Zivile Opfer

15. Juli 2014 22:44; Akt: 16.07.2014 10:28 Print

So leiden die Menschen im Gazastreifen

Der Konflikt zwischen Israel und der Hamas trifft die Zivilbevölkerung besonders hart. Im Gazastreifen ist die Lage prekär. Viele der Opfer sind Frauen und Kinder.

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Am stimmt die Hamas einer erneuten Waffenruhe zu und ermöglicht so, dass die Friedensgespräche mit Israel weitergeführt werden können. Nach erneutem Beschuss durch militante Palästinenser hat Israel den Militäreinsatz amim Gazastreifen wieder aufgenommen. Ein Junge sitzt in den Ruinen eines zerstörten Hauses. Während 72 Stunden schwiegen vom 5. bis zum 8 August zwischen Israel und den Hamas die Waffen. Seit Beginn der israelischen Offensive gegen den Gazastreifen hat das Militär hunderte von Häusern zerstört. Dieser Mann hier versucht am aus den Ruinen einige Dinge für sich zu retten. Die Lage für viele Familien und vor allem deren Kinder ist prekär. Viele Familien haben wie die Eltern dieser zwei kleinen Mädchen (das Baby ist gerade mal zwei Tage alt) in einer der UNO-Schulen Schutz gesucht. Meist fehlt es an allem - Essen, Wasser, Hygieneartikel, Medikamente. Denn die Raketen der Israelis zerstören nicht nur Häuser, sondern auch Wasser- und Gasleitungen. Wasser wird darum mit grossen Lastwagen in die Städte gefahren. Hier eine solche Lieferung in Gaza City am 3. August 2014. Bei diesen Angriffen sind bis jetzt über 1800 Palästinenser ums Leben gekommen. Laut palästinensischen Angaben sind die meisten Opfer Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder. Immer wieder beschiesst die israelische Armee dabei auch UNO-Schulen, in denen tausende Menschen vor den Bomben Schutz suchen. Die Armee verteidigt ihr Vorgehen damit, dass Raketen der Hamas aus der Umgebung der Schulen abgefeuert werden. Die Zerstörung, die Israels Raketen hinterlassen, ist enorm. Über die hohe Zahl der zivilen Opfer zeigte sich auch die UNO Besorgt. Laut UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay gäben besonders die Berichte über Bombardierungen von Wohnhäusern Grund zur Sorge. Dieses Haus wurde in der Nacht von einer israelischen Rakete zerstört. Die Zerstörung bekommt nochmals ein anderes Gesicht, wenn man weiss, dass Israel praktisch keine Lieferungen von Baumaterial in den Gaza-Streifen erlaubt, weil damit auch Tunnel erstellt werden könnten.

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Seit Beginn der israelischen Militäroffensive sind über 180 Palästinenser ums Leben gekommen. Gemäss dem Leiter der palästinensischen Rettungskräfte sind knapp ein Drittel davon Frauen und Kinder. Unter den Toten seien 22 Frauen sowie 24 Knaben unter 18 Jahren. Das jüngste Opfer sei ein 18 Monate altes Baby. Über die hohe Zahl der zivilen Opfer zeigte sich auch die UNO besorgt. UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay geben besonders die Berichte über Bombardierungen von Wohnhäusern Grund zur Sorge. Nach ersten Einschätzungen der UNO könnte Israel internationales Recht verletzt haben.

Je länger die Bombardierung des Gazastreifens andauert, desto prekärer entwickelt sich die humanitäre Situation. Gemäss der Weltgesundheitsorganisation WHO sei die Gesundheitsversorgung nahe am Kollaps. So mussten mehrere Spitäler wegen Raketeneinschlägen in unmittelbarer Nähe evakuiert werden. Laut der WHO machen die vielen Stromausfälle den Spitälern zu schaffen. So hätten einige Krankenhäuser für ihre Stromgeneratoren nur noch Treibstoff für wenige Tage. Deshalb haben UN-Helfer vor Ort damit begonnen, 135'000 Liter Benzin zu verteilen.

Kein sicherer Ort im Gaza

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) rief dazu auf, dass Spitäler und Zivilisten bei den Angriffen geschützt werden müssen. «Es muss eine klare Linie zwischen militärischen und zivilen Objekten gezogen werden», heisst es im Bericht des Roten Kreuzes. «Viele im Gazastreifen suchen nach einem sicheren Ort. Doch die Menschen sagen, dass es hier keinen solchen Ort gibt», sagte der IKRK-Leiter für Operationen im Gaza.


Laut IKRK ist bei den israelischen Luftangriffen ebenfalls die Wasserversorgung betroffen. Ingenieure mussten eine Pipeline bei Beit Hanoun reparieren, die 19'000 Palästinenser mit Wasser versorgt.

Auch eine Interaktive Präsentation von «Al Jazeera English» über den Gazastreifen thematisiert die problematische Wasserversorgung in dem Gebiet. So sind laut UNO 95 Prozent des Trinkwassers durch Abwasser, Chemikalien oder Meereswasser kontaminiert. Die Haushalte würden nur während sechs bis acht Stunden täglich über fliessendes Wasser verfügen.

Der Gazastreifen ist 360 Quadratkilometer gross und beherbergt 1,7 Million Menschen. Der Gazastreifen ist Teil der palästinensischen Autonomiegebiete. Seit 2007 wird er von der islamistischen Hamas kontrolliert.


(bat)