Terror in Indien

06. Dezember 2008 17:38; Akt: 06.12.2008 19:04 Print

Zwei Terror-Helfer verhaftet

Die indische Polizei hat im Zusammenhang mit den Attentaten vom Mumbai zwei mutmassliche Helfer festgenommen. Sie sollen den Angreifern SIM-Karten für Handys besorgt haben.

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Ein Festgenommener stammt aus dem Unionsstaat Westbengalen, der zweite aus dem indischen Teil Kaschmirs, wie ein Polizeisprecher am Samstag in mitteilte. Bei dem zweiten Verdächtigen handelte es sich indes um einen Polizisten aus einer Anti-Terror-Einheit, der möglicherweise verdeckt ermittelte, wie ein ranghoher Polizeibeamter in Srinagar erklärte.

Der Polizei in Kalkutta sei mitgeteilt worden, dass Muktar Ahmed «unser Mann ist und es nun darum geht, seine Freilassung zu ermöglichen», sagte der Beamte, der nicht namentlich genannt werden wollte. Die Mitglieder der halboffiziellen Anti-Terror-Einheit werden oft aus den Reihen früherer Aufständischer rekrutiert. Das mehrheitlich muslimische Kaschmir ist seit Jahrzehnten Zankapfel zwischen Indien und Pakistan; immer wieder kommt es dort zu Gewaltausbrüchen.

Wie die Attentäter von Mumbai in Besitz der SIM-Karten gelangten und ob die beiden Festgenommenen von den Anschlagsplänen wussten, war zunächst unklar. Bei den Terrorangriffen in der vorigen Woche kamen 171 Menschen ums Leben.

Durch die Festnahmen wurde Indiens Annahme, dass die Anschläge ausschliesslich auf pakistanische Extremisten zurückgehen, erneut infragegestellt. Der aus Westbengalen stammende Mann soll die Karten erstanden haben und sie dann an den Kaschmiri weiterverkauft haben. Die indischen Ermittler brachten am Samstag zudem einen bereits im Februar festgenommenen Inder nach Mumbai, um ihn auf eine mögliche Verbindung zu den Attentätern hin zu befragen. Faheem Ansari hatte bei seiner Festnahme zahlreiche detaillierte Skizzen von möglichen Anschlagszielen in Mumbai bei sich.

(ap)