Kämpfe in Gaza

21. Juli 2014 00:44; Akt: 21.07.2014 08:29 Print

Blutiger Sonntag – über 100 Tote nach Offensive

Die Menschen in Gaza-Stadt feiern die angebliche Gefangennahme eines israelischen Soldaten. Derweil intensiviert das Militär die Bodenoffensive. Allein am Sonntag starben 112 Menschen.

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Die israelische Bodenoffensive im Gaza-Streifen hat am Sonntag wieder vielen Menschen das Leben gekostet. Der Direktor des Shifa-Hospitals im Gaza-Streifen sprach am Abend von 62 getöteten Palästinensern, darunter 17 Kinder und 14 Frauen. Zudem seien rund 400 Menschen verletzt worden.

Die Behörden aus dem Gaza-Streifen teilten mit, darüber hinaus seien 37 weitere Palästinenser am Sonntag ums Leben gekommen. Auf Seiten der Israelis starben nach amtlichen Angaben an dem Tag 13 Soldaten. Darunter sind auch zwei US-Bürger im Alter von 24 und 21 Jahren, die sich im Dienste der israelischen Armee befanden. Das teilte das Militär mit.

Über 500 Tote und 3150 Verletzte

Derart hohe Verluste hatten die israelischen Streitkräfte zuletzt 2006 im Libanon-Krieg. Weitere Opfer auf beiden Seiten sind zu befürchten, nachdem Israel für Sonntagabend eine zusätzliche Ausweitung seiner Bodenoffensive ankündigte.

Seit Beginn der israelischen Bombardierungen vor knapp zwei Wochen sind nach Angaben aus Gaza im Gaza-Streifen über 500 Menschen gestorben und 3150 verletzt worden. Israel spricht von 18 Soldaten und zwei Zivilisten, die seit Beginn der Offensive getötet wurden.

Ban Ki Moon: «Israelische Militäroffensive ist eine scheussliche Tat»

Israel hat die Darstellung militanter Palästinenser zurückgewiesen, wonach ein israelischer Soldat in den Händen der Kassam-Brigaden ist. «Die Gerüchte sind falsch», sagte der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ron Posor, am Sonntag. Ein maskiertes Mitglied der Kassam-Brigaden hatte zuvor dem Sender Hamas-TV gesagt, man habe während der Kämpfe einen israelischen Soldaten gefangen genommen. In Gaza-Stadt sowie in Ramallah und Hebron im Westjordanland kam es daraufhin zu Jubelszenen, wie AFP-Korrespondenten berichteten.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte im Gaza-Konflikt eine sofortige Feuerpause. Die israelische Militäroffensive sei eine «scheussliche Tat», sagte Ban am Sonntag in Doha. «Die Gewalt muss aufhören.» Der UNO-Generalsekretär war in die Hauptstadt Katars gereist, um in Gesprächen mit den Konfliktparteien eine Waffenruhe zu erreichen.

Unterdessen kündigte US-Aussenminister John Kerry an, am Montag nach Ägypten zu reisen, um dort Gespräche über mögliche Lösungen des Konflikts zu führen.

(ann/sda)