Libyen

06. März 2011 08:12; Akt: 21.03.2011 15:51 Print

Blutige Gefechte in mehreren Städten

In mehreren libyschen Städten toben heftige Kämpfe. Es gab zahlreiche Opfer. Die UNO fordert für den Roten Halbmond Zugang zur Küstenstadt Misrati, um Verletzte und Tote zu bergen.

Bildstrecke im Grossformat »
Am verkündet die Übergangsregierung Libyens offiziell die Befreiung des Landes. Am wird Muammar Gaddafi in Sirte gefangen und getötet. : In der Nacht auf Montag nehmen die Rebellen den Grünen Platz im Zentrum von Tripolis ein. Dort feiern Aufständische und Bewohner gemeinsam den Einmarsch. Auf dem Platz demonstrierten zuvor monatelang die Gaddafi-Getreuen. Aufständische bejubeln die Einfahrt in eines der Aussenquartiere der Hauptstadt Tripolis. In Bengasi feiern libysche Rebellen zusammen mit tausenden Menschen auf dem Tahrir-Platz die militärischen Erfolge ihrer Mitstreiter. Die Aufständischen erobern Brega und Sawija. Damit stehen sie nur noch wenige Kilometer von Tripolis entfernt: Auf dem Bild feiern Rebellenkämpfer die Eroberung Sawijas. Am mobilisieren die Rebellen ihre Kräfte im Westen des Landes. Ihr Ziel ist die Stadt Sawija. Am stirbt der Militärchef der Rebellen Abdel Fatah Junis. Die Urheber des Mordes sind nicht bekannt. : Libysche Rebellen und Angestellte der Botschaft übernehmen die libysche Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. : Libysche Rebellen dringen in der strategisch wichtigen Stadt Brega in Wohngebiete vor. : Ein libyscher Junge schlägt in der Rebellenhochburg Misrata mit einem Schuh auf ein Porträt des Machthabers Muammar al-Gaddafi ein. : Die diplomatischen Bemühungen laufen auf Hochtouren. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates Mahmoud Jibril trifft in Brüssel auf den Europaratspräsidenten Herman Van Rompuy. Saif al Islam Gaddafi Sagt am 11.7.2011: «Die Wahrheit ist, dass wir mit Frankreich verhandeln und nicht mit den Rebellen». : Strassenkunst in Bengasi: Gaddafi wird von einer Krake gefressen. : Noch geniesst Machthaber Muammar al-Gaddafi auch Unterstützung in der Bevölkerung. «Gott, Gaddafi und Libyen» ist auf den Händen dieses Mädchens in Tripolis zu lesen. Andere halten Porträts mit dem Despoten in die Höhe. Am erlässt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Gaddafi und seinen Sohn Saif al-Islam. Der libysche Justizminister Mohammad al-Kamudi verurteilt den Haftbefehl als ein «Werkzeug der westlichen Welt». Zahlreiche Top-Fussballer Libyens laufen zu den Aufständischen über. Seit einigen Tag steht Tripolis unter ständigem Beschuss. NATO-Jets greifen auch tagsüber an. Die Ungeduld lässt die Rebellen bisweilen fatale Fehler begehen: Sie greifen ohne Marschbefehl an. Die Zahl der Opfer ist daher in den vergangenen Tagen gestiegen. Wie die UNO am mitteilt, wurde in Libyen systematisch vergewaltigt. Den Befehl dazu soll Muammar Gaddafi selbst gegeben haben. Am gehen wieder viele Bomben auf Tripolis nieder. Muammar Gaddafi sprach wieder am TV: «Wir werden nicht kapitulieren». Im Krieg in Libyen setzt die NATO erstmals Kampfhelikopter ein. Jacob Zuma ist in Tripolis eingetroffen. Er will im Konflikt vermitteln. Libysche Rebellen beklagen, dass ihnen das Geld ausgehe, weil die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland ausbleibe. Die NATO führt ihre Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis fort. Durch ihre Bomben sterben laut Regierung drei Menschen. 