«Hamas bestrafen»

12. Juli 2014 18:29; Akt: 13.07.2014 02:53 Print

Israel fordert Bewohner in Gaza zur Flucht auf

Wie lange setzen Hamas und Israel den Beschuss fort? Nun hat Israel die Bevölkerung des nördlichen Gazastreifens aufgefordert, die Gegend zu verlassen. Die Zahl der Toten steigt.

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Israel hat am Samstag seine Luftangriffe gegen die Hamas im Gazastreifen ausgeweitet. Dabei wurde auch eine Moschee getroffen, die nach israelischen Militärangaben als Raketenversteck genutzt worden war. Dabei kamen gemäss palästinensischen Behörden 15 Menschen ums Leben. Neben der Moschee seien auch Wohltätigkeitsorganisationen mit Verbindungen zur Hamas und Banken getroffen worden, sowie ein Heim für Behinderte. Dabei seien zwei Frauen getötet worden.

Die israelischen Streitkräfte haben die Bevölkerung des nördlichen Gazastreifens zudem angewiesen, ihre Häuser zu verlassen. Dies teilte das Militär am Samstagabend via Twitter mit. Es sei unsicher, sich «nahe der Hamas» aufzuhalten, hiess es.

156 getötet, über 1000 verletzt

Beobachtern zufolge dürfte die Warnung auf eine weitere Angriffswelle hindeuten. Seit dem Start der Angriffe auf die islamistische Hamas hat die israelische Armee seit Dienstag mehr als 1220 Ziele in der Mittelmeer-Enklave bombardiert. Dabei wurden gemäss palästinensischen Angaben 156 Palästinenser getötet und 1065 verletzt.

Auch die Hamas feuert weiter Raketen nach Israel: Mehr als 542 gingen auf israelischem Gebiet nieder, überdies wurden rund 140 von der Raketenabwehr abgefangen. Am Samstagabend wurden laut Armee zudem erneut auch zwei Raketen vom Libanon aus auf Israel abgeschossen. Sie landeten nördlich der Stadt Naharija auf freiem Feld. Berichte über Schäden oder Verletzte gab zunächst nicht.

«Wir werden damit fortsetzen, die Hamas zu bestrafen»

Israel zerstöre nach wie vor wichtige Ziele der Hamas und anderer Terrorgruppen, sagte der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon nach einem Treffen mit ranghohen Sicherheitsbeamten. «Wir werden damit fortsetzen, sie (die Hamas) zu bestrafen, bis Ruhe und Sicherheit in den Süden Israels und den Rest des Landes zurückkehrt.»

Ein ranghoher Militärbeamter sagte am Samstag, dass die Hamas nach Schätzungen Israels noch immer im Besitz von Tausenden Raketen sei. Israel werde mehr Zeit brauchen, um die davon ausgehende Gefahr für Zivilisten aufzuheben. «Es gibt keinen K.O. Schlag», sagte er. «Es ist komplizierter.»

Viele Opfer sind Zivilisten

Hamas-Sprecher Hussam Badran sagte, der Angriff auf die Moschee zeige, wie barbarisch und islamfeindlich Israel sei. «Dieser Terrorismus gibt uns das Recht, unsere Reaktion auszuweiten», sagte er.

Unter den Opfern der Militäroffensive in Gaza sind zahlreiche Zivilisten, weshalb Israel in der Kritik steht. Die Aussenminister der Arabischen Liga wollen am Montag zu einer Sondersitzung in Kairo zusammenkommen, um über das israelische Vorgehen zu beraten. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hatte das Treffen beantragt, wie aus der Gruppe verlautete.

UN-Resolution soll für Waffenstillstand sorgen

Die Palästinenser diskutieren inzwischen mit ihren internationalen Unterstützern einen Entwurf für eine UN-Resolution. Darin soll jede Form von Gewalt gegen Zivilisten verurteilt und zu einem «unverzüglichen, dauerhaften und vollständig respektierten Waffenstillstand» aufgerufen werden, wie aus dem Text hervorgeht, der der Nachrichtenagentur APvorliegt.

Hintergrund der Eskalation in Nahost sind Spannungen nach der Tötung dreier israelischer Teenager und dem mutmasslichen Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen.

(sda)