Terror in Mumbai

09. Dezember 2008 08:39; Akt: 06.05.2009 18:21 Print

«Wir wollen keinen Krieg – sind aber bereit»

Pakistan reagiert mit harschen Worten auf Medienberichte, wonach Indien Massnahmen gegen Trainingslager von islamistischen Kämpfern in Pakistan vorbereite. Man sei bereit für einen Krieg, wenn einem dieser aufgedrängt werde. Weiter lehnt die pakistanische Regierung die Auslieferung der Terrorverdächtigen an Indien ab.

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Am 19. Dezember 2014 hat ein pakistanisches Gericht den mutmasslichen Drahtzieher der Anschläge 2008 im indischen Mumbai auf Kaution freigelassen. Der Anwalt von Zaki-ur-Rehman Lakhvi (Bild) bestätigte die Freilassung. Die Freilassung sorgte in Indien zu Protesten. Die Hindus verbrannten Bilder des pakistanischen Premierministers Nawaz Sharif. Bei den Anschlägen in Mumbai am 26. November 2008 kam es in der indischen Metropole Mumbai innerhalb kurzer Zeit zu 17 Explosionen, Angriffen mit Schnellfeuerwaffen und zu Geiselnahme. Nach Angaben der indischen Behörden hat es dabei mindestens 239 Verletzte und 174 Tote gegeben. Nur einer der in Pakistan ausgebildeten Täter, Ajmal Kasab wurde festgenommen. Er wurde am 21. November 2012 gehängt. Diese Familie trauert um einen Angehörigen. Inder versammeln sich vor dem Leopold Cafe, einem der Tatorte. Verwüstung im Inneren des Hotels Taj Mahal. Taj Mahal nach dem Terror. Zerstörung im Taj Mahal. Trauer um die Terroropfer: Die letzte Ehre. Trauerzug für den getöteten Kommander Gajendra Singh. Trauer und Leid. Die letzten Brandherde werden gelöscht. Zwei Soldaten richten einen Granatwerfer auf das Hotel Taj Mahal. Ein Soldat zielt auf das Hotel Taj Mahal. Granaten schlagen im alten Teil des Hotel Taj Mahal ein. Der italienische Koch des Trident Oberoi verlässt mit seiner Tochter das Hotel. Sicherheitskräfte nehmen das Hotel Taj Mahal ins Visier. Während sich der Wohnungsmieter unter dem Bett versteckt, feuern Soldaten in Richtung des jüdischen Zentrums. Spezialeinheiten stürmen das jüdische Zentrum. Ein Helikopter setzt indische Einsatzkräfte beim jüdischen Zentrum ab. Einsatzkräfte versuchen das jüdische Zentrum zu stürmen. Ein Scharfschütze gibt Feuerschutz, während Spezialeinheiten das jüdische Zentrum stürmen. Banges Warten auf eine Befreiung im Trident-Oberoi-Hotel. Eine Sicherheitseinheit positioniert sich vor dem Hotel Taj Mahal in Mumbai am 27. November. Leere Strassen im sonst belebten Stadtteil Kulaba in Bombai nach Schüssen am 27. November. Polizisten bewachen das Hotel Taj Mahal in Mumbai am Abend des 27. Novembers. Retter holen mit einer Leiter eine Frau am 27. November aus dem Hotel Taj Mahal in Mumbai. Ein Beamter der Zugbewachungseinheit kontrolliert mit einem Spürhund einen Waggon. Menschen verstecken sich nach Schüssen aus dem Hotel Taj Mahal in Mumbai hinter einem Palisadenzaun. Leute ducken sich am 27. November hinter einen Palisadenzaum um das Hotel Taj Mahal in Mumbai, als Schüsse durch die Luft peitschen. Ein Mann, der fast 24 Stunden lang als Geisel festgehalten wurde, wird vom Hotel Trident Oberoi in Mumbai wegbegleitet. Ein Tourist, der über 24 Stunden im Trident Oberoi Hotel in Mumbai als Geisel gefangen gehalten wurde, wehrt Medienleute ab. Zwei erschöpfte Touristen, die gegen 24 Stunden im Trident Oberoi Hotel in Mumbai gefangen gehalten wurden laufen nach ihrer Freilassung gemeinsam weg. Die Indian National Security Guard positionieren sich im Bereich des Kulaba Marktes am 27. November. Die Indian National Security Guard positioniert sich im Bereich des Kulaba-Marktes. Ein Mann der Indian National Security Guard positioniert sich in einem Gebäude beim Kulaba-Markt. Ein TV-Bild zeigt einen der islamistischen Terroristen, die am 26. November 2008 im Mumbai ein Blutbad angerichtet haben. TV-Bilder der Terroristen, die im Taj Mahal Hotel Geiseln genommen haben. Während der Nacht gelang es der Polizei einige der Geiseln aus dem Taj Mahal Hotel zu befreien. Befreite Geiseln und Gäste des Taj Majhal Hotels. Trümmer liegen überall herum. Eine Ambulanz auf dem Weg zu einem Spital. Schaulustige betrachten, was nach der Explosion einer Bombe übrig blieb. Rauch über dem Taj Mahal Hotel in Mumbai. Ein Fotograf bei den Aufnahmen der traurigen Bilder. Polizisten inspizieren einen Ort, an dem die Terroristen gewütet haben. Ein Polizist führt eine ältere Dame aus der Bahnhofshalle, wo kurz davor ein Massaker stattfand.