150 werden verwundet. Am fliegt die NATO Luftangriffe auf den Hafen von Tripolis und zerstört sechs libysche Kriegsschiffe. Am . Es ist aber unklar, ob die Bänder aktuell sind. fordert Muammar Gaddafi zum sofortigen Rücktritt auf. Bei einem Nato-Angriff am soll sich während des Angriffs im Haus seines Sohnes befunden haben, blieb aber unverletzt. gegen sie einsetzt. aus. seine Beteiligung an den Luftangriffen zu. worden. (Bild), Adschabija und Brega wird immer heftiger gekämpft. Tausende hoffen auf ihre Ausreise. Im Bild: Aus Misrata evakuierte Viele Flüchtlinge kommen auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa ums Leben. (r.) einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU). Die Rebellen bestehen auf dem sofortigen Rücktritt Gaddafis. NATO-Kampfflugzeuge bombardieren erneut versehentlich Fahrzeuge der Anti-Gaddafi-Milizen. Die Kritik der Rebellen an den NATO-Einsätzen wird lauter. haben Flugzeuge der internationalen Koalition einen libyschen Militärkonvoi angegriffen. Die libysche Regierung gibt sich zu Reformen bereit. Die Afrikanische Union fordert einen Waffenstillstand. verlängern ihre Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Libyen auf Bitten der NATO. Die Suche nach einer diplomatischen Lösung wird verstärkt. unterstützen die Aufständischen nicht nur mit Luftangriffen, sondern auch durch CIA-Beamte. Diese hätten unter anderem nach dem Absturz des US-Kampfjets Hilfe geleistet, heisst es. tritt von seinem Amt zurück und setzt sich nach England ab. Gaddafis Truppen erobern derweil Ras Lanuf und Brega zurück. und nähern sich Gaddafis Geburtsstadt Sirte. ein und erringen damit den ersten grossen Sieg seit Eingreifen der Koalition. Ebenfalls am Journalisten in Tripolis, sie sei von Gaddafi-Leuten vergewaltigt worden. Nachdem die Koalition die Luftwaffe Gaddafis zerstört hat, sollen Angriffe auf Gaddafi-Truppen rund um Tripolis, Misrata und das ebenfalls heftig umkämpfte Adschdabija verstärkt werden. Am Abend des in Tripolis der Öffentlichkeit und ruft einmal mehr zum Kampf gegen die «Kreuzzügler» auf. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15 Eagle stürzt in der Nähe der Rebellenstadt Bengasi auf einem Feld ab. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Am Abend des In der Stadt war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Damit begann die dritte Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen. Siegestrophäe à la libyenne: Aufständische haben am in der Nähe der befreiten Stadt Bengasi einen von den Allierten zerstörten Panzer mit einem rauchenden Schafskopf «geschmückt». Französische Kampfjets zerstören Militärfahrzeuge der Regierungstruppen auf einer strategisch wichtigen Strasse zur Rebellen-Hochburg Bengasi. eröffnet Frankreich das Feuer in Libyen. Danach