Nahost-Konflikt

24. Juli 2014 05:19; Akt: 24.07.2014 14:10 Print

Kein Ende der Gewalt - Flugverbot dauert an

Die Gewaltspirale in Nahost dreht sich weiter - trotz Bemühungen um eine Feuerpause. Die USA sprechen verhalten optimistisch von Fortschritten. Die Zahl der Todesopfer steigt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Trotz intensiver Bemühungen um eine Feuerpause im Nahen Osten toben die Gefechte im Gazastreifen unvermindert weiter. Die Zahl palästinensischer Todesopfer sei seit Beginn des Konflikts auf 702 gestiegen, teilte ein Sprecher der örtlichen Gesundheitsbehörde mit. Auf israelischer Seite kamen bislang 32 Soldaten und zwei Zivilisten um.

Dennoch sahen die USA Anlass zur Hoffnung auf eine Waffenruhe. Es gebe Fortschritte, auch wenn noch Arbeit zu leisten sei, sagte US-Aussenminister John Kerry bei seiner Vermittlungsmission in der Region, bei der er UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Israel Ministerpräsident Mahmud Abbas traf. Die radikalislamische Hamas beharrt allerdings auf den schon vor Tagen gestellten Bedingungen für eine Feuerpause, darunter ein Ende der seit sieben Jahren andauernden Blockade des Gazastreifens, wie Hamas-Führer Chaled Maschaal in Katar betonte.

«Die Gewalt muss ein Ende haben»

Zwischendurch äusserte sich Kerry vorsichtig optimistisch. Aus US-Kreisen wurden die Erwartungen zwar gedämpft, dass ein dauerhafter Waffenstillstand unmittelbar bevor steht. Kerry versprach aber weiteren Einsatz dafür. «Wir tun dies aus einem einfachen Grund: Die Menschen in den Palästinensergebieten, die Menschen in Israel, sie alle leben unter der Bedrohung oder mit der Realität unmittelbarer Gewalt», sagte Kerry. «Das muss ein Ende haben, für alle.»

Debattiert wird über eine Demilitarisierung des Gazastreifens. Es müsse einen Weg geben, das «Herabregnen von Raketen auf israelische Zivilisten» zu beenden, sagte der stellvertretende US-Sicherheitsberater Tony Blinken dem Sender NPR. «Das muss das Endergebnis sein.» Hamas-Chef Maschaal erteilte dem Vorschlag jedoch eine Absage. «Einige reden unter dem Tisch über eine Entwaffnung des Widerstands. Keiner kann die Waffen des Widerstands wegnehmen», sagte er.

Viele Fluggesellschaften fliegen vorerst nicht nach Israel

Die Unterbrechung vieler internationaler Flugverbindungen nach Tel Aviv trifft Israel wirtschaftlich hart. Die Regierung versucht die Partner davon zu überzeugen, dass die Flüge sicher seien. Dennoch verlängerte die US-Luftfahrtbehörde FAA das am Dienstag verhängte Flugverbot für US-Gesellschaften bis auf weiteres. Auch die Lufthansa und Air Berlin fliegen vorerst nicht nach Tel Aviv. Air France, KLM, Alitalia, Scandinavian Airlines und easyJet schlossen sich dem an.

Auch die internationale Kritik macht Israel zu schaffen. Der UN-Menschenrechtsrat setzte eine internationale Kommission zur Untersuchung des Gaza-Konflikts ein, wobei nur die USA dagegen stimmten. Zuvor hatte Menschenrechtskommissarin Navi Pillay alle Beteiligten aufgefordert, Zivilisten zu schonen. Verletzungen dieser Regel könnten Kriegsverbrechen darstellen, sagte sie. In Paris demonstrierten am Mittwoch Tausende Menschen Unterstützung für die Palästinenser.


(ann/sda)