Gaza-Bevölkerung

28. Juli 2014 18:45; Akt: 28.07.2014 22:14 Print

Israel fordert per SMS zur Flucht auf

Das israelische Militär hat mit Telefonanrufen oder per SMS die Bevölkerung von Gaza aufgerufen, sich «unverzüglich» in Sicherheit zu bringen.

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Unheimliche Bilder vom Gaza-Krieg im Juli 2014: Wie ein Monster erhebt sich die Rauchwolke nach einem Bombenabwurf über Gaza Stadt. Solche Bilder dienten israelischen und palästinensischen Kritikern der Bombardierungen als Vorlage für Kunstwerke. Minarette vor orangenem Hingergrund. Bis zum 25. Juli forderte der Krieg im Gazastreifen über 850 Tote, 817 Palästinenser und 35 Israelis. Politiker verhandeln seit Tagen über eine mögliche Waffenruhe. Offizielles Ziel des israelischen Angriffs ist die Zerstörung des weitverzweigten Tunnelnetzes, durch das die Hamas Waffen in den Gazastreifen schmuggelt. Ein Kampfhelikopter feuert Blitze ab. Seit dem 8. Juli feuerte die Hamas über 2100 Raketen auf Israel ab. Ein Grossteil der Opfer auf palästinensischer Seite sind Zivilisten, bei den Israelis kamen vorwiegend Soldaten ums Leben. Die Sonne kämpft sich durch den Rauch. Internationale Kritik gab es, weil die Israelis auch Schulen und Moscheen bombardierten, in denen Zivilisten Schutz suchten. Israel wehrt sich mit dem Argument, dass die Hamas ihre Kämpfer und ihre Waffen in zivilen Anlagen verstecke. Mit den Leuchtbomben sorgen die Israelis für Licht für die Bodenoffensiven. Der Uno-Menschenrechtsrat forderte eine Untersuchung wegen möglicher Kriegsverbrechen. Weder Israel noch die Hamas würden genügend tun, um die Zivilbevölkerung zu schützen, kritisierte Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pilay. Der Gazastreifen ist sehr dicht besiedelt. Hunderttausende versuchen zu fliehen, doch die Grenzen sind geschlossen.

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Das israelische Militär hat eine Warnung an die Bewohner des Gazastreifens geschickt, dass sie sich sofort in Sicherheit bringen sollten. Die Warnung sei durch Telefonanrufe oder per SMS erfolgt.

Die Zivilisten sollten sich ins Zentrum der Stadt Gaza begeben, hiess es in den Botschaften, die per Telefon oder SMS übermittelt wurden. Die Armee sendet solche Mitteilungen für gewöhnlich vor massiven Angriffen.

Angriff auf Spital

Zuvor sind bei einem Luftangriff auf einen Park in Gaza nach palästinensischen Angaben zehn Menschen getötet worden. Laut der Nachrichtenagentur AP kam die Rakete von palästinensischer Seite. Zuvor hiess es, dass Israel die Rakete abgefeuert habe. Unter den Opfern seien auch Kinder, teilte ein Sprecher mit.

Zuvor hatte es geheissen, auch das in der Nähe des Parks gelegene grösste Spital des Küstenstreifens sei getroffen worden. Kameraleuten wurde der Zugang zum Gelände des Schifa-Spitals zunächst verweigert.

Israelische Kampfjets hatten am Montag verschiedene mutmassliche Hamas-Stützpunkte im Gazastreifen bombardiert, auch die Bodenoffensive ging weiter. Zuvor wurde vom Gazastreifen aus eine Rakete auf Israel abgefeuert. Ein Appell des Weltsicherheitsrats an die Konfliktparteien, eine sofortige und bedingungslose humanitäre Feuerpause einzuhalten, verhallte unbeachtet.

(dia/sda)