feuern amerikanische und britische Kriegsschiffe im Mittelmeer 112 Tomahawk-Marschflugkörper ab. Im Bild: Eine Rafale im französischen St-Dizier. eine militärische Intervention abgesegnet hat. Zahlreiche Regierungschefs und Aussenminister sind in der französischen Hauptstadt zusammen. Gastgeber Nicolas Sarkozy kündigt im Anschluss baldige Militärschläge gegen Libyen an. warnt Muammar Gaddafi vor weiterer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Überall in Südeuropa werden Luftstreitkräfte zusammengezogen: Dänische F-16-Jets landen im sizilianischen Sigonella, um ein Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Der Flugzeugträger «CharlesDe Gaulle» kreuzt im Mittelmeer. über Libyen zu. hat diese bereits im Vorfeld befürwortet. Gleichentags haben die Regierunstruppen die Ölstadt Ras Lanuf wieder eingenommen. US-Geheimdienstchef James Clapper (Bild) rechnet vor einem Militärausschuss des US-Senats mit einem Sieg Gaddafis. Derweil bereiten die USA, Grossbritannien und die NATO militärische Optionen vor. Die EU will ihre Sanktionen ausweiten und die UNO ermittelt gegen Gaddafis Truppen wegen Folter. Die libyschen Rebellen geraten immer stärker unter Druck: Gaddafis Truppen sind nur noch eine Stadt von der Rebellen-Hochburg entfernt. Der Diktator beschimpft immer wieder die Rebellen und den Westen. Ein Rebell schiesst mit einem Maschinengewehr auf Gaddafis Luftwaffe. Mittlerweile haben über 213000 Gastarbeiter das Land verlassen: Somalier im Auffanglager bei Ras Ajdir an der libysch-tunesischen Grenze. Gaddafis Truppen verteidigen Sirte und versuchen, Misrata und Bin Jawad zurückzuerobern. Auf der Mittelmeerinsel Kreta ziehen die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammen. (Bild) werden Zeltlager errichtet. Regierungstruppen und Aufständische kämpfen erbittert um stratigisch wichtige Städte. Am warnt die USA und die NATO vor einem militärischen Eingreifen. Ausserdem sagt er, dass er seit 1977 keine politische Macht mehr innehabe. Die Regimegegner formieren sich immer mehr zu Kampftruppen. Hier lernen Freiwillige, wie man gegen Kampfflugzeuge kämpft. Das 75 000 Menschen gestrandet. Die hat die lybische Opposition in Bengasi einen Übergangnsrat gegründet. scharenweise vor den Unruhen aus Libyen: Ägypter erreichen am 27. Februar die Grenze zu Tunesien. Am Einreisesperren gegen den Gaddafi-Clan, sperrt dessen Konten und verhängt ein Waffenembargo gegen Libyen. Ein weiterer TV-Auftritt von gegen den Gaddafi-Clan aus. Am Nachmittag des via Telefon im Staats-TV und bezeichnet die Demonstrationen als «kindisch». Derweil hält der Exodus von Ausländern aus Libyen an, das Regime geht weiter brutal gegen Demonstranten vor. Nach Bengasi und Tripolis gehen die Menschen auch in auf die Strasse: Aufständische haben eine Polizeistation in Beschlag genommen. im Staatsfernsehen mit einer wirren Rede zu Wort. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt, nachdem bei Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in wenigen Tagen hunderte von Menschen getötet worden sind. Der Aufstand in der arabischen Welt erfasst im

