Nahost-Konflikt

30. Juli 2014 06:28; Akt: 30.07.2014 08:07 Print

13 Tote bei Angriff auf UNO-Schule in Gaza

Israel beschoss in der Nacht auf Mittwoch eine Schule der UNO. Dabei sollen 13 Palästinenser getötet und 90 verletzt worden sein. Chile und Peru ziehen wegen der vielen Toten ihre Botschafter ab.

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Beim Beschuss einer Schule der UNO-Hilfsorganisation UNRWA sind nach palästinensischen Angaben am Mittwochmorgen 13 Menschen im Flüchtlingslager Dschabalia im nördlichen Gazastreifen getötet worden. Mehr als 90 seien verletzt worden, sagte der Sprecher der palästinensischen Rettungsdienste, Aschraf al-Kidra.

Dort hätten Menschen aus der Region Zuflucht gesucht. In dem Konflikt seien bisher mehr als 1260 Menschen getötet und über 7000 verletzt worden. Chile und Peru haben wegen der Verschärfung der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen ihre Botschafter in Israel zu Konsultationen zurückgerufen.

Mehr als 1000 zivile Opfer

Chile beobachte mit grosser Sorge die Einsätze, die derzeit eine «kollektive Bestrafung» der palästinensischen Bevölkerung darstellten, hiess es am Dienstag (Ortszeit) in einer Mitteilung des chilenischen Aussenministeriums. Die Militäroperationen respektierten keine Normen des internationalen Menschenrechtes, wie die mehr als 1000 zivilen Opfer, darunter Frauen und Kinder, zeigten.

Ähnlich äusserte sich das peruanische Aussenministerium, das die Unterbrechung des Waffenstillstandes durch neue israelische Militäroperationen zutiefst bedauerte. Die fünf Staaten des südamerikanischen Mercosur-Blocks riefen indes bei ihrem Gipfel in Caracas zum sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen auf.

«Sofortiger umfassender Waffenstillstand»

«Wir glauben, dass der israelisch-palästinensische Konflikt das Potenzial hat, die ganze Region zu destabilisieren», sagte Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. Notwendig sei deshalb ein «sofortiger, umfassender und dauerhafter» Waffenstillstand.

Die israelische Luftwaffe setzte auch am frühen Mittwochmorgen ihre Angriffe auf den Gazastreifen fort. Insgesamt wurden nach palästinensischen Angaben seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli 1260 Menschen im Gazastreifen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 53 Soldaten und drei Zivilisten.

Neue Verhandlungen für Feuerpause

Derweil liefen in Kairo die Bemühungen um eine neue Feuerpause auf Hochtouren. Ein israelischer Fernsehsender berichtete, Fortschritte seien erzielt worden. Eine palästinensische Delegation wurde demnach in der ägyptischen Hauptstadt erwartet. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte, sein Land werde womöglich einen eigenen Gesandten nach Kairo schicken.

Die vom Westen unterstützte Regierung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte am Dienstag Unterstützung für eine 24- bis 72-stündige Waffenruhe signalisiert und erklärt, ihre Haltung werde von der Hamas geteilt. Ein Sprecher der radikal-islamischen Organisation, die den Gazastreifen kontrolliert, wies dies zurück. Er bestätigte aber, dass man in Bezug auf eine Waffenruhe in «intensivem, anhaltenden Kontakt» stehe. Details nannte er nicht.

(sda)