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«Die Festnahmen sind im Rahmen unserer eigenen Ermittlungen erfolgt», sagte Aussenminister Shah Mehmood Qureshi am Dienstag in einer Rede in Multan. Selbst wenn Indien Beweise für die Schuld der Terrorverdächtigen vorlege, werde Pakistan seine eigenen Staatsbürger nicht ausliefern. Sie werden in Pakistan vor Gericht gestellt.

Die pakistanischen Behörden hatten seit Samstag insgesamt 16 Menschen aus dem Umfeld der radikalislamischen Organisation Lashkar- e-Taiba festgenommen, die von Indien der Anschlagsplanung in Mumbai beschuldigt wird.

Verhaftet wurde nach Angaben von Verteidigungsministers Choudhry Mukhtar Ahmed auch Masood Afzhar, der Chef der Terrorgruppe Jaish-e- Mohammad (JeM).

Angeblicher Chefplaner verhört

Die pakistanischen Behörden verhörten am Dienstag den angeblichen Chefplaner der Anschläge von Mumbai: Zaki-ur-Rehman Lakhvi, ein Führungsmitglied von Lashkar-e-Taiba, war ebenfalls am Samstag in der zentralpakistanischen Provinz Punjab festgenommen worden, wie ein Vertreter der pakistanischen Sicherheitskräfte bestätigte.

Indischen Medienberichten zufolge hatte der einzige überlebende Angreifer der Anschläge von Mumbai Lakhvi als Chefplaner bezeichnet. Bei der Anschlagsserie waren Ende November amtlichen Angaben zufolge 172 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen neun Angreifer.

Die radikalislamischen Rebellen kämpfen gegen die indische Herrschaft in Kaschmir, der zwischen Pakistan und Indien umstrittenen Grenzregion, um die beide Atommächte bereits drei Kriege führten. Lashkar-e-Taiba (»Armee der Frommen»), der Verbindungen zum pakistanischen Geheimdienst nachgesagt werden, ist seit 2002 sowohl in Indien als auch in Pakistan verboten.

Indien hatte Pakistan eine Liste mit Verdächtigen ausgehändigt, deren Auslieferung es fordert. Andernfalls drohte Neu Delhi mit Vergeltungsmassnahmen. Nach indischen Medienberichten plant die Regierung eigene Schläge gegen Trainingslager von islamistischen Kämpfern in Pakistan, sollten die Nachbarn nicht selbst tätig werden.

Drastische Worte aus Islamabad

Pakistans Aussenminister drohte für den Fall einer solchen Grenzüberschreitung mit Krieg: «Wir wollen keinen Krieg, aber wir sind absolut bereit für den Fall, dass er uns aufgedrängt wird», sagte Qureshi. Pakistan werde sein Land, wenn nötig, verteidigen. Derartig drastische Worte hatte die Regierung in Islambad nach der Anschlagsserie in Mumbai Ende November noch nicht verwendet.

Pakistans Präsident Asif Ali Zardari erklärte unterdessen, die Anschläge von Mumbai seien gegen die indisch-pakistanischen Friedensbemühungen gerichtet gewesen. Nicht nur Neu Delhi, sondern auch die neue Regierung in Islambad seien indirekt das Ziel der Anschläge gewesen, hiess es in einem Beitrag Zardaris für die «New York Times».

(sda)