automatisches Update
Es tickert für Sie:
Aurel Stevens
00:00
0
Vielen Dank für Ihr Interesse! Wir beschliessen den Ticker für heute. Morgen ab 06:00 sind wir wieder für Sie da.
22:10
0
In einem Interview mit dem TV-Sender France 2 hat Saif al-Islam, der Sohn von Muammar al-Gaddafi, davor gewarnt, dass Libyen ohne Unterstützung Europas zum «Somalia der Mittelmeerregion» werden könnte. «Es wird Piraten vor der Küste Siziliens, Kretas und vor Lampedusa geben. Es werden Millionen von Migranten und der Terror vor eurer Türe stehen», sagte er den französischen Journalisten. Während in Ägypten und Tunesien «echte Revolutionen» stattgefunden hätten, seien es in Libyen bewaffnete Milizen, die das Land in einen Bürgerkrieg stürzten. Gaddafis Sohn kritisierte die Haltung anderer Nationen gegenüber Libyen: «Wenn das Regime solide ist, machen alle den Bückling. Doch sobald es ins Wanken kommt, heisst es: Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal!»
21:55
0
Die Situation in Misrata ist offenbar schlimmer als gedacht. Die UNO hat «dringenden Zugang» zu den «verletzten und sterbenden Opfern» der Bombardierungen in der Stadt 150 km östlich von Tripolis gefordert.
20:21
0
In der US-Regierung mehren sich die skeptischen Stimmen über die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen. Nach Verteidigungsminister Robert Gates äusserte sich am Sonntag auch der neue Stabschef im Weissen Haus, Bill Daley, eher zurückhaltend. «Eine Menge Leute reden über eine Flugverbotszone, als wäre es (...) ein Videospiel oder so etwas», sagte Daley dem US-Sender NBC. «Wer darüber auf diese Weise redet, hat keine Ahnung, wovon er spricht.» Pentagon-Chef Gates hatte unlängst ebenfalls Erwartungen gedämpft und auf die Komplexität einer solchen Operation hingewiesen. «Lasst uns die Sache beim Namen nennen», sagte er vor einem Kongressausschuss. «Eine Flugverbotszone beginnt mit einem Angriff auf Libyen, um die Flugabwehr zu zerstören.» Das Statement aus dem Weissen Haus ist offensichtlich eine Reaktion auf US-Senator John Kerry, der sich heute für Vorbereitungen zu einer Flugverbotszone stark gemacht hat (siehe Eintrag von 18:16 Uhr).
19:46
0
Die Lage in Libyen ist unübersichtlich. Während Gaddafi-Anhänger in Tripolis die Siege des Militärs feiern, toben in mehreren Städten erbitterte Kämpfe. In der Küstenstadt Misrata sind bei Gefechten einem Arzt zufolge mindestens 18 Menschen getötet worden, darunter ein Kleinkind. Die Rebellen sagen laut Reuters, dass die Stadt in ihrer Hand sei. Auch die wegen ihrer Schlüsselposition in Libyens Ölgeschäft heftig umkämpfte Küstenstadt Sawija soll trotz mehrerer Angriffe mit schwerer Artillerie weiter unter Kontrolle der Rebellen sein. Aktuelle Opferzahlen aus Sawija gibt es keine. Die Lage in Ras Lanuf ist ebenfalls unklar. Während das Gaddafi-TV am Sonntagmorgen die Eroberung der Stadt vermeldete, berichteten AFP-Reporter am Nachmittag, die Stadt sei in Rebellenhand. Im nahe gelegenen Bin Jiwad ist es am Sonntag zu blutigen Kämpfen zwischen Regierungsanhängern und Aufständischen gekommen. Berichten zufolge kontrolliert das Militär die Stadt und konnte dort den Marsch nach Westen der Rebellen stoppen.
19:10
0
In einem Interview mit dem Westschweizer Fernsehen TSR sagte Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, die Repression des Volksaufstandes in Libyen durch das Regime von Gaddafi sei ein «Verbrechen gegen die Menschlichkeit». Der libysche Machthaber müsse vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gebracht werden.

