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26. Februar 2011 11:10; Akt: 21.03.2011 16:40 Print

Das Vermögen des Gaddafi-Clans

Libysche Oppositionelle schätzen das Vermögen der Familie von Staatschef Muammar al-Gaddafi auf 74 bis 140 Milliarden Franken. Doch genaue Zahlen gibt es nicht.

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Infografik: Der Gaddafi-Clan

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Genaue Zahlen über das Vermögen der libyschen Herrscherfamilie Gaddafi gibt es nicht, weil es im Geheimdienststaat sehr gefährlich war, über die Machenschaften des Clans zu sprechen. Einen interessanten Einblick in die Geschäfte der Sippe gewähren die Depeschen der US-Botschaft in Tripolis, die kürzlich von der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht worden waren.

Danach hat die Familie Beteiligungen in den Sektoren Öl, Gas, Telekommunikation, Infrastruktur und Bau, Hotels, Presse- und Konsumgütervertrieb.

Einige der Söhne von Gaddafi sollen gelegentlich ohne Absprache mit dem Vater beim Chef der Nationalen Öl-Gesellschaft (NOC), Schukri Ghanem, vorstellig geworden sein. Dort forderten sie mit einigem Nachdruck Millionen aus dem Öl-Geschäft für ihre privaten Zwecke.

Sohn Saif al-Islam war zudem über seine Firma One-Nine Petroleum an den Einnahmen aus dem Öl-Geschäft beteiligt. Seine Schwester Aischa soll eine Privatklinik in Tripolis besitzen. Am staatlichen kontrollierten Telekom- und Internet-Geschäft verdiente wiederum Mohammed al-Gaddafi.

Streit unter Brüdern

Al-Saadi Gaddafi stieg ausserdem in den Immobilien- und Tourismus- Sektor ein. Um die Coca-Cola-Lizenz soll es Streit unter den Brüdern Al-Saadi, Mohammed und Mutassim gegeben haben. Wie gross der Teil der Gewinne ist, die vom Gaddafi-Clan ins Ausland gebracht wurden, ist noch nicht klar.

Angeblich hat die Familie Konten in arabischen Golfstaaten, obwohl ihre Beziehungen zu den meisten Herrschern am Golf sehr schlecht sind.

Saif al-Islam soll eine Luxus-Immobilie in London besitzen. Ausserdem soll dem Clan ein Einkaufszentrum im Zentrum der britischen Hauptstadt gehören.

2002 war die Familie Gaddafi über die Investmentfirma Lafico mit 7,5 Prozent beim italienischen Fussballverein Juventus Turin eingestiegen. Dafür wurden damals 22,9 Millionen Euro bezahlt.

(sda)