihren Angaben zufolge zu ihnen übergelaufen war.

Gaddafis Milizen hatten die strategisch wichtige Stadt 50 Kilometer westlich von Tripolis in der Nacht mit Panzern, Maschinengewehren und Luftabwehrraketen angegriffen. Unter den Regierungsgegnern waren etliche Streitkräfte, die Gaddafi die Loyalität aufgekündigt hatten. Die Gefechte dauerten Augenzeugen zufolge rund sechs Stunden an.

In Misrata, rund 200 Kilometer östlich von Tripolis, kontrollierten Gaddafis Soldaten weiterhin einen Teil des Luftwaffenstützpunkts. Ihre Vormarschversuche wurden nach Angaben der Opposition aber ebenfalls zurückgeschlagen. Aus Adschdabija im Osten des Landes berichteten mehrere Bewohner, dass die Luftwaffe ein Munitionsdepot in der Nähe bombardiert habe.

Lawrow lehnt Flugverbotszone ab

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow schloss die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen aus. Wichtiger sei die vollständige Umsetzung der vom Weltsicherheitsrat beschlossenen Sanktionen. Mehrere Regierungen hatten ein Flugverbot vorgeschlagen, um Luftangriffe gegen demonstrierende Zivilpersonen zu verhindern. Ohne die Zustimmung der Veto-Macht Russland ist ein Beschluss im UN-Sicherheitsrat nicht möglich.

Deutschland fror am Dienstag das Konto eines Sohnes von Gaddafi ein. Das US-Aussenministerium teilte mit, dass inzwischen mindestens 30 Milliarden Dollar (22 Milliarden Euro) an libyschen Vermögenswerten in den USA eingefroren worden seien.

(sda/ap)