Die ehemalige Gaddafi-Geisel Rachid Hamdani sagte am Sonntag gegenüber dem Westschweizer Radio RSR, er sei «erleichtert» über Calmy-Reys Erklärung, die Schweiz solle das Gaddafi-Regime für das Entführungsdrama zur Rechnenschaft ziehen. Er hoffe, die Ungerechtigkeit, der Max Göldi und er ausgesetzt waren, werde anerkannt. Er stehe als Zivilkläger zur Verfügung.
18:56
0
Ein von Aufständischen in Libyen festgehaltenes Diplomatenteam aus Grossbritannien ist laut einem Bericht der BBC wieder frei. Die Männer hätten die Stadt Bengasi am Sonntagmachmittag verlassen, berichtet die BBC. Demnach handelt es sich offenbar unter anderem um sechs Soldaten einer Spezialeinheit, die Diplomaten begleiteten. Nach Angaben von Verteidigungsminister Liam Fox sollte das Team im Osten Libyens Kontakt zu Regimegegnern aufnehmen.

Zu Berichten, wonach die Männer von Gegnern des libyschen Staatschefs Muammar al Gaddafi festgehalten wurden, äusserte sich Fox nicht. Der «Sunday Times» zufolge wurden bis zu acht Soldaten einer Sondereinheit festgesetzt, während sie einen Diplomaten durch von Rebellen gehaltenes Gebiet begleiteten. Die Soldaten waren dem Bericht zufolge bewaffnet, aber in zivil unterwegs.
18:50
0
Der SPD-Europaparlamentarier Martin Schulz hat das Verhalten einzelner EU-Staaten in der Libyen-Krise scharf kritisiert. «Ich habe es satt, dass immer 'die EU' angegriffen wird. Der Skandal ist doch die ewige Taktiererei der Mitgliedstaaten», sagte Schulz gegenüber «Spiegel Online». Die Rücksicht auf historische Erfahrungen, etwa im Falle Frankreichs oder Grossbritanniens, verhindere eine einheitliche europäische Linie zum Aufstand gegen Libyens Diktator Gaddafi.

Die Haltung Deutschlands kritisierte Schulz ebenfalls. «Unser Spiel ist auch nicht besser: Der deutsche Aussenminister feiert die Revolution und die Bundeskanzlerin erklärt: Bitte keine Flüchtlinge. Glaubwürdig ist daran gar nichts», sagte der Fraktionschef der Europäischen Sozialisten.
18:16
0
Der US-Senator Kerry ist für Vorbereitungen eines Flugverbots über Libyen:: Die USA und ihre Verbündeten sollten nach Ansicht des US-Senators eine Flugverbotszone über Libyen vorbereiten. Ohne eine internationale Einigung sollte ein Flugverbot aber nicht in Kraft treten, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Beziehungen im US-Senat dem Fernsehsender CBS. Ausserdem sollte ein Vorgehen gegen die libysche Luftwaffe nur als Reaktion auf Angriffe auf Zivilisten vonseiten der regimetreuen Truppen in Erwägung gezogen werden.

