Granattreffer

29. Juli 2014 03:36; Akt: 29.07.2014 13:03 Print

Einziges Kraftwerk im Gazastreifen abgeschaltet

Bereits vor dem Treffer hatten Gazas Einwohner nur drei Stunden Strom am Tag, nach dem Angriff wurde er nun abgeschaltet. Derweil ist ein US-Teenager wegen Protesten in Israel in Haft.

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In Gaza gehen die Lichter aus: Nach dem Einschlag von zwei Panzergranaten in einem Brennstofftank wurde am Dienstag das einzige Kraftwerk des von 1,8 Millionen Menschen dicht besiedelten Küstenstreifens abgeschaltet.

Das teilte ein Sprecher des Stromversorgers mit. Laut seinen Angaben wurde bei den Angriffen der Dampfgenerator des Kraftwerks beschädigt. Die Treibstofftanks fingen Feuer. Die Anlage versorgt etwa ein Drittel der Haushalte im Gazastreifen mit Strom. Bereits vor dem Treffer im Kraftwerk hatten die Einwohner Gazas nur drei Stunden Strom am Tag, weil sich die Einfuhr von Treibstoff als schwierig gestaltete.

Israel hatte in der Nacht zum Dienstag das Bombardement des Gazastreifens verstärkt. Im Visier von Geschützen, Panzern und Kampfflugzeugen standen Institutionen der radikalislamischen Hamas.

Raketen auf Haus von Hamas-Anführer

Die palästinensischen Rettungsdienste verzeichneten am Morgen bereits 26 getötete Palästinenser, darunter 9 Frauen und 4 Kinder. Die radikale Organisation Islamischer Dschihad teilte mit, in Rafah sei ein ranghoher Kommandant der Gruppierung getötet worden.

Die israelische Luftwaffe bombardierte auch das Haus des Hamas-Anführers Hanija. Das Haus im Palästinenserlager Schati im Nordwesten des Gazastreifens sei zweimal angegriffen worden, sagte Hanijas Sohn Abdel Salam Hanija.

Die israelische Armee gab bekannt, dass binnen 24 Stunden 10 israelische Soldaten getötet worden seien. Fünf israelische Soldaten wurden in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen bei einem Feuergefecht mit einem palästinensischen Kommando getötet. Die Palästinenser hatten dort versucht, durch einen Tunnel bei Nahal Os israelisches Staatsgebiet zu erreichen.

Die Zahl der Palästinenser, die seit dem Beginn der Konfrontation am 8. Juli getötet wurden, erhöhte sich auf 1113. Die Zahl der getöteten israelischen Soldaten stieg auf 53. Zudem wurden drei israelische Zivilisten tödlich verletzt.

US-Teenager wegen Protesten in Israel in Haft

Wegen mutmasslicher Beteiligung an Protesten in Ostjerusalem wird ein 15 Jahre alter Amerikaner von israelischen Behörden festgehalten. Das bestätigte US-Aussenamtssprecherin Jen Psaki am Montag in Washington. In Anbetracht des Alters von Mohamed Abu Nie hätten die USA zu einer raschen Lösung des Falls aufgerufen.

Der Jugendliche sitzt seit dem 3. Juli in Haft. Ihm werde vorgeworfen, Proteste rund um den Konflikt zwischen Israel und der Hamas angeführt und dabei Steine geworfen, Polizisten attackiert und ein Messer getragen zu haben, sagte Psaki. Die USA seien zudem besorgt über Berichte, wonach er in Gewahrsam geschlagen worden sei. Die US-Botschaft in Tel Aviv hat sich Nie angenommen und steht in Kontakt mit dessen Familie und Anwalt.

(sda)