Naher Osten

14. Juli 2014 19:42; Akt: 14.07.2014 21:36 Print

Diese Waffen bedrohen Israel

Die radikale Palästinenser-Organisation Hamas verfügt über ein umfangreiches Waffenarsenal. Innert einer Woche sind fast 1000 Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert worden.

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Mittlerweile prasseln täglich dutzende Raketen der Hamas auf Israel nieder. Seit gut einer Woche sollen insgesamt fast 1000 Raketen auf israelischem Territorium niedergegangen sein. Rund 140 davon wurden von der Raketenabwehr Iron Dome abgefangen. Seit Jahren rüstet die Hamas ihr Waffenarsenal auf. Dazu gehören neuerdings auch Drohnen. Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine dieser Drohnen vor der Küste der Stadt Aschdod abgeschossen.

Ob die Drohne mit einem Sprengsatz bestückt war und woher die Hamas sie hatte, ist noch unklar. Fakt ist, dass mit dem Besitz von Drohnen das Waffenarsenal der Hamas eine neue Qualität erreicht hat. Damit könnten Ziele in Israel viel gezielter angegriffen werden. Bislang beschränkte sich die Hamas mehrheitlich auf Angriffe mit folgenden Raketen:

Kassam-Raketen: Diese eher primitiven Raketen können die Hamas unter anderem mit Hilfe von Düngemitteln und geschmuggeltem Sprengstoff selber herstellen. Ihre Reichweite ist mit 10 bis 17 Kilometer gering. Sie bedrohen insbesondere Städte im Süden von Israel wie Sderot und Aschkelon.

Grad-Raketen: Angeblich verfügen die Hamas über mehrere Hundert solcher gut drei Meter langen Raketen. Ihre Reichweite beträgt je nach Bestückung des Sprengkörpers zwischen 20 bis und 40 Kilometer. Die «Grad» wurde in den 1960er Jahren in der Sowjetunion entwickelt. «Grad» ist das russische Wort für Hagel. Das System kann innerhalb von 20 Sekunden bis zu 40 Raketen abschiessen. Die Hamas sollen die Grads aus dem Iran beziehen.

WS-1E-Raketen: Im Waffenarsenal der Hamas sollen sich auch einige WS-1E-Raketen befinden. Sie haben wie die Grad-Raketen eine Reichweite von bis zu 40 Kilometern.

Fadschr-5-Raketen: Diese Raketen bereiten den Israelis besonders grosse Sorgen. Denn mit ihrer Reichweite von bis zu 75 Kilometern können sie von Gaza aus Städte wie Tel Aviv und Jerusalem erreichen. Ihr Sprengkopf wiegt knapp 180 Kilogramm. Erst letzte Woche wurden gemäss der israelischen Armee vier solche Raketen auf Jerusalem abgeschossen. Zwei konnten durch Iron-Dome-Raketen vom Himmel geholt werden. Zwei seien auf offenem Gelände eingeschlagen.

Khaibar-1-Raketen: Diese syrische Rakete hat die bislang höchste Reichweite im Waffenarsenal der Hamas. Ganze 160 Kilometer weit kann sie fliegen und erreicht somit nördliche Städte wie Haifa. Eine solche Rakete soll in der Stadt Hadera eingeschlagen sein, 117 Kilometer nördlich des Gazastreifens.

Schmuggel durch unterirdische Tunnel

Die Hamas beziehen Raketen auf ganz unterschiedliche Weise. Besonders die grösseren Raketen wie die Fadschr-5 werden gemäss Informationen des «Spiegels» vom Iran in den Sudan und von dort per Lkw-Konvoi durch die ägyptische Wüste an die Grenze zum Gaza-Streifen transportiert. Aber auch unterirdische Tunnel von Ägypten in den Gazastreifen dienen als Schmuggel-Wege.

Ziel Israels ist es nun, die Raketenabschussrampen im Gazastreifen zu zerstören. Dies ist ihnen in einer ersten kurzen Bodenoffensive bereits gelungen. Eine Kommandoeinheit der israelischen Marine war in der Nacht auf Sonntag an der Küste des Gazastreifens gelandet. Sie sei dort gegen Abschussrampen vorgegangen, von denen Raketen mit längerer Reichweite auf Israel abgefeuert worden seien, sagte der israelische Militärsprecher Peter Lerner. Weitere Bodenoffensiven könnten folgen.

(bat)