Anders als US-Verteidigungsminister Robert Gates betrachte er ein Flugverbot nicht als militärische Intervention in Libyen, sagte Kerry weiter. Gates hatte vor wenigen Tagen erklärt, eine Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land käme einem Krieg gleich: Nur mit einem kriegerischen Akt könne die libysche Luftwaffe am Boden gehalten werden. Zur Durchsetzung einer Flugverbotszone würde ein Flugzeugträger - der über rund 75 Kampfjets verfügt - nicht ausreichen.
16:28
0
Die Propagandamaschine über den Kampf gegen die Aufständischen läuft auf Hochtouren. Freudenschüsse über Tripolis, im Fernsehen verkündet ein Laufband, welche Städte Libyens von der Armee des Machthabers Muammar al-Gaddafi «befreit» worden seien. Dann werden Bilder von Demonstranten gezeigt, die Bilder Gaddafis in die Höhe halten.
13:54
0
Regierungstruppen haben nach Augenzeugenberichten bei ihrer Offensive gegen Aufständische eine neue Front eröffnet und beschossen die Innenstadt von Misrata. Die Regierungsgegner hätten den Beschuss mit Granaten und Flugabwehrgeschützen erwidert. Bis zum frühen Nachmittag seien die Gefechte fast vollständig abgeklungen. Berichte über Opfer oder Schäden lagen zunächst nicht vor.
13:23
0
Die Europäische Union hat zur Vorbereitung des Libyen-Sondergipfels am kommenden Freitag ein internationales Erkundungsteam in Richtung Tripolis geschickt. Die von dem italienischen Krisenhilfeexperten Agostino Miozzo geleitetet Gruppe soll in den nächsten Tagen prüfen, wie die 27 EU- Staaten weitere Unterstützung für die Menschen im Land leisten können.
13:22
0
Papst Benedikt XVI. hat seine Besorgnis über die Lage in Libyen ausgedrückt. Er bete für die Opfer und jene, die sich dort in Bedrängnis befänden, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom. Er fühle mit den Menschen in Libyen, wo gewaltsame Zusammenstöße viele Todesopfer gefordert und zu einer humanitären Krise geführt hätten. Zugleich rief Benedikt zu Hilfe für die betroffenen Menschen auf.
12:16
0
Gaddafis Panzer hätten Granaten auf das Zentrum Misratas, die Stadt östlich von Tripolis abgefeuert, sagte ein Bewohner telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. Zudem seien Schüsse aus automatischen Waffen zu hören. Misrata wurde bislang von den Rebellen kontrolliert. Sollte die internationale Gemeinschaft sich nicht bald zu einem Eingreifen entschliessen, werde es ein «Blutbad» geben, ergänzte der Augenzeuge. Gaddafi habe nach der Bildung des sogenannten Nationalrats der Opposition einen «Krieg» ausgerufen, sagte er mit Blick auf das Vorgehen der Getreuen des Machthabers.
11:50
0
Regierungstruppen hätten die Stadt Bin Jawad wieder zurückerobert, berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AP. Am Boden kam es zu schweren Gefechten. Bin Jawad liegt 160 Kilometer östlich von Sirte, einer Hochburg der Anhänger von Staatschef Mummar al Gaddafi.
10:00
0
Die libysche Luftwaffe hat Luftangriffe gegen Aufständische geflogen, die auf die Stadt Sirte vorgerückt sind. Das berichtete ein Fernsehteam der Nachrichtenagentur AP. Sirte ist eine Hochburg der Anhänger von Staatschef Mummar al Gaddafi. Die Aufständischen marschieren in Richtung Westen auf die Hauptstadt Tripolis zu und haben in den vergangenen Tagen an Boden gewonnen. Am Samstag nahmen sie den wichtigen Ölhafen von Ras Lanuf ein.
08:49
0
Nach der Ankunft zweier Schiffe mit evakuierten Gastarbeitern aus Libyen sind auf Kreta drei Tote und 28 Verletzte aufgefunden worden. Die griechischen Behörden prüften, ob die 31 zumeist aus Bangladesch stammenden Männer zu den Passagieren der Schiffe gehört hatten. Es wurde vermutet, dass sie über Bord gesprungen waren, um einer Abschiebung in ihr Heimatland zu entgehen, erklärte die Handelsmarine in Athen. Die 31 Männer wurden an einem Strand in der Nähe der Souda-Bucht entdeckt. Insgesamt befanden sich etwa 2000 Evakuierte aus Libyen an Bord der beiden Schiffe, die am Sonntag auf Kreta eintrafen.
08:37
0
Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey ruft die Schweizer Justiz auf, das Gaddafi-Regime für die Entführung von Max Göldi und Rachid Hamdani zur Rechenschaft zu ziehen. Die Schuldigen sollten vor den Richter gebracht werden, erklärte sie in Interviews mit dem «Sonntag» und der «NZZ am Sonntag». «Ich könnte mir vorstellen, dass man in der Schweiz eine Strafuntersuchung einleitet, um die Umstände der Entführung von Max Göldi und Rachid Hamdani im Herbst 2009 zu untersuchen und die Schuldigen vor den Richter zu bringen», sagte die Bundespräsidentin. Die Schweiz habe bereits eine Reihe von Massnahmen ergriffen. So habe sie das Schiedsgericht zur Affäre Gaddafi suspendiert, die Vermögenswerte des libyschen Machthabers blockiert und den «mutigen Menschen, die für Menschenrechte und Demokratie auf die Strasse gehen», ihre Unterstützung zugesagt.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Situation am Sonntagmorgen:

In der libyschen Hauptstadt Tripolis ist am Sonntagmorgen schweres Maschinengewehrfeuer ausgebrochen. Die anhaltenden Schüsse seien auch nahe der Residenz von Staatschef Muammar al Gaddafi zu hören gewesen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AP berichtete. Es war aber nicht klar, ob sich Gaddafi in Tripolis aufhält.

Die Schüsse und Autohupen waren demnach in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) überall in der Stadt zu hören und dauerten über mehrere Stunden an. Es war zunächst nicht klar, wer feuerte. Ein Regierungssprecher sagte der AP, bei den Schüssen handele es sich um Freudensalven. Er behauptete, die Regierungstruppen hätten den Ölhafen Ras Lanuf wieder eingenommen. Doch Anwohner sagten, die Regierungsgegner kontrollierten den Hafen nach wie vor.

Der US-Fernsehsender CNN spielte indes Aufnahmen des libyschen Staatsfernsehens ein, die feiernde Gaddafi-Anhänger mit grünen Fahnen und Plakaten des Staatschefs auf dem Grünen Platz im Zentrum der Hauptstadt zeigten. CNN-Korrespondent Nic Robertson sagte in einer Live-Schalte, er sei nicht am Grünen Platz. Ob die Aufnahmen live seien, könne er daher zunächst nicht bestätigen. Der Sonnenaufgang, der in den Aufnahmen zu sehen sei, decke sich jedoch mit dem, den er an anderer Stelle in Tripolis sehe.

Propagandaschlacht

Der Fernsehsender Al-Libya, der Gaddafi-Sohn Saif al-Islam nahesteht, meldete, Regierungstruppen hätten die Städte Misrata, Ras Lanuf und Tobruk zurückerobert. Einheiten würden nun gegen den Benghasi vorstossen, die Hochburg der Aufständischen.

Die Rebellen, die seit Tagen den Osten des Landes unter Kontrolle haben, erklärten dagegen, sie rückten weiter gegen Westen vor und griffen demnächst Sirte, die Heimatstadt von Gaddafi an. Sie hätten bereits die Kontrolle über Bin Dschawad, etwa 160 Kilometer östlich von Sirte errungen, sagte ein Vertreter der Aufständischen.

In Sawijah, westlich von Tripolis, blieb es in der Nacht zu Sonntag nach heftigen Kämpfen zwischen Aufständischen und Gaddafi- treuen Soldaten zunächst ruhig. Allerdings befürchteten die Rebellen erneute Angriffe der Soldaten im Lauf des Sonntags. Sawijah liegt rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt.

Seine Truppen hätten nicht auf Zivilisten geschossen, beteuerte Gaddafi erneut in einem Interview. Eine Ermittlungskommission der Vereinten Nationen oder der Afrikanischen Union solle sich mit den Unruhen in dem nordafrikanischen Land befassen, sagte Gaddafi der französischen Wochenzeitung «Le Journal du Dimanche». Eine solches Team werde ungehinderten Zugang erhalten.

Libysches Kampfflugzeug nahe erobertem Ölhafen abgestürzt

CNN zeigte Aufnahmen von Regierungsgegnern, die den Abschuss eines libyschen Kampfflugzeugs der Regierung feierten. Dieses war nach Augenzeugenberichten am Samstag nahe Ras Lanuf abgestürzt. Von den Gewährsleuten aufgenommene Fotos zeigten den Leichnam des Piloten und Wrackteile der Maschine. Wie es zu dem Absturz kam, war zunächst unklar. Doch laut CNN behaupteten die Regierungsgegner nun, sie hätten das Flugzeug abgeschossen.

Evakuation von Flüchtlingen

Mehrere Staaten beschleunigten derweil die Evakuation von Flüchtlingen aus Libyen. Nach Angaben der UNO sind bisher mehr als 191 000 Menschen vor den Kämpfen geflohen.

Drei Schiffe der deutschen Marine nahmen am Samstag in Tunesien mehr als 400 ägyptische Flüchtlinge an Bord und liefen Richtung Ägypten aus. In der Nacht zum Sonntag landeten in Kairo zudem zwei von vier US-Militärflugzeugen, die insgesamt 312 ägyptische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückbringen.

China hat bereits über 35 000 Landsleute nach Hause geholt. Es war nach amtlichen Angaben die grösste Evakuierungsaktion in der Geschichte der Volksrepublik. In fast 140 Flügen sowie mit Fracht- und Passagierschiffen, Fähren und Bussen seien die Chinesen aus Libyen nach Hause gebracht worden, berichteten staatliche Medien am Sonntag. Damit sei die Evakuierung praktisch abgeschlossen.

(sda/ap)